Bereits im vergangenen Jahr hat das Kartenspiel unter dem Namen „Händler der Karibik“ den Spieleautoren-Wettbewerb der Wiener Spiele Akademie gewonnen. Jetzt ist das Spiel unter dem neuen Namen „Port Royal“ bei Pegasus Spiele erschienen.

In Port Royal versucht jeder Spieler durch geschicktes Handeln viel Geld zu verdienen und mit diesem verschiedene Personen anzuheuern, die seinen Einfluss mehren,

Jede Spielrunde besteht aus zwei Phasen. Die erste Phase kann man sich als Entdeckungsrundgang durch das Hafenviertel vorstellen. Hier werden Karten vom Nachziehstapel aufgedeckt und für alle gut sichtbar in die Tischmitte gelegt. Diese Karten bilden die aktuelle Hafenauslage. Im Hafen tummeln sich verschiedene Personen, unterschiedliche große Schiffe, Steuereintreiber und es erfolgen auch Expeditionsausrufe, an denen man sich beteiligen kann. Der aktive Spieler kann so lange Karten aufdecken, bis er freiwillig aufhört oder aber zwei Schiffe gleicher Farbe aufgedeckt wurden (in diesem Fall entfällt die zweite Phase).

In der zweiten Phase kann zuerst der aktive Spieler Karten aus der Hafenauslage erwerben – also mit Schiffen Handel treiben, Personen anheuern (die ihm im weiteren Spielverlauf Vorteile bringen) oder an Expeditionen teilnehmen. Anschließend können alle anderen Spieler nacheinander ebenfalls Karten in der Hafenauslage erwerben. Hierfür müssen sie den Kartenwert bezahlen und dem aktiven Spieler eine Dublone pro Karte als Belohnung zahlen.

Wie so oft geht es dann auch in Port Royal um Siegpunkte, die hier allerdings Einflusspunkte genannt werden. Diese verdient man sich durch die Teilnahme an Expeditionen und das Anheuern von einflussreichen und erfahrenen Personen. Wer hier zuerst zwölf Siegpunkte sammeln konnte gewinnt das Spiel.


Spielverlag: Pegasus
Spielautor: Alexander Pfister
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Port Royal

Das Kartenspiel umfasst insgesamt 120 Spielkarten. Auf der Rückseite der Karten ist jeweils eine Dublone abgebildet. Die einzelnen Karten werden also auch als Zahlungsmittel benutzt. Auf der Vorderseite befinden sich die folgenden vier Kartentypen:

  • 60 Personenkarten (Händler, Siedler, Kapitäne, Priester, Tausendsassa, Matrosen, Piraten, Fräuleins, Witzbolde, Admiräle und Gouverneure)
  • 50 Schiffskarten (Pinassen, Fleuten, Barken, Fregatten und Galeonen)
  • 6 Expeditionsaufrufe
  • 4 Steuererhöhungskarten

Ausführliche Spielregeln zu Port Royal

Spielvorbereitungen

  1. Der Expeditionsaufruf für das Spiel zu fünft wird aussortiert, sofern weniger als fünf Spieler teilnehmen (die Karte erkennt man ganz leicht daran, dass ihre Rückseite keine Dublone abbildet).
  2. Alle anderen Spielkarten werden verdeckt gemischt und als allgemeiner Nachziehstapel in die Tischmitte gelegt. Darunter sollte etwas Platz für die Rundenauslage gelassen werden.
  3. Jeder Spieler nimmt sich drei Karten vom Nachziehstapel und legt diese verdeckt vor sich ab.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, mit etwas Kalkül und Risikofreude beim Auslegen der Karten, Geschick beim Handeln mit Schiffen und Köpfchen beim Anheuern von Personal, Geld und Einflusspunkte zu verdienen. Insbesondere die Einflusspunkte entscheiden bei Spielende über Sieg oder Niederlage.

Der Spieler, der zuletzt einen Hafen besichtigt hat, darf das Spiel beginnen. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er in seinem Spielzug immer zwei aufeinanderfolgende Phasen durchlaufen. In Phase I wird durch Aufdecken von Karten eine Hafenauslage erstellt. In Phase II wird über die ausgelegten Karten Handel betrieben und Personal angeheuert.

Phase I – Entdecken (Hafenauslage erstellen)

In der Entdeckungsphase muss der aktive Spieler so lange neue Karten vom Nachziehstapel aufdecken und offen in die Tischmitte legen, bis er entweder freiwillig aufhört (und in Phase II übergeht) oder aber seinen Spielzug beenden muss. Sein Spielzug endet immer dann, wenn ein zweites Schiff gleicher Farbe aufdeckt wird und der Spieler dieses nicht abwehren kann.

Durch das Aufdecken und Ablegen der Karten entsteht eine große Auslage – der Hafen. Hier tummeln sich die verschiedensten Gestalten und bieten gegen Bezahlung ihre Dienste an. Zudem kann man im Hafengebiet Handeln, an Expeditionen teilnehmen und muss auch gelegentlich dem Steuereintreiber besänftigen.

