Mit 6 nimmt! beweist Wolfgang Kramer, dass zu einem guten Kartenspiel nicht viel gehört. So simpel das Spielkonzept von 6 nimmt! auch sein mag, es schadet dem Spiel in keinster Weise. Die ausgewogene Mischung aus Taktik- und Glücksspiel sorgt für immer wiederkehrenden und vor allem anhaltenden Spielspaß.

Un darum geht es bei 6 nimmt! Alle Spieler starten mit zehn Handkarten auf denen Zahlen und Hornochsen abgebildet sind. In der Tischmitte liegen Startkarten aus, an die nun numerisch aufsteigend Karten aus der Hand angelegt werden müssen. Hier wählen alle Spieler pro Runde zunächst eine Karte aus ihrer Hand aus und legen diese verdeckt vor sich ab. Sobald der letzte Spieler sich für eine Karte entschieden hat, werden alle Karten gleichzeitig umgedreht. Der Spieler mit der niedrigsten Karte muss diese zuerst an einer Reihe anlegen – und zwar an die ausliegende Karte, die zur eigenen die niedrigste Different aufweist. Dann folgt der Spieler mit der zweitniedrigsten Karte usw. Sollte dabei ein Spieler die sechste Karte an eine Reihe anlegen müssen, dann heißt es 6 nimmt! Der Spieler muss die Karten der Reihe alle vor sich ablegen, seine eigene Karte wird zur neuen Startkarte der Reihe.

Aus den aufgenommenen Kartenreihen bildet jeder Spieler einen eigenen Ablagestapel. So sammeln die Spieler über zehn Runden Karten, bis alle Handkarten ausgespielt wurden. Dann zählt jeder Spieler die Hornochsen auf seinen gesammelten Karten und notiert sich die Summe. Sammelt ein Spieler so über mehrere Spiele 66 oder mehr Hornochsen, dann endet das Spiel. Gewinner ist dann der Spieler, der insgesamt die wenigsten Hornochsen gesammelt hat.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Amigo
Spielautor: Wolfgang Kramer
Erscheinungsjahr: 1994

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 10 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von 6 nimmt!

Spielschachtel zum Kartenspiel 6 nimmt.
Spielschachtel zum Kartenspiel 6 nimmt.

Der Kartensatz von 6 nimmt! besteht aus insgesamt 104 Spielkarten, die sich im Bezug auf den Faktor “Minuspunkte” in 5 Klassen einteilen lassen.

  • 76 Karten mit einem Hornochsen (= 1 Minuspunkt)
  • 9 Karten mit zwei Hornochsen (= 2 Minuspunkte)
  • 10 Karten mit drei Hornochsen (= 3 Minuspunkte)
  • 8 Karten mit fünf Hornochseln (= 5 Minuspunkte)
  • Eine Karte mit sieben Hornochsen (= 7 Minuspunkte)

Ausführliche Spielregeln zu 6 nimmt!

Überblick und Spielvorbereitungen

Alle Spielkarten werden gut gemischt. Anschließend erhält jeder Spieler zehn Karten auf die Hand. Für eine bessere Übersicht empfiehlt es sich, gleich am Anfang alle Handkarten der Größe nach zu sortieren.

Die Kartenauslage
Eine mögliche Kartenauslage in 6 nimmt.

Die Kartenauslage wird aus vier Karten gebildet. Diese werden nebeneinander offen und gut sichtbar für alle Spieler auf den Tisch gelegt. Diese vier Karten bilden jeweils den Anfang einer Reihe, an die im Spielverlauf weitere Karten angelegt werden müssen.

Die restlichen Karten vom gemischten Nachziehstapel werden in der Spielrunde nicht mehr gebraucht.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, die eigenen Karten über mehrere Spielrunden so geschickt abzulegen, dass man so wenig Hornochsen wie möglich aufnehmen muss.

Eine Partie 6 nimmt! wird über mehrere Runden gespielt. Der Ablauf einer Runde ist dabei immer gleich: Handkarte ausspielen (1), Karten anlegen (2), eventuell Hornochsen aufnehmen (3).

Eine Handkarte ausspielen

Alle Spieler legen eine beliebige Handkarte verdeckt vor sich ab. Anschließend drehen alle Spieler ihre Karte gleichzeitig um. Der Spieler, dessen ausgespielte Karte den niedrigsten Zahlenwert aufweist, muss diese als erstes einer der vier Reihen zuordnen. Dabei gilt: Eine Karte muss immer an der Reihe angelegt werden, deren oberste Karte die niedrigste Differenz zur ausgespielten Karte aufweist. Anschließend folgt der Spieler, dessen Karten den zweitniedrigsten Zahlenwert aufweist usw. bis alle Karten angelegt wurden.

