Poker ist die Bezeichnung für eine Familie von Kartenspielen, bei der die Spieler üblicherweise mit einem 52er-Kartenset spielen und dabei versuchen, aus fünf Karten die Kombination (Pokerblatt) mit der größtmöglichen Wertigkeit zu bilden. Damit hierbei auch ein wenig Spannung entsteht, setzen die Pokerspieler pro Runde einen mehr oder minder wertvollen Einsatz (Chips, Geld etc.) auf die Gewinnchance der eigenen Kombination ein, natürlich ohne genau zu Wissen, welche Kombinationen die anderen Spieler auf der Hand halten.

Die Einsätze der Spieler werden in einem „Pot“ gesammelt, der zum Ende der Spielrunde komplett an den Spieler mit der stärksten Kombination geht. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass in einer Runde nur ein einziger Spieler übrig bleibt, da keiner der Mitspieler bereit ist, den von ihm vorgelegten Einsatz ebenfalls zu bringen. In diesem Fall geht der “Pot” an den verbliebenen Spieler, unabhängig davon, was für eine Kombination er auf der Hand hat. Durch diese Regel entsteht einer der wesentlichen Reize des Pokerspiels: das Bluffen. Denn wer erfolgreich blufft, kann auch mit schlechten Karten gewinnen.

Das Ziel im Poker ist es, die Einsätze der anderen Spielern (Chips, Geld etc.) zu gewinnen. Da bei sämtlichen Pokervarianten (siehe weiter unten) nie alle Spielkarten ausgeteilt werden, ist jede Runde des gesamten Spiels gleichermaßen spannend und unvorhersehbar.

Zubehör eines Pokerspiels

Für eine Runde Poker braucht man nicht viel. Ein 52er oder 40er Kartenset ist vollkommen ausreichend. Spielt man mit einem 40er Set, so wird ohne Zweien, Dreien und Vieren gepokert.

Pokersprache – Spielen wie die Profis

Wer richtig Pokern möchte, der kommt auch nicht an den Fachbegriffen vorbei. Die wichtigsten möchten wir euch hier vorstellen. Natürlich sind das bei weitem nicht alle, aber für eine private Pokerrunde unter Freunden sollten die folgenden Pokerbegriffe ausreichen, um ein wenig Pokeratmosphäre in eure vier Wände zu bekommen.

