Im Brettspiel “Edo” reisen wir ein paar hundert Jahre zurück in der Zeit und finden uns in Japan zwischen 1603 und 1868 wieder. Die Macht des Kaisers ist gebrochen und das Land wird von einem mächtigen Shogun der Tokugawa beherrscht. Das kleine Fischerdorf Edo – das heutige Tokyo – wird kurzerhand zum Regierungssitz erklärt und entwickelt sich rasant zur bedeutendsten Stadt Japans. Soweit zur stimmungsvollen Hintergrundgeschichte im Brettspiel Edo.

Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Daimyos – Fürsten und Großgrundbesitzer – die vom Shogun gezwungen werden, Familienangehörige in und um Edo herum anzusiedeln. Hierzu setzen sie eigene Beamte und Samurai auf dem Spielplan ein um Reis zu ernten, Wälder abzuholzen und Arbeiten im Steinruch durchzuführen. Alles mit dem primären Ziel, die eigenen Samurai zu ernähren und durch den Bau von Häusern, Kontoren und Festungen möglichst großen Einfluss in Edo und den umliegenden Städten zu gewinnen.

Im Spiel läuft das dann so ab. Jede Spielrunde besteht aus 4 Phasen. Zuerst müssen alle Spieler geheim ihre Aktionen planen und die dafür erforderlichen Beamten einsetzen. Beim Startspieler beginnend, werden anschließend die Aktionen einzeln ausgeführt. Das bedeutet, alle Spieler führen nacheinander ihre erste Aktion aus, dann die zweite Aktion und zuletzt die dritte Aktion. Im Anschluss an diese Phase dürfen die Spieler überlegen, wie viele ihrer Samurai sie auf dem Spielplan stehen lassen wollen. Jeder aktive Samurai muss dann entlohnt und ernährt werden. Zuletzt kassieren die Spieler Ryo für die errichteten Städte. Ist auch diese Phase beendet wird die nächste Runde vorbereitet, der Startspieler wechselt im Uhrzeigersinn. Sollte am Ende von Phase 4 ein Spieler eine der Siegbedingungen erfüllt haben, wird das Spielende eingeläutet. Der Spieler mit den meisten Machtpunkten gewinnt.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Queen Games
Spielautor: Stefan Malz, Louis Malz
Erscheinungsjahr: 2002

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

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Spielzubehör von Edo

Spielzubehör von Edo
Spielzubehör von Edo
  • 1 doppelseitiger Spielplan (2/3 Spieler und 4 Spieler-Variante)
  • 3 Abdeckplättchen für nicht benutzte Felder
  • 12 Beamte des Shogun (naturfarben)
  • 8 Festungen (naturfarben)
  • 54 Münzen (Ryo) mit den Werten 1, 2, 5, 10 und 50
  • 60 Rohstoffmarker (je 20x Holz, Stein und Reis)
  • 1 Händlerfigur und 10 Händlerkarten
  • 12 Sondererlaubniskarten (werden für Aktionen benötigt)
  • 1 Startspielermarker
  • 24 Geldertragsplättchen
  • eine Spielanleitung für die Spielregeln
  • ein Beiheft für den Spielaufbau
Spielerzubehör
Spielerzubehör
  • 4 Planungstableaus (je 1 pro Spieler)
  • 18 Erlaubniskarten (je 3 pro Spieler)
  • 20 Beamte (je 5 pro Spieler)
  • 28 Häuser (je 7 pro Spieler)
  • 4 Handelskontore (je 1 pro Spieler)
  • 4 Zählsteine (je 1 pro Spieler)

Ausführliche Spielregeln zu Edo

Spielvorbereitungen – Spielplanaufbau und Verteilung des Zubehörs

Hinweis: Der Spielaufbau für das Brettspiel Edo variiert je nach Spielerzahl. Es gibt einen Spielplan für die 2/3-Spieler und einen für die 4 Spieler-Variante. Zudem unterscheidet sich je nach Spielerzahl auch die Höhe der Geldertrags-Plättchen sowie die Anzahl an Einsatzorten für die eigenen “Samurai”. Beim Aufbau der folgenden Schritte muss man also darauf achten, dass die richtige Spielplanseite und die richtigen Geldertrags-Plättchen benutzt werden und auch ausreichend Rohstofffelder abdeckt bzw. aufgedeckt sind.

