Das Cover von Enigma gibt Hinweise auf das, was den Spieler im inneren der Spielschachtel erwartet. Nämlich ein ungewöhnliches Spiel, das sich aus zahlreichen Mini-Rätseln zu einem neuen Spielerlebnis zusammensetzt. Denn in Enigma müssen die Spieler auf der einen Seite Rätselkarten aus vier verschiedenen Kategorien erfolgreich lösen. Auf der anderen Seite müssen dieselben Rätselkarten anschließend in ein ausliegendes Leitungsnetz mit Plasmakammern integriert werden. Durch den Einsatz eigener Ingenieure in diesem Leitungsnetz sammeln die Spieler schließlich Siegpunkte.

Im Spielverlauf sieht das dann so aus: Jeder Spieler nimmt sich eine Rätselkarte. Zur Auswahl stehen Waagerätsel, Bruchstückrätsel, Winkelsteinrätsel und Röhrenrätsel. Alle Spieler beginnen gleichzeitig mit der Lösung ihrer Aufgabe. Sobald der erste Spieler sein Rätsel lösen konnte, tickt für die übrigen Spieler die Zeit, in der sie das eigene Rätsel noch lösen können. Wer das am Ende schafft, darf in den zweiten Teil des Spiels übergehen.

Die Rätselkarten werden umgedreht. Auf der Rückseite befindet sich der Ausschnitt eines Leitungsnetzes, der nun an der Ausglage in der Mitte angelegt werden darf. Hier darf ein Spieler optional einen seiner Ingenieure abstellen. Sobald die Leitung geschlossen wird – also an jedem Ende in eine Plasmakammer führt – erhält der Spieler seinen Ingenieur zurück und obendrein Punkte. Wer davon am Ende die meisten sammeln konnte, gewinnt auch das Spiel.


Spielverlag: Zoch
Spielautor: Touko Tahkokallio
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Enigma

  • 1 Startkärtchen und 4 Rätselspeicher
  • 108 Enigma-Kärtchen
  • 7 Bruchstücke (Rätselkomponent)
  • 4 Winkelsteine (Rätselkomponent)
  • 6 Gewichte (Rätselkomponent)
  • 9 Rohrteile (Rätselkomponent)
  • 1 Startspielerfigur
  • 16 Ingenieure (4 pro Spieler)
  • 1 Wertungsrad
  • 1 Sanduhr

Ausführliche Spielregeln zu Enigma

Spielvorbereitungen

  1. Das Startkärtchen wird in die Mitte des Tisches gelegt, die vier Rätselspeicher an den Rand.
  2. Die 108 Enigma-Kärtchen werden nach Rätseltyp sortiert, gemischt und mit der Leitungsseite nach oben auf den entsprechenden Rätselspeicher gelegt.
  3. Die jeweiligen Rätselkomponenten werden auf die Ablageflächen der Rätselspeicher gelegt.
  4. Das Wertungsrad und die Sanduhr werden gut erreichbar auf dem Tisch platziert.
  5. Jeder Spieler erhält vier Ingenieure. Einen davon stellt er auf das Feld „0“ des Wertungsrads.
  6. Der jüngste Spieler ist Startspieler und erhält die Startspielerfigur.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Rätselkarten zu lösen, um diese anschließend an dem Leitungssystem der Tischauslage anlegen zu können und so Punkte zu sammeln.

Eine Partie Enigma wird über mehrere Runden gespielt. Jede Spielrunde besteht dabei aus zwei unterschiedlichen Phasen. In der ersten Phase nimmt sich jeder Spieler – beginnend beim Startspieler – eine Rätselkarte und versucht diese zu lösen.

In der zweiten Phase werden die gelösten Rätselkarten umgedreht. Auf deren Rückseite befinden sich Abbildungen von verzweigten Leitungssystemen und verschiedenen, farbigen Plasmakammern. Diese gilt es nun passend an das bereits ausliegende Leistungsnetz in der Mitte des Spieltisches anzulegen. In eine Plasmakammer auf der eigenen karte stellen die Spieler ihre Ingeniersfiguren und sammeln so Siegpunkte.

Am Ende jeder Spielrunde wechselt der Startspieler im Uhrzeigersinn, so dass im Spielverauf niemand benachteiligt wird.

Phase I – Rätsel wählen und lösen

Der Startspieler eröffnet die Runde und nimmt sich die oberste Rötselkarte und das Zubehör von einem der vier Rätselspeicher. Die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Pro Spielrunde darf jeder Rätseltyp nur einmal gewählt werden. Es dürfen also niemals zwei Spieler gleichzeitig Rätsel vom gleichen Rätselspeicher lösen.

Haben alle Spieler eine Rätselkarte und das entsprechende Zubehör vor sich liegen, werden die Karten auf die Rätselseite gedreht.

Alle Spieler versuchen nun gleichzeitig ihr Rätsel zu lösen.

Sobald der erste Spieler sein Rätsel gelöst hat, wird die Sanduhr umgedreht. Den verbliebenen Spielern bleiben nun noch 45 Sekunden, um das eigene Rätsel ebenfalls erfolgreich zu lösen. Nach Ablauf der Zeit beginnt die zweite Phase des Spiels für alle, die ihr Rätsel lösen konnten.

Die vier Rätseltypen in Enigma

Das Basisspiel Enigma beinhaltet vier unterschiedliche Rätseltypen und insgesamt 108 Rätselkarten, die auf den vier entsprechenden Rätselspeicher liegen.

Das Waagerätsel: Auf dem Rätselspeicher dieses Rätseltyps liegen sechs Marker. Diese stellen Gewichte dar. Wie viele davon im aktuellen Rätsel verwendet werden müssen, wird auf der Rätselkarte angezeigt.

