In der Sprache der Suaheli bedeutet „Asante“ soviel wie „Danke“. Der Gruß wird häufig gebraucht, wenn tüchtige Händler ihre Kundschaft verabschieden. Und so steht auch das neue Kartenspiel von Rüdiger Dorn voll und ganz im Zeichen des Handels. Als Nachfolger von Jambo, das immerhin auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres gelandet war, folgt Asante den Regeln seines Vorgängers, ist aber dank vollkommen neuer Karten ein eigenes Spielerlebnis. Und mindestens genauso spannend.

Beide Spieler schlüpen in Asante jeweils in die Rolle eines afrikanischen Händlers und versuchen durch geschicktes Ein- und wieder Verkaufen möglichst viel Gewinn zu machen. Unterstützt werden die Händler dabei von Personen und Gegenständen, die über besondere Fähigkeiten verfügen. Tiere sorgen dagegen für Unruhe und auch heilige Orte kann man nutzen, um sich Vorteile gegenüber den anderen Händlern zu verschaffen.

Am Ende gewinnt, wer in Asante mit seinen Handelsgeschäften am meisten Gold verdienen konnte.


Spielverlag: Kosmos
Spielautor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2013

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Asante

Das Zubehör von Asante ist hochwertig, die Waren und Goldchips sind aus stabilem Karton, die Spielkarten sehr schön illustriert. Darüber hinaus passt alles prima in die kleine, quadratische Spielschachtel.

  • 2 Marktstände (rot/grün)
  • 5 Aktionsmarker
  • 48 Waren (je 8x Schmuck, Fell, Tee, Seide, Früchte und Salz)
  • 25 Goldchips mit Wert 5
  • 21 Goldchips mit Wert 1
  • 15 Karten: Heiliger Ort
  • 14 Karten: Gegenstände
  • 34 Karten: Personen
  • 14 Karten: Tiere
  • 35 Warenkarten

Ausführliche Spielregeln zu Asante

Spielvorbereitungen

  1. Jeder Spieler erhält einen der beiden Marktstände (rot/grün).
  2. Jeder Spieler erhält 20 Gold. Die übrigen Goldchips werden als allgemeiner Vorrat bereitgelegt.
  3. Die 15 Ortskarten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel in die Mitte des Tisches gelegt. Die ersten drei Karten werden aufgedeckt.
  4. Alle restlichen Spielkarten (Tiere, Personen, usw.) werden gemischt. Jeder Spieler erhält 5 Karten, die übrigen werden als verdeckter Nachziehstapel neben die offenen Ortskarten gelegt.
  5. Die Waren werden nach Sorte sortiert und in allgemeinen Vorräten neben das Spielfeld gelegt.
  6. Die 5 Aktionsmarker werden für beide Spieler gut erreichbar in die Mitte gelegt.
  7. Der Startspieler wird ausgelost.

Spielablauf – Die Marktstände werden eröffnet

Beide Händler müssen in Asante versuchen, verschiedene Waren an ihrem Markstand so gewinnbringend wie möglich unter die kauffreudige Kundschaft zu bringen. Hierzu stehen jedem Spieler pro Spielrunde 5 Aktionen zur Verfügung, die sie beliebig auf zwei Phasen aufteilen können:

  • Phase 1: Karten nachziehen
  • Phase 2: Karten ausspielen

Nach jeder genutzten Aktion dreht der jeweilige Gegenspieler eines der 5 Aktionplättchen um und kontrolliert so die Summe der Aktionen des Gegners. Sollte ein Spieler am Ende seines Spielzuges noch 2 oder mehr Aktionen übrig haben, erhält er 1 Gold aus dem allgemeinen Vorrat.

Phase 1 – Karten nachziehen

Zu Spielbeginn hat jeder Spieler 5 Karten bereits auf der Hand. In der ersten Phase eines Spielzuges darf der Spieler sich nun die oberste Karte vom Nachziehstapel ansehen und entscheiden, ob er sie behalten möchte oder nicht.

Behält er die Karte, endet seine erste Phase und er wechselt sofort zu Phase 2. Wirft er die Karte ab (offen auf den Ablagestapel!), darf er sich eine weitere Karte vom Nachziehstapel anschauen oder freiwillig zu Phase 2 wechseln.

