Auf den Meeren tummelt sich der schwarze Pirat Salvatore Seeteufel mit seinem schnellen Schiff, der Schwarzen Svenja. Während die Spieler versuchen, die Schätze auf den zahlreichen Inseln zu finden, macht ihnen der schwarze Pirat diese auf hoher See streitig und entert ihre Schiffe. Zum Glück bläst hin und wieder ein mächtiger Wind verhilft ihnen zur Flucht. Im ausgezeichneten Kinderspiel „Der schwarze Pirat“ steuern die Spieler sowohl eigene Schiffe als auch die Schwarze Svenja des Salvatore Seeteufel. Mit einem handlichen Blasebalg erzeugen sie selber Wind und bewegen die Schiffe so auf dem großen Spielplan.

Jeder Spieler verfügt über ein eigenes Schiff, das er mit einem Blasebalg auf dem Spielplan von Insel zu Insel bewegen kann. Legt ein Schiff dabei in einem Hafen an, in dem sich Goldmünzen befinden, so erhält der Spieler dieses Gold. Auf den Gewässern befindet sich aber auch der schwarze Pirat, dessen Piratenschiff ebenfalls von den Spielern bewegt wird. Mit dem Piratenschiff kann man dann entweder Häfen mit Gold ansteuern oder aber die Schiffe der anderen Spieler überfallen.

Welche Aktionen ein Spieler in seinem Spielzug durchführen darf, entscheiden die Würfel. Der Fahnenwürfel bestimmt den oder die Häfen, auf die neue Goldmünzen gelegt werden müssen. Der Windwürfel entscheidet darüber, ob der Spieler sein eigenes oder das Piratenschiff bewegen muss und wie viele Windböen er mit dem Blasebalg erzeugen darf.

Die Spieler können so lange auf dem Meer umherfahren und Gold in den Häfen oder beiden Mitspielern einsammeln, bis die letzte Goldmünze in den Besitz eines Spielers übergegangen ist. Dann zählen alle ihren Goldschatz, der reichste Seemann gewinnt die Partie.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Haba
Spielautor: Guido Hoffmann
Erscheinungsjahr: 2006

Altersempfehlung: ab 5 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 15 Minuten

Spielzubehör von Der schwarze Pirat

Spielzubehör von der schwarze Pirat.
  • 1 großer Spielplan (bestehend aus 4 Puzzleteilen)
  • 1 Blasebalg
  • 1 Fahnenwürfel
  • 1 Windwürfel
  • 1 Piratenschiff
  • 4 farbige Schiffe
  • 4 farbige Leinensäcke
  • 36 Goldmünzen

Ausführliche Spielregeln zu Der schwarze Pirat

Spielvorbereitungen

Der Spielplan und die Startfelder der Schiffe.
Der Spielplan und die Startfelder der Schiffe.

Die vier Spielplanteile werden zu einem großen Spielfeld zusammengebaut und mittig zwischen den Spielern platziert.

Die Schiffe: jeder Spieler nimmt sich eines der farbigen Schiffe und stellt es auf den Startplatz in der Mitte des Spielplans. Hierbei muss die Ausrichtung des Schiffes berücksichtigt werden. Das schwarze Piratenschiff wird in die kleine Bucht der Pirateninseln gestellt (erkennbar an der Piratenflagge).

Goldmünzen und Blasebalg.
Goldmünzen und Blasebalg.

Die Goldmünzen werden als allgemeiner Vorrat neben dem Spielfeld bereitgelegt. Je eine Goldmünze wird zum Spielbeginn in jedem Hafen platziert. Die Häfen erkennt man an den farbigen Flaggen.

Ein Startspieler wird ermittelt – laut Regel ist das der Spieler, der zuletzt auf einem Schiff gewesen ist. Dieser erhält den Blasebalg und die beiden Holzwürfel.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, mit Glück und Geschick das Schiff zu den reichsten Häfen zu bewegen und so die meisten Goldmünzen zu sammeln.

Der Blasebalg simuliert die Windböen und bewegt die Schiffe.
Der Blasebalg simuliert die Windböen und bewegt die Schiffe.

Das Spiel beginnt der ermittelte Startspieler. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so würfelt er zunächst mit dem weißen Fahnenwürfel und verteilt Goldmünzen. Danach würfelt er mit dem naturfarbenen Windwürfel und bewegt mit dem Blasebalg sein eigenes oder das Piratenschiff. Dabei kann es zu weiteren Aktionen kommen, bei denen der Spieler Münzen von einer Insel oder einem Mitspieler erhält. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe. Sobald alle Münzen auf dem Spielfeld eingesammelt werden konnten, endet das Spiel und der Gewinner wird ermittelt.

Aktion 1: Der Fahnenwürfel und die Goldmünzen

Der Fahnenwürfel.
Der Fahnenwürfel.

Über den Fahnenwürfel kommen kontinuierlich neue Goldmünzen ins Spiel. Der aktive Spieler würfelt genau einmal. Der Würfel zeigt nun entweder eine einfarbige Flagge oder zwei Flaggen unterschiedlicher Farbe an. Der Spieler legt nun (je) eine Goldmünze auf die Insel(n) mit gleichfarbigem Hafen. Sollte sich ein Schiff in einem solchen Hafen befinden, wird keine Goldmünze dort platziert. In diesem Fall kann der Spieler die Goldmünze(n) in einen beliebigen anderen, freien Hafen legen.

Aktion 2: Der Windwürfel und die Schiffe

Mit dem Windwürfel werden die Schiffe bewegt. Der aktive Spieler würfelt genau einmal. Der Würfel zeigt nun entweder ein Segel mit einer Zahl oder den schwarzen Piraten mit einer Zahl.

Das eigene Schiff wird bewegt.
Das eigene Schiff wird bewegt.

Zeigt der Würfel ein Segel, darf der Spieler sein eigenes Schiff bewegen. Hierzu nimmt er den Blasebalg in die Hand und pustet sein Schiff damit in die gewünschte Richtung. Die Augenzahl auf dem Würfel bestimmt, wie oft der Spieler den Blasebalg dabei zusammendrücken darf – also, wie viele Windböen ihm zur Verfügung stehen.

Erreicht der Spieler einen Hafen, erhält er alle dort ausliegenden Münzen. Allerdings nur, wenn er als einziger Spieler mit seinem Schiff in diesem Hafen ist. Die Münzen werden in den undurchsichtigen Leinensack gesteckt. So bleibt bis zum Ende spannend, wer wie viele Goldmünzen besitzt.

Das Piratenschiff wird bewegt.
Das Piratenschiff wird bewegt.

Zeigt der Würfel den Pirat, darf der Spieler das schwarze Piratenschiff bewegen. Auch hier nimmt er den Blasebalg in die Hand und darf damit drei Windböen produzieren und so das Piratenschiff nach Belieben steuern.

Erreicht das Piratenschiff einen Hafen, erhält der Spieler alle dort ausliegenden Goldmünzen, sofern sich nur das Piratenschiff und kein weiteres Schiff dort befindet. Die Goldmünzen werden auch hierbei in den undurchsichtigen Leinensack gesteckt.

Es kommt zur Plünderung.
Es kommt zur Plünderung.

Berührt das Piratenschiff das Schiff eines Spielers, kommt es zur Plünderung. In diesem Fall muss der Überfallene drei seiner Goldmünzen auf seine beiden Fäuste verteilen. Der Spieler, der das Piratenschiff gesteuert hat, darf nun auf eine der beiden Fäuste zeigen und erhält anschließend alle Goldmünzen, die sich darin befinden. Nach der Plünderung verschwindet der schwarze Pirat mit seinem Schiff wieder im dichten Nebel. Das Piratenschiff wird zurück in seine Bucht gestellt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie endet, sobald alle Goldmünzen von den Spielern eingesammelt wurden. Jetzt zählen alle Spieler ihre Münzen. Wer das meiste Gold besitzt, gewinnt auch das Spiel.

Fazit zum Kinderspiel Der schwarze Pirat

Haba und Kinderspiele – das passt! So auch bei der schwarze Pirat, das sowohl thematisch als auch vom Zubehör hervorragend auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist. Piratengeschichten sind immer spannend! Man muss die Kinder hier nicht erst zum Spielen motivieren. Der Aufforderungscharakter ist schon durch das Thema und das Zubehör gegeben. Die Auszeichnung zum Kinderspiel des Jahres ist nachvollziehbar.

Der Großteil des Zubehörs ist auch wirklich klasse. Die Holzschiffe sind gut verarbeitet, groß, stabil und lassen sich mit dem Blasebalg gut bewegen. Anfangs geht das noch etwas schwer, nach den ersten Spielen klappt das dann immer besser. Die Schiffe grundsätzlich zu bewegen ist bereits zu Beginn kein großes Problem. Das Spielen mit dem Blasebalg allein macht auch schon Spaß. Nur die Windstöße dabei so zu platzieren, dass das Schiff auch in die gewünschte Richtung fährt, da Bedarf es ein wenig Übung. Aber auch hier konnten wir feststellen, dass der anfängliche Frust sich automatisch in Motivation umwandelt – die Lernkurve entsteht hier ganz allein und ohne zusätzliche Aufforderung.

Auch die Holzwürfel sind schön groß und liegen gut in der (Kinder-)Hand. Durch den Fahnenwürfel kommen Farben, durch den Windwürfel Zahlen ins Spiel. Schön ist auch, dass die Spieler sowohl den Piraten als auch die eigenen Schiffe bewegen müssen. Insbesondere durch das Piratenschiff kommt eine interaktive Komponente hinzu, da die Spieler sich hier schön ärgern und gegenseitig Goldmünzen klauen können.

Ein kleines Problem hatten wir bei unsere Ausgabe des Spiels leider mit den vier Spielplanteilen. Je nach Lagerung in der Spielbox hatten sich die Pläne zur Mitte hin leicht gewölbt. Im aufgebauten Zustand ergaben sich so auf dem Spielplan unschöne, schwer mit dem Schiff zu überwindende Kanten. Hier litt dann auch der Spielspaß spürbar, da die Kinder die Schiffe mit dem Blasebalg nur schwer über die Mitte des Spielfeldes bewegen konnten und die Schiffe dabei auch häufig einfach umfielen. Gerade bei Kinderspiel (vor allem dieser Preisklasse) sollte ein solcher Ausführungsfehler nicht vorkommen. Wir haben das Problem für uns gelöst, indem wir die vier Spielplanteile immer umgedreht in der Box verstaut haben, also mit dem Aufdruck nach unten. Dadurch ließ sich die Wölbung ein wenig in den Griff bekommen. So blieb zumindest bei uns der Spielspaß lange erhalten und wir konnten auch zahlreiche Partien spielen und so richtig genießen.

Dem Ärger mit dem Spielplanteilen zum Trotz, liegt hier insgesamt ein sehr schönes Kinderspiel mit ansonsten tollem Zubehör und einem simplen sowie viel Spaß bereitendem Spielmechanismus vor. Für Kinder im Kindergartenalter auch dank des zugänglichen Piratenhemas wirklich bestens geeignet.