Der Spieler soll beim Waggerätsel versuchen, die Waage im Gleichgewicht zu halten. Hierzu muss alle zur Verfügung stehenden Marker so auf die beiden Waagschalen verteilen, dass auf beiden Seiten dasselbe Gewicht zum Einsatz kommt.

Das Bruchstückrätsel: Auf dem Rätselspeicher dieses Rätseltyps liegen sieben unterschiedlich geformte Bruchstücke. Auf den Rätselkarten befinden sich dagegen verschiedene geometrische Figuren und Abildungen.

Der Spieler soll beim Bruchstückrätsel versuchen, alle sieben Bruchstücke so auf die Rätselkarte abzulegen, dass die gesamte Abbildung darauf verdeckt wird.

Das Röhrenrätsel: Auf dem Rätselspeicher dieses Rätseltyps liegen neun Rohrteile. Auf den Rätselkarten befinden sich mehrere, nicht  verbundene Rohkanäle sowie ein Hinwes, welche Rohrteile nicht verwendet werden dürfen.

Der Spieler soll beim Röhrenrätsel versuchen, alle Rohrkanäle zu verbinden oder abzuschließen. Hierzu muss alle zur Verfügung stehenden Rohrteile verwenden. Mehrere korrekte Lösungen sind möglich.

Das Winkelsteinrätsel: Auf dem Rätselspeicher dieses Rätseltyps liegen vier Winkelsteine. Auf der Rätselkarte befindet sich jeweile eine bunte, rechteckige Abbildung.

Der Spieler soll beim Winkelsteinrätsel versuchen, alle Winkelsteine so zu stapeln, dass diese von oben aus betrachtet genauso aussehen wie die Abbildung auf der Karte.

Phase II – Leitungen erweitern und Ingenieure platzieren

In Phase werden die eigentlichen Siegpunkte verdient. Alle Spieler, die ihr Rätsel in Phase 1 lösen konnten, dürfen die Rätselkarte umdrehen, das auf der Rückseite abgebildete Leistungssystem an die bestehende Auslage in der Mitte des Spieltisches anlegen und Plasmakammern mit Ingenieren besetzen. Der aktuelle Startspieler darf mit dem Anlegen der Rätselkarte beginnen. Die anderen Spieler folgen wieder nacheinander im Uhrzeigersinn.

Jede Rätselkarte muss passend angelegt werden. Das bedeutet, sie muss mit mindestens einer Seite an eine bereits ausliegende Karte angrenzen.

Der Spieler darf anschließend einen Ingenieur in eine Plasmakammer dieser Karte stellen, sofern nicht bereits ein anderer Ingenieur in einer gleichfarbigen Plasmakammer derselben Leitung platziert wurde.

Sollte durch das Anlegen der Karte Leitungen geschlossen werden, erhalten alle beteiligten Spieler einen Punkt für jede gleichfarbige Kammer der gesamten Leitung, die der Plasmakammer ihres Ingenieurs entspricht.

Jeder Spieler geht mit seinem Marker die Anzahl an gewonnenen Punkte auf der Zählleiste weiter und holt seine Ingenieure aus den geschlossenen Leitung zurück in seinen Vorrat. In der nächsten Spielrunde dürfen diese erneut eingesetzt werden.

Spielende und Gewinner des Spiels

Am Ende jeder Spielrunde wird überprüft, ob ein Spieler 15 oder mehr Punkte erreicht hat. Ist dies der Fall, endet das Spiel sofort.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie Enigma.

Fazit zum Brettspiel Enigma

In Enigma werden echte Knobel- und Denkspielebegeisterte gefordert. Das Spielzubehör ist von guter Qualität. Dass die Schachtel keine Einschübe für das umfangreiche Material bietet, ist für Zoch-Spiele zwar ungewöhnlich, aber durchaus vertretbar. Zumal sich die Spielvorbereitung auch ohne vorsortiertes Material in Grenzen hält. Die Spielanleitung bietet den Spielern einen leichten und vor allem schnellen Einstieg ins Spielgeschehen. Auch hier gibt es nichts zu bemängeln.

Das Spiel selbst verbindet bereits bekannte Rätselspiel-Elemente (siehe beispielsweise Tangram, La Boca und Ubongo) zu einem neuen Knobelspiel, bei dem die Spieler erst ordentlich rätseln dürfen und anschließend gemeinsam an einem Plasmaleitungsnetz werkeln. An für sich eine tolle Idee. Wem solche Spiele Freude bereiten, der wird auch an den Mini-Rätseln von Enigma seinen Gefallen finden.

Die Rätsel sind allesamt lösbar, allerdings auch spürbar unterschiedlich schwer. Die Waage- und Röhrenrätsel (Stichwort Logikspiele) ließen sich mehrheitlich schneller lösen, als die Bruchstück- und Winkelsteinrätsel. Und selbst innerhalb einer Rätselkategorie schwanken die Schwierigkeitsgrade teilweise sehr stark. Durch den Einsatz der Sanduhr werden die Unterschiede in den Schwierugkeitsgraden ein wenig ausbalanciert. Das klappt aber nicht immer. Da man die Rätsel verdeckt zieht, spielt hier das Glück ein großes Stück weit mit.

In entsprechender Runde kann Enigma durchaus begeistern. Wer Denk- und Knobelspiele mag, der wird an diesem Spiel viel und lange Zeit Freude haben. Allen anderen empfehlen wir vor dem Kauf eine Proberunde.

– Herzlichen Dank an Zoch für das Rezensionsexemplar –