Rien ne va plus – nichts geht mehr. Denkt man an Roulette, fallen einem sicherlich sofort die traditionellen Spielcasinos ein, in denen fein angezogene Herrschaften um einen Tisch stehen, ihre Einsätze auf einem grünen Filz setzen und dann zusehen, wie der Croupier die silberne Kugel in den sich drehenden Roulettekessel wirft. Mit Spannung wird gewartet, bis sich die Kugel auf einer Zahl niederlässt, die dann auch gleich die Gewinnerzahl darstellt.

Mit der Deluxe-Version von Noris kommt nun ein wenig Casino-Atmosphäre auf den heimischen Spieltisch. An den Standardregeln ändert sich dadurch nicht viel. Die Spieler machen ihre Einsätze und ein Spieler übernimmt die Rolle des Croupiers, der dann den Roulettekessel bedient und für die Hausbank zuständig ist.

Im Wesentlichen handelt es sich bei Roulette um ein reines Glücksspiel, bei dem die Kugel und das Rouletterad über Gewinner und Verlierer entscheidet. Strategisch lässt sich hier – im Gegensatz zu anderen Casinospielen wie Blackjack oder Pokern – nicht sehr viel ausrichten, was aber noch lange nicht bedeutet, dass Roulette langweilig ist. Denn die Spannung auf welcher Zahl der Ball als nächstes landen wird ist riesig und es ist zudem möglich, viele verschiedene Wetten gleichzeitig auf dem Spielfeld zu platzieren und nicht nur auf eine einzelne Zahl. Etwas Taktieren ist also durch aus drin.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Noris
Erscheinungsjahr: 2005

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler (mit mehr Jetons auch in größeren Gruppen spielbar)

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Spielzubehör von Roulette Deluxe

Das steckt im Deluxe-Set alles drin.
Das steckt im Deluxe-Set alles drin.
  • 1 Roulette (Ø 25 cm)
  • 2 Stahlkugeln
  • 60 Spiel-Jetons
  • 1 Roulette-Tuch
  • 1 Croupier-Schieber
  • 1 kleiner Plastikbehälter zur Aufbewahrung der Stahlkugeln
  • 1 großer Plastikbehälter zur Aufbewahrung der Jetons

Ausführliche Spielregeln zu Roulette

Spielvorbereitungen

Das grüne Roulettetuch wird in der Tischmitte ausgebreitet. Der Roulettekessel wird daneben gestellt. Von den Spielern wird einer zum Groupier ernannt. Dieser erhält die Jetons, den Schieber und die Kugeln für das Roulette. Alle anderen Spieler erhalten ihr Startkapital in Form von Jetons, die der Groupier gleichmäßig verteilt. Das war es schon.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, das eigene Startguthaben zu vermehren und am Ende das meiste Geld – also die meisten Jetons – zu besitzen.

Mit Jetons werden die Einsätze gemacht.
Mit Jetons werden die Einsätze gemacht.

Das Spiel beginnt – Faites votres eu. Mit diesen Worten eröffnet der Groupier jede neue Spielrunde und setzt zunächst den Roulettekessel in Bewegung. Die Kugel bleibt noch draußen.

Jetzt machen alle Spieler gleichzeitig ihre Einsätze auf dem grünen Roulettetuch. Hierzu legen sie ihre Jetons in beliebiger Höhe auf ein oder mehrere Felder ihrer Wahl. Da alle Spieler dieselben Jetons benutzen, sollte sich jeder gut merken, worauf und in welcher Höhe er gesetzt hat!

Die Gewinnerzahl steht fest.
Die Gewinnerzahl steht fest: 27, rot, ungerade, größer als 18 oder ebeb 27, rouge, impair, passe.

