Mit auf Messers Schneide – der ersten Erweiterung zum Koop-Hit Pandemie – wird die Spielewelt gleich um ein Vielfaches gefährlicher. Ein bösartiger Erregerstamm erschwert die Berechnung einer Seuche und somit auch das Erforschen des dringend benötigten Heilmittels. Ebenso beginnen die Seuchen zu mutieren und wäre das nicht schon genug, tritt auf Bioterrorist auf den Plan und verursacht unerwartete Epidemien in neuen Städten.

Neben diesen drei großen Modulen wartet die Erweiterung aber auch noch mit allgemeinem Zubehör auf. Neue Rollen und Ereigniskarten sorgen für einen leicht veränderten Spielablauf. Und eine weitere Epidemiekarte führt eine neuen Schwierigkeitsgrad ein – den Legendestatus für das erfolgreiche Spielen mit sieben(!) Epidemiekarten.

Eine weitere Änderung betrifft die kooperative Komponente von Pandemie. Denn durch Modul 3 – der Bioterrorist – tritt erstmals ein einzelner Spieler gegen den Rest der Gruppe an, die nun als Team gegen das Spielbrett und den Bioterroristen bestehen muss. Alle neuen Rollen, Ereignisse, Spielkarten und Module lassen sich sowohl einzeln als auch zusammen in das Grundspiel integrieren.

Infos zur Erweiterung

Spielverlag: Z-Man
Spielautor: Matt Leacock, Tom Lehmann
Erscheinungsjahr: 2013

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

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Spielzubehör der 1. Pandemie-Erweiterung

Spielzubehör von Auf Messers Schneide.
  • 1 Schreibblock (Bioterrorist)
  • 1 Heilmittelmarker
  • 1 Ampullenfeldkarte
  • 1 Epidemiekarte
  • 1 Übersichtskarte (5. Spieler)
  • 2 Mutationskarten
  • 3 Mutations-Ereigniskarten
  • 5 Petrischalen mit Aufklebern
  • 7 Rollenkarten
  • 7 Spielfiguren
  • 8 Ereigniskarten
  • 8 Epidemiekarten „Bösartiger Erregerstamm“
  • 12 Seuchenmarker

Auf Messers Schneide in das Basisspiel integrieren

Allgemeine Erweiterungselemente

Neben den drei eigenständigen Modulen Bösartiger Erregerstamm, Mutation und Bioterrorist bringt die erste Erweiterung von Pandemie auch allgemeines, universell einsetzbares Spielzubehör mit. Bereits damit lässt sich noch mehr aus dem Pandemie-Grundspiel herausholen.

Neue Rollen, neue Ereignisse, größere Herausforderungen.
Neue Rollen, neue Ereignisse, größere Herausforderungen.

Der fünfte Spieler und die Petrischalen: Mit den Petrischalen kommt etwas mehr Ordnung und auch etwas mehr Laboratmosphäre auf den Tisch. Die Übersichtskarte für den fünften Spieler ist zwar nicht zwingend notwendig für das Spiel zu fünft, schadet aber sicherlich auch nicht.

Neue Ereigniskarten: Insgesamt acht neue Ereignisse können die Spieler anstelle der alten Ereignisse nutzen, oder einfach alle Ereigniskarten nach Belieben mischen und pro Spieler jeweils zwei in den Nachziehstapel untermischen.

Eine zusätzliche Epidemiekarte: Anstatt der maximal sechs Epidemien kann jetzt auch eine siebte in den Nachziehstapel untergemischt werden. Wer das Spieltrotzdem besiegt, erreicht Legendenstatus.

Neue Rollenkarten mit neuen Sonderfähigkeiten: Mit den neuen Rollen lassen sich zahlreiche Partien ohne Module spielen – und trotzdem wird man vor unbekannte Herausforderungen gestellt.

Sechs neue Rollen sorgen für mehr Abwechslung im Basisspiel.
Sechs neue Rollen sorgen für mehr Abwechslung im Basisspiel.

Die einzelnen Rollen im Überblick: Epidemiologin, Troubelshooterin, Eindämmungs-Spezialist, Generalistin, Archivar, Einsatzleiter.

Modul 1 – Bösartiger Erregerstamm

Mit dem ersten Modul wird es gleich ein bisschen schwerer, denn mit den neuen Epidemiekarten kommt erstmals ein bösartiger Erregerstamm ins Spiel.

Ein bösärtiger Erregerstamm erschwert die Seuchenbekämpfung.

Vorbereitung: Tauscht die grünen Epidemiekarten des Grundspiels beim Spielaufbau gegen die neuen, roten Karten aus.

Spielablauf: Wird die erste Epidemie ausgelöst, werden zunächst die Standardaktionen aus dem Grundspiel ausgeführt. Zusätzlich wird die Seuche mit den meisten Markern auf dem Spielfeld zum bösartigen Erregerstamm. Zur Erinnerung wird die erste Epidemiekarte neben den Seuchenwürfelvorrat gelegt. Für diese Seuche gelten ab sofort besondere Regeln, die auf den neuen Epidmiekarten erläutert werden. Die neuen Regeln führen teilweise zu einmaligen, teilweise zu andauernden Effekten, die den Spielern das Bekämpfen der Seuchen um Einiges erschweren.

Modul 2 – Mutation

Mit dem zweiten Modul „Mutation“ gelangt eine fünfte Seuche ins Spiel, die sich anders als die übrigen Seuchen verhält.

Mutierende Erreger in Pandemie.

Vorbereitung: Die lila Seuchenmarker, der Heilmittelmarker und die Seuchenkarte werden parallel zu den anderen Seuchen mit aufgebaut. Die 2 Mutationskarten werden auf den Infektionskarten-Ablagestapel(!) gelegt. Nachdem alle Spieler ihre Karten erhalten haben, werden die 3 Mutations-Ereigniskarten in den Nachziehstapel untergemischt.