  1. Der Spielplan wird in die Mitte des Tisches gelegt.
  2. Die Beamten des Shogun, die Festungen und das Geld werden auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt.
  3. Die Rohstoffe (Stein, Holz, Reis) werdem sortiert und in drei getrennten Vorratslagern neben den Spielplan gelegt.
  4. Die Sondererlaubniskarten werden gemischt und verdeckt neben den Spielplan gelegt. Die obersten fünf Karten werden sofort aufgeckt.
  5. Die Händlerkarten werden gemischt und als verdeckter Stapel auf das Händlerfeld des Spielplans gelegt. Die obersten beiden Karten werden aufgedeckt.
  6. Die Abdeckplättchen und Geldertrags-Plättchen werden auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt.
  7. Jeder Spieler erhält entsprechend seiner Farbe 5 Beamte, 7 Häuser, 1 Kontor, 1 Aktionstableau, 3 Erlaubniskarten und einen Zählstein.
  8. Jeder Spieler nimmt sich drei Reis und 20 Ryo aus dem allgemeinen Vorrat.

Bevor es losgeht! – Rohstoffverteilung und Häuserbau

Vor der ersten Spielrunde müssen die Spieler ihr erstes Haus auf dem Spielplan platzieren und sich eines der folgenden fünf Rohstoffpaketen auswählen. Die Auswahl erfolgt im Uhrzeigersinn. Jedes Rohstoffpaket ist nur einmal verfügbar.

Paket I: 3 Reis
Paket II: 2 Holz
Paket III: 2 Stein
Paket IV: 1 Stein und 1 Holz
Paket V: 10 Ryo

Anschließend darf jeder Spieler noch eines seiner Häuser in einer freien Stadt bauen. Die Stadt Edo ist hiervon ausgenommen. Ebenso darf in jeder Stadt nur ein Haus gebaut werden.

Waren alle Spieler am zweimal am Zug, hat jeder nun ein Rohstoffpaket vor sich liegen und bereits ein Haus in einer der Städte errichtet. Der Startspieler setzt nun noch den Händler auf eines der drei Flussfelder auf dem Spielplan. Dann kann das Spiel um die Vormachtstellung in Edo beginnen.

Spielablauf von Edo

Alle Spieler verfügen zu Spielbeginn über drei Erlaubnistafeln und fünf Beamte. Jede Erlaubnistafel ermöglicht vier unterschiedliche Aktionen, jedoch kann pro Tafel immer nur eine Aktion genutzt werden. Jeder Beamte kann genau eine Aktion einmal aktivieren.

Edo-Phase 1: Aktionen planen und Beamte einsetzen

In der ersten Phase müssen sich die Spieler gleichzeitig entscheiden, welche Aktion einer Tafel sie in der Spielrunde nutzen möchten und in welcher Reihenfolge die Aktionen gespielt werden sollen. Anschließend werden die Beamten auf die einzelnen Aktionen verteilt.

In unserem Beispiel haben wir uns folgendermaßen entschieden:

  • Die 1. Tafel: Beamte zu Samurai ausbilden oder einen Samurai auf dem Spielplan versetzen.
  • Die 2. Tafel: Mit einem Samurai ein Haus, einen Kontor oder eine Festung errichten.
  • Die 3. Tafel: Mit einem Beamten ein Reis verdienen.

 

Die erste Tafel wollen wir zweimal nutzen. Deshalb haben wir hier zwei unserer Beamten platziert.

Die Aktionen der beiden anderen Tafeln benötigen wir für unseren Spielzug nur einmal, daher haben wir hier nur jeweils einen Beamten eingesetzt.

 

Edo-Phase 2: Aktionen ausführen

Die in Phase 1 geplanten Aktionen werden nun reihum und nacheinander durchgeführt. Durch das Ausspielen von Aktionen erhalten die Spieler Rohstoffe, Nahrung, können Handel treiben und natürlich Gebäude errichten. Manche Aktionen werden direkt von den Beamten ausgeführt, für die meisten Aktionen muss man allerdings einen seiner Beamten zum Samurai ausbilden und über einen Grenzposten auf den Spielplan schicken.

Aktionen ausführen: Der Startspieler beginnt und legt die erste Erlaubnistafel vor sich ab. Die dafür vorgesehenen Beamten werden nun nacheinander eingesetzt. Hat der Spieler seine erste Aktion beendet, darf der nächste Spieler seine erste Aktion durchführen.

Genauso läuft es dann auch mit der zweiten und dritten Aktion ab.

 

 

Samurai ausbilden: Alle Aktionen, die direkt auf dem Spielplan stattfinden, können nur von Samurai durchgeführt werden. Dazu zählen beispielsweise das Bauen, Handeln und Ernten.

