Im Brettspiel Augustus zieht es die Spieler mal wieder zurück nach Rom. Am 15. März 44 v.Chr. wird Julius Cäsar ermordet. Daraufhin entschließt sich sein Adoptivsohn Gaius Octavius nach Rom zurückzukehren und in die Politik zu gehen. Im Jahre 31 v.Chr. ist er bereits römischer Alleinherrscher und wird von Senat mit dem Titel Princeps Senatus ausgestattet, was ungefähr bedeutet: der Erste, der im Senat das Wort vor der Versammlung ergreifen darf. Im Jahre 27 v. Chr. erhält Gaius Octavius schließlich den Titel Augustus. Als erster römischer Kaiser beginnt er, sein Kaiserreich in Provinzen aufzuteilen.

An dieser Stelle greifen nun die Spieler in das Geschehen ein. Als „Legati Augusti“, also die Vertreter von Augustus, müssen sie die bereits existierenden Institutionen in den einzelnen Provinzen des Kaiserreichs aufrecht erhalten. Wer darin am erfolgreichsten ist, dem winkt zur Belohnung der Titel des Konsuls, den der Senat einmal pro Jahr verleiht.

Um diese Aufgabe zu meistern, braucht ihr die Unterstützung der einflussreichsten Senatoren und müsst in den Provinzen die Kontrolle übernehmen. Denn nur der Mächtigste kann am Ende den Titel des Konsuls erlangen.

Betrachtet man die Hintergrundgeschichte zum Brettspiel Augustus. erwartet man wohl eher ein episches Strategiespiel mit einem großen Spielplan und unzähligen Aktionen und Spielfiguren. Doch weit gefehlt. Das Brettspiel Augustus kommt sehr schlank daher (siehe Spielzubehör) und besticht durch einen einfach Spielmechanismus, der ein wenig an ein aufgepepptes Bingo-Spiel erinnert:

Und so wird gespielt: Jeder Spieler hat zu Beginn drei Karten (Personen und/oder Orte) vor sich ausliegen, auf denen sich unterschiedlich viele Symbole befinden. Reihum ziehen die Spieler nun so genannte Mobilisierungsmarker aus einem Stoffsäckchen, auf denen dieselben Smbole abgebildet sind. Ist das gezogene Symbol auf einer der Karten noch nicht besetzt, so dürfen alle Spieler eine ihrer Legionen darauf platzieren. Sobald alle Symbolfelder einer Karte durch eigene Legionen bedeckt wurden, gilt die Karte als erobert. Hat ein Spieler sieben solcher Karten erobert, endet das Spiel und die Schlusswertung erfolgt.


Spielverlag: Hurrican
Spielautor: Paolo Mori
Erscheinungsjahr: 2013

Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör vom Brettspiel Augustus

  • 88 Zielkarten
  • 50 Legionen
  • 23 Mobilisierungsmarker
  • 12 Belohnungen
  • 1 Stoffbeutel
  • 1 Block

Ausführliche Spielregeln zum Brettspiel Augustus

Du möchtest noch mehr über das Brettspiel Augustus erfahren? Kein Problem! Hinter den Titeln der folgenden Boxen findest Du eine ausführliche Spielanleitung, Informationen zum Spielablauf und viele weitere Bilder.

Spielvorbereitungen

  1. Die Zielkarten (Personen und Orte) werden gemischt. Anschließend werden fünf Zielkarten als “zentrale Auslage” in die Mitte des Tisches gelegt.
  2. Jeder Spieler erhält sechs Zielkarten von denen er drei auswählen und offen vor sich ablegen muss.
  3. Alle restlichen Zielkarten bilden einen verdeckten Nachziehstapel.
  4. Alle Mobilisierungsmarker werden in den Stoffbeutel getan und durchgemischt.
  5. Alle Belohnungskarten werden oberhalb der “zentralen Auslage” offen ausgelegt.
  6. Jeder Spieler erhält sieben Legionen, die übrigen bilden einen allgemeinen Vorrat.

Spielablauf

Der älteste Spieler ist Startspieler, danach geht es im Uhrzeigersinn weiter. Der aktive Spieler wird immer zum “Ausrufer” ernannt.

Der Ausrufer zieht genau einen der Mobilisierungsmaker aus dem Stoffbeutel und sagt die Art des gezogenen Markers an. Mögliche Ansagen sind: Schwerter, Schild, Streitwagen, Katapult, Standorte, Dolch und Joker.

Je nach Markersymbol können alle Spieler nun eine ihrer Legionen mobilisieren und bewegen. Hierzu wird entweder eine Legion aus dem eigenen Vorrat auf das entsprechende Symbol einer Zielkarte gestellt oder aber eine Legion von einer Zielkarte auf eine andere bewegt.

Im Beispiel links werden drei Legionen benötigt, um die Zielkarte Nr. 12 Alpes Cottiae zu erfüllen. Hierzu muss jeweils ein Mobilisierungsmarker Schwerter, Schild und Katapult gezogen werden.

