Zur richtigen Zeit auf die günstigste Energieversorgung setzen. Wird Öl wirklich billiger, bleibe ich bei Kohle als Hauptressource und lohnt es sich noch eine Weile auf Atomkraft zu setzen? Und wann ist der richtige Zeitpunkt, in erneuerbare Energien zu investieren, ohne den Ausbau meines Stromnetzes zu verlangsamen? Fragen über Fragen stellen sich von Beginn an und um die passenden Antworten zu finden, muss man den Markt und vor allem seine Kontrahenten im Auge behalten und im richtigen Moment zuschlagen.

In Funkenschlag tauchen die Spieler tief in die Welt der Energiewirtschaft ein. Es gilt, den eigenen Energiekonzern nach vorne zu bringen, allen Kontrahenten die rasch schwindenden Rohstoffe streitig zu machen und rechtzeitig die Energiewende einzuleiten, bevor die verbliebenen Rohstoffe zu teuer werden und einen weiteren Ausbau des eigenen Stromnetzes verlangsamen oder gar vollständig zum Erliegen bringen. Klingt spannend? Ist es auch!


Spielverlag: 2F Spiele
Spielautoren: Friedemann Friese
Erscheinungsjahr: 2004, 2011

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler
Spielzeit: 120 Minuten

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Spielzubehör von Funkenschlag

Zu jeder ordentlichen Wirtschaftssimulation gehört auch einiges an Spielzubehör. Hier steht auch Funkenschlag anderen Wirtschaftsspielen in Nichts nach, zumal sich Friese mit diesem Brettspiel gleich die Energieversorgung eines ganzen Landes zum Kernthema gemacht hat. In der großen Spieleschachtel findet ihr das folgende Zubehör:

  • Ein doppelseitiger Spielplan (Deutschland und USA)
  • 132 Holzhäuschen in 6 verschiedenen Farben (22 pro Farbe)
  • 84 Rohstoffmarker (24x braun = Kohle, 24x schwarz = Öl, 24x gelb = Müll, 12x rot = Uran
  • Spielgeld in eigenes Währung (Elektro)
  • 6 Übersichtskarten mit kurzen Erläuterungen zum Spielablauf
  • 43 Kraftwerkskarten + eine “Stufe 3″ Karte
  • Eine sehr ausführliche Spielanleitung

Ausführliche Spielregeln zu Funkenschlag

Spielvorbereitungen – Aufbau des Spielfeldes

Bevor es los geht muss das ganze Spielzubehör noch auf dem Plan und unter den Mitspielern verteilt werden. Auch wenn die Liste der Vorbereitungen den Anschein erweckt, dass bei Funkenschlag eine Menge sortiert, verteilt, besprochen und aufgebaut werden muss, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Ist alles nicht so schlimm. Schon bei der zweiten Runde ist Startaufstellung in weniger als 5 Minuten aufgebaut und spielbereit.

  • Der große Spielplan wird in die Mitte gelegt, so dass möglichst alle Mitspieler den Plan erreichen können. Auf dem Plan befinden sich mehrere Versorgungsgebiete, die farblich voneinander getrennt sind. Am Anfang des Spiels einigen sich alle Spieler auf die Startregionen. Diese Gebiete müssen aneinandergrenzen und der Anzahl der Spieler entsprechen. Ab der zweiten Runde können sich alle Spieler aber auf dem gesamten Spielplan ausbreiten.
  • Die Spieler erhalten jeweils eine Übersichtskarte, Geldscheine im Wert von 50 Elektro und alle Holzhäuschen ihrer Farbe entsprechend.
  • Jeder Spieler platziert eines seiner Holzhäuser auf der Zählleiste (oben rechts auf dem Plan) und ein weiteres Häuschen auf der Markierung für die Spielerreihenfolge (oben links auf dem Plan).
  • Ein Startspieler und alle Folgespieler werden ausgelost. Die Holzhäuschen werden anschließend in der entsprechenden Reihenfolge auf der Markierung oben links auf dem Plan platziert.
  • Der Rohstoffmarkt wird aufgefüllt. Beim Spielstart befinden sich 24 Kohlemarker, 18 Ölmarker, 6 Müllmarker und 2 Uranmarker auf dem Markt. Die Preise pro Rohstoff schwanken hier zwischen einem und 16 Elektro. Im weiteren Verlauf des Spiels wird dieser Rohstoffmarkt gemäß der Tabelle für den Rohstoffnachschub aufgefüllt.
  • Die verbliebenen Rohstoffe werden neben dem Spielplan gelegt, das restliche Geld wird nach Wertigkeit getrennt ebenfalls griffbereit neben dem Plan abgelegt.
  • Die Kraftwerkskarten werden in zwei Viererreihen neben den Plan gelegt. In der oberen Reihe befinden sich die Kraftwerke mit den Nummern 3 – 6. Diese bilden den aktuellen Kraftwerksmarkt. Die untere Reihe besteht aus dem künftigen Kraftwerksmarkt und bildet die Kraftwerke mit den Nummern 7 – 10 ab.
  • Die übrigen Kraftwerkskarten werden als Zugstapel neben den Kraftwerksmarkt gelegt. Wichtig: Alle im weiteren Verlauf des Spiels nachgezogenen Kraftwerke werden immer ihrer Nummer nach in den bestehenden Markt einsortiert.
  • Das Kraftwerk Nummer 13 wird verdeckt auf den Zugstapel gelegt, die “Stufe 3″ Karte wird verdeckt unter den Zugstapel gelegt.

