Mit “Europa 2012″ veröffentlicht Days of Wonder eine Zug um Zug Erweiterung, die zum einen Neuerungen für alle Zug um Zug Versionen mit sich bringt, im Besonderen aber auch neue Streckenkarten beinhaltet, die ausschließlich für das Hauptspiel “Zug um Zug Europa” nutzbar sind.

Wie bei jeder Spiele-Erweiterung stellen sich vor dem Erwerb mindestens drei Fragen: “Was hat die Erweiterung zu bieten?”, “Wird das Hauptspiel dadurch besser?” und “Stehen die Neuerungen im Verhältnis zum Preis?” Alle drei Fragen wollen wir hier nun nachgehen.

Zug um Zug Europa 2012 – Zubehör

In der kleinen Schachtel verbergen sich die folgenden Spielergänzungen. Die blauen Inhalt sind dabei mit jeder beliebigen, vollständigen Zug um Zug Version kombinierbar. Die grünen Inhalte können nur zusammen mit “Zug um Zug Europa” benutzt werden.

  • 5 Lagerhallen (eine Lagerhalle pro Farbe)
  • 25 Depotsmarker (aus Holz, 5 pro Farbe)
  • 46 original Zielkarten aus dem Spiel “Zug um Zug Europa”
  • 55 neue Zielkarten (gut trennbar von den originalen, da mit Zeichen 1912 markiert)

Lagerhallen und Depots

Die neuen Lagerhallen und Depots können in jedes Zug um Zug Hauptspiel integriert werden. Hierbei verändert sich der Spielablauf ein wenig.

Zu Beginn werden alle Spielvorbereitungen des Hauptspiels vorgenommen. Sobald alle Spieler Ihre Züge und Zielkarten entgegen genommen haben, erhalten sie nun noch jeweils eine Lagerhalle und fünf Depots in der zugehörigen Farbe, die sie vor sich ablegen können. Vor Spielbeginn muss nun jeder Spieler ein Depot auf eine Stadt auf dem Spielplan setzen.

Während des Spiels wird nun jedes Mal, wenn ein Spieler Wagenkarten nachzieht, die oberste Karte des Zugstapels verdeckt in die eigene Lagerhalle oder in die Lagerhalle eines Mitspielers abgelegt. Anschließend kann der Spieler seine gewünschten Wagenkarten aufnehmen. Im weiteren Verlauf des Spiels sammeln sich so einige Wagenkarten in den Lagerhallen an.

Baut nun ein Spieler eine Zugverbindung zu einer Stadt, in der sich ein Depot befindet, so darf er den Streckenbau abschließen, die entsprechenden Siegpunkte kassieren und alle bereits angesammelten Wagenkarten in der zum Depot gehörenden Lagerhalle auf die Hand nehmen. Anschließend muss er eines seiner noch nicht auf dem Spielplan eingesetzten Depots abgeben (das Depot wird aus dem Spiel genommen).

Zusätzlich zu einem regulären Spielzug kann ein Spieler auch eines seiner Depots auf dem Spielplan platzieren, sofern sich in der jeweiligen Stadt nicht bereits ein anderes Depot oder ein Bahnhof befindet. Mit jedem weiteren Depot auf dem Spielplan steigt natütlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass man eine Strecke zwischen zwei Städten baut, in denen sich ein solches Depot befindet.

Sollte man es tatsächlich schaffen, mit dem Bau einer Strecke zwei Städte zu verinden, in denen jeweils ein Depot unterschiedlicher Farbe steht, so darf der Spieler die Wagenkarten aus beiden Lagerhallen nehmen. Hierfür muss er dann aber auch zwei seiner noch nicht auf dem Spielplan befindlichen Depots abgeben.

Hinweis: Auch wenn der Bau von Depots “gratis” ist und zusätzlich zum regulären Spielzug erfolgen kann, sollte man nicht zu verschwenderisch damit umgehen. Auch sollte sich das Aufnehmen von Wagenkarten aus den Lagerhallen lohnen. Denn am Ende des Spiels erhält derjenige Spieler 10 zusätzliche Siegpunkte, der noch die meisten Depots unbenutzt vor sich stehen hat. Bei Gleichstand erhalten die Spieler mit den meisten Depots jeweils 10 Siegpunkte.

