Mit dem Brettspiel Istanbul erschafft Rüdiger Dorn ein weiteres Spiel rund ums Handeln – dieses Mal angesiedelt im Basarviertel Istanbuls. Hier übernehmen die Spieler die Rolle von Kaufleuten, die mit ihren Gehilfen durch die schmalen Gassen des Basars laufen und dabei versuchen, ihrer Konkurrenz das nächste Geschäft abzuluchsen. Ziel des Spiels ist es dann auch, möglichst viele Rubine zu erwirtschaften – sei es durch Warentausch oder Ankauf. Was sich zunächst wie ein gewöhnliches Handelsspiel anhört, vermag durch seinen cleveren Spielmechanismus und zahlreiche Aktionsmöglichkeiten aber durchaus zu überzeugen.

Ein erster Aha-Effekt macht sich hier bereits beim Bewegen der Spielfiguren breit. In Istanbul zieht jeder Spieler jeweils ein Gebilde aus übereinander gestapelten Figuren. An der Spitze des Stapels befindet sich der jeweilige Kaufmann, unter ihm stapeln sich seine bis zul fünf Gehilfen. Pro Spielzug darf ein Spieler seinen Figurenstapel um maximal zwei Felder waagerecht oder senkrecht durch das Basarviertel Istanbuls bewegen. Betritt er einen neuen Ort und führt dort eine Aktion aus, muss der Spieler einen seiner Gehilfen an diesem Ort zurücklassen. Kehrt er dagegen zu einem Ort zurück, auf dem sich bereits ein eigener Gehilfe befindet, sammelt er diesen wieder ein und zwar, indem er ihn einfach wieder unter den Figurenstapel schiebt. Durch diesen cleveren Mechanismus kann man sich richtig vorstellen, wie der Kaufmann durch das Basarviertel von Istanbul schlendert und seine Gehilfen mit Aufträgen zu diesem und jenem Stand schickt. Einfach großartig, wie dieser Teilaspekt des Spielthemas in den Spielablauf integriert wurde. Da sich die Gehilfen im Spielverlauf über insgesamt zahlreiche Orte vertreuen können, wurde glücklicherweise auch an einen Sammelplatz gedacht- den Brunnen.

Der Spielplan von Istanbul setzt sich aus insgesamt sechszehn Orten zusammen, die immer in einem 4×4 Felder großen Raster ausgelegt werden. Die einzelnen Orte sind dabei abwechslungsreich und bieten den Spielern neben zu erwartenden Warenlagern und Märkten auch weitaus innovativere Felder: Im Sultanspalast kann man beispielsweise Waren direkt gegen Rubine tauschen, in der Teestube sein Spielglück testen, über die Polizeiwache eigene Familienmitglieder in das Basarviertel entsenden, zwei Moscheen aufsuchen, auf dem Schwarzmarkt feilschen und so weiter.

Den Spielern bieten sich durch die verschiedenen Aktionen zahlreiche Möglichkeiten um an die benötigten Rubine zu gelangen. Hat ein Spieler hier fünf Rubine erwirtschaften können, endet das Spiel.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Pegasus
Spielautor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

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Spielzubehör von Istanbul

Spielzubehör von Istanbul
Spielzubehör von Istanbul
  • 16 große Ortsplättchen
  • 5 Handkarren (inkl. 15 Erweiterungen)
  • 26 Bonuskarten
  • 16 Moschee-Plättchen
  • 10 Marktplättchen
  • 5 Übersichtstafeln
  • 1 Startspieler-Plättchen
  • 1 Gouverneur und 1 Schmuggler
  • 5 Kaufmänner und 5 Familienmitglieder (je 1 pro Spieler)
  • 25 Gehilfen (5 pro Spieler)
  • 20 Warenanzeiger (4 pro Spieler)
  • 4 Postanzeiger
  • 2 Würfel
  • 57 Geldmünzen mit den Werten 1, 5 und 10

Ausführliche Spielregeln zu Istanbul

Spielvorbereitungen

Der Spielplan von Istanbul besteht immer aus 16 Ortskarten, die in einem 4×4 Felder großen Raster ausgelegt werden. Auf jeder Ortskarte befinden sich drei unterschiedliche Zahlen in den Farben schwarz, rot und blau. Die Zahlen geben den Spielern – je nach Schwierigkeitsgrad – mögliche Reihenfolgen beim Auslegen der Orte vor. Für das erste Spiel empfiehlt es sich nach den blauen Ziffern zu spielen, da hier die Laufwege der Figuren sehr kurz sind.