  • Dealer – So wird der  Spieler genannt, der in der aktuellen Runde die Karten austeilt. Nach jeder Runde übernimmt der Spieler zur Linken des Dealers die Rolle des Kartengebers. Sollte ein Spieler über das gesamte Spiel die Rolle des Dealers übernehmen (also wie in einem Kasino, Pokerzimmer oder auch beim online Poker) so muss darauf geachtet werden, welche Spieler in der jeweiligen Runde die “Blinds” entrichten müssen (normalerweise die zwei Spieler links vom Dealer). Um hier nicht die Übersicht zu verlieren, wird durch eine kleine Scheibe, der so genannte “Dealerbutton” ein “theoretischer” Dealer markiert. Der Dealerbutton wird nach jeder Runde im Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler weiter gereicht.
  • Blind – Der Pflichteinsatz für jede Runde. Dieser wird noch vor dem Austeilen der ersten Karten einer Hand von einem oder mehreren Spielern in den “Pot” gelegt. Für gewöhnlich werden diese Einsätze von den beiden Spielern links vom “Dealer” oder “Dealerbutton” bezahlt.
  • Small Blind– Der kleinere der beiden Pflichteinsätze.
  • Big Blind – Die größere der beiden vorgeschriebenen Einsätze.
  • Raise – Den Einsatz eines anderen Spielers erhöhen.
  • Check – Wird auch als “Schieben” bezeichnet. Wenn in einer Runde noch kein Einsatz erbracht wurde und man selbst (erst einmal) nichts setzen möchte, kann man “checken” und somit das Zepter an den nächsten Spieler weitergeben.
  • Fold – Will mit dem Einsatz eines anderen Spielers nicht gleichziehen, muss man “Passen”. Die Spielrunde endet für den Spieler, dieser gibt seine Karten ab. Alle bis dahin erbrachten Einsätze sind verloren.
  • Call – Mit dem vorangegangenen Einsatz eines Spieler mitgehen und/oder dieses sogar erhöhen.
  • All-in – Wenn ein Spieler sein gesamtes verbliebenes “Vermögen” (Chips, Geld etc.) auf einen Schlag setzt, bezeichnet man dies als “All in”.
  • Showdown – Alle Spieler, die zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel sind, drehen ihre Karten um. Der Spieler links vom “Dealer” oder “Dealerbutton”) beginnt, die anderen folgen im Uhrzeigersinn. Sollte nur noch ein Spieler übrig bleiben, so kommt es nicht zum “Showdown”. In diesem Fall kann der Spieler alle Einsätze an sich nehmen, ohne seine Karten zu zeigen,
  • Center Pot – Der Center Pot oder “Main Pot” ist der Hauptpot, in dem die Einsätze einer Spielrunde gesammelt werden. Wenn mehrere Spieler mit unterschiedlich hohen Einsätzen All-in gehen, muss neben dem Center Pot mindestens ein “Side Pot” gebildet werden.
  • Side Pot – Ein “Side Pot” wird immer dann gebildet, wenn ein Spieler mit seinem Einsatz “All-in” geht, aber mit seinem Einsatz nicht mit der letzten Erhöhung gleichziehen kann. In diesem Fall spielt der Spieler dann nur noch um den “Center Pot” mit, wohingegen die anderen Spieler sowohl um den “Center Pot” als auch den “Side Pot” weiterspielen.
  • Split Pot – Haben beim Showdown zwei oder mehr Spieler eine gleichwertige Kombination auf der Hand, kommt es zum “Split Pot”. Alle Einsätze werden gerecht durch die Anzahl der Gewinner der Runde aufgeteilt.

Pokerkarten – Rangfolgen und Blätter

Rangfolge der Karten

Vom höchsten zum niedrigsten Rang: Ass, König Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben, Sechs, Fünf, Vier, Drei und die Zwei.

Rangfolge der Farben

Von der höchsten zur niedrigsten Farbe: Pik, Herz, Karo und Kreuz.

Die verschiedenen Pokerblätter – Kombinationen

Vom höchsten Pokerblatt zur niedrigsten Kombination.

Royal Flush
Fünf Karten einer Farbe, von der 10 bis zum Ass.

Straight Flush
Fünf Karten einer Farbe, mit aufsteigendem Rang.

Vierling – 4 of a Kind
Vier Karten des gleichen Rangs.

Full House
Ein Paar und dein Drilling mit unterschiedlichem Rang.

Flush
Fünf Karten gleicher Farbe mit beliebigem Rang.

Straight
Fünf Karten mit aufsteigendem Ranh und beliebiger Farbe.

Drilling – 3 of a Kind
Drei Karten mit gleichem Rang.

Zwei Paare – Two Pair
Je zwei Karten mit gleichem Rang.

Ein Paar – Pair
Zwei Karten mit gleichem Rang.

Höchste Karte – High Card
Die höchste Karte zählt.

Spielverlauf – So wird gepokert!

Der hier geschilderte Spielverlauf beschreibt eine komplette Spielrunde des klassischen “5 Card Draw Pokers“, das als Ur-Version des Pokerspiels anerkannt ist und aus dem sich vermutlich alle weiteren Pokervarianten entwickelt haben.

Ante und Kartenausgabe

  • Alle Spieler bezahlen den Grundeinsatz (wird als “Ante” bezeichnet) in den Pot.
  • Der Dealer verteilt an jeden Spieler fünf Karten. Es ist üblich, dass die Karten im Uhrzeigersinn einzeln verteilt werden und verdeckt auf dem Tisch liegen bleiben, bis alle Spieler fünf Karten vor sich liegen haben. Die restlichen Karten werden zu einem Stapel zusammen gelegt.