Jede angeschaute Karte kostet einen Aktionspunkt. Pro Spielrunde kann ein Spieler also bis zu 5 Karten anschauen, behalten darf er aber immer nur die zuletzt gezogene Karte. Es gibt keine Beschränkung bezüglich der Anzahl an Karten, die ein Spieler auf der Hand halten darf.

Es ist erlaubt, die erste Phase komplett zu überspringen. In diesem Fall startet der Spieler mit allen 5 Aktionspunkten direkt in Phase 2.

Phase 2 – Karten ausspielen

Grundsätzlich kostet das Ausspielen von Handkarten immer 1 Aktion pro Karte, sofern nichts Gegenteiliges auf der Karte steht. Ausnahme: Heilige Orte dürfen kostenlos ausgespielt werden.

Bei Ausspielen der Handkarten stehen den Spielern 5 verschiedene Kartentypen zur Verfügung, die in beliebiger Reihenfolge eingesetzt werden können: Warenkarten, Gegenstände, Personen, Tiere und Heilige Orte.

WARENKARTEN: Warenkarte geben Auskunft über den Einkaufs- sowie den Verkaufswert der abgebildeten Ware(n). Auf jeder Warenkarte können ein bias vier Waren abgebildet sein.

Möchte ein Spieler eine Ware einkaufen, so muss er ALLE Waren auf der Karte erwerben und dafür den Betrag links unten auf der Karte bezahlen. Die Waren legt der Spieler dann auf die freien Felder seines Marktstandes. Befinden sich nicht ausreichend freie Felder auf dem Marktplatz, kann die Karte nicht ausgespielt werden.

Möchte ein Spieler Waren verkaufen, so muss er ebenfalls eine Warenkarte ausspielen. Hier muss er ALLE  darauf abgebildeten Waren besitzen. Als Verkaufspreis erhält der Spieler die Anzahl an Gold, die rechts unten auf der Karte abgebildet ist.

GEGENSTÄNDE: Möchte ein Spieler einen Gegenstand ausspielen, so legt er diesen unterhalb der drei offen ausliegenden “Heiligen Orte” an. Der Gegenspieler erhält sofort die Ortskarte unter der der Gegenstand platziert wurde. Anschließend wird an der leeren Stelle eine neue Ortskarte aufgedeckt.

Sobald ein Gegenstand vor einem Spieler ausliegt, kann er dessen Aktion einmal pro Spielzug nutzen. Die Nutzung kostet jedoch mindestens einen Aktionspunkt.

Mehr als drei Gegenstände darf kein Spieler vor sich ausliegen haben. Möchte man einen vierten Gegenstand auslegen, so muss man sich von einem der bereits ausliegenden Gegenstände trennen. Zudem muss man ab dem vierten Gegenstand die davor liegende Ortskarte selbst auf die Hand nehmen.

PERSONEN: Insgesamt befinden sich 34 Personenkarten im Spiel.

Möchte ein Spieler die Fähigkeiten einer Person nutzen, so muss er schlicht den Anweisungen auf der Karte folgen. Anschließend wird die Karte auf den Ablagestapel gelegt.

Kurzes Beispiel “Späher”: Der Späher erlaubt dem Spieler, so viele Karten vom Nachziehstapel aufzunehmen, bis eine Warenkarte mit einer gewünschten Ware erscheint. Diese Karte muss der Spieler dann allerdings auf die Hand nehmen.

Gegen eine Personenkarte kann der Gegenspieler die Karte “Animalist” kostenlos ausspielen und somit die Aktion der Person unwirksam machen.

TIERE: Lediglich 14 Tierkarten gibt es in Asante.

Möchte ein Spieler die Fähigkeiten eines Tieres nutzen, so muss er einfach den Anweisungen auf der Karte folgen. Anschließend wird die Tierkarte auf den Ablagestapel gelegt.

Kurzes Beispiel “Schildkröte”: Diese Tierkarte erlaubt es dem Spieler, die Gegenstände des Spielers zu nutzen. Hierfür muss er allerdings die auf den Gegenstandskarten genannten Aktionspunkte zahlen.

Gegen eine Tierkarte kann der Gegenspieler die Karte “Animalist” kostenlos ausspielen und somit die Aktion des Tieres unwirksam machen.

HEILIGE ORTE: Insgesamt 5 verschiedene Heilige Orte gibt es in Asante. Die Ortskarten dürfen von den Spielern während ihres Spielzuges kostenlos ausgespielt werden.

Mögliche Vorteile sind:

  • Eine Karte vom Nachziehstapel ziehen
  • Ein Gold aus dem allgemeinen Vorrat erhalten
  • Eine zusätzliche Aktion ausführen
  • Eine Ware vom eigenen Marktstand gegen eine beliebige Ware aus dem Vorrat tauschen.

Spielziel und Ende des Spiels

Hat ein Spieler am Ende eines Spielzuges mindestens 60 Gold mit seinem Marktstand verdient, darf sein Gegenspieler noch genau einmal beide Phasen (Nachziehen / Ausspielen) durchlaufen und versuchen, dabei soviel Gold wie möglich zu verdienen. Anschließend zählen beide Spieler ihr Goldvermögen.

Der Spieler mit dem meisten Gold gewinnt Asante.

Fazit zum 2-Personenspiel Asante

Asante versus Jambo: Als “Nachfolger” von Jambo müsste man Asante eigentlich in zweierlei hinsicht betrachten. Zum einen als Nachfolger eines erfolgreichen Kartenspiels und zum anderen als eigenständiges Spiel. Da aber sowohl Jambo als auch Asante maßgeblich von den vielfältigen Charakteren, Gegenständen und Tieren und weniger vom Spielmechanismus leben, reicht ein Vergleich der Handkarten, um klarzustellen, dass Asante als eigenständiges Spiel für zwei Personen durchgeht. Übrigens können die Karten in Asante mit dem Vorgänger Jambo kombiniert werden, was Asante auch für alle Jambo-Fans zusätzlich interessant machen sollte.

Die Qualität des Spielzubehörs ist sehr gut. Die Warenkarten und Goldchips sind aus stabilem Karton, die Handkarten sind allesamt wunderschön illustriert. Die Spielregeln sind schnell erklärt und die beiliegende Spielanleitzung ist gut strukturiert. Alles bestens!

Das Spiel selbst läuft in der ersten Runde etwas zäh, da man sich mit den verschiedenen Fähigkeiten der Personen, Tiere und Gegenstände erst vertraut machen muss. Aber keine Sorge. Da die Karten wirklich sehr ansehlich sind und die einzelnen Aktionen, die sie ermöglichen sehr vielfältig ausfallen, fliegt die Zeit beim Spielen regelrecht dahin. Dass das erste Spiel gerne das doppelte der Zeit einnimmt, fällt also kaum auf. Nach der ersten Partie ist man aber garantiert soweit im Spiel drin sein, dass die nächsten Runden wesentlich flotter laufen.

Was beim Spielen von Asante besonders auffgefallen ist: man verfügt eigentlich nie über ausreichend Karten auf der Hand. In Phase 1 gilt, viele Karten anschauen aber maximal eine davon auf die Hand nehmen. In Phase 2 dagegen darf man mehrere Handkarten hintereinander ausspielen (um beispielsweise Waren einzukaufen und sofort wieder zu verkaufen, benötigt man bereits schon zwei Karten). Um hier flexibel in seinen Aktionen zu bleiben, muss man seine Personen-, Tier- und Gegenstandskarten sehr gut und zum richtigen Zeitpunkt einsetzen, denn nur so bekommt man immer wieder neue Karten auf die Hand und verfügt so über ein breites Spektrum an Handlungsmöglichkeiten. Die größte Herausforderung für die Spieler in Asante ist also nicht der Ein- und Verkauf von Waren, sondern vielmehr das Auffüllen der Handkarten.

Asante funktioniert als taktisches Spiel für zwei Personen hervorragend. Wer die zur Verfügung stehenden Karten gut einzusetzen weiß, kann sich mit einer guten Taktik schnell Vorteile im Spiel verschaffen. Dennoch bewahrt Rüdiger Dorn seinem Spiel Asante das Glückselement (verdeckter Nachziehstapel!) und gleicht so auch Partien zwischen zwei ungleich starken Spielern aus.

Asante ist ein durch und durch gelungenes, absolut spannendes und unterhaltsames Kartenspiel für 2.

— Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar! —