Spielablauf – So wird Funkenschlag gespielt

Eine komplette Spielrunde besteht in Funkenschlag aus insgesamt 5 Phasen, in denen die Spieler die Geschicke ihres Konzerns lenken müssen.

1. Spielerreihenfolge festlegen: In der ersten Spielrunde wird die Spielerreihenfolge ausgelost. Ab der zweiten Spielrunde wird der aktuell “beste” Spieler ermittelt. Dieser stellt sein Häuschen auf das erste Feld in der Leiste für die Spielerreihenfolge. Anschließend folgt der Zweitbeste, der Drittbeste, usw. Aktuell “Bester” ist immer der Spieler mit den meisten angeschlossenen Städten (siehe Zählleiste oben rechts auf dem Plan). Sollten hier mehrere Spieler gleich viele Städte erschlossen haben, so gilt derjenige als bester Spieler, der das Kraftwerk mit der höchsten Nummer besitzt.

2. Kraftwerke kaufen: In der ersten Spielrunde MUSS jeder Spieler ein Kraftwerk erwerben. Auf dem Kraftwerksmarkt tummeln sich zum Spielstart immer die in dem Bild dargestellten Kraftwerke. Oben links befindet sich die Kraftwerksnummer, unten links die Anzahl an benötigten Rohstoffen und unten rechts die Anzahl an Städten, die mit diesen Rohstoffen versorgt werden können. Hierbei gibt es auch Hybridkraftwerk (siehe Nr. 5) die mehrer Rohstoffe verarbeiten können.

Der “beste” Spieler darf nun auf eines der Kraftwerke aus der ersten Reihe ein Gebot (entsprechend der Währung in Elektro) abgeben und somit sein Interesse bekunden. Das Gebot MUSS aber mindestens der Nummer des Kraftwerks entsprechen. Für das kleinste Kraftwerk muss er also mindestens 3 Elektro bieten. Im Uhrzeigersinn können nun alle Mitspieler ebenfalls ein Gebot für dasselbe Kraftwerk abgeben oder aber passen. Wer einmal passt, darf für dieses Kraftwerk nicht mehr mitbieten. Gebote werden abgegeben, bis nur noch ein Spieler übrig bleibt. Dieser bezahlt den fälligen Betrag an die Bank und legt das Kraftwerk vor sich ab. Nun wird sofort ein neues Kraftwerk von Nachzugstapel gezogen und entsprechend seiner Nummer fortlaufend in den Kraftwerksmarkt einsortiert.

Hat in der ersten Runde ein anderer Spieler das Kraftwerk letztlich ersteigert, so darf der Startspieler sein Glück mit einem anderen Kraftwerk versuchen. Hat der Startspieler das erste Kraftwerk erworben, so ist nun der nächste Spieler (gemäß der Spielerreihenfolge) dran und darf ebenfalls auf eines der vier oberen Kraftwerke bieten. Spieler, die bereits ein Kraftwerk erworben haben, dürfen in dieser Spielrunde nicht für weitere Kraftwerke bieten.

Diese zweite Phase wird in der ersten Spielrunde so lange wiederholt, bis alle Spiele ein Kraftwerk erworben haben. Ab der zweiten Spielrunde ist der Kraftwerkskauf optional. In diesem Fall endet die Phase, wenn alle Spieler gekauft oder aber gepasst haben.

