Bei Da Luigi geben sich die Gäste die Klinke in die Hand – mal sind sie zufrieden mit dem Service, mal verlassen sie das Restaurant wutschnaubend. Während der Koch gerade eilig Zutaten auf dem Markt einkauft, strömen auch noch regelmäßig unfreundliche, eilige Gäste ins Restaurant, die einem von der Konkurrenz auf den Hals geschickt wurden. Aber ein guter Restaurantleiter kommt auch mit dieser Klientel zurecht. So geht es dann im im neuen Brettspiel Da Luigi von Rüdiger Dorn mitunter turbulent zu. Wer hier die Zeit aus den Augen verliert, der verliert auch seine Gäste und damit wertvolle Punkte.

In Da Luigi leitet jeder Spieler ein eigenes Restaurant, das zu Spielbeginn bereits mit zwei recht geduldigen Gästen ausgestattet wird. Insgesamt finden bis zu maximal sechs Gäste gleichzeitig in jedem Restaurant Platz. Jeder Gast bringt unterschiedlich viel Zeit mit – von 60 bis 10 Minuten ist alles dabei. Und auch bei den Bestellungen sind die Gäste sehr variabel. Mancher möchte nur etwas Wasser trinken, mancher plant mehrere Gänge und erwartet bis zum Dessert einen ordentlichen Service.

Geht der Koch dann auf den Marktplatz, um Zutaten für die bestellten Speisen seiner Gäste zu besorgen, dann verstreicht jedes Mal kostbare Zeit. Je mehr eingekauft wird, um so mehr Zeit vergeht, in der die Restaurantgäste langsam aber sicher ungeduldig werden und vielleicht auch das Restaurant wieder verlassen. Das bringt unerfreuliche Minuspunkte. Ist der Koch aber rechtzeitig zurück, kann er seine Gäste bewirten und anschließend zur Kasse bitten. Das führt zu zufriedenen Gästen und Pluspunkten.

Neben dem Einkauf muss sich ein Spieler aber auch um neue Gäste bemühen. Hierzu zieht er Karten vom Gästestapel nach und schaut sich eine Karte nach der anderen an. Für jede Karte muss er einzeln entscheiden, ob er diese in sein Restaurant legen möchte oder diese lieber einem anderen Spieler aufhalst. Am Ende der Aktion muss der Spieler aber immer zwei neue Gäste begrüßt und jedem Spieler einen Gast zugespielt haben.

Sobald alle Gästekarten aufgebraucht wurden, zählen die Spieler ihre Plus- und Minuspunkte. Wer hier die meisten Pluspunkte sammeln konnte, gewinnt auch die Partie.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Ravensburger
Spielautor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Da Luigi

Spielzubehör von Da Luigi
  • 1 Spielplan „Marktplatz“
  • 4 zweiteilige Restaurantleisten
  • 8 Gäste-Startkarten (je 2 pro Spieler)
  • 82 unterschiedliche Gästekarten
  • 90 Speisenmarker in 6 Farben
  • 35 doppelseitige Blumenstrauß/Zitronen-Plättchen
  • 1 Leinenbeutel

Ausführliche Spielregeln zu Da Luigi

Spielvorbereitungen

Der Marktplatzes in Da Luigi

Der Marktplatz wird in die Tischmitte gelegt. Auf die Felder der zwölf Markstände werden jeweils 1 – 4 verdeckt gezogene Speisenmarker abgelegt. Die restlichen Speisenmarker werden in dem Leinenbeutel neben den Marktplatz gelegt. Die Blumenstrauß- und Zitronen-Plättchen werden auf den Feldern unten rechts platziert.

Die 82 Gästekarten werden gemischt. Pro Spieler werden jeweils 12 Gästekarten verdeckt auf das obere rechte Feld des Markplatzes gelegt. Die restlichen Gästekarten werden nicht benötigt und kommen aus dem Spiel.

Das Restaurant und die ersten Gäste.
Das Restaurant und die ersten Gäste.

Jeder Spieler erhält seine zwei Restaurantleisten und steckt diese zu seinem eigenen Restaurant zusammen. Des Weiteren erhält jeder Spieler zwei Gäste-Startkarten, die er unterhalb seiner Restaurantleiste an der passenden Position ablegt. Die richtige Position erkennt man an der Minutenzahl in der Uhr, die sich sowohl auf der Karte als auch auf der Restaurantleiste befindet. Zuletzt zieht jeder Spieler drei Speisenmarker aus dem Leinenbeutel. Sollten diese zu den Bestellungen seiner Startgäste passen, legt er die Marker direkt auf den Gästekarten ab.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, die Bestellungen möglichst vieler Gäste im eigenen Restaurant rechtzeitig zu servieren, bevor diese das Lokal wieder enttäuscht verlassen.

Das hungrigste Spieler beginnt. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er entweder neue Waren auf dem Marktplatz besorgen und anschließend die Speisen sowie Getränke servieren und abkassieren. Akternativ kann ein Spiele auch neue Gäste in sein Lokal bitten und gegebenenfalls gleich bedienen. So geht es reihum immer weiter, bis die letzte Gästekarte vom Nachziehstapel aufgedeckt wurde. In diesem Fall kommen alle noch einmal an die Reihe, anschließend erfolgt die Schlusswertung.

Die Gäste bedienen – Einkaufen, servieren, kassieren

Durch das Bedienen der eigenen Gäste verdienen sich die Spieler in Da Luigi ihre Punkte. Jede Gästekarte beinhaltet dabei vier wichtige Informationen für den Spieler: die möglichen Punkte (1), die eigentliche Bestellung des Gastes (2), die maximale Zeit, bis alles spätestens serviert sein muss (3) und der Bonus, den der Gast dem Spieler beim Betreten des Restaurants einbringt (4).

In der Aktion „Gäste bedienen“ kann ein Spieler Einkäufe auf dem Markt tätigen, Speisen servieren und gegebenenfalls Gäste abkassieren.

Je größer der Einkauf, um so mehr Zeit verstreicht.
Je größer der Einkauf, um so mehr Zeit verstreicht.

Der Einkauf auf dem Markt: Der Marktplatz umfasst 3×4 Stände, die unterschiedliche viele Waren beinhalten. In der ersten Reihe liegt jeweils eine Ware, in der zweiten Reihe liegen zwei Waren und so weiter. Pro Einkauf darf ein Spieler immer alle Waren aus einem Marktfeld an sich nehmen. Die leeren Marktstände werden mit neuen Speisenmarker aus dem Leinenbeutel wieder aufgefüllt, allerdings erst dann, wenn alle Marktfelder einer Reihe leer sind.

Der Faktor Zeit: Je mehr Waren ein Spieler einkaufen möchte, um so mehr Zeit verstreicht dabei. So ist der Einkauf einer Ware (erste Marktreihe) schnell erledigt und kostet den Spieler keine Zeit. Möchte der Spieler aber zwei oder noch mehr Waren mitnehmen, dann kostet ihn das Zeit, die an der linken Seite durch Uhren dargestellt ist. Pro abgebildeter Uhr muss der Spieler direkt nach seinem Einkauf jeweils einen beliebigen Gast in seinem Restaurant um ein Feld nach rechts schieben und somit ein Stück weiter in Richtung Ausgang. Bereits davor liegende Gäste dürfen nicht überdeckt oder übersprungen werden.

Die Einkäufe den Gästen zuordnen.
Die Einkäufe den Gästen zuordnen.

Neue Speisen und Getränke servieren: Direkt nach dem Einkauf müssen alle Speisen auf die Gäste im eigenen Restaurant verteilt werden. Welcher Gast hier bevorzugt behandelt wird, darf der Spieler frei entscheiden. Sollte ein Spieler auch Einkäufe mitgebracht haben, die aktuell von keinem Gast bestellt wurden, legt er die entsprechenden Speisenmarker für künftige Gäste neben seiner Restaurantleiste bereit.

Bediente Gäste werden unter die Kasse gelegt.
Bediente Gäste werden unter die Kasse gelegt.

Den Gast zur Kasse bitten: Wurden alle Wünsche des Gastes erfüllt, wird dieser nun zur Kasse gebeten. Das bedeutet, dass die Speisenmarker von der Karte genommen und neben den Spielplan gelegt werden. Die Speisenmarker kommen aus dem Spiel und wandern nicht zurück in den Leinenbeutel. Die Gästekarte wird dagegen umgedreht und an der linken Seite der Restaurantleiste unter die Kasse gelegt. Hier entsteht über mehrere Spielrunden der Siegpunktestapel des Spielers.

Ein Gast verlässt das Restaurant.
Ein Gast verlässt das Restaurant.

Was passiert, wenn Gäste die Geduld verlieren: Kann oder möchte ein Spieler einen Gast nicht bedienen, so darf er diesen nach einem Einkauf immer wieder in Richtung Ausgang schieben, bis dieser das Ender der Restaurantleiste überschreitet und damit das Restaurant verlässt. Der wütende Gast bringt dem Spieler dann ein Zironenplättchen ein, das bei Spielende als jeweils ein Minuspunkt gewertet wird. Sollten sich auf der Gästekarte bereits Speisenmarker befinden, werden diese aus dem Spiel genommen. Die entsprechende Gästekarte wird offen auf das blaue Marktfeld neben dem verdeckten Nachziehstapel gelegt.

Neue Gäste ins Restaurant holen

Anstatt seine Gäste zu bedienen, kann ein Spieler sich auch um neue Kundschaft bemühen. Das bietet nicht nur den Vorteil, dass künftige Einnahmen möglich werden, obendrein kann so auch die Konkurrenz ein wenig ärgern. Denn holt ein Spieler sich neue Gäste ins Haus, erhalten alle anderen Spieler ebenfalls einen neuen Gast – ob sie das nun wollen oder nicht.

Neue Gäste für alle Spieler.
Neue Gäste für alle Spieler.

