Man kommt schon ein wenig ins Schmunzeln, wenn ausgerechnet zwei Spieleautorinnen mit dem Nachnamen „Engel“ ein Brettspiel veröffentlichen, bei dem es nicht nur dem Titel nach mit dem Teufel zugeht. Denn in „Auf Teufel komm raus“ legen sich die Spieler in heißen Wetten mit dem Teufel persönlich an. Und manch einer wagt notgedrungen sogar einen Pakt mit dem Teufel.

Das Spielkonzept ist dabei ebenso unterhaltsam wie einfach. Auf dem Spielplan befindet sich der prall gefüllte Kohleofen des Teufels. Jedes Stück Kohle ist dabei mit einer Zahl oder einem Teufelsgesicht versehen worden. Die Spieler wetten in jeder Runde darum, wie viele Kohlemarker ein Spieler dem Teufel aus seinem Ofen entlocken kann, ohne dabei ein Teufelsgesicht aufzudecken.

Gewinnt ein Spieler seine Wette, verdoppelt sich sein Wetteinsatz. Zusätzlich gibt es noch Boni für die meisten Kohlestücke und den höchsten Kohlebtrag dazu. Wer viel wagt und ein wenig Glück an seiner Seite hat, kann hier schnell reich werden.

Verliert ein Spieler dagegen seine gesamten Wetteinsätze, bleibt ihm noch als letzter Strohhalm der Pakt mit dem Teufel um wieder auf die Beine zu kommen.

Das Spiel endet schließlich, wenn einer oder mehrere Spieler am Ende einer Spielrunde Wettchips im Wert von mindestens 1.600 anhäufen konnten.


Spielverlag: Zoch
Spielautor: Sara Engel, Tanja Engel
Erscheinungsjahr: 2013

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von „Auf Teufel komm raus“

  • 1 Spielplan
  • 6 große hölzerne Spielfiguren
  • 70 Wettchips mit den Werten 10, 20, 50, 100, 200, 500, 1000
  • 48 hölzerne Kohlemarker mit den Werten 10, 20, 25, 50, 75, 100
  • 9 hölzerne Teufelsmarker

Ausführliche Spielregeln zu „Auf Teufel komm raus“

Spielvorbereitungen

  1. Alle 48 Kohlemarker werden mit der Abbildung nach unten durchgemischt und verdeckt in den Kohleofen auf dem Spielplan platziert.
  2. Jeder Spieler wählt eine Farbe und stellt die dazu passende Spielfigur auf das Feld 200 der Siegpunkteleiste.
  3. Jeder Spieler erhält Wettchips im Gesamtwert von 200 als Startkapital.
  4. Alle übrigen Wettchips werden nach Werten sortiert und als allgemeiner Vorrat neben dem Spielplan gelegt.
  5. Ein Startspieler wird ermittelt.

Spielablauf – Das große Wetten kann beginnen

Eine Spielrunde in „Auf Teufel komm raus“ besteht immer aus den folgenden 4 Phasen:

  1. Teufelswette abhalten
  2. Kohlemarker aufdecken
  3. Wettgewinne ermitteln
  4. Spielfiguren vor oder zurück bewegen

Am Ende jeder Spielrunde werden die restlichen Kohlestücke auf dem Spielplan weiter in die Mitte des Ofens geschoben. Überragen diese den inneren Rand des Ofens, wird ohne weitere Vorbereitungen weitergespielt. Eine neue Runde mit einem neuen Startspieler beginnt.

Passen allerdings alle verbliebenen Kohlemarker in das Innere des Ofens (siehe Bild zu Phase 2), dann werden alle zuvor herausgenommenen Kohlestücke vom Spielfeldrand wieder verdeckt in den Ofen gelegt, gemischt und so der Status der ersten Spielrunde wieder hergestellt.

Phase 1 – Die Teufelswette abhalten

Zu Beginn jeder Spielrunde müssen alle Spieler gleichzeitig ihre Wette abgeben. Gewettet wird auf den Gesamtwert der Kohlestücke, die ein beliebiger Spieler aus dem Ofen holen kann ohne dabei einen Teufelsmarker aufzudecken.

Jeder Spieler verfügt über sein eigenes Guthaben. Das ist automatisch sein maximaler Wetteinsatz. Sollte ein Spieler im Spielverlauf einmal Pleite sein, so muss er in dieser Phase aussetzen.

Die Spieler entscheidet sich für einen Wetteinsatz und nimmt den entsprechenden Wert in Wettchips in die geschlossene Faust.

Sobald alle Spieler sich entschieden haben, decken sie gleichzeitig ihre Fäuste auf und nennen den eingesetzten Wettbetrag.

Die Wettbeträge legen alle Spieler nun gut sichtbar uns getrennt von den restlichen Wettchips vor sich ab.

Phase 2 – Die Kohlemarker aus dem Feuer holen

Der Startspieler eröffnet diese Phase. Die restlichen Spieler folgen im Uhrzeigersinn.

Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er so lange Kohlemarker aus dem Feuerofen holen, bis er

  • seinen Zug freiwillig beendet
  • einen Teufelsmarker aufdeckt

Beendet ein Spieler freiwillig seinen Zug, so legt er alle erfolgreich eingesammelten Kohlemarker gut sichtbar vor sich ab und nennt seinen eingesammelten Kohlebetrag.

Zieht ein Spieler einen Teufelsmarker, muss er seinen Spielzug sofort beenden. Alle bis dahin eingesammelten Kohlemarker verlieren ihren Wert und werden verdeckt neben den Spielplanrand gelegt.

Phase 3 – Wetteinsätze abgeben und Gewinne auszahlen

Zuerst wird der höchste Kohlebetrag ermittelt, den ein einzelner Spieler aus dem Ofen holen konnte, ohne dabei einen Teufel aufzudecken. Das ist der höchste Kohlebetrag der aktuellen Spielrunde.

Nun vergleicht jeder Spieler seinen Wetteinsatz mit dem höchsten Kohlebetrag. Ist der eigene Wetteinsatz identisch mit dem Kohlenbetrag oder liegt er darunter, so darf der Spieler seinen Einsatz behalten und erhält zusätzlich denselben Betrag aus dem allgemeinen Vorrat. Ist der eigene Wetteinsatz höher, so verliert der Spieler seinen Einsatz und muss diesen in den allgemeinen Vorrat zurücklegen.

Zusätzlich gibt es noch weitere Wettbelohnungen:

  1. Der Spieler, der die höchste Wette gewinnen konnte, erhält seinen Wetteinsatz doppelt zurück.
  2. Der Spieler, der den höchsten Kohlebetrag aus dem Ofen holen konnte, erhält zusätzliche Chips im Wert von 50 aus dem allgemeinen Vorrat.
  3. Der Spieler, der die meisten Kohlemarker aus dem Ofen holen konnte, erhält zusätzliche Chips im Wert von 50 aus dem allgemeinen Vorrat.

Phase 4 – Die eigene Spielfigur versetzen

Jeder Spieler zählt sie Summe aus allen eigenen Wettchips zusammen und setzt seine Spielfigur auf das entsprechende Feld auf der Siegpunkteleiste.

Ist der Wert der eigenen Wettchips identisch mit einem Zahlenwert auf der Leiste (beispielsweise 500), dann wird die Figur genau auf das Feld gesetzt. Andernfalls wird die Spielfigur immer zwischen die zwei Zahlenfelder gesetzt.

Einen Pakt mit dem Teufel schließen

Getreu dem Motto „Die Letzten werden die Ersten sein“ hat der Teufel in „Auf Teufel komm raus“ eine Vorliebe für die schwächeren bzw. vpm Pech verfolgten Spieler entwickelt.

Steht die Figur eines Spielers auf dem Feld 0-50 ODER ist die eigene Spielfigur alleiniger letzter auf der Siegpunkteleiste, dann schlägt sich der Teufel auf die Seite des Spielers.

Das bedeutet, für jeden Teufelsmarker, der im Spiel aufgedeckt wird, erhält der Letztplatzierte nun Wettchips im Wert von 50 von dem Spieler, der den Teufelsmarker aufgedeckt hat. Sollt ein Spieler einmal zahlungsunfähig sein, dann wird ein 50er-Wettchip aus dem allgemeinen Vorrat genommen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Erreicht oder überschreitet ein Spieler am Ende einer Runde einen Wettchipswert von 1.600, dann endet das Spiel. Der Spieler mit dem höchsten Vermögen ist der Gewinner.

Fazit zu „Auf Teufel komm raus“

Das Spielmaterial ist wirklich toll. Die Spielfiguren und Marker sind alle sehr groß und natürlich aus Holz. Für kleine Kinderhände optimal. Die Wettchips sind ebenfalls von hervorragender Qualität und mit hochwertigen Pokerchips vergleichbar. Wer Zoch Spiele kennt, wird die gewohnte Qualität auch in diesem Brettspiel wiederfinden. Einzig die Spielanleitung fällt mit drei DIN A5 Seiten zwar kurz aus, wirkt aber dennoch sehr aufgebläht und textlastig. Hier wäre weniger tatsächlich mal mehr gewesen.

Die Spielidee zu „Auf Teufel komm raus“ ist simpel. Wetteinsatz überlegen, Kohlemarker aufdecken, Gewinn kassieren bzw. Wetteinsatz verlieren. Der Glücksfaktor spielt hier eindeutig die Hauptrolle, auch wenn die Spielregel „Pakt mit dem Teufel“ ausgleichend fungiert. Und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Denn „Auf teufel komm raus“ will in erster Linie unterhalten, gefallen und für Interaktion sorgen. Und das schafft das Spiel hervorragend.

Wer hauptsächlich Spiele für 2 Personen sucht, könnte von „Auf Teufel komm raus“ enttäuscht werden. Das Brettspiel funktioniert zwar auch zu zweit, allerdings kommt dabei kein langanhaltender Spielspaß auf. Ab drei Spielern sieht die Sache dann schon anders aus. Mit jedem weiteren Spieler steigt der Spielspaß spürbar an.

Als Spiel für die ganze Familie kann man „Auf Teufel komm raus“ bedenkenlos empfehlen. Das Material hat für die jüngeren Spieler eine passende Größe. Die Spielregeln sind leicht und schnell erklärt. Der hohe Glücksfaktor sorgt zudem für ein wenig Ausgeglichenheit auf dem Spielplan. Und auch derjenige, der ganz hinten liegt, kann sich mit dem Teufel verbünden und den anderen Spielern die Wettchips abluchsen.

Aber auch Strategen und Vielspielern können ruhig mal einen Blick auf das Speil werfen. Hier allerdings nur als Absacker nach einer langen Spielerunde voll von Ressourcen Sammeln, Häuser bauen, usw.

— Herzlichen Dank an Zoch für das Rezensionsexemplar! —

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
90 %
Langzeitspaß
80 %
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