Bereits im vergangenen Jahr erschien mit „Duell im Felsental“ ein reines 2-Personenspiel bei Pegasus. Mit Pagoda veröffentlicht der Verlag nun ein weiteres Spiel für zwei Spieler. Das Thema von Pagoda lässt sich in einem Satz zusammfassen: Der Kaiser von China hat seinen Besuch angekündigt und die Spieler müssen ihm zu Ehren die schönsten und herrlichsten Pagoden errichten. Jede Pagode im Spiel besteht dabei aus mehrere Etagen, die jeweils von vier Säulen gestützt werden. Den Abschluss bildet dann das Dach mit einer zwei Säulen hohen Dachsspitze.

Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er durch auslegen farblich passender Spielkarten Säulen errichten, Etagen einziehen oder ein Dach inklusive Dachspitze bauen. Hierfür stehen den Spielern auf dem Spielplan insgesamt sechs Bauplätze zur Verfügung, auf denen beide Spieler gleichzeitig bauen. Für jede dieser Aktionen gibt es Siegpunkte. Für das Einziehen von Etagen erhalten sie Sonderaktionen, mit denen man sich im Spielverlauf den einen oder anderen Vorteil verschaffen kann.

Sobald drei der sechs Pagoden fertig gebaut wurden, endet das Spiel. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt Pagoda.


Spielverlag: Pegasus
Spielautor: Arve D. Fühler
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Pagoda

  • 1 Spielplan mit 6 Bauplätzen für die Pagoden
  • 55 Spielkarten (11 pro Farbe)
  • 125 Säulen (25 pro Farbe)
  • 25 Etagen-Plättchen (5 pro Farbe)
  • 12 Holzmarker
  • 2 Baumeistertafeln
  • 2 Wertungsplättchen
  • 1 Startspielerplättchen

Ausführliche Spielregeln zu Pagoda

Spielvorbereitungen

  1. Der Spielplan mit den Bauplätzen wird waagerecht zwischen beide Spieler gelegt.
  2. Die Etagenplättchen werden nach Farben sortiert und in fünf Stapeln neben den Spielplan gelegt. Dabei sollten alle Plättchen mit der 4-Säulen-Seite nach oben zeigen.
  3. Die Säulen werden nach Farben sortiert und als allgemeiner Vorrat neben den Spielplan gelegt.
  4. Jeder Spieler nimmt sich ein Wertungsplättchen, sechs gleichfarbige Marker und eine Baumeistertafel. Fünf der Marker legt der Spieler auf die entprechenden Felder der Baumeistertafel. Der sechste Marker kommt auf das Feld „0“ der Siegpunkteleiste.
  5. Jeder Spieler erhält eine Spielkarte pro Farbe und legt diese offen vor sich aus. Das sind seine Tischkarten.
  6. Alle übrigen Karten werden gemischt und als allgemeiner Nachziehstapel bereit gelegt. Hiervon zieht jeder Spieler sofort zwei Karten und nimmt diese auf die Hand.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, durch geschicktes Ausspielen von Handkarten Säulen und Etagen verschiedener Pagoden zu erreichten und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln.

Der Spieler, der zuletzt mit Stäbchen gegessen hat, erhält den Startspielermarker und darf das Spiel beginnen. Im weiteren Spielverlauf wechseln sich die beiden Spieler in ihrem Spielzügen immer ab. Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er in seinem Spielzug aus drei unterschiedlichen Aktionen wählen und diese mehrfach und in beliebiger Reihenfolge durchführen.

Aktion: Säulen bauen

Jeder Spieler muss in seinem Spielzug mindestens eine Säule errichten und darf bis zu maximal drei Säulen bauen. Beim Bau muss der Spieler die Farbregeln beachten. Es können immer nur Säulen der Farbe auf einem Bauplatz gebaut werden, die der Farbe der Säulenfelder entspricht.

Für jede Säule, die ein Spieler bauen möchte, muss er eine farblich passende Karte ausspielen. Dabei kann er sowohl seine Handkarten als auch seine Tischkarten benutzen. Die Säule(n) kann sich der Spieler dann aus dem allgemeinen Vorrat nehmen und auf den jeweiligen Bauplatz stellen. Jede einzelne Säule bringt dem Spieler Punkte ein. Säulen der ersten Etage bringen einen Punkt, der zweiten Etage zwei Punkte, usw.

Aktion: Etagenplättchen legen

Jeder Spieler darf in seinem Spielzug beliebig viele Etagen-Plättchen errichten, allerdings immer nur auf Bauplätzen, auf denen bereits vier Säulen stehen und auf denen noch kein anderes Etagen-Plättchen liegt.

Um eine Etage zu errichten, muss der Spieler eine Hand- oder Tischkarte ablegen. Die Karte muss dieselbe Farbe haben, wie die Säulen, auf denen das Etagen-Plättchen gelegt werden soll. Die Grundfarbe des Etagen-Plättchens muss ebenfalls der Farbe der Säulen entsprechen. Für den Bau einer Etage erhält der Spieler jeweils einen Siegpunkt. Zusätzlich darf er seinen entsprechenden Sonderfähigkeits-Marker auf der Baumeistertafel auf das Feld ganz rechts ziehen.