Nichts geht mehr – Rien ne va plus! Während die Einsätze gemacht werden, wirft der Groupier die silberne Kugel gekonnt in den äußeren Tellerrand des Roulettekessels und sagt, den berühmten Satz: Rien ne va plus. Jetzt steigt die Spannung, bis die Kugel auf einem der Zahlenfelder zum Stillstand kommt. Der Groupier benennt nun die Zahl, ob sie rot (rouge) oder schwarz (noir) ist, ob sie gerade (pair) oder ungerade (impair) ist und ob ihr Wert zwischen 1 – 18 (mánque) oder 19 – 36 (passe) liegt.

Mit dem Schieber werden bis auf die erfolgreichen Einsätze alle Jetons eingesammelt.
Mit dem Schieber werden bis auf die erfolgreichen Einsätze alle Jetons eingesammelt.

Zuletzt werden die Jetons eingesammelt und der Gewinn ausgezahlt. Die erfolgreichen Einsätze bleiben vorerst liegen. Bleibt die Kugel auf der grünen Null stehen, werden alle Einsätze eingezogen, mit Ausnahme derer, die auf eine volle Zahl gesetzt haben. In diesem Fall können die ihren Einsatz für die nächste Runde stehen lassen oder den halben Einsatz vom Groupier auszahlen lassen. Wer auf die Null gesetzt hat, bekommt natürlich den Gewinn ausgezahlt.

Folgende Staffelungen werden bei der Auszahlung vorgenommen:

  • Volle Zahl (pleine) – 35facher Einsatz als Gewinn
  • Zwei verbundene Zahlen (cheval) – 17facher Einsatz als Gewinn
  • Querreihe aus 3 Zahlen (transversale pleine) – 11facher Einsatz als Gewinn
  • Vier Zahlen im Quadrat (carré) – 8facher Einsatz als Gewinn
  • Die ersten vier Zahl (0, 1, 2, 3) – 8facher Einsatz als Gewinn
  • Zwei Querreihen (transversale 6) – 5facher Einsatz als Gewinn
  • Längsreihe von 12 Zahlen (Colonne) – 2facher Einsatz als Gewinn
  • Erstes Dutzend 1 – 12 (12 p) – 2facher Einsatz als Gewinn
  • Zweites Dutzend 12 – 24 (12 m) – 2facher Einsatz als Gewinn
  • Drittes Dutzend 25 – 36 (12 d) – 2facher Einsatz als Gewinn
  • Alle geraden Zahlen (pair) – 1facher Einsatz als Gewinn
  • Alle ungeraden Zahlen (impair) – 1facher Einsatz als Gewinn
  • Alle roten Zahlen (rouge) – 1facher Einsatz als Gewinn
  • Alle schwarzen Zahlen (noir) – 1facher Einsatz als Gewinn
  • Alle zahlen aus der ersten Hälfte 1 – 18 (mángue) – 1facher Einsatz als Gewinn
  • Alle zahlen aus der zweiten Hälfte 19 – 36 (passe) – 1facher Einsatz als Gewinn

Spielende und Gewinner des Spiels

Ein konkretes Spielende gibt es eigentlich nicht. Die Spieler sollten zu Beginn eine Anzahl an Runden oder ein Zeitfenster festlegen oder eben aufhören, sobald der erste Spieler keine Jetons mehr besitzt. Wer dann insgesamt noch über die meisten Jetons mit höchstem Wert verfügt, gewinnt das Spiel. Es dürfen sich natürlich alle als Gewinner fühlen, die ihren Starteinsatz vermehren konnten.

Der Spieler mit den meisten gebauten Statuen gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der in der letzten Spielrunde den höchste Adeligen vor sich liegen hatte.

Varianten, Amerikanisches und Europäisches Roulette

Das Roulettespiel gibt es in verschiedenen Varianten, auf die wir an dieser Stelle nicht zu ausführlich eingehen möchten. Der wohl größte Unterschied liegt wohl zwischen dem Europäischen und dem Amerikanischen Roulette. Letzteres ist mit dem Noris-Deluxeset auch nicht spielbar, da beim Amerikanischen Roulette nicht nur mit einer Null sondern mit einer Doppelnull gespielt wird. Durch die Doppelnull wird der Vorteil der Hausbank beträchtlich erhöht. Für den Spieler gibt es dagegen tatsächlich keinen Vorteil in dieser Roulette-Variante gegenüber allen anderen Versionen mit nur einer Null.

