Im Brettspiel Royals tauchen wir hinein in das Europa des 17. Jahrhunderts. Jeder Spieler übernimmt die Verantwortung für eines von fünf Adelshäusern. Ziel ist es, den eigenen Einfluss in den bedeutendsten Ländern und Städten des Kontinents auszubauen und so zum mächtigsten Adelshaus aufzusteigen.

Alle Aktionen in Royals werden mittels Länder- und Intrigenkarten ausgelöst. Mit einem passenden Satz an gleichfarbigen Länderkarten können die Spieler freie Positionen in den verschiedenen Großstädten besetzen. Hier gilt, je höher der Adelstitel der eingesetzten Person, desto mehr Einfluss verschafft die besetzte Position dem Spieler im jeweiligen Land. Mit einer Kombination aus Länder- und Intrigenkarten kann man widerum bereits besetzte Positionen von Mitspielern erobern und so die Machtverhältnisse innerhalb eines Landes zu seinen Gunsten verschieben.

Punkte gibt es in Royals für zahlreiche Aktionen: Für die erste besetzte Position in jeder Stadt erhält ein Spieler den Stadtbonus. Die ersten beiden Spieler, die alle Städte eines Landes zu einem beliebigen Zeitpunkt einmal besetzt hatten, erhalten den entsprechenden Landbonus. Und die ersten drei Spieler, die mindestens einmal eine Positionen zu jedem der sieben Adelstitel in Anspruch genommen haben, dürfen sich über den Adelshausbonus freuen. Über den Spielverlauf werden zusätzlich noch drei Epochenwertungen durchgeführt. Hier erhalten jeweils die zwei mächstigen Spieler eines Landes weitere Punkte für ihre Leistung. Und bei der Schlusswertung gibts dann auch noch Punkte für die Spieler, die bestimmte Adelstitel am Häufigsten genutzt haben.

Letztlich kommt es bei Royals in wirklich allen Bereichen auf die Mehrheit an. Am Ende gewinnt der Spieler, der insgesamt die meisten Punkte über die zahlreichen Bonusmarker sammeln konnte.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Abacusspiele
Spielautor: Peter Hawes
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

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Spielzubehör von Royals

Spielzubehör zum Brettspiel Royals
  • 1 großer Spielplan (Europa im 17. Jahrhundert)
  • 99 Länderkarten (German States, France, Großbritannien, Spanien)
  • 24 Intrigenkarten
  • 24 Epochenwertungsmarker
  • 16 Stadtbonusmarker
  • 8 Landbonusmarker
  • 7 Adelshaus-Plättchen
  • 3 Adelshausbonusmarker
  • 200 Holzwürfel (in 5 Farben)

Ausführliche Spielregeln zu Royals

Spielvorbereitungen

Aufbau des Spielplans

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt. Die sieben  nebeneinander offen in die Mitte des Tisches gelegt. Die Adelshaus-Plättchen werden numerisch aufsteigen sortiert und neben den Plan gelegt.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich dazu passend alle Holzwürfel.

Die Bonusmarker werden nach Typ getrennt. Die drei runden Adelshausbonusmarker werden an den linken Spielplanrand gelegt. die runden Stadtbonusmarker werden auf ihre zugehörigen Felder in den Städten platziert. Die schildförmigen Landbonusmarker werden auf die vier Länder verteilt und die Epochenwertungsmarker werden farblich und numerisch passend an den unteren rechten Spielplanrand gelegt.

Die Spielkarten werden nach Typ sortiert, so dass sich ein Länderkarten- und ein Intrigenkartenstapel ergibt. Beide Stapel werden getrennt voneinander gemischt und als Nachziehstapel neben den Spielplan gelegt. Die obersten drei Länderkarten werden sofort aufgedeckt. Hinweis: Wird mit weniger als fünf Spielern gespielt, werden zusätzlich noch Länderkarten vorab aussortiert.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, durch taktisches Ausspielen von Intrigen- und Länderkarten wichtige Positionen in den verschiedenen Städten zu besetzen und so die eigene Macht in den Ländern zu erweitern.

Das jüngste Spieler beginnt, die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er in seinem Spielzug neue Handkarten aufnehmen und anschließend Karten auf der Hand ausspielen. Sollte dabei eine der Bonusbedingungen erfüllt werden, erhält der Spieler sofort den entsprechenden Stadt-, Land- oder Adelshausbonus. Über den Spielverlauf finden insgesamt drei Epochenwertungen statt, bei denen ebenfalls Siegpunkte verteilt werden.

Aktion 1 – Neue Karten nachziehen

Ohne Länderkarten lassen sich keine freien Positionen besetzen, ohne Intrigenkarten keine besetzten Position von anderen Spielern erobern. Zu Beginn eines Spielzuges erhält jeder Spieler daher neue Karten auf die Hand.

Länder- und Intrigenkarten aufnehmen

Beim Nachziehen neuer Karten hat der Spieler zwei Optionen. Er kann sich entweder drei beliebige Länderkarten nehmen oder eine Länderkarte und eine Intrigenkarten. Bei den Länderkarten kann er sowohl Karten aus der Auslage als auch vom Nachziehstapel nehmen und hier auch beliebig mischen, also beispielsweise eine Karte aus der Auslage und zwei vom Stapel.

Achtung Handkartenlimit: Am Ende seines Spielzuges darf ein Spieler maximal zwölf Länderkarten und vier Intrigenkarten auf der Hand halten. Überschüssige Karten müssen sofort abgelegt werden.

Aktion 2 – Positionen in Ländern  besetzen oder erobern

Im Gegensatz zum Karten nachziehen ist die zweite Aktion optional. Ein Spieler kann also in seinem Spielzug auf das Besetzen einer Position in den Städten verzichten. Möchte ein Spieler diese in Anspruch nehmen, darf er in seinem Spielzug genau einmal eine freie Position besetzen oder eine besetzte Position von einem Mitspieler erobern.

Freie Positionen besetzen

Eine freie Position besetzen: In jeder Stadt können zwei Positionen besetzt werden. In Bordeaux sind das beispielsweise der Marschall und der Herzog. Möchte ein Spieler die Position des Herzggs in Bordeaux besetzen, so muss er vier blaue Länderkarten aus der Hand ablegen (die Anzahl der benötigten Karten steht jeweils links neben dem Bild der Person). Anschließend legt er einen seiner Holzwürfel auf die Position und einen weiteren auf das Adelshaus-Plättchen, das den Herzog zeigt. Sollte der Spieler als erster eine Position in der Stadt besetzen, darf er sich zusätzlich den Stadtbonusmarker nehmen.

Besetzte Position erobern

Eine besetzte Position erobern: Möchte ein Spieler eine bereits besetzte Position einnehmen, so muss er diese dem Mitspieler streitig machen. Um die besetzt Posiion des Herzogs zu erobern, muss der Spieler ebenfalls vier blaue Länderkarten aus der Hand ablegen und zusätzlich eine passende Intrigenkarte, die das zugehörige Länderwappen zeigt. Gelingt die Übernahme, legt der Spieler einen seiner Holzwürfel auf die eroberte Position und einen weiteren auf das Adelshaus-Plättchen, das den Herzog zeigt. Der Holzwürfel des verdrängten Spielers wird auf das leere Feld des Stadtbonusmarkers geschoben. Dadurch wird signalisiert, dass der Spieler bereits in dieser Stadt aktiv war.

Aktion 3 – Boni für erfüllte Aufgaben erhalten

Wenn es dem Brettspiel Royals an einem nicht mangelt, dann sind das Bonusmarker für bestimmte Aktionen.

Der Stadtbonus in Royals

Stadtbonus: In jeder der insgesamt 16 Städte liegt ein Stadtbonusmarker. Dieser kann zwischen einem und acht Punkten einbringen. Sobald ein Spieler als erster eine freie Position in einer Stadt besetzt, erhält er automatisch den zugehörigen Stadtbonusmarker und legt diesen vor sich ab. Besetzt im Spielverlauf ein anderer Spieler eine Position in dieser Stadt, erhält er dafür keinen Stadtbonus mehr.

Der Länderbonus in Royals

Landbonus: In den vier Ländern des Spielplans liegen jeweils zwei Landbonusmarker. Diese bringen den Spielern drei bis acht Punkte ein. Sobald der erste Spieler mindestens einmal in jeder Stadt des landes aktiv war, also sein Holzwürfel auf einer Position oder dem freien Feld des Stadbonusmarker liegt, erhält er den höherwertigen Landbonusmarker des Landes. Der zweite Spieler der Runde, der alle Städte eine besetzt hatte, darf sich immerhin noch den zweiten, niedrigeren Landbonusmarker nehmen. Die übrigen Spieler gehen hier leer aus.

Der Adelshausbonus in Royals
Der Adelshausbonus in Royals

Adelshausbonus: Sieben unterschiedliche Adelstitel verteilen sich über die vier Länder in Royals: Marschall, Baron, Gräfin, Herzog, Kardinal, Prinzessin und König. Der erste Spieler, der im Spielverlauf mit jeder Person mindestens einmal eine Position besetzt hat, erhält den höchsten Adelshausbonus und damit 16 Punkte. Schaffen dies noch zwei weitere Spieler, nehmen sie sich den jeweils verbliebenen höchsten Bonusmarker. Ab dem vierten Spieler gibt es für diese Leistung keine Punkte mehr.

Die Zwischenwertung am Ende einer Epoche

Sobald der Nachziehstapel an Länderkarten aufgebraucht wurde und die offene Auslage nicht mehr vollständig auf drei Karten aufgefüllt werden kann, erfolgt eine Zwischenwertung. Insgesamt drei Wertung werden auf diese Weise durchgeführt.

Wertung am Ende jeder Epoche bringt zusätzlich Punkte
Wertung am Ende jeder Epoche bringt zusätzlich Punkte

Mehrheiten zählen und Punkte kassieren:  Bei jeder Epochenwertung zählen die Spieler separat für jedes Land ihren Einfluss (dieser ergibt sich jeweils aus der Summe der Werte, die rechts neben den aktuell besetzten Positionen stehen). Der Spieler mit dem größten Einfluss in einem Land erhält den höherwertigen Epochenmarker. Der Spieler mit dem zweitgrößten Einfluss in einem Land erhält den andere Epochenmarker. Die restlichen Spieler gehen leer aus. Sollte es hier einmal zum Gleichstand zwischen zwei Spielern kommen, erhält der Spieler den Vorzug, der die ranghöhere Position besetzt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Im Anschluss an die 3. Epochenwertung wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt. Dann erfolgt die Schlusswertung.

Jeder Spieler addiert alle seine Punkte.
Jeder Spieler addiert alle seine Punkte.

Jetzt werden zunächst die Mehrheiten auf den Adelshaus-Plättchen verglichen. Hat ein Spieler auf einem der Plättchen eine Mehrheit an eigenen Holzwürfeln, nimmt er das Plättchen mit der Vorderseite zu sich. Er erhält für diese Person die volle Punktzahl.

Bei Gleichstand zwischen zwei Spielern, teilen sich die Spieler die Punkte. Das Adelshaus-Plättchen wird in diesem Fall in der Mitte geteilt und auf die Rückseite gedreht. Jeder Spieler nimmt sich eine Hälfte.

Abschließend zählt jeder Spieler die Siegpunkte aller seiner gesammelten Plättchen und Marker zusammen. Der Spieler mit den meisten Punkte gewinnt Royals.

Fazit zum Brettspiel Royals

Mit Royals landet eine sichtbar überarbeitete Neuauflage von „Heads of State“ auf unserem Tisch. Wobei das Spiel nicht nur einen neuen Anstrich sondern gleich ein verbessertes Regelwerk verpasst bekommen hat. Royals sieht nicht nur besser aus sondern spielt sich auch um einiges flüssiger. Nichtsdestotrotz ist es ein klassisches Mehrheitenspiel geblieben und bedient sich dementsprechend bei einigen bekannten Mechnismen. Das berühmte neue Rad wird hier nicht erfunden. Dafür gelingt Peter Hawes aber ein leicht zugängliches, gut ausbalanciertes Spiel, bei dem es für nahezu jede Aktion Punkte gibt.

Das Spielzubehör von Royals ist von guter Qualität und passt auch vorbildlich in die Spielbox. Alle Plättchen sind aus stabilem Karton und die zahlreichen Würfel aus Holz. Dass englische Bezeichnung von Adelstitel die Adelshaus-Plättchen verzieren, hätte man sicher vermeiden können. Anstelle von Duke oder Countess hätten wir uns mehr über einen Herzog und eine Gräfin gefreut. Und auch die Farbauswahl der Holzwürfel fällt mit weiß, grau, schwarz, lila und orange sehr ungewöhnlich aus. Abgesehen davon wirkt das Zubehör sehr gut durchdacht. Insbesondere die Plättchen für Epochen-, Städte-, Länder- und Adelsboni lassen sich durch die unterschiedlichen Formen gut auseinander halten und beim Spielaufbau leicht den entsprechenden Feldern zuordnen. Und auch das Trennen der Adelsportraits im Falle einer Punkteteilung am Ende ist gut gelöst worden.

Wo viele Plättchen sind, da ist mitunter auch etwas Schatten. Insgesamt 51 Punktmarker werden im Spiel verteilt. Dazu kommen noch die Punkte der Adelsportraits am Ende des Spiels. Ohne Siegpunkteleiste ist das der blanke Horror für alle Spieler, die gerne den Überblick über die eigenen Fortschritte und die Entwicklung der Mitspieler im Auge behalten wollen. Wer sich hier nicht von seinem Kontrollwahn lösen kann, der muss in Royals permanent rechnen und mitzählen (was ja nicht zwingend schlecht sein muss!). Wer dagegen gerne in Ruhe seine eigene Strategie durchzieht und dabei weniger auf die Aktionen der Mitspieler reagiert, der kann sich in Royals recht frei entfalten. Hier gilt es dann, aus jeder Runde das Maximale an Punkten herauszuholen. Ob es dann zum Sieg reicht, stellt sich erst am Ende des Spiels heraus.

Als Brettspiel für zwei Spieler können wir Royals nur eigeschränkt empfehlen. Es funktioniert zwar, aber man spielt hier eigentlich nicht zusammen, sondern eher aneinander vorbei. Das liegt vor allem daran, dass in fast jeder Stadt auch zwei Positionen zu besetzen sind. Man kommt sich dadurch kaum in die Quere und das Leben auf dem Spielplan entpuppt sich als friedliche Koexistenz. Es verschafft einem einfach kaum Vorteile, den Mitspieler im Spiel zu zweit aus einer besetzten Position zu drängen. Zu zweit ist Royals viel zu gemütlich. Daran ändert auch das Aussortieren von Länderkarten zu Beginn des Spiels nichts, da sich dadurch nur die Spielzeit verkürzen lässt.

Ab drei Spielern entwickelt sich ein angenehmes Bäumchen-wechsel-dich-Gefühl bei den zentralen Positionen. Verläuft die erste Epoche noch recht linear, greifen die Spieler ab der zweiten Epoche vermehrt zu den Intrigenkarten und ein munterer Wettstreit entsteht. Ab vier Spielern herrscht am Ende der ersten Epoche fast schon Platzmangel, der Mitspieler-Ärgern-Faktor steigt hier spürbar an. So sollte das auch sein!

– Herzlichen Dank an Abacusspiele für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
65 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
80 %
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