Um die Dienste eines Samurai nutzen zu können, muss man einen eigenen Beamten erst zum Samurai ausbilden. Hierzu wählt man eine entsprechende Aktion auf einer Erlaubnistafel. Der eingesetzte Beamte für diese Aktion wird nun zum Samurai ausgebildet und über einen der zahlreichen Grenzposten auf dem Spielplan ins Spiel gebracht.

 

 

Gebäude errichten: Hat ein Spieler einen Samurai auf dem Spielplan, kann er diesen durch weitere Aktionen auf andere Orte versetzen und verschiedene Arbeiten tätigen lassen.

Befindet sich ein Samurai beispielsweise in einer Stadt, kann er dort mit der entsprechenden Aktion ein Haus, einen Kontor oder eine Festung errichten. Ein Haus bringt am Spielende einen Punkt, ein Kontor sogar zwei Punkte. Die Festung ist neutral und bringt keine Punkte ein. Die für den Bau anfallenden Kosten muss der Spieler bezahlen und die entsprechenden Rohstoffe vom eigenen in den allgemeinen Vorrat zurücklegen.

 

 

Rohstoffe einsammeln: Schickt ein Spieler seinen Samurai dagegen auf eines der Rohstofffelder, kann er dort je nach Feldtyp Holz, Steine oder Reis gewinnen. Holz und Steine werden für den Bau von Gebäuden dringend benötigt. Reis dagegen wird am Ende jeder Runde benötigt, um die fleißigen, hungrigen Samurai zu ernähren.

Wieviel Rohstoffe ein Spieler für den Einsatz seines Samurai erhält, hängt davon ab, wie viele Samurai aktuell auf dem Feld stehen. In unserem Beispiel erhält der blaue Samurai drei Reis, da er sich alleine auf dem Feld befindet.

 

 

Edo-Phase 3: Lohn & Erträge ermitteln

Wer arbeitet, will auch entlohnt werden. In Edo müssen alle aktiven Samurai am Ende der Spielrunde mit Nahrung versorgt werden. Dafür wird der Spieler ebenfalls belohnt, denn für alle vom Samurais errichteten Gebäude darf er Ryo (Geld) kassieren.

Samurai ernähren oder zurückholen: Hat ein Spieler nach der dritten Phase noch aktive Samurai auf dem Spielfeld stehen, so muss er sich jetzt entscheiden, ob er diese als Samurai für die kommende Runde auf dem Spielplan stehen lässt oder ob er einige oder alle Samurai wieder zu sich in den Beamtenstaat beruft und in der Folgerunde als Beamte einsetzen möchte.

Alle Samurai auf dem Spielfeld müssen nach dieser Entscheidung ernährt werden. Für jeden Samurai muss der Spieler ein Reis aus dem eigenen in den allgemeinen Vorrat legen. Hat ein Spieler nicht genügend Nahrung im eigenen Vorrat, muss er überzählige Samurai vom Spielplan nehmen.

Ryo kassieren: Sobald alle Samurai versorgt wurden, dürfen die Spieler ihr Geld einnehmen. Hierzu wird in jeder Stadt überprüft, welcher Spieler durch den Bau von Gebäuden die meisten, zweitmeisten, usw. Punkte sammeln konnte. Haben zwei Spieler gleichviele Punkte gesammelt, zählt der Spieler als Erster, der zuerst in der Stadt gebaut hatte.

Anschließend erhalten alle Spieler ihren Anteil an den Einnahmen der jeweiligen Stadt.

 

In unserem Beispiel haben alle Spieler genau ein Haus gebaut und somit gleich viele Punkte. Die Wertung erfolgt also nach Zeitpunkt des Baus. Der blaue Spieler erhält somit 7 Ryo, der gelbe Spieler 5 Ryo und der grüne Spieler nur noch 2 Ryo.

 

 

 

Edo-Phase 4: Vorbereitung der nächsten Runde

Haben alle Spieler ihre Einnahmen kassiert, ist die aktuelle Spielrunde vorbei. Nun wird überprüft, ob ein Spieler die Siegbedingungen erfüllen konnte. Ist dies der Fall, wird das Spielende eingeläutet und die Spieler zählen ihre Punkte. Andernfalls wird die nächte Spielrunde vorbereitet.

  • Die aufgedeckte Händlerkarte wird auf den Ablagestapel gelegt und durch eine neue Händlerkarte ersetzt.
  • Jeder Spieler nimmt seine Erlaubniskarten wieder auf die Hand und stellt seine restlichen Beamten neben das Planungstableau.
  • Der Startspielermarker wandert im Uhrzeigersinn weiter an den nächsten Spieler.

Spielziel und Ende des Spiels

Ziel in Edo ist es natürlich, mehr Machtpunkte zu sammeln als die Mitspieler und mindestens ein Gebäude in „Edo“ errichtet zu haben. In Anschluss an Phase drei wird immer geprüft, ob eine der beiden Bedingungen erfüllt sind:

  • ein Spieler hat 12 Machtpunkte erreicht.
  • der Nachziehstapel für die Händlerkarten ist leer.

Tritt mindestens eine dieser Bedingungen zu erfolgt die Schlusswertung. Hat es ein Spieler nicht geschafft, ein Gebäude in der Stadt Edo zu bauen, hat er automatsich verloren. Alle anderen Spieler addieren ihre gesammelten Machtpunkte aus den folgenden Bereichen zusammen:

  • 1 Machtpunkt für jedes errichtete Haus.
  • 2 Machtpunkte für jeden errichteten Kontor.
  • 1 Machtpunkt für jeden Samurai, der sich bei Spielende noch auf dem Spielplan befindet.
  • 1 MAchtpunkt für je 50 Ryo.

Der Spieler mit der größen Macht gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der noch die meisten Rohstoffe besitzt. Herrscht hier erneuter Gleichstand, gewinnt der Spieler mit der größten Macht in der Stadt Edo.

Fazit zum Brettspiel Edo

Mit dem Brettspiel Edo haben Louis und Stefan Malz ein wirklich tolles Spiel erschaffen, das zwar mit einigen altbekannten Mechanismen aufwartet (Arbeiter setzen, Rohstoffe erhalten, Gebäude errichten, Arbeiter ernähren) aber auch tolle neue Elemente beinhaltet. Insbesondere die Erlaubniskarten und Sondererlaubniskarten heben Edo deutlich von ähnlichen Brettspielen ab. Denn diese bringen ein völlig neues System bezüglich der Auswahl an Aktionen ins Spielgeschehen. Da haben die Spieler im wahrsten Sinne des Wortes in jeder Spielrunde die Qual der Wahl.

Das Spielzubehör ist hübsch anzusehen, die kleinen Samurai, Gebäude und Rohstoffe sind aus Holz, die zahlreichen Plättchen aus stabilem Karton. Zwei Kritikpunkte muss man im Bezug auf das Zubehör dennoch äußern. Zum einen sind die Reis- und Holzmarker sehr groß ausgefallen, was eigentlich schön ist. Allerdings steht die Größe der Rohstoffe in keinem ordentlichen Verhältnis zu den Häusern, Kontoren und Festungen. Ein Reismarker ist fast dreimal so groß wie ein Haus. Zum anderen wurden bei weitem nicht ausreichend Rohstoffmarker beigelegt. Bereits im Spiel zu dritt werden die Rohstoffe im allgemeinen Vorrat sehr knapp und man muss auf die furchtbar kleinen Plättchen ausweichen, auf denen dann 5x Holz oder 5x Reis steht. Das ist bei solch einem tollen Spiel wirklich sehr bedauerlich.

Der Einstieg in das Spiel scheint auf den ersten Blick schnell zu gehen. Mitten im ersten Spiel stellt man dann allerdings fest, dass man noch einiges nachlesen muss. Wie läuft das mit dem Händler, was macht noch mal der Kontor und wieso sollte ich überhaupt eine Festung bauen? Auch der Unterschied zwischen Beamten und Samurai und die verschiedenen Symbole auf den Erlaubnistafeln haben es in sich. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, für die erste Partie ein wenig Zeit einzuplanen und erst einmal eine vollständige Testrunde zu spielen. Bei uns ist bei allen fast zeitgleich der Knoten am Ende des ersten Spiels geplatzt und alle wollten anschließend noch einmal von vorne beginnen. Das ist in der Regel ein gutes Zeichen.

Als Familienspiel und für Spieler, die nur selten Brettspiele spielen, könnte die Einstiegshürde bei Edo vielleicht schon zu hoch sein. Empfehlen kann man das Spiel aber bedenkenlos allen Gelegenheitsspielern, die noch nicht zig Workerplacement-Spiele im Schrank stehen haben und auf der Suche nach einem spannenden und abwechslungsreichen Brettspiel sind. Durch den schönen Spielmechanismus mit den Erlaubniskarten könnten selbst Vielspieler Gefallen an Edo finden. Uns hat es jedenfalls viel Spaß gemacht. Top!

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
90 %
Spielzubehör
82 %
Langzeitspaß
85 %
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