Zwölf Monate sind vergangen und wir schreiben das Jahr 1348. Die Pest zieht weiter quer durch Europa und hinterlässt Tod, Elend und leere Dörfer, in denen vor nicht allzu langer Zeit gearbeitet, getanzt und gefeiert wurde. Erzählungen von einem Rattenfänger (Pied Piper) verbreiten sich in windeseile über das Land und wecken Hoffnung bei den Überlebenden. Vermag dieser doch durch sein Flötenspiel die Ratten aus den Städten und versprengten Dörfern zu locken – und mit ihnen die Pest.

Doch nicht nur der Rattenfänger bietet seine Hilfe an. Auch die Königin, der Kaiser, Nonnen und Bischöfe und viele mehr wollen ihre wirtschaftlichen Mittel und besonderen Fähigkeiten einsetzen, um die Überlebenden vor dem schwarzen Tod zu schützen.

Insgesamt 12 neue Persönlichkeiten und mit ihnen 12 neue Aktionen bietet diese Erweiterung. Die neuen Aktionen bringen deutlich mehr Schwung in das Spiel, sorgen für Abwechslung und – ganz wichtig – bieten neue strategische Möglichkeiten. Besonders für Dauerspieler des Basisspiels Rattus sollte diese Erweiteurng sehr interessant sein.


Spielverlag: White Goblin Games
Spielautor: Ase Berg, Henrik Berg
Erscheinungsjahr: 2010

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör der Rattus-Erweiterung Pied Piper

  • 12 neue Ständekarten (2 pro Stand)
  • 2 Bischofsfiguren
  • 3 Mauern
  • 3 Nonnenfiguren
  • 10 Zaubertränke
  • und eine Spielanleitung

Regeländerungen – Pied Piper in das Basisspiel integrieren

Mit der Rattenfänger-Erweiterung werden hauptsächlich neue Figuren innerhalb der sechs bekannten Stände in das Basisspiel eingeführt. An den Spielregeln von Rattus ändert sich dabei nichts. Wer das Basisspiel schon mehrfach aufgebaut und gespielt hat, wird mit der Erweiterung sofort losspielen können.

Um die Pied Piper-Erweiterung in das Basisspiel zu integrieren, muss man zu Spielbeginn entscheiden, mit welchen der insgesamt 18 Ständekarten man spielen möchte. Die 6 Ständekarten aus dem Grundspiel sind mit den 12 Karten aus dieser Erweiterung beliebig kombinierbar. Pro Spiel werden immer aber nur sechs Ständekarten benötigt.

Das Zusatzmaterial zu den Ständekarten wird natürlich nur benötigt, wenn auch mit der entsprechenden Ständekarte gespielt wird. Der Bischof benötigt die Bischofsfiguren, der Kaiser die Mauern, die Nonnen die Nonnenfiguren und der Zauberer die Tränke.

Es kann vorkommen, dass man in einer Partie zwei Ständekarten des gleichen Standes nutzen möchte. Das ist grundsätzlich kein Problem. Beim Aufdecken der Rattenplättchen muss man in diesem Fall aber für jede Ständekarte, die ein Spieler besitzt, jeweils einen Bevölkerungsmarker aus der betroffenen Region entfernen.

Die neuen Ständekarten und deren Funktionen

Das Königtum

  • Die Königin – Ermöglicht das Platzieren von zwei zusätzlichen Bevölkerungsmarkern. Bedingung: Der Besitzer der Ständekarte muss die meisten Bevölkerungsmarker in einem zusammenhängenden Gebiet besitzen.
  • Der Kaiser – Ermöglicht den Bau von Grenzmauern zwischen zwei benachbarten Regionen – diese verhindern das Weiterziehen von Ratten, Bevölkerungsmarkern und der Pestfigur. Bestehende Mauern können versetzt werden.