Spielablauf: Um zu gewinnen, müssen die Spieler Heilmittel aller fünf Seuchen erforschen oder aber Heilmittel der vier Standardseuchen entdecken und alle lila Seuchemarker vom Spielplan entfernen. Ein Heilmittel für die neue, fünfte Seuche kann ebenfalls über das Ablegen von (beliebigen) Stadtkarten entdeckt werden, allerdings muss mindestens eine der abgelegten Karten zu einer Stadt gehören, in der ein lila Seuchenmarker liegt. Die neue Seuche kann im Spielverlauf über zwei Wege ins Spiel kommen: über die neuen Mutationskarten im Infektionsstapel oder im Ereigniskartenstapel. Liegt einmal ein lila Marker in einer Stadt, wird jedes Mal ein weiterer lila Seuchenmarker dort zusätzlich zu dem Standard-Seuchenmarker platziert, wenn die Infektionskarte der Stadt aufgedeckt wird. Für die Ausbreitung der lila Seuche gelten dann die bekannten Regeln aus dem Grundspiel.

Modul 3 – Der Bioterrorist

Mit diesem Modul ist es erstmals vorbei mit der gemeinsamen Bekämpfung der Epidemien. Aus dem kooperativen Pandemiespiel wird nun ein Teamspiel.

Die Rolle des Bioterrorists.
Die Rolle des Bioterrorists.

Ein Spieler schlüpft in die Rolle des Bioterroristen und verbreitet – zusätzlich zu den regulären Seuchen – eigene Seuchenmarker quer über den Kontinent. Es spielt also ein Spieler gegen idealerweise drei oder vier Mitspieler. In seinem Spielzug stehen dem Bioterroristen 2 Aktionen zur Verfügung. Er kann damit neue Infektionskarten aufnehmen, sich per Auto, Schiff oder Flugzeug über den Spielplan bewegen und an seinem aktuellen Standort oder auch in weiter entfernten Städten Seuchen verursachen. Des Weiteren kann er die Forschungslabore der Spieler sabotieren und, im Falle einer Gefangennahme durch einen der Mitspieler, auch seine Flucht planen und durchführen.

Einer gehen den Rest der Welt.

Spielvorbereitung: Bestimmt einen Spieler zum Bioterroristen. Dieser erhält die Personenkarte, ein Blatt vom Bewegungsblock und eine Petrischale mit 12 lila Seuchenmarker. Anschließend wird das Basisspiel (mit oder ohne weitere Module) aufgebaut. Erst wenn alles fertig ist, zieht der Bioterrorist zwei Infektionskarten verdeckt vom Nachziehstapel und nimmt diese auf die Hand.

Spielablauf: Für die Teamspieler ändert sich nichts, außer, dass sie mit einer neuen Aktion den Bioterroristen in Gefangenschaft nehmen können. Der Bioterrorist kommt nach dem Spielzug jedes Teamspielers an die Reihe und darf 2 der bereits genannten Aktionen ausführen. Seine Bewegung führt er geheim durch und trägt seine Position jeweils auf dem Schreibblock ein.

Die Siegbedingungen für das Team sind mit denen aus Modul 2 identisch – also Heilmittel aller fünf Seuchen erforschen oder aber Heilmittel der vier Standardseuchen entdecken und alle Seuchemarker des Bioterroristen vom Spielplan entfernen. Der Bioterrorist gewinnt, wenn das Team nach den Standardregeln verliert und sich noch mindestens ein lila Seuchenmarker auf dem Spielplan befindet. Es ist also durchaus möglich, dass kein Spieler gewinnt.

Fazit zur Erweiterung: Auf Messers Schneide

Mit der ersten Erweiterung „Auf Messers Schneide“ wird Pandemie vor allem eins: schwerer. Die neuen Rollen und Aktionskarten bringen etwas Abwechslung ins Spiel. Die ersten beiden Module sorgen aber vor allem dafür, dass die Seuchen hartnäckiger werden oder sogar eine weitere Seuche ins Spiel kommt. Gegen die Krankheiten zu bestehen, wird so deutlich schwerer. Diese Komponenten der Erweiterung (mal abgesehen von den neuen Rollen und Ereigniskarten) sind eigentlich nur für Pandemie-Spieler interessant, die bereits das Grundspiel mehrfach auf der höchsten Schwierigkeitsstufe erfolgreich absolviert haben und neue Herausforderungen suchen.

Das dritte Modul macht die Eweiterung dagegen auch für jene Spieler interessant, die bisher vielleicht nicht mit sechs Epidemiekarten gespielt und/oder gewonnen haben. Denn durch die Rolle des Bioterroristen verwandelt sich Pandemie vom rein kooperativen Brettspiel zum Teamspiel. Das hat durchaus seinen Reiz. Wer bereits Freude mit ähnlichen Spielen hatte – beispielsweise Scotland Yard oder Die Akte Whitechapel – und gerne auch mal Katz & Maus mit seinen Mitspieler spielt, der hat hier das richtige Modul zu Pandemie gefunden. Interessant ist hier auch, dass theoretisch alle Spieler gemeinsam gegen das Spielbrett verlieren, aber nur das Team oder aber der Bioterrorist gewinnen können.

Insgesamt eine sehr solide Erweiterung, die allerdings eher für echte Pandemie-Profis geeignet ist. Wie gesagt, es wird im Wesentlichen „nur“ schwerer. Wer mit dem Pandemie-Grundspiel schon ausreichend gefordert wird, der sollte lieber einen Blick auf die zweite Pandemie-Erweiterung werfen, die neben neuen Rollen und Ereignissen auch direkt in den Spielablauf des Grundspiels eingreift.