1746 in Potsdam. Das Schloss Sanssouci soll in schönster Blütenpracht erstrahlen und von der beeindruckendsten Gartenlandschaft umgeben werden. Um das zu erreichen, beauftragt Friedrich der Große die renomiertesten Gärtner im Lande – die Spieler.

Im Auftrag des Königs soll jeder Spieler jeweils einen eigenen Garten mit Pavillons, Statuen, Brunnen und vielen anderen Objekten ausstatten und so die Aufmerksamkeit der Adligen auf sich ziehen. Je weiter der Ausbau voranschreitet und je schöner die Gartenanlage erscheint, um so mehr Adlige tummeln sich darin – und um so größer fällt auch die Entlohnung für den fleißigen Gärtner aus.

Gespielt wird das Brettspiel Sanssouci über 18 Runden. In jeder Spielrunde dürfen die Spieler ein Garten-Element aus einer Auslage auswählen und in ihren Garten legen. Werden Wege von der Schlossterasse in den Garten hinein fertiggestellt, kann immer ein Adliger weitergezogen werden. Dafür gibt es dann jeweils Siegpunkte.

Um das Ganze noch interessanter zu gestalten, erhält jeder Spieler zu Beginn zwei individuelle Aufträge, für die es bei Spielende eine separate Entlohnung gibt.

Am Ende gewinnt der Spieler, der die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

Zubehör von Sanssouci

  • 1 Spielplan
  • 4 unterschiedliche, beidseitig bespielbare Gärten
  • 81 Garten-Plättchen (mit 9 verschiedenen Motiven)
  • 72 Spielkarten (18 pro Spieler)
  • 4 Siegpunktekarten
  • 9 Auftragskarten
  • 5 Ersatzkarten
  • 36 Adlige (9 Spielfiguren pro Spieler)
  • 4 Zählsteine (1 pro Spieler)
  • 4 beidseitig bespielbare Erweiterungstafeln
  • und eine Spielanleitung

Ausführliche Spielregeln zu Sanssouci

Hinweis: Im Grundspiel ist bereits eine Erweiterung für fortgeschrittene Spieler enthalten. Auf diese Erweiterung wird erst weiter unten eingegangen.

Spielvorbereitungen

  1. Der Spielplan wird in die Mitte des Tisches gelegt.
  2. Je nach Spielerzahl werden unterschiedliche Garten-Plättchen benötigt. Im Spiel zu zweit werden alle Plättchen mit der II herausgesucht. Im Spiel zu dritt werden alle Plättchen mit den Ziffern II und III benötigt. Im Spiel zu viert werden alle Garten-Plättchen benutzt.
  3. Alle erforderlichen Garten-Plättchen werden verdeckt gemischt und in beliebig hohen Stapeln verdeckt auf die äußeren Felder des Spielplans gelegt.
  4. Zehn beliebige Garten-Plättchen werden nun aufgedeckt und auf die farbigen Felder des Spielplans gelegt.
  5. Die Auftragskarten werden verdeckt gemischt. Anschließend erhält jeder Spieler zwei Karten, die er sich geheim anschauen darf und dann verdeckt vor sich ablegt.
  6. Die Spieler entscheiden sich für eine Farbe mit der sie Sanssouci spielen wollen.

Vorbereitungen der Spieler:

Jeder Spieler nimmt sich einen beliebigen Garten und legt diesen vor sich ab. Seine 9 Adligen stellt er einzeln auf die neun Felder der Schlossterasse. Der farblich dazu passende Zählstein wird auf das Feld „0“ der Siegpunkteleiste gelegt. Zuletzt erhält der Spieler noch 18 Spielkarten, die er gut mischen und anschließend als verdeckten Nachziehstapel vor sich ablegen sollte. Zwei Karten zieht er davon direkt nach und nimmt diese auf die Hand.

Spielablauf – Die Gärten von Sanssouci erblühen

Gespielt werden immer 18 Runden. Der älteste Spieler ist automatisch Startspieler. Anschließend geht es im Uhrzeigersinn weiter. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er in seinem Spielzug die folgenden Aktionen durchlaufen.

Eine Handkarte ausspielen: Jeder Spieler verfügt am Anfang über 18 verschiedene Spielkarten. Diese zeigen entweder

  • zwei unterschiedliche Farben
  • ein bestimmtes Objekt (Labyrinth, Statue, …)
  • oder sind Joker

Zu Beginn seines Spielzuges hat der Spieler immer zwei Karten auf der Hand. Er entscheidet sich für eine seiner beiden Handkarten und legt diese offen vor sich ab.