Jeder Spieler darf während des Spiels immer nur drei Kraftwerke verwalten. Ersteigert ein Spieler sein viertes Kraftwerk, so muss er sich sofort von einem seiner zuvor gekauften Kraftwerke trennen. Dieses wird dann endgültig aus dem Spiel genommen.

3. Rohstoffe kaufen: In Phase 3 dreht sich die Spielerreihenfolge nun um. Der laut Zählleiste “schlechteste” Spieler darf nun zuerst auf dem Rohstoffmarkt seine Einkäufe tätigen. Beim Ressourcenkauf muss sich der Spieler lediglich an die Lagerkapazitäten seiner Kraftwerke halten. Jedes Kraftwerk kann die doppelte Menge an Rohstoffen lagern, die es für die Versorgung seiner Städte benötigt. Kraftwerk Nummer 3 (siehe Bild oben) benötigt 2 x Öl um eine Stadt zu versorgen, kann dementsprechend als 4 x Öl lagern. Hat der aktuell schlechteste Spieler seine Einkäufe beendet, folgt der Zweitletzte, dann der Drittletzte, bis alle Spieler auf dem Rohstoffmarkt tätig wurden oder aber gepasst haben. Die gekauften Rohstoffe werden bei der Bank bezahlt und anschließend auf die entsprechenden Kraftwerkskarten gelegt.

4. Bauen: Auch in dieser Phase beginnt der “schlechteste” Spieler, gefolgt vom Zweitletzten, Drittletzten, bis schließlich der aktuell “beste” Spieler am Zug war. In der Bauphase geht es nun darum, dass eigene Energienetz auszubauen und dabei neue Städte zu erschließen. Jede Stadt kann von bis zu 3 Versorgern mit Energie beliefert werden (mehr dazu im nächsten Abschnitt “Drei Spielstufen”). Der erste Spieler, der eines seiner Holzhäuschen auf eine Stadt stellt, muss dafür 10 Elektro zahlen, der zweite Spieler 15 Elektro und der letzte Anschlussplatz kosten 20 Elektro.

Weitere Städte können im weiteren Spielverlauf immer nur von einer bereits erschlossenen Stadt ausgehend an das eigene Energienetz angebunden werden. Hierbei fallen auch Kosten für die Verbindung zwischen zwei Städten (auf dem Plan dargestellt als Pipelines) an. Des Weiteren darf jede Stadt nur einmal von einem Spieler erschlossen werden. Haben alle Spieler gebaut oder gepasst, endet die Bauphase.

5. Geld kassieren / Bürokratie: In Phase 5 klingelt nun bei hoffentlich allen Spielern die Kasse. Der “beste” Spieler schaut nun wieder zuerst, wie viele Städte er insgesamt angeschlossen hat und wie viele er davon in dieser Runde mit Energie versorgen möchte bzw. kann. Anschließend produziert er die entsprechende Energie, in dem er die Anzahl an Rohstoffen von seinen Kraftwerkskarten wieder in den Rohstoffpool neben dem Spielplan (nicht in den Rohstoffmarkt) zurück legt und wird dafür pro versorgter Stadt entlohnt. Für eine Stadt gibt es 22 Elektro, bei zwei Städten 33 Elektro, bei vier Städten 44 Elektro, usw. bis maximal zwanzig Städte.

Haben alle Spieler ihre Städte mit Energie versorgt und ihr Geld erhalten, wird nun der Rohstoffmarkt gemäß einer Nachschubtabelle für die folgende Spielrunde wieder aufgefüllt. Die Nachschubtabelle nimmt hierbei Rücksicht auf die Anzahl an Mitspieler und eignet sich dennoch hervorragend, um einen dynamischen Wirtschaftsmarkt dazustellen.

Weiter wird der Kraftwerksmarkt verändert. Das Kraftwerk mit der höchsten Nummer wird wieder verdeckt unter den Nachzugstapel gelegt und durch eine neue Karte ersetzt.

Drei Spielstufen – Änderungen im Spielverlauf

Der bereits geschilderte Spielverlauf wird nun noch einmal in drei Stufen aufgeteilt, bei deren Übergängen sich während des Spiels einige Abläufe verändern.