  • Legt die Ortskarten numerisch aufsteigend in einem 4×4 Felder großen Raster aus.
  • Sortiert die Moschee-Plättchen nach Farbe und legt diese dann mit steigender Warenanzahl auf die beiden Moscheen. Pro Mitspieler wird noch 1 Rubin auf beide Moscheen gelegt.
  • Legt pro Mitspieler 3 Handkarren-Erweiterungen und 1 Rubin auf die Wagnerei.
  • Legt die 4 Postanzeiger auf die oberste Reihe des Postamtes.
  • Sortiert die Markt-Plättchen (hell / dunkel), mischt die beiden Stapel und legt die hellen Plättchen offen auf den kleinen Marktplatz und die dunklen Plättchen offen auf den großen Markt.
  • Nutzt beide Würfel und bestimmt mit diesen die Startplätze für die Figuren Gouverneur und Schmuggler.
  • Mischt die Bonuskarten und legt diese verdeckt neben den Spielplan.
  • Legt das Geld und die beiden Würfel ebenfalls neben den Spielplan.
Spielerzubehör
Spielerzubehör

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Spielfarbe und nimmt sich passend dazu:  Fünf Gehilfen, vier Warenanzeiger, ein Familienmitglied, einen Handkarren und eine Übersichtstafel. Die vier Warenanzeiger werden auf die grauen Felder des Handkarrens gelegt. Das Familienmitglied wird auf die Polizeiwache gestellt. Jeder Spieler stapelt vier seiner Gehilfen, legt den Kaufmann obendrauf und stellt diesen Stapel zum Brunnen. Der fünfte Gehilfe wird neben den Spielplan gelegt.

Einmalige Boni zum Spielstart: Der Startspieler wird ermittelt. Dieser nimmt sich das Startspieler-Plättchen und erhält zudem 2 Lira aus dem allgemeinen Vorrat. Nun nimmt sich im Uhrzeigersinn jeder Spieler ein Lira mehr als sein rechter Nachbar. Des Weiteren zieht jeder Spieler eine Bonuskarte verdeckt vom Nachziehstapel und nimmt diese auf die Hand.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, sich mit seinen Gehilfen gut organisiert durch die zahlreichen Orte des Basarviertels zu bewegen, Handel zu treiben und sein eigenes Vermögen zu vergößern. Den eigenen Reichtum sollen die Spieler dann durch erworbene Rubine zur Schau stellen. Wer davon zuerst fünf besitzt, gewinnt das Spiel Istanbul.

Der Spieler mit dem Startspieler-Plättchen beginnt das Spiel. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so durchläuft er in seinem Spielzug immer bis zu vier aufeinanderfolgende Phasen:

  1. Bewegen der Figuren
  2. Begegnungen mit anderen Kaufleuten
  3. Aktionen am Zielort ausführen
  4. Begegnungen mit anderen Figuren

Die meisten Spielzüge bestehen allerdings nur aus den beiden Phasen Bewegen der Figuren und Aktionen am Zielort ausführen. Während seines Spielzuges darf ein Spieler beliebig viele seiner Moschee-Plättchen und Bonuskarten einsetzen (mehr dazu bei den Ortserläuterungen!).

1. Die eigenen Spielfiguren bewegen

Zu Beginn seines Spielzuges muss der Spieler seinen Kaufmann und alle darunter gestapelten Gehilfen um 1 bis 2 Ortskarten waagerecht oder senkrecht bewegen. Einfach Stehenbleiben oder diagonal Ziehen ist nicht erlaubt. Bei Bewegen des eigenen Figurenstapels können die folgenden zwei Fälle eintreten:

Der Kaufmann zieht auf einen Ort, an dem noch keiner seiner Gehilfen steht. In diesem Fall wandert er mit all seinen Gehilfen auf das neue Ortsplättchen. Dort angekommen, muss der Kaufmann einen seiner „gestapelten“ Gehilfen aus dem Stapel trennen und neben sich auf dem Ortsplättchen legen. Dieser Gehilfe erledigt jetzt für den Kaufmann die Aktion des Ortes und wird dort zurückgelassen.

1. Kaufmann und Gehilfen in einem Stapel.
1. Kaufmann und Gehilfen in einem Stapel.
2. Der Kaufmann trennt sich am Ort von einem Gehilfen.
2. Der Kaufmann trennt sich am Ort von einem Gehilfen.

Der Kaufmann zieht auf einen Ort, an dem bereits einer seiner Gehilfen steht. In diesem Fall stellt er sich mit all seinen Gehilfen auf den eigenen Gehilfen. Der Kaufmann sammelt so seinen verstreuten Gehilfen wieder ein und kann die Aktion des Ortes dennoch vollständig nutzen. In der nächsten Runde zieht der Kaufmann dann inklusive dem eingesammelten Gehilfen weiter.

1. Der Kaufmann geht zum Gehilfen zurück.
1. Der Kaufmann geht zum Gehilfen zurück.
2. Der Kaufmann sammelt den Gehilfen wieder ein.
2. Der Kaufmann sammelt den Gehilfen wieder ein.

Sonderfall: Sollte einmal der Fall eintreten, dass der Kaufmann keinen Gehilfen mehr unter sich gestapelt hat und sich auf dem neuen Ortsfeld ebenfalls kein eigener Gehilfe befindet, dann endet die Aktion des Spielers nach der Bewegung des Kaufmanns sofort.

2. Begegnung mit anderen Kaufleuten (nicht immer)

Auch wenn der Basar von Istanbul 16 Orte umfasst, so kommt es nicht selten vor, dass sich zwei oder noch mehr Kaufmänner an einem Ort begegnen. Sollte dieser Fall eintreten, so muss der aktive Spieler – also derjenige, der seinen Kaufmann zuletzt an diesen Ort bewegt hat – entscheiden, ob er die Aktion des Ortes nutzen möchte.

Andere Kaufleute treffen.
Andere Kaufleute treffen.

Will der Spieler die Aktion des Ortes nutzen, muss er vorher jedem Spieler 2 Lira aus dem eigenen Vermögen zahlen, dessen Kaufmann sich ebenfalls an dem Ort befindet.

Will der Spieler die Aktion des Ortsfeldes nicht nutzen oder verfügt er nicht über ausreichend Geld, dann endet sein Spielzug sofort.

3. Aktionen am Zielort ausführen – die Orte im Spiel Istanbul

Insgesamt 16 verschiedene Orte umfasst das Basisspiel Instanbul. Hier können die Spieler Waren kaufen und verkaufen, Familienmitglieder einsetzen, seltene Waren auf dem Schwarzmarkt erhaschen, ein wenig Wetten, Rubine erwerben, den eigenen Handkarren erweitern, Moschee-Plättchen und Bonuskarten erhalten und so weiter.

Die Aktion eines Ortes kann ein Spieler immer dann nutzen, wenn er mit seinem Kaufmann auf ein Feld zieht und entweder noch mindestens einen Gehilfen dabei hat oder sich bereits ein eigener Gehilfe auf dem Feld befindet.

Die Wagnerei: Zu Spielbeginn verfügt jeder Spieler über einen Handkarren, der von jeder Ware maximal zwei Einheiten transportieren kann. In der Wagnerei kann man bis zu 3 Erweiterungen zu seinem Handkarren zum Preis von jeweils 7 Lira erwerben. Die maximale Auslastung des Handkarrens  liegt somit bei fünf Waren pro Sorte.

Besonderer Bonus: Hat ein Spieler seinen Handkarren zu 100% ausgebaut, erhält er zusätzlich zu seiner dritten Erweiterung einen Rubin.

Das Tuch-, Gewürz- und Obstlager: In den drei verschiedenen Lagern können die Kaufleute ihre Handkarren befüllen. Bewegt sich ein Spieler mit seinem Kaufmann und mindestens einem Gehilfen auf eines der Lager, so kann er den entsprechenden Warenanzeiger auf seinem Handkarren ganz nach rechts schieben (je größer der Handkarren ist, um so mehr Waren kann man einsammeln).