Ein passendes Garten-Plättchen nehmen: Die ausgespielte Handkarte grenzt die Auswahl an Garten-Plättchen bereits stark ein.

Im Beispiel (links) hat der Spieler eine Farbkarte gespielt und darf sich nun ein beliebiges Garten-Plättchen von der weißen oder der lilafarbenen Auslage nehmen.

Anschließend muss er das Plättchen seiner Wahl in seinem Garten unterbringen. Jedes Garten-Plättchen passt genau an eine Stelle. Entscheidend ist dabei, was auf dem Plättchen abgebildet ist und welche Farbe die Auslage hatte, von der der Spieler das Plättchen erworben hat. Mit diesen zwei Informationen lässt sich immer genau eine Position im eigenen Garten ermitteln.

Und wenn das Feld im Garten schon belegt ist?

Sollte der Platz im Garten einmal belegt sein, so darf der Spieler das erworbene Garten-Plättchen umdrehen. Auf der Rückseite ist immer ein Gärtner abgebildet. Diesen Gärtner darf der Spieler dann an eine beliebige Stelle des Gartens legen, die waagerecht oder senkrecht zur eigentlichen Position des Plättchens verläuft.

Einen seiner neun Adligen bewegen (optional): Wurde das Garten-Plättchen untergebracht, darf der Spieler nun einen seiner neun Adligen bewegen. Ziel ist es dabei, den Adligen möglichst weit von der Schlossterasse in den Garten heinein zu bewegen. Beim ziehen der Adligen gelten die folgenden Regeln.

Jeder Adlige

  • muss immer auf eingezeichneten Wegen gehen und darf diese auch nicht verlassen.
  • muss seinen Zug auf einem Soielfeld beenden, dass mindestens um ein Feld weiter im Garten liegt, also seine Startposition.
  • muss seinen Spielzug in derselben senkrechten Reihe beenden.
  • darf beim ziehen auch auf Wege anderer Reihen laufen, solange er wieder in seiner eigenen Reihe zum Stehen kommt.
  • darf auch über Gätner-Plättchen gehen.
  • darf nicht auf einem Gätner-Plättchen stehen bleiben.

Ein neues Garten-Plättchen aufdecken: In dieser Aktion wird wieder aufgeräumt. Der aktive Spieler, der gerade ein Gart-Plättchen in seinem Garten platziert hat, muss nun die Auslage wieder füllen.

Hierzu darf er ein beliebiges Garten-Plättchen von einem beliebigen, verdeckten Stapel umdrehen und offen auf das frei gewordene Feld in der Auslage legen

Somit hat der Folgespieler in seinem Spielzug wieder zehn Garten-Plättchen zur Auswahl.

Die Kartenhand auffüllen: Der Spieler nimmt die oberste Karte vom eigenen Nachziehstapel auf die Hand und kann so in seinem nächsten Spielzug wieder zwischen beiden Karten wählen.

(Einzige Ausnahmen sind die vorletzte und die letzte Spielrunde, da hier der eigene Nachziehstapel bereits leer ist und keine Karten mehr nachgezogen werden können.)

Spielende und Endwertung

Das Spiel endet, sobald alle Spieler jede ihrer Spielkarten einmal abgelegt haben, also immer nach 18 Spielrunden. Während des Spiels wurden bereits Siegpunkte gesammelt. Hier werden jetzt noch die folgenden Siegpunkte ergänzt:

  1. 10 Siegpunkte für jede vollständig mit Garten-Plättchen ausgefüllte waagerechte Reihe. Hiervon wird noch der Wert der Reihennummer abgezogen. Beispiel: Ein Spieler hat die zweite Reihe (weiß) komplettiert. Hierfür bekommt er 10 – 2 = 8 Siegpunkte.
  2. 5 Siegpunkte für jede vollständig mit Garten-Plättchen ausgefüllte senkrechte Reihe.
  3. Siegpunkte für jede erfüllte Auftragskarte. Wie viele Punkte der Spieler erhält ist abhängig davon, in welcher Reihe er den Auftrag erfüllt hat.

Der Spieler, der beim Gartenbau die meisten Punkte sammeln konnte, ist der Gewinner von Sanssouci. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der die meisten Gärtner in seinem Garten hat.