Neue Zielkarten

Offensichtlich wurden bei dem Hauptspiel “Zug um Zug Europa” noch längst nicht alle möglichen Verbindungsstrecken ausgeschöpft, denn die Erweiterung beinhaltet insgesamt 55 neue Zielkarten. Und damit es noch spannender wird, wurden diese in drei Kategorien unterteilt.

Europa erweitert: 19 neue Zielkarten werden in den bestehenden Zielkartenstapel des Grundspiels beigemischt. Wer die beiden Sets nicht vermischen möchte, kann auch die Zielkarten in der Spieleschachtel des Grundspiels liegen lassen. Denn in der Erweiterung sind diese noch einmal vollständig enthalten. Abgesehen davon lassen sich die 19 neuen Zielkarten leicht erkennbar wieder aussortieren (alle Karten trageb ein 1912 Logo in der rechten oberen Ecke).

Mega-Europa: Die 12 “Langstrecken” Zielkarten werden gemischt, jeweils 2 davon werden an die Mitspieler verteilt. Jeder Spieler muss sich nun entscheiden, ob er keine oder aber eine der beiden Langstreckenverbindungen behalten möchte. Eine Karte muss mindestens wieder abgegeben werden. Diese kommen dann aus dem Spiel.

Alle übrigen “Kurzstrecken” Zielkarten werden gemischt und ebenfalls verteilt. Jeder Spieler erhält zunächst 5 Zielkarten. Hat ein Spieler alle “Langstrecken” zurück gegeben, so muss er davon nun mindestens 3 Karten behalten. Wurde bereits eine Langstrecke als Auftrag angenommen, so müssen mindestens zwei Kurzstrecken behalten werden.

Europas Großstädte: Alle Langstrecken werden aus dem Zielkartenstapel entfernt. Dagegen werden nun alle Zielkarten, die ein Großstadt-Logo enthalten, gemischt und an die Mitspieler verteilt. Aus insgesamt fünf angebotenen Karten müssen zu Spielbeginn mindestens zwei behalten werden.

Sollte ein Spieler im Laufe des Spiels neue Zielkarten ziehen wollen, so darf er sich vier neue Großstadt-Karten zur Ansicht nehmen, wovon aber mindestens eine Zielkarte behalten werden muss.

Fazit zur Erweiterung „Europa 1912“

Die Ausgangsfrage, was die Erweiterung zu bieten hat, sollte hinreichend beantwortet sein: Lagerhallen & Depotmarker, die direkt auf das Spielgeschehen Einfluss nehmen sowie neue Zielkarten, die allerdings nur für die Version “Zug um Zug Europa” genutzt werden können.

Aber reicht das aus, um das Grundspiel noch einmal etwas aufzupeppen?  Wir meinen: Ja.

Ob die Lagerhallen und Depots wirklich etwas mehr Schwung in die Partie bringen, steht und fällt letztlich mit den Spielern. Wer nur auf die 10 zusätzlichen Siegpunkte aus ist und demnach seine Depots nur hortet, für den ist die Erweiterung sinnlos. Lässt man sich aber auf die neuen Aktionen im Spiel ein, integriert den Depotbau in die eigene Streckenplanung und erwischt man den richtigen Zeitpunkt, nämlich wenn die Lagerhallen prall gefüllt sind, dann kann man seinen Mitspielern punktetechnisch schon mal schnell davonziehen. Hier ist ein wenig Taktik erforderlich, aber auch Glück, denn schnell kommt einem ein Mitspieler zuvor und schon ist der ganze Plan dahin.

Die neuen Streckenkarten dagegen sind ein netter Zusatz. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Auch wenn die Erweiterung “Europa 1912″ zu einem Preis von “nur” 10 – 15 Euro angeboten wird, sollten besser nur eingefleischte Zug um Zug Fans zuschlagen. Wer nur ab und an mal die Schaffnermütze aufsetzt, sollte das Geld lieber in ein neues Spiel investieren.

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