Personenkarten aufdecken

Es gibt insgesamt elf unterschiedliche Personenkarten in Port Royal. Jede Personen verfügt über bestimmte Fähigkeiten und einen unterschiedlich großen Einfluss.

Zwei Beispiele: Der Priester verschafft dem Spieler einen Einflusspunkt und kann – kombiniert mit anderen Karten – auf eine Expedition geschickt werden. Der Matrose dagegen verfügt neben ebenfalls einem Einflusspunkt über Kampfkraft und kann dauerhaft zum Abwehren von Schiffen eingesetzt werden.

Je mehr Personen man angeheuert hat und je unterschiedlicher deren Fähigkeiten sind, um so taktischer kann man den eigenen Spielzug gestalten. Beispielweise erhält man durch den Admiral immer zwei Dublonen, wenn man mehr als fünf Karten aufgedeckt hat. Mit dem Gouverneur darf man immer eine zusätzliche Karte aus der Hafenauslage auswählen. Das Fräulein sorgt dafür, dass mam Personen günstiger anheuern kann. Der Händler ermöglicht mehr Profit beim Handel mit Schiffen und der Witzbold verschafft dem Spieler immer dann neue Dublonen, wenn er eigentlich leer ausgehen müsste. Alle Personenkarten verleihen den Spielern also Vorteile beim Handeln, beim Anheuern oder beim Abwehren von Schiffen.

Schiffkarten aufdecken

Es gibt fünf verschiedene Schiffstypen in fünf verschiedenen Farben in Port Royal. Jeder Schiffstyp befindet sich genau 10x im Nachziehstapel, jedes Schiff verfügt jedoch über ein unterschiedliches Handelsvolumen und eine unterschiedlich große Verteidigungsanlagen.

Die Münze oberhalb des Schiffnamens gibt den Handelswert des Schiffes an. Die Pinasse bringt also eine Dublone ein, die abgebildete Galeone dagegen sogar vier Dublonen. Der Säbel bzw. Totenkopf bestimmt die Kampfstärke des Schiffes.

Schiffkarten abwehren: Ist auf der Schiffkarte ein Säbel abgebildet, kann das Schiff abgewehrt werden. Hierzu muss der Spieler in der Summe über soviele eigene Personenkarten mit Säbeln verfügen, wie die Ziffer neben dem Säbel auf der Schiffkarte angibt. Im Beispiel lässt sich die Barke also über angeheuertes Personal mit einer Kampfstärke von mindestens drei Säbeln abwehren. Ein abgewehrtes Schiff kommt sofort auf den Ablagestapel.

Befindet sich anstelle des Säbels ein Totenkopf auf der Schiffkarte, muss diese – einmal aufgedeckt – in der Hafenauslage liegen bleiben. Sie kann nicht abgewehrt werden.

Hinweis: Beim Abwehren von Schiffen ist es möglich, erst das zweite Schiff einer Farbe abzuwehren. Der Spielzug eines Spielers endet also nicht automatisch, wenn ein zweites, gleichfarbiges Schiff aufdeckt wird. Der Spieler darf dieses auch mit seinen Matrosen und Piraten abwehren und anschließend seinen Spielzug fortsetzen.

Steuererhöhungen aufdecken

Mit gerade einmal vier Karten werden in Port Royal Steuern eingetrieben. Trotz der geringen Wahrscheinlichkeit kommen die Karten wirklich immer dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann.

Wird ein solches Karte aufgedeckt, müssen alle Spieler die (abgerundet) Hälfte ihrer Dublonen abgeben, wenn sie mehr als 12 Dublonen besitzen. Je nach Karte erhält dann der Spieler mit dem geringsten Einfluss oder der höchsten Kampstärke eine Dublone.

Expeditionsaufrufe aufdecken

Bis zu maximal sechs Expeditionen finden in Port Royal statt. Auf jeder Expeditionskarte befinden sich verschiedene Symbole (Kreuz, Anker, Haus), die auch auf den unterschiedlichen Personenkarten abgebildet sind (Priester, Siedler, Tausendsassa).

Wird eine Expeditionskarte aufgedeckt, kommt diese nicht in die Hafenauslage der aktuellen Spielrunde, sondern in eine permanente Auslage, in der alle aufgedeckten und noch nicht erfüllten Expeditionen eingereiht werden.

Einem Expeditionsaufruf folgen: Möchte ein Spieler eine Expedition erfüllen, so muss er über die benötigten Personen verfügen. Sobald der Spieler an der Reihe ist, kann er die Personenkarten auf den Ablagestapel legen und sich dafür die entsprechende Expeditionskarte nehmen. Damit eingergehend erhält die auf der Karte angegebenen Dublonen.