Erste Wettrunde

Der Spieler zur Linken des Dealers darf als erster wetten. Hierbei kann er sich zwischen drei Optionen entscheiden. Er kann entweder

  • checken, also keinen Einsatz tätigen und die Aktionen der Mitspieler abwarten.
  • bieten, einen Einsatz in den Pot einzahlen. Hierbei muss er sich an die festgelegte Ober- und Untergrenze (Limit) halten.

So geht es reihum weiter. Sollte ein Spieler einen Einsatz in den Pot zahlen, müssen die Mitspieler entscheiden, ob sie

  • denselben Einsatz zahlen (call).
  • den aktuellen Einsatz sogar erhöhen (raise).
  • aus dieser Spielrunde aussteigen (fold) – in diesem Fall gibt der Spieler seine Karten verdeckt ab. Die Spielrunde hat er damit jedoch verloren.

Die erste Wettrunde endet, wenn alle Spieler entweder den Einsatz gehalten haben (call) oder aber aus dem Spiel ausgestiegen sind (fold).

Der Kartentausch

Der Dealer nimmt die Tauchgebote der einzelnen Spieler entgegen. Das bedeutet, jeder Spieler kann nun bis zu vier Handkarten gegen dieselbe Anzahl neuer Karten vom zurückgelegten Stapel eintauschen und so versuchen, sein Pokerblatt zu verbessern. Die abgegebenen Karten kommen aus dem Spiel.

Zweite Wettrunde

Hat jeder Spieler einmal getauscht, wird reihum wieder gewettet. Die Erhöhungen wandern wie immer direkt in den Pot. Wer weiter im Spiel bleiben möchte, muss mitgehen (call) oder erhöhen (raise). Sollte durch das Erhöhen der Einsätze nur noch ein Spieler übrig bleiben, sackt dieser direkt den Pot ein und muss seine Kombination auf der Hand nicht aufdecken.

Showdown

Sollte am Ende der zweiten Wettrunde noch mindestend zwei Spieler im Rennen sein, so muss der Spieler, der zuletzt erhöht hat, seine Hand aufdecken. Sollte einer der anderen Spieler eine höherwertige Kombination auf der Hand haben, so kann er nun seine Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls seine Karten aufdecken. Wer mit seinem Pokerblatt sowieso nur verlieren würde, kann seine Karten verdeckt abgeben.

Der Spieler mit der höchsten Kombination  gewinnt und erhält alle Einsätze im Pot. Bei Gleichstand wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt.

Poker online spielen – Darauf solltest Du achten

Wie viele andere Spiele zählt auch das Pokerspiel zu den Glücksspielen, die besonders in zahlreichen Online-Casinos viel gespielt werden und verständlicherweise keinen besonders guten Ruf genießen. Wer das trotzdem einmal ausprobieren möchte, sollte nicht auf die diversen Spam-Einladung per Mail hin aktiv werden, die mit diversen Gratis-Chips und kostenlosen Boni locken, sondern vielmehr die verschiedenen Casinos an sich prüfen. Hierfür gibt es ebenfalls Bewertungsportale, die sich die einzelnen Casinos anschauen und obendrein auch Spieletipps geben. Das gilt nicht nur für Poker sondern auch für andere Glückspiele. Durch diverse Online-Casinos bekommt man auch einen sehr schönen Überblick über die zahlreichen Varianten, in denen gepokert werden kann. Grundsätzlich muss jeder selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte, im Internet und vor allem um echtes Geld zu pokern.

Wer einfach nur gerne Wettspiele spielt und auch mal fernab vom Pokern andere Gesellschaftsspiele mit Wettfaktor ausprobieren möchte, der sollte mal einen Blick auf Camel Up oder Auf Teufel komm raus werfen.

Verschiedene Varianten des Pokerspiels

  • Texas Hold’em
  • Omaha
  • 7 Card Stud
  • High Low Poker