Hat ein Spieler alle benötigten Symbole einer Zielkarte mit Legionen besetzt, so ist diese Zielkarte erfüllt. In diesem Fall erhält der Spieler alle seine Legionen zurück. Mit der erfüllten Zielkarte bildet der Spieler eine neue Auslage, hier werden künftig alle weiteren erfüllten Zielkarten abgelegt. Anschließend darf der Spieler sich eine neue Zielkarte aus der zentralen Ablage auswählen. Anschließend wird eine neue Zielkarte vom Nachziehstapel gezogen und die zentrale Auslage wieder auf fünf Karten aufgefüllt. Zusätzlich können zu diesem Zeitpunkt auch Belohnung eingefordert werden (mehr dazu weiter unten).

Sollten mehrere Spieler gleichzeitig eine Zielkarte erfüllen, so beginnt der Spieler mit der Auswahl der Belohnungen und der neuen Zielkarte, dessen erfüllte Zielkarte die kleinste Nummer aufweist.

So geht es reihum immer weiter, bis der erste Spieler sieben Zielkarten erfüllt hat.

Belohnungen für erfüllte Zielkarten

In Augustus kann man für drei verschiedene Leistungen belohnt werden. Für Zielkarten gleicher Farbe, für die Gesamtzahl an Zielkarten und für die Produktion von Rohstoffen.

Die obere Reihe im Bild stellt Belohnungen für erfüllte Zielkarten der gleichen Farbe dar, Diese Belohnung wird automatisch immer an den Spieler vergeben, der die Bedingung zuerst erfüllt hat.

Die untere Reihe stellt dagegen Belohnungen für die Gesamtzahl erfüllter Zielkarten. Diese Belohnung muss der Spieler einfordern und zwar dann, wenn er seine Anzahl an erfüllten Zielkarten exakt der Anzahl auf der Belohnungskarte entspricht. Zudem darf jeder Spieler auch nur eine der unteren Belohnungen besitzen. Man hat also die Qual der Wahl, zu welchem Zeitpunkt man diese einfordert.

Diese Belohnungen erhalten die Spieler für die Produktion von Gold und/oder Weizen. Bei den Belohnungen hanldet es sich um Wander-Punkte. Der erste Spieler, der eine Zielkarte mit einer der Rohstoffe erfüllt, bekommt die entsprechende Belohnungskarte. Zieht ein anderer Spieler gleich oder produziert sogar mehr, erhält dieser die Karte.

Spielende und Schlusswertung

Hat der erste Spieler seine siebte Zielkarte erfüllt, erfolgt die Schlusswertung. Hier werden die folgenden Punkte addiert:

  • Siegpunkte, die man durch Belohnungen erhalten hat
  • Siegpunkte durch erfüllte Zielkarten
  • Siegpunkte durch besondere Fähigkeiten

Der Spieler mit den meisten Siegpunkte gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der die meisten Senatoren für sich gewinnen konnte.

Fazit zum Brettspiel Augustus

Der Einstieg in das Spiel mittels der mitgelieferten Spielanleitung verlief bei uns etwas holprig. Beim genauer hinschauen (lesen!) ist dann aber der Knoten geplatzt. Was uns hier einfach gefehlt hat, war ein simpler Spielablauf, also 1. Mobilisierungsmarker ziehen, 2. Legionen bewegen und falls möglich 3. Zielkarten erfüllen. Das steht da zwar alles drin, aber als klassische Gewohnheitstiere haben wir nach bekannten Mustern im Aufbau einer Spielanleitung gesucht und dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Mea culpa! Sobald ein Spieler die Regeln aber kennt, kann man das Grundprinzip des Spiels jedem Mitspieler in weniger als 5 Minuten erklären. Der Rest (verschiedene Zielkarten, Spezialfähigkeit) ist ähnlich wie bei 7 Wonders reine Übungssache. Da hilft nur spielen, spielen und noch mal spielen.

Vor dem ersten Spiel erweckt Augustus den Eindruck eines aufgepeppten Bingo-Spiels mit historischen Thema. Damit wird man dem Spiel aber nicht gerecht. Neben den Glückselementen, die definitiv im Spiel enthalten sind, müssen die Spieler auch eine Vielzahl an taktischen Entscheidungen treffen. Auf welche Kartenfarbe setze ich? Wann fordere ich meine Belohnung ein? Welche Sonderfunkion der Zielkarten in der zentralen Auslage bringt mich weiter voran.

Für ausreichend Abwechslung ist ebenfalls gesorgt. Denn die Anzahl an Zielkarten ist so umfangreich, dass man erst nach etlichen Partien jede Karte einmal gesehen hat.

Auch der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist gut gelungen. Wenigspieler finden durch den simplen Spielablauf schnell ins Spiel und können auch ohne langes Taktieren viel Freude an dem Spiel haben. Gelegenheitsspieler bietet das Spiel durch die vielen Sonderfähigkeiten der Zielkarten ausreichend Entfaltungsmöglichkeiten, um spannende Partien zu absolvieren. Und auch Vielspieler werden an Augustus ihre Freunde haben, denn das Spiel ist ideal, um in einen Spieleabend zu starten oder diesen aber langsam ausklingen zulassen.

Ein durch und durch gelungenes Spiel, das durch seinen simplen Spielmechanismus und clevere Zielkarten sowohl Glückselemente als auch taktische Elemente perfekt vereint.