Phase II – Handel treiben und Personen anheuern

In Phase II können alle Spieler ins Geschehen eingreifen. Der aktive Spieler, der auch die Hafenauslage erstellt hat, darf dabei beginnen und sich eine festgelegte Anzahl an Karten aus der Auslage nehmen. Wieviele Karten der Spieler erhält, ist abhängig von der Anzahl an unterschiedlichen Schiffenstypen in der Auslage und den Fähigkeiten seiner angeheuerten Personen.Natürlich muss der Spieler sich die Karten auch leisten können.

Befinden sich in der Hafenauslage

  • 0 – 3 unterschiedliche Schiffe, darf der Spieler 1 Karte aus der Auslage wählen.
  • 4 unterschiedliche Schiffe, darf der Spieler 2 Karte aus der Auslage wählen.
  • 5 unterschiedliche Schiffe, darf der Spieler 3 Karte aus der Auslage wählen.

Sobald der aktive Spieler seinen Spielzug beendet, dürfen alle anderen Spieler nacheinander im Uhrzeigersinn optional verbliebene Karten aus der Hafenauslage nehmen. Hierfür müssen sie den Preis der Karte bezahlen und dem aktiven Spieler zusätzlich eine Dublone vom eigenen Geldstapel überreichen.

Handeln und Geld verdienen

Nimmt der aktive Spieler ein Schiff aus der Hafenauslage, so erhält er die auf der Karte abgebildete Anzahl an Dublonen vom Nachziehstapel. Die Schiffskarte kommt anschließend auf den Ablagestapel.

Nimmt sich einer der anderen Spieler ein Schiff aus der Hafenauslage, so erhält er die auf der Karte abgebildete Anzahl an Dublonen vom Nachziehstapel und muss eine Dublone aus dem eigenen Vorrat an den aktiven Spieler zahlen. Die Schiffskarte kommt anschließend auf den Ablagestapel.

Personal anheuern

Möchte der aktive Spieler eine Person aus der Hafenauslage anheuern, so gibt er die auf der Karte abgebildete Anzahl an Dublonen aus dem eigenen Vorrat ab. Die Person wird dann in die eigene Auslage des Spielers gelegt, Über deren Fähigkeiten und Einfluss kann er ab sofort verfügen.

Nimmt ein anderer Spieler eine Person aus der Hafenauslage, so zahlt er ebenfalls den Preis und legt die Karte anschließend in seine Auslage. Den aktiven Spieler muss er zusätzlich mit einer Dublone entlohnen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Port Royal endet sofort, sobald der erste Spieler zwölf oder mehr Einflusspunkte gesammelt hat. Das ist dann automatisch auch der Gewinner des Spiels.

Fazit zum Kartenspiel Port Royal

Mit Port Royal hat Pegasus ein Kartenspiel veröffentlicht, das quasi in jeder Personenkonstellation und zu jedem Zeitpunkt gespielt werden kann. Mit einer Vorbereitungszeit von einer Minute und einer Gesamtspieldauer von einer halben Stunde bietet sich Port Royal als idealer Pausenfüller an.

Die Spielanleitung ist schnell gelesen und ebenso schnell erklärt. Die Spielvorbereitungen könnten schneller kaum gehen. Karten mischen, jedem drei Dublonen geben, fertig! Die einzelnen Spielkarten sind sehr schön illustriert und mit verständlichen Symbolen ausgestattet worden.

Der Einstieg ins erste Spiel gelingt recht schnell. Natürlich muss man sich am Anfang erst einen Überblick über die verschiedenen Fähigkeiten der Personen machen. Und auch die eigene Taktik entwickelt sich erst mit der Erfahrung. Nicht jede Person bringt einen Spieler in jeder Spielphase gleichermaßen weiter. Hilfreich ist es allerdings, zu Spielbeginn erst einmal Dublonen zu sammeln und als erstes in Matrosen und Piraten zu investieren. Hat man dann eine Kampfkraft von 3 – 5 erreicht, lässt sich das Risiko beim Erstellen der Hafenauslage schon ordentlich reduzieren, da man nun unerwünschte Schiffe abwehren kann und so seinen Umsatz mit lukrativeren Handelsschiffen steigern kann. Kombiniert man diese Fähigkeit beispielsweise mit dem Gouverneuer und dem Admiral, kann man jede Runde nahezu sorglos eine große Hafenauslage erstellen, zusätzliche Dublonen erhalten und recht viele Karten aus der Hafenauslage auswählen. So kommt man recht schnell zum Ziel, jedoch ist das nur eine von vielen Möglichkeiten, in Port Royal Einflusspunkte auszubauen.

Positiv erwähnen sollte man, dass auch für die nicht aktiven Spieler einer Spielrunde selten Langeweile aufkommt, da diese spätestens in Phase II wieder beteiligt werden und somit auch ein Interesse an der sich aufbauenden Hafenauslage haben sollten.

Funktionieren tut Port Royal übrigens im Spiel zu zweit genauso gut wie unter Vollbesetzung (maximal 5 Spieler). Hier gilt aber trotzdem: je mehr Spieler, um so interessanter wird das Spiel.

– Herzlichen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar –