Mit Rampage haben wir dieses Jahr ein weiteres Spiel von Antoine Bauza und Ludovic Maublanc auf den Tisch bekommen, das erneut mit einer interessanten Spielidee aufwarten kann. In dem Brettspiel schlüpfen die Spieler allesamt in die Rolle eines (Godzilla sehr ähnlichen) Monsters und müssen – vorsichtig ausgedrückt – den gesamten Spielplan verwüsten.

Der Spielplan ist dabei in acht unterschiedliche Stadtviertel eingeteilt, in denen sich verschiedene Gebäude, Fahrzeuge und Personen befinden. Die Gebäude werden zu Spielbeginn als dreidimensionale, wackelige Gebilde aus kleinen Meeple-Figuren und sehr schön illustrierten, stabilen Kartonflächen errichtet. In der Mitte des Spielpland befindet sich zusätzlich ein kleines Stadion, das ebenfalls verwüstet werden darf.

Alle Spieler beginnen ihren Streifzug an einem anderen Ende der Stadt und bahnen sich so Runde für Runde ihren Weg durch die verschiedenen Stadtviertel. je nach Position des eigenen Monsters kann dieses Fahrzeuge auf Gebäude und Meeples schmeißen, mit den Füßen danach treten, mit vollem Körpereinsatz Gebäude zum Einstürzen bringen und sogar mit ihrem Atem die hilflosen Meeple durch die Luft befördern. Das alles mit dem Ziel, den Hunger des jeweils eigenen Monster zu stillen und dabei so viele Betonbrocken und Meeple zu verschlingen, wie die Beißer des Monster zulassen.

Aber Achtung! Eine Aktion kann auch schnell mal fehlschlagen und schon fliehen die Meeple aus der Stadt oder man wird plötzlich von einem anderen Monster angegriffen. In beiden Fällen kann das einen Einfluss auf die Kraft des eigenen Monsters haben – dieses verliert nämlich so schnell mal einen seiner sechs Zähne und kann fortan weniger Meeple verschlingen.

Infos zum Spiel

Spielverlag: REPOS Production
Spielautor: Antoine Bauza und Ludovic Maublanc
Erscheinungsjahr: 2013

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Rampage

  • 1 Spielplan
  • 4 Monster (bestehend aus 4 Körpern, 4 Füßen und 4 Sichtschirmen=Mäuler)
  • 16 Zahn-Marker
  • 1 doppelseitiger Fluchtplan
  • 90 Meeple (je 15 pro Farbe)
  • 4 Fahrzeuge
  • 19 Stockwerke in verschiedenen Größen
  • 7 Ruinen
  • 48 Monsterkarten (je 16x Charakter, Kraft und Superkraft)
  • eine Spielanleitung

Ausführliche Spielregeln zu Rampage

Vor dem ersten Spiel sollte man ausreichend Zeit einplanen. Denn die insgesamt 90 Meeple, die 4 Monster und die Fahrzeuge wollen noch mit den passenden Aufklebern aufgehübscht werden (Vorder- und Rückseite). Und auch die Ruinen auf dem Spielplan werden vor dem ersten Spiel aufgeklebt.

Spielvorbereitungen

Aufbau des Spielplans

  • Legt beide Spielplanhälften in die Tischmitte und verbindet sie mit der zentralen Ruinen. Baut anschließend über der zentralen Ruine das Stadion auf.
  • Errichtet die restlichen sechs Gebäude so, dass jedes über ein Erdgeschoss und zwei weitere Stockwerke verfügt. Die dafür verwendeten Meeple können unabhängig von deren Farbe beliebig benutzt werden.
  • Stellt einen Meeple auf jedes Gebäudedach. Alle verbliebenen Meeple stellt ihr ins Stadion.
  • Stellt die vier Fahrzeuge auf die dafür markierten Felder auf dem Spielplan.
  • Legt den Fluchtplan neben den Spielplan (Seite A oder B).

Vorbereitungen der Spieler

  • Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich das dazu passende Monster (Körper + Füße) und den Sichtschirm.
  • Der Sichtschirm stellt das Maul des Monster dar und verfügt bereits über zwei aufgedruckte Zähne. Hier werden nun noch vier weitere Zahn-Marker abgelegt.
  • Jeder Spieler legt die Füße seines Monsters auf eines der vier Startfelder auf dem Plan und stellt den Körper seines Monsters darauf.

Charaktere, Kräfte und geheime Superkräfte

  • Die drei Kartentypen (Charakter, Kraft und Superkraft) werden in getrennten Stapeln gemischt. Anschließend erhält jeder Spieler eine Karte pro Sorte. Die Charakter- und Kraftkarte legt jeder Spieler offen vor sich aus. Seine Superkraftkarte darf sich jeder Spieler anschauen und anschließend verdeckt vor sich ablegen.

Spielablauf

Der Startspieler beginnt. Laut Spielregeln ist das der Spieler, der am besten ein riesiges Monster mimen kann. Anschließend folgen die anderen Spieler nacheinander im Uhrzeigersinn.

Der Spielzug eines Spielers besteht immer aus zwei Phase: Stadtteile zerstören (I) und Gebäudeteile und Meeple verschlingen (II).

Des Weiteren verfügt jeder Spieler über jeweils eine von sechszehn besonderen Charaktereigenschaften und Kräften, die im Spiel jederzeit und mehrfach eingesetzt werden können. Hinzu kommt noch die geheime Superkraft – diese kann allerdings nur einmal pro Spiel genutzt werden. Auch hiervon gibt es sechszehn verschiedene Karten im Spiel.

Phase I – Stadtteile verwüsten und Gebäude zerstören

Ist ein Spieler an der Reihe, so versucht er zunächst mit seinem Monster Teile der Stadt zu zerstören. Hierzu darf er zwei der folgenden Aktionen durchführen. Es ist auch erlaubt, zweimal diesselbe Aktion zu nutzen.

Aktion: Bewegen

Um das eigene Monster über den Spielplan zu bewegen, nimmt man zunächst den Körper des Monsters von den Füßen. Anschließend versucht man die Füße (=ein runder Holzmarker) an die Stelle zu schnippen, an die sich das Monster bewegen soll. Danach stellt man den Körper wieder auf seine Füße.

Sollte der Fall eintreten, dass beim Schnippen die Füße den Spielplan verlassen, dann verliert das Monster sofort einen seiner Zähne und wird anschließend wieder auf ein beliebiges Startfeld gestellt.

Aktion: Demolieren

Berühren die Füße des eigenen Monsters den Gehweg rund um ein Gebäude herum, so kann man einen Versuch starten, das gesamte Gebäude zu zertrümmern. Hierzu nimmt man den Körper seines Monsters von den Füßen und hebt es sitzend und mit parallel zur Tischplatte ausgestreckten Arm über das Gebäude. Anschließend lässt man den Körper auf das oberste Stockwerk des Gebäudes herunterfallen.

Ob man den Körper des Monsters mittig oder eher auf eine Ecke des Gebäudes fallen lässt, bleibt dem Spieler überlassen. Alles ist erlaubt, solange das Monster gerade fallen gelassen und nicht etwa geworfen wird.

Sollte das Monster das Gebäude dabei verfehlen (!), dann verliert es sofort einen seiner Zähne.

Aktion: Fahrzeuge werfen

Insgesamt vier Fahrzeuge befinden sich im Spiel. Sollte sich eines davon im gleichen Stadtteil befinden, wie das eigene Monster, so darf es das Fahrzeug aufnehmen und damit werfen. Hierzu wird das Fahrzeug auf den Kopf des Monsters gelegt und von da aus weggeschnippt. Es ist dabei erlaubt, den Körper des Monsters festzuhalten.

Sollte das Fahrzeug bei der Aktion außerhalb des Spielfeldes landen, wird es sofort auf seine Startposition zurückgestellt.

Aktion: Atmen

Manchmal reicht es auch, wenn man Gebäude und Meeple einfach umpustet. Das kann man nun in dieser Aktion machen. Um den „Atem“ des Monsters zu nutzen, muss der Spieler sein Kinn auf den Kopf des eigenen Monsters legen und darf dann einmal tief ein- und wieder ausatmen.

Es darf ersz Luft geholt werden, wenn das Kinn vollständig auf dem Monsterkopf aufliegt. Es ist dabei gestattet, den Körper des Monster mit der Hand festzuhalten.

Phase II – Punkte kassieren und Verletzungen wahrnehmen

Sobald die Zerstörungswelle des Monsters endet, kann es sich um seine eigenen Verletzungen kümmern, Gebäudeteile und Meeple verschlingen und eventuelle Strafen aussitzen, falls Meeple aus der Stadt entkommen sein sollten.

Gebäudeteile verschlingen

Liegt nach einer Aktion ein Gebäudeteil frei herum, so darf das Monsters dieses verschlingen. „Frei herum“ bedeutet, dass kein Meeple, Fahrzeug oder anderes Monsters sich darauf befindet und auch kein anderes Stockwerk oder Dach draufliegt.

Liegen mehrere Dächer und Stockwerke nach einer Aktion frei herum, so können diese alle nacheinander verschlungen werden. Die so verspeisten Gebäudeteile legt der entsprechende Spieler in den Magen des Monster (=hinter den Sichtschirm).

Meeple auf der Flucht

Bei so viel Chaos suchen die Meeple natürlich eiligst einen sicheren Weg hinaus aus der Stadt. In Rampage hat ein Meeple die Stadt verlassen, sobald die Figur neben dem Spielplan liegt und diesen gar nicht mehr berührt.

Jeder Meeple, der nach den beiden Aktionen eines Spielers die Stadt verlassen hat, wird auf den Fluchtplan gelegt. Füllt sich dabei eine der Reihen des Fluchtplans, so muss das Monster die negativen Konsequenzen hinnehmen.

Appetit stillen

Hat ein Monster beide Aktionen genutzt, wird es Zeit für die Mahlzeit. Jetzt darf das Monster frei herumliegende Meeple auffressen. Bedingungen sind:

  • maximal soviele Meeple, wie das Monster noch Zähne hat.
  • nur Meeple, die in demselben Stadtviertel sind, wie das Monster.
  • nur Meeple, die nicht von anderen Meeple, Fahrzeugen oder Gebäudeteilen verdeckt werden.

Eigene Verletzungen wahrnehmen

Jedes Monster verfügt zu Spielbeginn über sechs Zähne. Vier davon kann es im Spielverlauf verlieren, beispielsweise wenn

  • es von einem anderen Monster umgestoßen wird (das agressive Monster erhält den Zahn).
  • eine Bestrafung durch den Fluchtplan erfolgt.
  • das Gebäude bei der Aktion „Demolieren“ verfehlt wird.
  • die Füße bei der Aktion „Bewegen“ den Spielplan verlassen.

Ein einmal verlorenet Zahn kann im Spielverlauf nicht mehr zurückgewonnen werden.

Spielende und Gewinner des Spiels

Alle Meeple, Zähne und Gebäudeteile, die das Monster im Spielverlauf verschlingt/erhält, landen im Magen des Ungeheuers (also verdeckt hinter dem Sichtschirm).

Sobald das letzte Gebäudeteil verschlungen wurde, kommen alle anderen Spieler noch ein letztes Mal an die Reihe und können ihre zwei Aktionen und eventuell verbliebene Superkräfte nutzen. Anschließend endet das Spiel und die Punkte werden gezählt.

  1. Jedes Set, bestehend aus einem Meeple pro Farbe, bringt 10 Punkte.
  2. Jeder ausgeschlagene Zahn eines gegnerischen Monsters bringt 2 Punkte.
  3. Jedes verschlungene Gebäudeteil (egal von welcher Größe) bringt 1 Punkt.
  4. Eventuell können ncoh weitere Punkte durch die Charakterkarte hinzukommen.

Der Spieler mit den meisten Punkte gewinnt das Brettspiel Rampage. Sollte einmal Gleichstand herrschen, so gewinnt der Spieler, der insgesamt die meisten Meeple auffressen konnte.

Fazit zum Brettspiel Rampage

Der einmalige, große zeitliche Aufwand beim Bekleben der Meeple-Figuren wird durch eine schnell gelesene Spielregel wieder wett gemacht. Und ehrlich, die Spielanleitung besteht aus drei Seiten und ist in fünf Minuten gelesen und verstanden. Und genauso knallbunt wie die Spielanleitung zu Rampage gestaltet wurde, genauso farbenfroh fällt auch der Spielplan und das restliche Zubehör aus.

Der Spielplan ist sehr detailiert und liebevoll gestaltet worden. Die zahlreichen Stockwerke und Dächer wurden mit Möbeln, Pools, Sonnenschirmen, Pflanzen und vielem mehr ausgestattet, so dass man nach jedem abgerissenen und zerstörten Stockwerk etwas Neues entdecken kann. Und auch die verschiedenen Meeple haben nicht nur unterschiedliche Farben, sondern wurden durch die Klebebildchen mit richtigen Gesichtern und Kleidern ausgestattet – und zwar sowohl von vorne als auch von hinten.

Und auch die einzelnen Spielkarten wurden witzig gestaltet und bieten interessante Zusatzfunktionen, die das eigene Spiel stark beeinflussen können. So verfügt das eigene Monster immer über unterschiedliche Spezialfähigkeiten und geheime Superkröfte und kann durch seinen Charakter weitere Siegpunkte sammeln. Da pro Kartentyp deutlich mehr Karten im Spiel enthalten sind, als man für ein Spiel zu viert benötigt, ist langanhaltender Spielspaß für alle garantiert, denen solche Aktions- und Geschicklichkeitsspiel Spaß machen.

Und da sind wir auch schon beim Thema. Rampage ist kein Strategiespiel, kein Wissenspiel, kein Aufbau- oder Legespiel. Nein, in erster Linie geht es in Rampage um Geschicklichkeit beim Bewegen des eigenen Monsters und um viel Glück beim Zerstören der Gebäude. Aber das macht höllisch viel Spaß.

Eine klare Empfehlung für alle, die beispielsweise Spiele wir King of Tokyo mögen und auch gerne mal Spiele ausprobieren, in denen Geschicklichkeit, Glück und Interaktion im Vordergrund stehen – und bei denen im wahrsten Sinne des Wortes der gesamte Spielplan verwüstet werden kann.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
95 %
Langzeitspaß
75 %
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