Für die anhaltende Faszination am Roulettespiel sorgen dann wohl die zahlreichen Wettoptionen. Denn die Spieler können hier beliebig viele Wettarten miteinander kombinieren und sich somit eine eigene Roulettestrategie zurechtlegen. Die Wetten können auf eine einzelne Zahl (Straight Up), auf zwei Zahlen (Split), auf drei Zahlen einer Reihe (Street), vier Zahlen im Quadrat (Corner), auf sechs Zahlen in zwei Linien (Sixline), in einer Spalte, in Dutzenden, gerade oder ungerade, rot oder schwarz hoch oder niedrig. Daneben gibt es noch eine Reihe an speziellen Sonderwetten, die je nach Roulettespiel unterschiedlich ausfallen können und in der Regel auf einem anderen Spielfeld gesetzt werden, beispielsweise beim Französischen Roulette. Es gibt aber durchaus auch Roulette-Strategien, beispielsweise die Martingale-Strategie, bei denen der Spieler nach einem bestimmten Muster seine Einsätze auf die einfachen Wetten platziert.

Fazit zum Brettspiel Roulette Deluxe

Die Bezeichnung „Deluxe-Set“ weckt in der Regel große Erwartungen. Wird etwas als Deluxe bezeichnet, sollte sich das Produkt (nicht nur bei Brettspielen) qualitativ über dem handelsüblichen Standard bewegen. Im Widerspruch zu der Bezeichnung „Deluxe“ steht bei dieser Version von Noris nun der Preis. Denn verglichen mit anderen Gesellschaftsspielen ist dieser überraschend niedrig. Es wird also ein Roulette Deluxe-Set zu einem äußerst erschwinglichen Preis angeboten. Wer hier zuschlägt, der sollte seine Erwartungen unserer Meinung nach eher am Preis als am Deluxe ausrichten.

Fangen wir mit den Spielzubehör an. Die Spielanleitung liegt dem Spiel nicht bei, sondern steht auf der Rückseite der Spielbox und kann alternativ auch bei Noris als PDF heruntergeladen werden.

Der für das Roulettespiel übliche Spielablauf lässt sich mit dem Zubehör auch nicht korrekt einhalten. Normalerweise dreht der Groupier das Roulette, dann machen die Spieler ihre Einsätze und erst dann wird die Kugel in den Roulettekessel geworfen. Nun dreht sich das Roulette dieser Deluxe-Version zwar recht gut, allerdings kommt es nach einigen Umdrehungen recht schnell wieder zum Stillstand. Es müssen also erst alle Wetten platziert werden, bevor der Groupier irgendwas machen kann. Das hat auf der anderen Seite allerdings den Vorteil, das der Groupier theoretisch auch gleich mitspielen und Einsätze platzieren kann.

Die Jetons hätten – nebenbei bemerkt – auch etwas größer und schwerer ausfallen können und an den Enden des grünen Filzstoffs wären Holz- oder Metallstücke zum Beschweren nicht verkehrt gewesen. Aktuell muss man mit dem Schieber aufpassen, dass man nicht gleich alles vom Tisch fegt.

Insgesamt sieht das Zubehör auf den ersten Blick gut aus und ist dem Preis entsprechen in Ordnung. Stünde auf der Verpackung nicht Deluxe-Set, wäre die Kritik an dieser Stelle geringer ausgefallen. Wer zu diesem Roulette von Noris greift, bekommt vielleicht kein Deluxe-Gefühl, aber zumindest genügt das Zubehör den Ansprüchen, die über den Verkaufspreis angemessen sind. Und für eine Runde Roulette im Kreis der Familie reicht das allemal.

Hinweis: Den Bewertungspunkt Originalität / Idee haben wir bei diesem Bericht nicht berücksichtigt.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Spielzubehör
60 %
Langzeitspaß
65 %
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