Stufe 1: Beim Spielstart befinden sich alle Spieler in Stufe 1. Das hat zunächst zur Folge, dass jede Stadt nur von einem Spieler angeschlossen werden darf. Ebenso wird der Rohstoffmarkt nach den Vorgaben der Nachschubtabelle für Stufe 1 aufgestockt.

Stufe 2: Schließt ein Spieler in Phase 4 “Bauen” seine siebte Stadt an sein Stromnetz an, so beginnt Stufe 2. Jede Stadt kann nun von zwei Spielern angeschlossen werden. Der Rohstoffmarkt wird nach den Vorgaben der Nachschubtabelle für Stufe 2 aufgestockt. Als einmalige Aktion wird das Kraftwerk mit der niedrigsten Nummer auf dem Markt genommen und durch ein neues Kraftwerk vom Nachzugstapel ersetzt.

Stufe 3: Sobald die Karte “Stufe 3″ vom Kraftwerksnachzugstapel aufgedeckt wird, beginnt die Stufe 3. Jede Stadt kann nun von drei Spielern angeschlossen werden. Der Rohstoffmarkt wird nach den Vorgaben der Nachschubtabelle für Stufe 3 aufgestockt. Des Weiteren wird der Kraftwerksmarkt auf 6 Kraftwerke reduziert. In Phase 5 wird nunmehr das kleinste Kraftwerk aus dem Spiel genommen und durch ein neues Kraftwerk vom Nachzugstapel ersetzt.

Spielende und Ziel des Spiels

Das Spielende wird bei Funkenschlag in Phase 4 eingeläutet und zwar in dem Moment, in dem einer der Spieler 17 oder mehr Städte an sein Energienetz angeschlossen hat. Ist das der Fall, so wird nun in Phase 5 nur noch geprüft, welcher Spieler in dieser letzten Runde die meisten seiner erschlossenen Städte mit Energie versorgen kann. Sollte hier Gleichstand herrschen, so gewinnt der Spieler, der die meisten seiner Städte mit Energie versorgen kann UND darüber hinaus noch über das größte Barvermögen verfügt. Es muss also nicht immer derjenige gewinnen, der als erstes die meisten Städte an sein Netz angeschlossen hat. Viel wichtiger ist, alle seine Städte auch versorgen zu können, also ausreichend Rohstoffe parat zu haben und starken Kraftwerkspark. Wer beides hat, kann getrost die 17te Stadt erschließen und das Spielende einleiten.

Fazit zum Brettspiel Funkenschlag

Mit einer angegebenen Spieldauer von 2 Stunden und einem umfangreichen Regelwerk hat sich der Autor Friedemann Friese bei Funkenschlag eher für die Riege der Vielspieler als Zielgruppe entschieden. Hier trifft er mit seinem Spiel jedoch voll ins Schwarze.

Als Wirtschaftssimulation funktioniert Funkenschlag einfach hervorragend. Herz und Seele des Spiels ist natürlich der sich stetig im Wandel befindende Rohstoffmarkt. Hier hat Friese einen fantastischen Spiele-Mechanismus integriert, der auch die zwanzigste Partie noch spannend und unberechenbar macht. So werden Rohstoffe, die von vielen Spielern für die Energiegewinnung benötigt werden, im Spielverlauf immer seltener und vor allem teurer, wogegen vernachlässigte Ressourcen dem Preisverfall unterliegen und den Markt regelrecht überschwemmen. Das Angebot-Nachfrage Prinzip der freien Marktwirtschaft lebt in diesem Spiel.

Das Spielmaterial ist umfangreich, alle Marker und Figuren sind aus Holz und der Spielplan ist zudem doppelseitig bedruckt und liefert gleich in der Grundausstattung zwei verschiedene Länder mit. Was will man mehr?

Wer nur gelegentlich mal zum Brettspiel greift, könnte vor einer Anschaffung von Funkenschlag zurückschrecken. Aber wie bereits eingangs schon erwähnt: Spielvorbereitung, Aufbau, Konzept, erste Schritte im Spielverlauf…alles halb so wild. Die Spieleanleitung von Friese ist so gut geschrieben, dass man auch nicht erst alles lesen muss, um mit der ersten Spielrunde zu beginnen. Einfach Aufbauen und losspielen und an den entsprechenden Stellen schnell nachlesen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Für Vielspieler und Taktikfüchse unserer Meinung nach  ein Muss. Aber auch Gelegenheitsspieler sollten sich Funkenschlag ruhig einmal angucken.  Absolut empfehlenswert!