Hornochsen kassieren

So wird angelegt.
So werden Karten in 6 nimmt angelegt.

Je öfter man die ersten beiden Aktionen wiederholt, umso mehr Karten liegen in den vier Reihen. Solange man seine ausgespielte Karte einer Reihe zuordnen kann, ohne dabei die gefürchtete sechste Karte anzulegen, ist man auf der sicheren Seite. Kann man seine Karte aber nicht mehr unter den ersten fünf Karten einer Reihe platzieren, so können zwei Fälle eintreten:

Die eigene Karte ist niedriger als die obersten Karten aller Reihen. In diesem Fall darf der Spieler die Karten einer beliebigen Reihe auf seinen Minuspunktestapel legen. Die ausgespielte Karte wird zur neuen Startkarte der nun leeren Reihe.

Der Spieler muss die eigene Karte aufgrund der Differenzregel an eine Reihe anlegen, in der bereits fünf Karten liegen. In diesem Fall muss der Spieler alle fünf Karten der entsprechenden Reihe auf seinen Minuspunktestapel legen. Auch hier bildet seine ausgespielte Karte wieder den Anfang der neuen Reihe.

Am Ende einer Spielrunde

Es werden so viele Runden gespielt, bis alle zehn Handkarten ausgespielt wurden. Im Anschluss zählt jeder Spieler die Anzahl der Hornochsen auf den Karten, die sich auf seinem Minuspunktestapel befinden. Die Summe der Hornochsen werden für jeden Spieler notiert. Anschließend werden die Karten wieder gemischt und eine neue Speilrunde beginnt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spiel endet, sobald ein Spieler am Ende einer Spielrunde 66 Hornochsen oder mehr auf seinem Minuspunktekonto hat. In diesem Fall gewinnt der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten.

Weitere 6 nimmt!-Varianten

Man muss bei 6 nimmt! nicht alles dem Zufall überlassen. Wer etwas taktieren möchte, kann es mit den beiden folgenden 6 nimmt!-Varianten mal probieren.

Alle Spielkarten sind bekannt: Die Anzahl der Spielkarten ist abhängig, von der Anzahl der Spieler. Die Regel lautet dann Spielerzahl mal 10 + 4 Karten. Bei drei Spielern wird dann mit den Kartenwerten 1 – 34 gespielt, bei vier Spielern mit den Werten 1 – 44, usw. Alle übrigen Regeln des Grundspiels bleiben dabei verpflichtend.

Karten sind frei wählbar: Auch hier gilt zunächst die Regel “Spielerzahl mal 10 + 4 weitere Karten”, wobei die Karten keine aufsteigenden Werte haben müssen, sondern willkürlich gezogen werden können. Zum Spielrundenbeginn werdenb alle Karten offen auf den Tisch gelegt. Jeder Spieler darf sich reihum eine Karte aus der Masse auf die Hand nehmen, bis alle Spieler insgesamt 10 Karten auf der Hand haben. Die verbliebenen vier Karten bilden die Anfänge der vier Reihen. Die übrigen Regeln des Grundspiels bleiben auch bei dieser Variante verpflichtend.

Fazit zu Kartenspiel 6 nimmt!

Der Amigo Verlag bewirbt 6 nimmt! als “raffiniertes Kartenspiel, das einen nicht mehr loslässt!” und dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. 6 nimmt! stellt (je nach Spielerzahl) Taktikfüchse vor immer wieder neue Herausforderungen und lässt ebenso auch mal Gelegenheitsspieler jubeln. Und obwohl das Spiel mit wenigen Regeln auskommt, kann man mit den 104 Spielkarten problemlos einen ganzen Abend füllen. Wer auf der Suche nach einem spannenden Kartenspiel ist, kann bei 6 nimmt! eigentlich nicht viel verkehrt machen.

Das Kartenspiel 6 nimmt! wurde 1994 mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnet und auch in die Auswahlliste für das Spiel des Jahres 1994 aufgenommen. Und das aus gutem Grund. Denn 6 nimmt! gehört zweifelsohne zu den Kartenspielen, die mit wenigen Regeln für unglaublich viel Spannung, Spass und gute Unterhaltung sorgen. Spielen kann man 6 nimmt! bereits zu zweit. Hier gilt aber wirklich die Regel: Je mehr Mitspieler, desto besser. Wer von 6 nimmt! nicht genug bekommen kann, der sollte ruhig mal einen Blick auf die Fortsetzungen „Hornochsen“ oder „11nimmt!“ werfen. Ebenfalls interessant sein könnte die Jubiläumsversion des Spiels, die zusätzliche Karten beinhaltet.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
80 %
Langzeitspaß
100 %
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