Seit Jahren überrascht uns Ravensburger mit seinen elektronischen Brettspielen. Sei es nun mit den beiden prämierten Kinderspielen „Wer war’s?“ und „Schnappt Hubi“, der Tiptoi- und smartPLAY-Reihe, den wuseligen Kakerlaken oder nun ganz aktuell mit dem Kinderspiel Captain Black, das die Spieler als Matrosen auf das Gruselschiff des gleichnamigen Captains führt.

Als ruheloser Geist übernimmt dieser im Spiel ein letztes Mal das Kommando über sein Schiff und will nur noch eins: zurück zur Schatzinsel um dort endlich seinen Frieden zu finden! Die Spieler sind dabei die Matrosen, die elektronische Spielfigur des Captains ist der Spielleiter, der die Spieler mit Informationen und Anweisungen ausstattet. Die Spieler müssen so gemeinsam das Geisterschiff von Captain Black auf seiner letzten Fahrt vor zahlreichen Gefahren schützen. Zur Belohnung winkt ihnen der legendäre Schatz, den der Captain vor langer Zeit auf einer geheimen Insel vergraben hatte.

Gespielt wird Captain Black auf einem überdurchschnittlich großen Schiff, das zugleich den Spielplan darstellt. Das Schiff ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, die begehbare Felder für den Captain und seine Matrosen darstellen. Auf diesen Feldern lauern zahlreiche Gefahren: Piraten versuchen das Schiff zu erobern, Kraken und Seeungeheuer lauern in der Tiefe des Meeres und auch an Bord kommt es zu Lecks und Brandherden, denen sich die Spieler annehmen müssen.

Um die Schatzinsel rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen, müssen alle Spieler gemeinsam die anfallenden Aufgaben lösen. Diese variieren von Spiel zu Spiel. Jede erfüllte Aufgabe wird vom Captain Black sofort belohnt – und zwar in Form von Goldmünzen oder einem Teil aus seinem legendären Schatz.

Gewonnen und verloren wird im Spiel ebenfalls gemeinsam. Schaffen es die Spieler, den Captain zu seiner Insel zu bringen, gewinnen sie das Spiel. Scheitern sie bei ihrem Vorhaben, dann geht das Spiel verloren und das Schiff versinkt in den Tiefen des Meeres.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Ravensburger
Spielautor: Reiner Knizia
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Captain Black

Spielzubehör von Captain Black.
  • 1 großes Piratenschiff
  • 16 Kunststofffelder für Captain Black
  • 1 Steuerleiste
  • 4 modellierte Plastikfiguren (=Matrosen)
  • 4 hölzerne Wurfsteine in vier Farben
  • 4 Pappaufsteller „Piraten“
  • 3 Holzwürfel
  • 8 Werkzeug-Plättchen
  • 28 Aufgabenplättchen
  • 21 Goldsack-Plättchen
  • 30 Goldmünzen-Plättchen
  • 3 Insel-Plättchen
  • 1 Felsenplättchen
  • 1 elektronische Captain Black Figur

Ausführliche Spielregeln zu Captain Black

Spielvorbereitung – Aufbau und erster Überblick

Das Schiff von Captain Black muss vor Spielbeginn aus seinen elf großen, stabilen Einzelteilen zusammengebaut werden. Die Spielbox bildet dabei den Mittelteil des Gruselschiffes. Insgesamt erreicht das Schiff am Ende eine Länge von 90 Zentimetern und stellt den Spielplan dar, auf dem die Spieler ihre Aktionen ausführen.

Das 90 Zentimeter Gruselschiff.
Die Gegenstände kommen unsortiert ins Heck des Schiffes.

Das Piratenschiff wird in die Tischmitte gestellt, die Steuerleiste und die Figur des Captain Black werden daneben gestellt.

Die Werkzeuge werden so unter das Heck des Schiffes gelegt, dass kein Spieler einen freien Blick darauf hat. Das ist wichtig, da die Werkzeuge später in einem der Minispiele wieder zum Einsatz kommen.

Die Insel-Plättchen werden verdeckt gemischt und ebenfalls verdeckt vor das Schiff gelegt. Sie werden im Spielverlauf nacheinander aufgedeckt und repräsentieren die Schatzinsel von Captain Black.

Die Aufgabenplättchen werden nach Typ und Farbe sortiert und zusammen mit dem Felsenplättchen neben das Schiff gelegt. Alle Goldmünzen und Goldsäcke werden zu einem allgemeinen Vorrat zusammen gelegt. Die Piratenfiguren und die beiden schwarzen Kampfwürfel werden bereitgelegt.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich dazu passend die Matrosenfigur und einen Wurftstein.

Spielablauf – Spieler anmelden und sofort losspielen!

Ziel des Spiels ist es, alle Aufgaben auf dem Schiff gemeinsam zu meistern und Captain Black rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit zu seiner Schatzinsel zu bringen.

Schwierigkeitsgrad auswählen.
Schwierigkeitsgrad auswählen.

Das Spiel beginnt mit der Anmeldung der Spieler. Das übernimmt bereits Captain Black höchstpersönlich. Hierzu muss die Figur über den Schalter auf der Rückseite angeschaltet werden. Dabei stehen die drei Schwierigkeitsgrade leicht, mittel und schwer zur Auswahl.

Spieler Blau wird aktiviert.
Spieler Blau wird aktiviert.

Nach einer kurzen Begrüßung schickt der Captain die Spieler auf ihre Startpositionen. Hierbei muss jeder Spieler nach der Aufforderung des Captains seine Matrosenfigur auf das farblich passende Feld des Schiffes stellen und anschließend Captain Black auf das Kunststofffeld dieses Schiffteils nachziehen. Durch betätigen des großen Knopfes am Sockel der Captain-Black-Figur wird der Spieler registriert.

Die Steuerleiste des Spiels.
Die Steuerleiste des Spiels.

Auf der Steuerleiste wird der Spielmodus ausgewählt. Sobald sich alle Spieler angemeldet haben, wird der Captain auf das gewünschte Feld der Steuerleiste gestellt. Hier stehen zwei Optionen zur Auswahl. Ein kurzes Spiel oder ein langes Spiel. Mit dem dritten Feld, kann man sich während des Spiels Informationen einholen, was aktuell wo auf dem Schiff stehen müsste. Sollte man also einmal durcheinader geraten und vielleicht ein falsches Plättchen wegnehmen, dann einfach den Captain auf das rechte Feld der Steuerleiste stellen und nach dem möglichen Fehler suchen.

Jetzt geht es wirklich los! Captain Black behält auch im weiteren Spielverlauf das Kommando und sagt den Spielern, wer an der Reihe ist und was genau sie zu tun haben. Jeder Spielzug läuft dabei folgendermaßen ab: Ein Spieler wird aufgerufen, würfelt mit dem weißen Würfel und zieht seinen Matrosen auf dem Schiff weiter.

Würfel zeigt 1, 2 oder 3
1, 2 oder 3

Würfelt der Spieler eine Zahl, darf er seinen Matrosen maximal um dieselbe Anzahl an Feldern auf dem Schiff bewegen. Alternativ darf er auch Würfelaugen verfallen lassen oder sogar auf seinem aktuellen Feld stehen bleiben. Beim Ziehen der Figur zählt jeder Raum des Schiffes als ein Feld. Insgesamt 13 solcher Felder können so auf dem Schiff erreicht werden: Auf dem Bug befindet sich die Glocke, die Harpune und der Anker. Im Mittelteil des Schiffes befindet sich der Papagei, die Pumpe, die Ladeluke, die Kanone, die Planke, das Munitionslager und die Vorratskammer. Im Heck ist die Kajüte des Captains, der Kartenraum und das Steuerrad.

Beliebige Position wählbar.
Beliebige Position wählbar.

Würfelt der Spieler einen runden Pfeil, so kann er seinen Matrosen auf ein beliebiges Feld des Schiffes stellen. Das ist quasi ein Joker. Natürlich darf er auch hier einfach stehen bleiben und seine Aktion auf dem „alten“ Feld ausführen.

Auf dem Zielfeld setzt der Spieler den Captain wieder auf das Kunststofffeld neben seiner Figur. Jetzt erfährt er, was zu tun ist und erhält eventuell noch weitere Informationen. Jede erfüllte Aufgabe wird vom Captain direkt mit Gold belohnt, das sich der Spieler sofort aus dem Vorrat nehmen kann.

Die Aufgaben auf Captain Blacks Gruselschiff

Im Spielverlauf wird das Schiff von verschiedenen Gefahren bedroht: einzelne oder mehrere Ratten, ausgebrochenes Feuer an Deck, Lecks im Schiffsrumpf, Überfälle durch Piraten und natürlich Angriffe von Kraken und Seeungeheuern. Alle Gefahren werden vom Captain angesagt und durch Anbringen von Plättchen an dem Schiff gekennzeichnet. Die meisten Aufgaben lassen sich einfach lösen, in dem der Spieler mit seiner Figur auf das Feld des Schiffes zieht.

Piraten wollen das Schiff kapern.
Piraten wollen das Schiff kapern.

Angriff von Piraten: Das Schiff wird von Piraten angegriffen und erste Piraten befinden sich bereits an Bord. Der Captain kommandiert die Spieler auf das Feld. Dort muss der Eindringling im Kampf besiegt werden. Hierzu nimmt der entsprechende Spieler die schwarzen Würfel in die Hand und muss das vom Captain vorgegebene Würfelergebnisse erreichen. Dabei ist das Ticken einer Uhr zu hören. Schafft es der Spieler vor Ablauf der Zeit, das richtige Würfelergebnis zu erwürfeln, dann ist der Pirat besiegt und kann vom Schiff entfernt werden. Andernfalls muss derselbe oder ein anderer Spieler in seinem Spielzug erneut gegen den Piraten kämpfen.

Kranken und Seeungeheuer greifen an.
Kranken und Seeungeheuer greifen an.

Angriff durch Kraken und Seeungeheuer: Die Meerestiere krallen sich an dem Schiffsrumpf fest. Das Schiff muss schnell wieder aus ihren Fängen befreit werden. Hierzu reicht es, dass ein Spieler seinen Matrosen auf das Feld des Schiffes bewegt und den Captain anschließend nachzieht. Der Kranken beziehungsweise das Seeungeheuer gilt somit als besiegt und kann wieder vom Schiff entfernt werden. Bei diesen Angriffen ist die Zusammenarbeit unter den Spielern gefragt, da die Ungeheuer niemals alleine und nur an einer Stelle des Schiffes angreifen.

Lecks, Feuer und Segel hissen.
Lecks, Feuer und Segel hissen.

Gefahren durch Feuer/Lecks auf dem Schiff und das Hissen der Segel: Hin und wieder kommt es vor, dass Feuer auf dem Schiff ausbricht oder eine zu Spät beseitigte Gefahr zu einem Leck führt. Das Feuer kann von einem einzelnen Matrosen gelöscht werden. Hier wird dir Figur einfach zum Brandherd bewegt und der Captain nachgezogen. Lecks können aber nur zu zweit repariert werden. Es müssen also zwei Matrosen auf dem Feld stehen, bevor der Captain die Belohnung ausgibt. Des Weiteren müssen gelegentlich die Segel gehisst werden. Hierzu reicht es dann wieder, dass ein Spieler seinen Matrosen auf das Feld bewegt.

Minispiele mit Wurfsteinen.
Minispiele mit Wurfsteinen.

Weitere Aufgaben im Spiel sind beispielweise das Entfernen von Enterhaken feindlicher Piraten oder das Ertasten von Gegenständen im Heck des Schiffes. Doch auch mit kleinen Schatzsuchen an Bord und Minispielen hält Captain Black seine Mannen bei Laune. Insbesondere bei den Minispielen werden nun die Wurfsteine benötigt. Ein Beispiel: Die Spieler legen das Felsenplättchen mit einem Abstand von zwei Metern auf den Boden. Alle Spieler werden ihren Wurfstein und versuchen, so nah wie möglich an das Felsenplättchen heranzukommen. Wem das am Besten gelingt, erhält eine Belohnung in Form von Gold.

Der Faktor Zeit und die Schatzinsel

Jeder Spielzug in Captain Black kostet die Spieler Zeit. Man sollte sich also gut überlegen, ob man wegen einer Schatzsuche quer über das ganze Schiff eilt. Letztendlich steht der Erfolg der gesamten Mannschaft auf dem Spiel. Im Spielverlauf gibt der Captain aber gelegentlich Auskunft, wie bald die Dunkelheit hereinbricht und wie viele Meilen es noch bis zu seiner Insel sind.

Die Fahrt zur Insel wird aber auch durch Plättchen angezeigt. Als Belohnung für erledigte Aufgaben gibt der Captain manchmal keine Goldstücke aus, sondern dafür einen Teil seines Schatzes preis. Auch das wird von der elektronischen Spielfigur angesagt.

Die drei Inselplättchen zeigen den Schatz.
Die drei Inselplättchen zeigen den Schatz.

Hierbei darf sich der Spieler eines der noch verfügbaren Inselplättchen aussuchen und umdrehen. Den darauf abgebildeten Schatz nimmt er sich dann aus dem allgemeinen Vorrat an Münzen. Das Inselplättchen wird anschließend offen vor das Schiff gelegt und symbolisiert die Fahrt zur Schatzinsel. Je mehr Plättchen ausliegen, um so näher kommt das Schiff seinem Ziel.

Spielende und Gewinner des Spiels

Am Ende zählt nur das Gold!
Am Ende zählt nur das Gold!

Das Ende des Spiels wird ebenfalls von Captain Black angesagt. Entweder haben die Spieler es bis zur Schatzinsel geschafft und somit automatisch das Abenteuer gewonnen oder sie sind unterwegs an den Aufgaben gescheitert und das Schiff wurde versenkt. In diesem Fall haben alle gemeinsam verloren.

Fazit zum Kinderspiel Captain Black

Mit dem Kinder- und Familienspiel Captain Black erweitert Ravensburger einmal mehr sein Portfolio an elektronischen Brettspielen.

Auf den ersten Blick erscheint die mitgelieferte Spielregel für ein Kinderspiel recht umfangreich. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass das Regelwerk weitestgehend ignoriert werden kann. Denn zum einen nimmt allein die Abbildung des Zubehörs und die Aufbauanleitung des Schiffes einiges an Platz weg, zum anderen erhalten die Spieler nahezu alle wichtigen Informationen direkt vom Captain – und zwar im Spielverlauf. Hilfreich könnte es aber sein, sich vorab einen Überblick über die Namen der 13 Orte auf dem Schiff zu verschaffen, damit man Captain Black auch wirklich auf das jeweils richtige Feld stellt. Ansonsten muss man nur die Abfolge kennen: Würfeln, Spielfigur ziehen, Captain Black nachziehen und Knopf drücken, Anweisungen befolgen. Viel mehr müssen die Spieler im gesamten Spiel allerdings auch nicht leisten. So wird Captain Black eher zur spielerischen Unterhaltung als zum unterhaltsamen Spielen. Spannend ist das trotzdem und den Kindern hat es auch sehr viel Spaß gemacht.

Das Spielzubehör weiß durch das große Schiff natürlich zu beeindrucken. Die zahlreichen Plättchen sind ebenfalls sehr stabil, die Würfel sind aus Holz, also alles sehr zufriedenstellend. Weniger ansprechend fanden wir die modellierten Matrosen aus Plastik und die Piratenpappaufsteller – aber das ist natürlich Geschmacksache. Leider stehen auch die viel zu kleinen Wurftsteine in keinem Verhältnis zu der Größe des Schiffes oder der Werkzeug-Plättchen. Hier hätte man besser größere, individuelle Marker verwenden können.

Überzeugen konnte uns dann wieder die Spielfigur des Captains. Diese erfüllt ihre Rolle als Spielleiter im gesamten Spielverlauf wirklich sehr gut. Der Captain merkt sich die Anzahl der Spieler, seine Position auf dem Schiff, die aufgetretenen Gefahren und kommandiert so die ganze Truppe mit rauer Seemannsstimme herum. Schön ist auch, dass der Captain immer wieder mal Ansagen zur Restspielzeit macht und seine Matrosen mit kleinen Minispielen und Schatzsuchen bei Laune hält. Zumindest technisch funktioniert das alles wie geschmiert. Allein ein Lautstärkerregler hätten wir uns hier noch gewünscht, aber das wäre dann eher die Kür gewesen.

Die Belohnungen durch den Captain erscheinen willkürlich. Teilweise werden gleiche Aufgaben einmal mit drei Goldstücken und ein anderes Mal nur mit einem Goldstück entlohnt. Gegen Spielende lagen aber alle Spieler über mehrere Partien gleichauf – ob das nun Zufall war oder ob sich der Captain auch die Erfolge der Spieler merkt, können wir allerdings nicht beurteilen.

Die Anzahl an Gefahren auf dem Schiff hält sich insgesamt in Grenzen: Piraten bekämpfen, Kraken und Seeungeheuer vertreiben, Feuer löschen, Lecks stopfen und Segel hissen. Hinzu kommen kleine Minispiele. Da die Aufgaben auf einer gesamten Fahrt jedoch immer wieder neu zusammengestellt werden, gleicht kein Abenteuer dem anderen. Die Fahrt auf dem Gruselschiff bleibt so über mehrere Partien abwechslungsreich und wird zum echten Spielerlebnis für große und kleine Spielbegeisterte.

– Herzlichen Dank an Ravensburger für das Rezensionsexemplar –