Die Zauberkünste

  • Der Rattenfänger – Ermöglicht das Versetzen eines eigenen Bevölkerungsmarkers von einer Region in eine benachbarte Region. Allerdings folgen hier auch soviele Rattenplättchen wie möglich (siehe Basisregeln.)
  • Der Zauberer – Durch den Zauberer kann einmal pro Spielzug ein Zaubertranke unter einen eigenen Bevölkerungsmarker gelegt werden. Jeder so eingesetzte Zaubertrank schützt einmal vor einem Pestausbruch in der Region.

Die Kirche

  • Die Nonne – Besitzt ein Spieler diese Karte, darf er bis zu drei Nonnenfiguren in eine Region setzen oder aber dorthin verschieben. Jede Nonnenfigur verringert die Zahl der Bevölkerungsmarker in einer Region um den Faktor 1.
  • Der Bischof – Besitzt ein Spieler diese Karte, darf in seinem Spielzug eine der Bischofsfiguren in eine Region setzen oder aber dorthin verschieben. In Regionen mit Bischofsfigur(en) dürfen keine Ratten platziert oder versetzt werden.

Das Rittertum

  • Der Soldat – Mit dieser Karte darf ein Spieler die Pestfigur um zwei Felder weiterziehen. Des Weiteren darf ein zusätzliches Rattenplättchen platziert werden.
  • Der Kreuzritter – Mit dieser Karte darf ein Spieler die Pestfigur um zwei Felder weiterziehen. Anschließend darf er alle Rattenplättchen in dieser Region gleichzeitig umdrehen und entscheiden, in welcher Reihenfolge die Ratten zuschlagen.

Das Bürgertum

  • Der Bote – Mit dieser Karte können zwei beliebige Bevölkerungsmarker auf dem Spielplan vertauscht werden. Eigene Bevölkerungsmarker müssen an so einem Tausch nicht beteiligt sein.
  • Der Bürgermeister – Mit dieser Karte darf ein Spieler einen zusätzlichen Bevölkerungsmarker in eine Region setzen, in der er die einfache Mehrheit an Markern besitzt.

Das Landvolk

  • Der Leibeigene – Ermöglicht dem Spieler einen eigenen Bevölkerungsmarker in eine Region zu setzen, in der gerade ein Marker eines Mitspielers von der Rattenplage vernichtet wurde.
  • Der Bäcker – Mit dieser Karte darf ein Spieler einmal pro Spielzug einen seiner Bevölkerungsmarker auf die Bäckerkarte legen. Sollte die Karte von einem anderen Spieler genommen werden, so darf dieser all darauf befindlichen Bevölkerungsmarker in einer beliebigen Region ablegen.

Empfohlene Ständekarten-Sets

Gute Zeiten: Bauer, Bäcker, Leibeigener, Königin, Bürgermeister und Soldat.

Kontrolle über die Rattenplage: Rattenfänger, Zauberer, Bischof, Nonne, Mönch und Kaiser.

Krieg in Europa: Ritter, Kreuzritter, Soldat, Bote, Kaufmann und Rattenfänger.

Fazit zur Rattus Pied Piper Erweiterung

Wer das Basisspiel Rattus kennt, der wird sich mit der Rattenfänger-Erweiterung schnell zurechtfinden. Die Symbole auf den einzelnen Ständekarten sind identisch mit den bekannten Symbolen aus dem Grundspiel. Die Vorbereitungen, der Spielaufbau und auch der Ablauf des Spiels bleiben weitestgehend unverändert.

Die eigentlichen Spieländerungen kommen allein über die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten der neuen Ständekarten ins Spiel. Bei insgesamt 12 neuen Karten und Aktionen wird es einige Partien dauern, bis man alle passende Kombinationen an Fähigkeiten ausprobiert hat. Zumal sich die neuen Ständekarten beim Spielaufbau auch beliebig mit den restlichen (alten) Ständekarten vermischen lassen.

Wer Rattus schon mehrfach gespielt hat und inzwischen eine eigene Taktik herausgearbeitet hat, der sollte getrost mal einen Blick auf die Pied Piper Erweiterung werfen. Mit den neuen Aktionsmöglichkeiten kommt dann schnell wieder neuer Schwung und mehr Spannung in die Partien. Für alle Liebhaber des Basisspiels also ein Muss.