Das Erweiterungsmodul für fortgeschrittene Spieler

Im Basisspiel Sanssouci enthalten sind bereits vier beidseitig bespielbare Erweiterungsmodule. Diese werden bei der Spielvorbereitung zufällig auf die Spieler verteilt.

Jeder Spieler darf sich seine Auftragskarten und beide Seiten der Erweiterungstafel anschauen und dann entscheiden, mit welcher Seite der Erweiterung er spielen möchte. Dann legt er die Tafel so in seinen Garten, dass sich die Reihen mit den Treppen berühren (siehe Bild).

Legt ein Spieler im Spielverlauf nun ein Plättchen auf eine der Abbildungen auf der Erweiterungstafel, kann es zu Plus- aber auch Minuspunkten kommen.

  • Gartenmotiv und +1, +2, +3: Legt ein Spieler hier ein Garten-Plättchen ab, erhält er die angezeigten Siegpunkte.
  • Gärtnermotiv und +3: Legt ein Spieler hier einen Gärtner ab, erhält er die angezeigten Siegpunkte.
  • Garten- und Gärtnermotiv und -1, -2, -3: Legt ein Spieler hier ein Garten-Plättchen oder einen Gärtner ab, verliert er die angezeigten Siegpunkte.

Fazit zum Brettspiel Sanssouci

Als klassisches Legespiel konzipiert, hat es Michael Kiesling geschafft, seinem Brettspiel Sanssouci das gewisse etwas mitzugeben. Beim Einlesen in die Spielregeln entdeckten wir noch sehr viele Ähnlichkeiten mit dem erfolgreichen Spiel Alhambra von Dirk Henn. Spätestens nach der ersten Partie waren diese Vermutungen aber verschwunden, denn trotz des ähnlichen Spielsystems (Karten auslegen, aus einer Auslage Plättchen auswählen und im eigenen Garten passend anlegen) spielt sich Sanssouci ganz anders.

Die Spielregeln von Sanssouci sind leicht verständlich und in der beigefügten Spielanleitung sehr gut beschrieben. Der Einstieg in das Spiel gelingt schnell und problemlos.  Nach den ersten paar Runden merkt man dann auch sehr schnell, dass es nicht ausreicht, einfach nur Garten-Plättchen auszuwählen und damit seinen Garten zu schmücken. Gerade das Ziehen der Adligen durch die eigene Gartenlandschaft hat es in sich und stellt die eigentliche Herausforderung dar. Denn nicht immer ist das nächste passende Plättchen in der Auslage verfügbar und nicht immer hat man die richtige Spielkarte in der Hand, um das gewünschte Plättchen von der Auslage nehmen zu können. Hier ist natürlich auch Glück mit im Spiel, aber durch eine gute Planung lässt sich „Pech im Spiel“ auch wieder ausgleichen.

Gut gefallen hat uns, dass man quasi nach jedem Spielzug Siegpunkte sammeln kann und so permanent Bewegung auf der Siegpunkteleiste herrscht. Da alle Spieler individuell einen eigenen Garten bestücken und sich die Zahl der verfügbaren Garten-Plättchen nach der Spielerzahl richtet, ist Sanssouci als reines 2-Spieler-Spiel genauso gut spielbar wie mit drei order vier Spielern.

Wer gerne mehr taktiert, ohne gleich drei oder mehr Stunden am Spieltisch sitzen zu müssen, für den bietet das im Spiel enthaltene Erweiterungsmodul die gewünschte Herausforderung.

Einzig die Interaktion zwischen den Spielern könnte man an dem sonst stimmigen Familienspiel bemängeln, denn die findet de facto nicht statt. Man kann die Mitspieler zwar ärgern, indem man ihnen ein wichtiges Plättchen aus der Auslage wegschnappt. Viel mehr bekommen die Spieler aber nicht miteinander zu tun. Kein Tauschen, keine Diskussion. Jeder baut und grübelt für sich allein.

Wer auf Interaktion verzichten kann, erhält mit Sanssouci aber ein sehr schönes Familienspiel, das mit einer angenehmen Spielzeit und hochwertigem Material für viele Partien für Spannung sorgt und Freude bereitet.

— Herzlichen Dank an Ravensburger für das Rezensionsexemplar! —

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
80 %
Spielzubehör
90 %
Langzeitspaß
85 %
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