Neue Gäste erhalten: Neue Gäste werden zunächst verdeckt vom Nachziehstapel gezogen. Der aktive Spieler nimmt sich hier eine Gästekarte mehr als Spieler insgesamt teilnehmen. Bei beispielsweise drei Spielern also vier neue Karten.

Anschließend deckt er die oberste Karte auf und muss sofort entscheiden, ob er diesen Gast in seinem Restauran begrüßen möchte oder ob er ihn zum Restaurant eines Mitspielers weiterschickt. So wird mit jeder weiteren Gästekarte verfahren.

Am Ende muss der aktive Spieler zwei neue Gäste in seinem Restaurant begrüßt haben. Jeder weitere Mitspieler muss genau einen neuen Gast erhalten haben. Jede Gästekarte muss von den Spielern sofort an die entsprechende Stelle (Zeit beachten!) gelegt haben. Ist ein solcher Platz bereits von einem anderen Gast besetzt, müssen die Gäste wieder nach rechts weitergeschoben werden und zwar so lange, bis der neue Gast am richtigen Platz liegt. Hierbei kann es auch passieren, dass alte Gäste gezwungenermaßen das Restaurant verlassen müssen. Hierfür erhält der Spieler wieder jeweils ein Zitronenplättchen.

Jeder Gast bringt einen Bonus mit sich.
Jeder Gast bringt in Da Luigi eine Besonderheit mit.

Die Auswirkungen neuer Gäste: Jeden neue Gast bringt eine Besonderheit mit sich, die Auswirkungen auf das Geschäft des Spielers hat, sobald der Gast das Restaurant betritt. Das können positive und negative Besonderheiten sein. Bei manchen Gästen erhält ein Spieler sofort ein oder zwei neue Speisenmarker, einen Blumenstrauß (=ein Siegpunkt) oder einen zusätzlichen Gast. Umgekehrt kann es auch passieren, dass ein ein Spieler sofort Ressourcen abwerfen muss, die Zeit für seine Gäste weiterläuft oder er ein Zitronenplättchen (=ein Minuspunkt) aufnehmen muss.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende von Da Luigi wird eingeleitet, sobald der Gästekartenstapel aufgebraucht wurde. Jetzt kommt jeder Spieler noch genau eimal an die Reihe und darf seine Gäste bedienen. Das gilt auch für den Spieler, der das Spielende mit dem Begrüßen neuer Gäste ausgelöst hat.

Anschließend zählen die Spieler ihre Siegpunkte für Blumensträuße und bediente Gäste zusammen und ziehen davon die Zahl ihrer Zitronenplättchen ab. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Fazit zum Brettspiel Da Luigi

Rüdiger Dorn schickt die Spieler wieder einmal auf den Markt. Aber das ist man von seinen Spielen (Asante, Tausch Rausch) inzwischen schon gewohnt. Um so erfreulicher ist es, dass seine Spiele trotz einem immer wiederkehrenden, zentralen Marktelement sehr unterschiedlich ausfallen – so auch Da Luigi.

Das Spielzubehör ist sehr gut und passt maßgenscheidert in die Spielbox. Besonders schön ist, dass wirklich alle Gästekarten einzigartig sind. Jede Karte bildet eine eigene Person ab. Auf Duplikate wurde an dieser Stelle verzichtet. Übrigens hat sich auch der Autor auf einer Gästekarte verewigen lassen.

Die Spielregeln zu Da Luigi sind mit vier Seiten schnell gelesen. Die Symbole und Marker auf den Gästekarten und Spielplänen sind verständlich und lassen sich leicht den einzelnen Aktionen zuordnen. Ein schneller Start ins Spiel ist gewährleistet.

Der Spielablauf von Da Luigi funktioniert prima. Wartezeiten entstehen eigentlich nur, wenn man sich zu viel Zeit bei der Auswahl auf dem Markt lässt. Die Abhängigkeit zwischen dem Markteinkauf und der vergangenen Zeit klappt bestens und sorgt für eine hohe Fluktuation im eigenen Restaurant. Als kleines Ärger- und Interaktionselement kommt dann noch das Begrüßen neuer Gäste hinzu. Wer bereits ein volles Restaurant hat und einen unerwünschten Gast zugespielt bekommt, kann mit einer schönen Kettenreaktion rechnen, bei der die eigenen Gäste nacheinander aus dem Lokal gekegelt werden. Auch das funktioniert Klasse und sorgt obendrein auch für Spannung. Natürlich kann man die Aktion auch nutzen, um eigene unliebsame Gäste unbedient wieder nach Draußen zu befördern.

Insgesamt betrachtet ist Da Luigi ein wirklich schönes Familienspiel, bei dem glücklicherweise auf kompliziertere Regeln verzichtet wurde. Die Illustrationen passen zum Spielthema. Das Spiel läuft flüssig und wirkt sehr gut ausbalanciert. Taktik und Glück halten sich dabei in etwa die Waage. Uns hat es allen großen Spaß gemacht.

– Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
90 %
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