Hinweis: Die vierte Ware (blau) gibt es nur auf dem Schwartmarkt oder beim Schmuggler.

Das Postamt: Die Ortskarte des Postamtes zeigt acht verschiedene Felder, auf denen Waren und Münzen abgebildet sind. Vier der Felder sind immer durch kleine Marker verdeckt. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und mindestens einem Gehilfen dieses Feld, kann er sich alle vier sichtbaren Waren und Münzen nehmen.

Anschließend bewegt der Spieler den linken Marker der oberen Warenreihe nach unten. Befindet sich kein Marker mehr in der oberen Reihe, schiebt der Spieler dafür alle vier Marker wieder nach oben.

Die Karawanserei: Neben dem Gouverneur (siehe weiter unten) ist die Karawanserei die einzige Möglichkeit der Spieler an zusätzliche Bonuskarten heranzukommen. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und einem Gehilfen diesen Ort, so darf er zwei Bonuskarten auf die Hand nehmen. Anschließend muss er eine beliebige Bonuskarte aus der Hand wieder abwerfen.

Hinweis: Über die Aktion der Karawanserei kann man auch Bonuskarten vom Ablagestapel zurück auf die Hand nehmen.

Der Brunnen: Wie auch so oft im realen Leben stellt der Brunnen einen Treffpunkt dar. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann das Brunnenfeld, so kann er alle seine Gehilfen wieder versammeln – also unter sich stapeln. Insbesondere im Spielaufbau mit den langen Wegen (grüne Ziffernfolge) ist das Brunnenfeld ungemein wichtig.

Der Brunnen ist der einzige Ort im Spiel, an dem der Kaufmann auch ohne Gehilfen und ohne zusätzliche Kosten eine Aktion ausführen darf.

Der Schwarzmarkt: Drei von vier Waren erhalten die Spieler in den Lagern. Die vierte Ware gibt es unter anderem auf dem Schwarzmarkt. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und mindestens einem Gehilfen diesen Ort, so darf er sich zunächst jeweils eine Einheit der drei Lagerwaren nehmen.

Anschließend wird mit beiden Würfeln um die vierte Ware gewürfelt: Bei einer 7/8 gibt es eine Einheit, bei einer 9/10 zwei Einheiten und bei einer 11/12 sogar drei Einheiten der vierten Ware.

Die Teestube: Geld kann in Istanbul erwirtschaftet oder gewonnen werden. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und mindestens einem Gehilfen die Teestube, so darf er sein Glück herausfordern.

Der Spieler nennt eine beliebige Zahl zwischen 1 und 12. Anschließend wird mit beiden Würfeln eine Augzahl ermittelt. Ist diese gleich oder größer der genannten Zahl, erhält der Spieler exakt diese Summe an Lira. Ist die gewürfelte Zahl niedriger, bekommt er immerhin noch 2 Lira.

Der kleine Marktstand: Der eigentlichen Handel im Spiel findet am Marktstand statt. Am kleinen Marktstand liegt immer ein Stapel (heller) Nachfrage-Plättchen, auf denen fünf Einheiten unterschiedlicher Waren abgebildet sind.

Betritt ein Spieler mit Kaufmann und Gehilfen den Ort und hat die gesuchten Waren in seinem Handkarren, so kann er diese hier verkaufen. Der Erlös ist dabei abhängig von der Anzahl an Waren, die der Spieler verkaufen kann/möchte.

Der große Markt: Etwas mehr Geld verdienen kann man auf dem großen Markt. Hier liegt immer ein Stapel (dunkler) Nachfrage-Plättchen, auf denen ebenfalls fünf Einheiten unterschiedlicher Waren abgebildet sind.

Betritt ein Spieler mit Kaufmann und Gehilfen den Ort und hat die gesuchten Waren in seinem Handkarren, so kann er diese hier verkaufen. Der Erlös ist dabei abhängig von der Anzahl an Waren, die der Spieler verkaufen kann/möchte.

Die Polizeiwache: Jeder Spieler verfügt über ein Familienmitglied, das zu Spielbeginn in die Polizeiwache gestellt wird. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann inklusive einem Gehilfen die Polizeiwache, so kann der Spieler sein Familiienmitglied sofort auf einen beliebigen, anderen Ort stellen und die Aktion des Ortes nutzen.

Hinweis: Familienmitglieder können von anderen Spielern auch wieder eingefangen werden (mehr dazu in Phase 4).

Der Sultanspalast: Ununterbrochen wartet der der Sultan auf neue Waren und entlohnt die eifrigen Kaufleute mit seinen kostbaren Rubinen. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und mindestens einem Gehilfen den Sultanspalast, kann er durch Abgabe aller sichtbaren Waren den Rubin nächsten Rubin in der Warenreihe an sich nehmen.

Sobald ein Spieler so einen Rubin erworben hat, wird ein neues Warenfeld sichtbar. Die Rubine werden also mit jeder Nutzung des Ortes teurer.

Die kleine Moschee: Im Inneren der kleinen Moschee befinden sich 2×4 Moschee-Plättchen. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und einem Gehilfen die Moschee und hat die auf dem Plättchen angezeigte Anzahl an Waren in seinem Handkarren, kann er sich gegen Abgabe einer Einheit dieser Ware das oberste Plättchen nehmen.

Moschee-Plättchen-Bonus: Entweder im Schwarzmarkt einen Würfel auf „4“ drehen bzw. beide nochmal würfeln oder bei Nutzung eines Lager für 2 Lira eine weitere Ware zu kaufen.

Die große Moschee: Auch hier befinden sich 2×4 Moschee-Plättchen. Betritt ein Spieler mit seinem Kaufmann und einem Gehilfen die große Moschee und hat die auf dem Plättchen angezeigte Anzahl an Waren in seinem Handkarren, kann er sich gegen Abgabe einer Einheit dieser Ware das oberste Plättchen nehmen.

Moschee-Plättchen-Bonus: Entweder 5. Gehilfen nehmen oder einmal pro Spielzug für 2 Lira einen Gehilfen einsammeln.

Besonderer Bonus beider Moscheen: Hat ein Spieler beide Moschee-Plättchen aus der kleinen oder großen Moschee erworben, erhält er jedes Mal einen zusätzlichen Rubin.

Der Edelsteinhändler: Der Ort funktioniert ähnlich wie der Sultanspalast. Auch hier liegen zahlreiche Rubine aufgereit, nur decken diese hier keine Waren sondern Geldbeträge ab. Nutzt ein Spieler mit seinem Kaufmann inklusive Gehilfen diese Aktion, dann kann er sich gegen Bezahlung des sichtbaren Betrages den nächsten Rubin in der Reihe nehmen.

Auch hier werden die Rubine mit jeden Kauf teurer.

4. Begegnung mit anderen Figuren (nicht immer)

Im Basarviertel von Istanbul tummeln sich auch noch zahlreiche weitere Figuren. Kommt es hier zu einem Zusammentreffen, profitieren die Kaufleute von der Begegnung.

Trifft ein Kaufmann auf ein Familienmitglied eines anderen Spielers, so muss er dieses „einfangen“ und zurück zur Polizeiwache setzen.

Zur Belohnung erhält der Spieler pro Familienmitglied entweder 3 Lira aus dem allgemeinen Vorrat oder aber 1 Bonuskarte vom verdeckten Nachziehstapel.

Trifft ein Kaufmann auf den Schmuggler, so darf er sich eine beliebige Ware nehmen. Diese kann er entweder für 2 Lira kaufen oder aber eine andere Ware aus seinem Handkarren dafür abgeben.

Anschließend zieht der Schmuggler weiter. Hierzu würfelt der Spieler mit beiden Würfeln und stellt den Schmuggler auf den Ort mit der entsprechenden Ziffer.

Trifft ein Kaufmann auf den Gouverneur, so darf er sich eine Bonuskarte vom Nachziehstapel nehmen. Diese kann er entweder für 2 Lira kaufen oder aber eine andere Bonuskarte aus der Hand ablegen.

Anschließend zieht der Gouverneur weiter. Hierzu würfelt der Spieler mit beiden Würfeln und stellt die Gouverneur-Figur auf den Ort mit der entsprechenden Ziffer.

Der Einsatz von Bonuskarten

Bonuskarten können die Spieler zu jedem Zeitpunkt ihres Spielzuges einsetzen. Dabei können auch mehrere Bonuskarten gleichzeitig genutzt werden. Ein Handkartenlimit für Bonuskarten gibt es ebenfalls nicht. Nutzt ein Spieler eine Bonuskarte, so wird diese im Anschluss an die Aktion offen auf das Feld der Karawanserei gelegt.

Folgende Aktionen können durch Bonuskarten durchgeführt werden:

  • In der Phase „Bewegen“ stehen bleiben.
  • In der Phase „Bewegen“ 3 – 4 Felder gehen.
  • Einen Gehilfen wieder von einem Ort einsammeln.
  • Das eigene Familienmitglied „einfangen“.
  • 5 Lira nehmen
  • Eine beliebige Ware nehmen.
  • Den Ort Sultanspalast 2x nutzen.
  • Den Ort Postamt 2x nutzen.
  • Den Ort Edelsteinhändler 2x nutzen.
  • Auf dem kleinen Markt beliebige Waren verkaufen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende wird eingeleitet, sobald der erste Spieler fünf Rubine gesammelt hat. Die laufende Spielrunde bis zum rechten Nachbarn des Startspielers wird noch zu Ende gespielt. Anschließend wird der Sieger ermittelt. Der Spieler mit den meisten Rubinen gewinnt. Bei Gleichstand wird unter den möglichen Gewinnern zusätzlich ermittelt, wer

  • das meiste Geld hat.
  • die meisten Waren in seinem Handkarren hat.
  • die meisten Bonuskarten besitzt.

Fazit zum Brettspiel Istanbul

Die Spiele-Vita von Rüdiger Dorn umfasst bereits verschiedene Handelsspielen. Beispielsweise zeichnete er sich auch verantwortlich für die erfolgreichen 2-Personen-Spiele Jambo oder Asante. Mit Istanbul ist ihm unserer Meinung nach aber ein besonders gutes Spiel gelungen. Auch wenn das Thema nicht unbedingt einzigartig ist, so wurde der Handel im Basarviertel Instanbuls hier durch den Spielmechanismus hervorragend integriert. So bewegt sich die Spielfigur des Kaufmanns in kleinen Schritten durch den Basar, schickt seine Handvoll Gehilfen mit kleinen Aufträgen von einem Stand zum nächsten und sammelt diese bei Bedarf wieder ein. Die Aktionen im Basarviertel sind abwechslungsreich und beinhalten neben taktischen Elementen auch Aktionen, bei denen das Glück gefordert wird. Hier kann jeder selbst entscheiden, ob er lieber auf Nummer sicher geht oder auch einmal etwas riskieren möchte.

Die Spielregeln zu Istanbul sind für ein Strategiespiel sehr überschaubar und wirklich schnell gelesen. Der Spielablauf fällt mit zwei bis vier Aktionen pro Spielzug ebenfalls sehr schlank aus. Die meisten Spielzüge bestehen dann tatsächlich auch nur aus dem Ziehen des Kaufmanns und dessen Gehilfen sowie dem Ausführen der Aktion des Zielortes. Lange Wartezeiten sind hier eher eine Seltenheit.

Durch die Begegnung der Kaufmänner (Phase 2) und dem Einsatz der Familienmitglieder (Polizeiwache und Phase 4) findet sogar ein wenig Interaktion zwischen den Spielern statt, so dass nicht jeder nur für sich alleine spielt.

Positiv erwähnen sollte man auch, dass sich der Schwierigkeitsgrad des Spiels durch Varianten beim Spielplanaufbau beeinflussen lässt. So bleibt der Spielspaß an Istanbul eine Weile erhalten und fordert sowohl Gelegenheits- als auch Vielspieler in unterschiedlichem Maße.

Möchte man an Istanbul unbedingt etwas kritisieren, dann klappt das am ehesten beim Spielzubehör. Hier wurden einem tollen Spiel teilweise Standard-Quader und runde Holzscheiben beigelegt. Hier wäre noch mehr möglich gewesen. Auch befinden sich in der Spielschachtel keinerlei Fächer oder Einschübe – dafür jede Menge Tüten.

Alles in allem ist Istanbul ein wirklich sehr schönes Handelsspiel, bei dem sowohl Gelegenheitsspieler als auch Vielspieler voll auf ihre Kosten kommen sollten.

– Herzlichen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
95 %
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