Aktion: Dach errichten

Ein Dach besteht aus einem Etagen-Plättchen und zwei Säulen, die als Dachsspitze auf das Plättchen gelegt werden und den Bau der Pagode abschließen. Das Etagen-Plättchen des Dachs darf nur gebaut werden, wenn der Spieler anschließend auch noch die Dachspitze bauen kann. (Wichtig! Das Baulimit von drei Säulen muss eingehalten werden, wobei die zwei Säulen der Spitze nur als eine Säule gewertet werden.)

Um ein Dach zu bauen, muss der Spieler (ähnlich wie beim Etagenbau) eine farblich passende Karte ablegen. Das Etagen-Plättchen wird dann auf die Rpckseite gedreht und auf die vier Säulen der Pagode gelegt. Anschließend muss der Spieler zwei weitere Karten für die Doppelsäule auf dem Dach ablegen und die Säulen als Dachspitze platzieren. Für den Bau des Daches erhält der Spieler sechs Punkte – einen Punkt für die Etage und fünf Punkte für die Dachspitze.

Der Alternativzug

Kann oder möchte ein Spieler keine der genannten Aktionen ausführen, so kann er einen alternative Variante wählen. In diesem Fall legt er vier beliebige Karten ab und darf dafür eine Säule beliebiger Farbe bauen.

Anschließend endet der Spielzug sofort – es sind keine weiteren Aktionen möglich.

Sonderfähigkeiten der Spieler in Pagoda

Jedes Mal, wenn ein Spieler ein Etagen-Plättchen oder ein Dach baut, wird er zusätzlich mit einer Sonderfähigkeit belohnt. Welche Fähigkeit das ist, hängt dabei von der Farbe des Etagen-Plättchens ab. Den insgesamt fünf Spielfarben wurden fünf Symbole zugeordnet, anhand derer man die Sonderfähigkeit erkennen kann.

Erhält ein Spieler eine Sonderfähigkeit, schiebt er den entsprechenden Marker auf seiner Baumeistertafel nach ganz rechts. Die Fähihkeit steht ihn ab sofort zweimal zur Verfügung. Pro Spielzug darf ein Spieler beliebig viele Sonderfähigkeiten nutzen, jedoch nur eine pro Typ.

Fächer: Nutzt ein Spieler dieses Sonderfähigkeiten, so darf er seine Handkarten am Ende des Spielzuges auf vier Karten auffüllen. Mehr als vier Karten darf ein Spieler aber niemals auf der Hand halten.

Drache: Diese Sonderfähigkeit darf nur einmal zu Beginn des eigenen Spielzuges genutzt werden. Der Spieler darf beliebig viele Tisch- und Handkarten abwerfen und durch neue Karten vom verdeckten Nachziehstapel ersetzen.

Reisschale: Diese Sonderfähigkeit darf nur während der Aktionen „Säule bauen“ oder „Dach bauen“ genutzt werden. Der Spieler darf dann zwei gleichfarbige Karten abwerfen, um eine andersfarbige Säule zu errichten.

Buddha: Diese Sonderfähigkeit darf nur während der Aktionen „Etagen-Plättchen bauen“ oder „Dach bauen“ genutzt werden. Der Spieler darf dann zwei gleichfarbige Karten abwerfen, um eine andersfarbige Etage zu errichten.

Lampion: Diese Sonderaktion kann innerhalb des eigenen Spielzuges jederzeit genutzt werden. Der Spieler darf dann anstatt drei bis zu vier Säulen in einem Spielzug errichten.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende wird eingeleitet, sobald die dritte Pagode fertiggestellt wurde.

Beendet der Startspieler die dritte Pagode, darf der Gegenspieler anschließend noch einen weiteren Spielzug durchführen. Der Spieler, der die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt die Partie Pagoda.

Fazit zum Brettspiel Pagoda

Nein, das Thema ist nicht besonders originell. Und ja, es macht trotzdem Spaß! Die Spielanleitung von Pagoda ist ausreichend bebildert und mit zahlreichen Beispielen versehen – wobei man diese nach dem ersten Spiel eigentlich nicht mehr in die Hand nehmen muss. Das Spielzubehör ist von ordentlicher Qualität.

Die einzelnen Spiel- und Sonderaktionen sorgen für einen schnellen Spieablauf, lange Wartezeiten gibt es bei Pagoda eigentlich keine. Hand- und Tischkarten ausspielen, Aktion ausführen, Karten nachziehen und schon ist der nächste Spieler an der Reihe. Mit dem Nachziehen verdeckter Spielkarten fordern die Spieler natürlich Runde für Runde ihr Glück heraus. Da aber auch immer fünf von sieben Karten des Gegenspielers sichtbar sind, kann man trotzdem ein wenig Taktieren – ein Restrisiko bleibt natürlich immer.

Besonders schön fanden wir, dass man – trotz der Tatsache, dass nur einer gewinnen kann – gemeinsam Pagoden errichtet und über den Spielverlauf alle Gebäude wachsen sieht. Hier hätten wir uns über etwas größere Säulen und vielleicht unterschiedlich geformte Etagen-Plättchen gefreut. Das hätte die Gebäude zum Spielende hin noch imposanter gemacht.

Aber alles in allem hat Pegasus mit Pagoda ein einfaches, schnelles und vom Spielbalauf sehr flüssiges 2-Personenspiel veröffentlicht, dessen Spieregeln man schnell verinnerlicht hat und bei dem sich taktisches Geschick und Glück in etwas die Waage halten.

– Herzlichen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar –