Wer als Schmuggler Mitglied in der berüchtigten Bande von Kartoffel-Charly werden möchte, der muss sein Können erst einmal unter Beweis stellen. Da die Schmugglerbande neue Leute braucht, hat sich der Bandenchef eigens hierzu etwas ausgedacht. Alle Anwärter sollen im Wettbewerb gegeneinander antreten, ihr Schmuggelgut in einem Sack durch ein schmales Loch bugsieren und anschließend noch die Kontrollen der Widersacher überstehen. Nach Tumult Royal präsentieren Klaus und Benjamin Teuber mit diesem munteren Schmuggler-Spiel ihr zweites gemeinsames Familienspiel bei Kosmos.

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Schmuggler und nimmt am Wettbewerb teil. Ausgestattet werden die Spieler mit Schmugglergut, einem Sichtschirm für verdeckte Aktionen und einem Stück intelligenter Knete. Vor jedem Durchgang wird mittels Würfel eines von sieben unterschiedlich großen Zaunlöchern bestimmt. Durch dieses müssen die Spieler mit ihrem Schmuggelgut durchkommen. Jetzt entscheidet sich jeder Spieler geheim für eine Schmuggelware und versteckt diese in seiner Knete. Die Menge der verwendeten Knete bestimmt jeder Spieler selbst und rollt diese zuletzt zu einer möglichst gleichmäßig runden Kugel. Denn diese wird jetzt eine Rollbahn hinuntergerollt.

Schafft die Kugel es durch das Zaunloch am unteren Ende der Rollbahn, hat der Spieler gute Chancen, einer Kontrolle der geschmuggelten Ware zu entkommen. Denn die beiden größten, erfolgreichen Kugeln gelangen direkt ins Büro des Bandenchefs und sind erstmal sicher. Schaffen es mehrere Kugeln gleicher Größe durch das Zaunloch, entscheidet die Waage. Bleibt die Kugel dagegen im Zaun hängen oder verliert eine Kugel beim Waagetest, landet sie in der Rumpelkammer der Schmugglerbande und wird sehr wahrscheinlich kontrolliert.

Bei der Kontrolle dürfen die beiden Spieler, deren Kugeln im Büro des Bandenchefs liegen, je eine Kugel in der Rumpelkammer überprüfen. Hierzu müssen sie eine Vermutung äußern, welche Ware der Spieler in seiner Kugel geschmuggelt hat. Liegen sie damit richtig, erhalten sie ein Schmugglerplättchen dieser Ware. Liegen sie falsch, erhält der Spieler, dessen Kugel kontrolliert wurde, eben dieses Schmugglerplättchen. Alle nicht kontrollierten Spieler zeigen am Ende jedes Durchgangs ihre Schmugglerware und nehmen sich ebenfalls ein Schmugglerplättchen. Dann beginnt ein neuer Durchgang. Wer so als erster Schmuggler eine vorgegebene Anzahl an Schmugglerplättchen einsammeln konnte, gewinnt das Spiel.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Kosmos
Spielautor: Klaus und Benjamin Teuber
Erscheinungsjahr: 2016

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Schmuggler

Zubehör zum Brettspiel Schmuggler.
Zubehör zum Brettspiel Schmuggler.
  • 1 Spielplan
  • 1 große Rollbahn
  • 1 Übungszaun
  • 1 Plättchen „Schmuggler-Boss“
  • 1 Waage
  • 1 Würfel
  • 1 Sanduhr
  • 4 Sichtschirme (1 pro Spieler)
  • 4 Päckchen intelligente Knete
  • 12 Schmuggelgüter
  • 56 Schmuggelplättchen

Ausführliche Spielregeln zu Schmuggler

Spielvorbereitungen

Die Rollbahn und der Spielplan.
Die Rollbahn und der Spielplan.

Die Rollbahn wird in die Tischmitte gelegt. Die Schmuggelhilfe wird in der passenden Aussparung der Rollbahn mit den Pfeilen nach rechts platziert. Das Plättchen mit dem Schmuggler-Boss wird dahinter eingesteckt. Am anderen Ende der Rollbahn wird der Übungszaun mit den unterschiedlich großen Löchern aufgestellt.

Der Spielplan wird vor der Rollbahn ausgelegt. Die Waage, die Sanduhr und die Schmugglerplättchen werden bereitgelegt.

Das Spielzubehör des orangenen Schmugglers.
Das Spielzubehör des orangenen Schmugglers.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich den dazu passenden Sichtschirm und den Beutel mit der intelligenten Knete. Weiter erhält jeder Spieler je ein Schmuggelgut Süßes, Saures und die Stinkbombe. Aus dem Vorrat an Schmuggelplättchen nimmt sich jeder Spieler ebenfalls ein Plättchen – immer abwechselnd ein Plättchen Süßes und ein Plättchen Saures.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Spielrunden die eigenen Schmuggelgüter geschickt durch den Übungszaun zu schmuggeln und so als erster Spiele eine bestimmte Anzahl an Schmuggelplättchen zu sammeln.

Das Spiel beginnt der älteste Spieler am Tisch. Zu Beginn jedes neuen Durchgangs ist der jeweils nachfolgende Spieler neuer Startspieler. Eine Spielrunde verläuft dann über folgende drei Phasen: Beim Geschicklichkeitstest (1) wird das Zaunloch bestimmt, das Schmuggelgut in der Knete versteckt und die Knetkugel die Rollbahn hinunter gerollt. Bei der Platzierung (2) werden die erfolgreichen Knetkugeln gewogen und der Größe nach auf dem Spielplan platziert. Zuletzt erfolgt die Kontrolle (3), bei der sich die Spieler letztendlich die benötigten Schmuggelplättchen verdienen können.

Gespielt wird über mehrere Durchgänge. Kann ein Spieler im Spielverlauf sieben Schmuggelplättchen einer Sorte oder jeweils fünf Schmuggelplättchen beider Sorten sammeln, gewinnt er das Spiel.

Phase 1 | Der Geschicklichkeitstest

Der Schmuggler-Boss wird bewegt und bestimmt das Zaunloch.
Der Schmuggler-Boss wird bewegt und bestimmt das Zaunloch.

Zuerst muss das Zaunloch bestimmt werden. Der Startspieler nimmt sich den Würfel und wirft ihn einmal. Anschließend zieht er den Schmuggler-Boss um die gewürfelte Anzahl an Feldern in Pfeilrichtung weiter. Erreicht er dabei das Ende der Leiste und hat noch Würfelaugen übrig, geht es vorne wieder los. An der Stelle im Zaun, an der der Boss zum Stehen kommt, muss in dieser Runde das Schmuggelgut durch passen.

Das Schmuggelgut wird in der Knete versteckt.
Das Schmuggelgut wird in der Knete versteckt.

Jeder Spieler wählt verdeckt hinter seinem Sichtschirm eines seiner Schmuggelgüter und versteckt es in der Knete. Anschließend muss er diese zu einer Kugel formen – dabei sollte man unbedingt auf die Größe achten. Passt die Kugel später nicht durch den Zaun, kann das zum Nachteil für den Spieler werden. Ist die Kugel dagegen zu klein, kann sich das ebenfalls nachteilig auswirken. Idealerweise passt die Knetkugel also gerade so durch das Loch im Zaun.

Mit der versteckte Beute durch den Zaun.
Mit der versteckte Beute durch den Zaun.

Zuletzt stößt jeder Spieler die eigene Knetkugel samt Schmuggelgut die Rollbahn hinunter. Der Startspieler beginnt wieder, anschließend geht es nacheinander reihum weiter.

Schafft die Kugel es nicht durch das Zaunloch, darf der Spieler diese noch einmal nachformen, ohne dabei allerdings Knetmasse zu entfernen. Schafft sie es auch beim zweiten Versuch nicht, kommt die Kugel in die Rumpelkammer auf dem Spielplan.

Passt die Kugel durch den Zaun durch, geht es nun weiter. Alle Knetkugeln, die den Geschicklichkeitstest erfolgreich absolviert haben, kämpfen jetzt um die Platzierung im Zimmer des Schmuggler-Boss.

Phase 2 | Die Platzierung und der Waagetest

Der Spielplan von Schmuggler.
Der Spielplan von Schmuggler.

Die erfolglosen Schmuggler haben ihre Knetkugeln bereits in die Rumpelkammer gelegt (hier die grüne Kugel).

Für alle erfolgreichen Schmuggler kommt es jetzt auf die Größe ihrer Knetkugel an. Die größte Knetkugel wird im Zimmer des Schmuggler-Boss‘ auf den ersten Platz gelegt (die gelbe Kugel im Bild), die zweitgrößte Kugel kommt auf den zweiten Platz (die orangene Kugel im Bild). Alle verbliebenen Knetkugeln kommen jetzt ebenfalls in die Rumpelkammer.

Sollten zwei oder mehr Knetkugel optisch gleich groß ausfallen, können diese mit der Waage gemessen werden. Im Zweifel entscheidet also die Waage, wer im Zimmer des Boss‘ bleiben darf und wer in die Rumpelkammer muss.

Im Zweifel entscheidet die Waage.
Im Zweifel entscheidet die Waage.

Phase 3 | Die Kontrolle

Jetzt entscheidet die Position der Knetkugel wer wen kontrollieren darf. Die Spieler, deren Kugeln im Boss-Zimmer liegen, dürfen jeweils eine beliebige Knetkugel aus der Rumpelkammer kontrollieren.

Das Schmuggelgut in der Knete.
Das Schmuggelgut in der Knete – Süßes, Saures oder Stinkbombe.

Bei der Kontrolle muss der kontrollierende Spieler eine Vermutung über das Schmuggelgut in der Knetkugel äußern. Hierzu bestimmt er die Kugel und sagt „Süßes, Saures oder Stinkbombe.“ Der kontrollierte Spieler muss anschließend seine Kugel öffnen und das Schmuggelgut vorzeigen.

Lag der Spieler mit seiner Vermutung richtig, erhält er bei süßem oder saurem Schmuggelgut das zugehörige Schmuggelplättchen aus dem allgemeinen Vorrat. Hat er richtig auf Stinkbombe getippt, erhält er das Schmuggelgut des Mitspielers.

Die Schmuggel-Plättchen für Süßes und Saures.
Die Schmuggel-Plättchen für Süßes und Saures.

Lag der Spieler mit seiner Vermutung falsch, erhält der kontrollierte Spieler bei süßem oder saurem Schmuggelgut das zugehörige Schmuggelplättchen aus dem allgemeinen Vorrat. Hatte er eine Stinkbombe unerkannt geschmuggelt, erhält er ein beliebiges Schmuggelplättchen aus dem Besitz des Spielers, der ihn kontrolliert hatte.

Alle Spieler, die nicht kontrolliert wurden, zeigen jetzt ihr Schmuggelgut. Bei Süßem oder Saurem nehmen sie sich das entsprechende Schmuggelplättchen aus dem allgemeinen Vorrat. Bei einer Stinkbombe dürfen sie sich eine beliebiges Schmuggelplättchen eines beliebigen Mitspielers nehmen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Schmuggler endet sofort, sobald der erste Spieler mindestens sieben Schmuggelplättchen Süßes oder sieben Schmuggelplättchen Saures oder jeweils fünf Schmuggelplättchen Süßes und Saures besitzt. Das ist dann auch der Gewinner des Spiels.

Fazit zum Brettspiel Schmuggler

Ein ungewöhnliches Spiel haben Klaus und Benjamin Teuber hier geschaffen! Mit obendrein sehr ungewöhnlicher Knete. Auf der Spielbox war bereits von intelligenter Knete die Rede. Beim ersten Sichten des Zubehörs war diese noch in getrennten, eingeschweißten Tüten verpackt und so plattgedrückt, dass sie wie getrocknete Farbe aussah. Beim Öffnen der Knettüten folgte der erste Aha-Effekt. Die Knete lies sich problemlos und ohne Rückstände aus der Tüte nehmen, nach Belieben formen, zerteilen und geruchsarm ist sie obendrein auch noch. Soweit so gut. Zieht man die Knete langsam auseinander, nimmt sie die Konsistenz von Kaugummi an und dehnt sich aus. Zieht man zwei Teile der Knete dagegen schnell auseinander, reißt diese und hinterlässt manchmal ein kleines Geräusch – so ähnlich wie beim Zerdrücken von Luftpolsterfolie.

In Sachen Knete konnte uns Schmuggler anfangs schon einmal begeistern. Das restliche Spielzubehör ist ebenfalls von guter Qualität und auch ansprechend illustriert. Mit der Waage sind wir jedoch nicht so glücklich, da diese nach jedem Durchgang manuell neu austariert werden muss. Zumindest bei uns steht sie selbst ohne Gewicht auf beiden Seiten nicht richtig im Gleichgewicht, wenn wir sie nach der eigentlich dafür vorgesehenen Markierung ausrichten. Und auch die Rollbahn, die zweifelsohne ihre Pflicht erfüllt, hätte man ruhig etwas stabiler gestalten können. Ansonsten ist Schmuggler in Sachen Zubehör ein tolles Spiel – gerade weil es nicht bloß aus einem Spielbrett und ein paar Figuren besteht. Hier macht bereits das Aufbauen Spaß!

Die Spielregeln sind hübsch gestaltet worden und auch gut strukturiert. Die Hintergrundgeschichte wird zudem durch einen kleinen Comic erzählt – was das Einlesen in die Spielregeln recht angenehm macht.

Der Spielverlauf ist leicht zu erlernen und bietet sich insbesondere im Spiel mit Kindern an. Beim Kneten der Kugel für das aktuelle Loch im Zaun wird spielerisch das Abschätzen von Größen trainiert. Hier können gewiss auch Erwachsene noch was lernen. Und die Schmuggel-Komponente mit anschließender Kontrolle lässt in jeder Runde noch ein wenig Spannung aufkommen. Der Fokus von Schmuggler liegt aber eindeutig auf dem Spaß beim Kneten.

Insgesamt ein sehr interessantes Familienspiel mit nicht minder interessantem Zubehör, das sich im nachhinein als kniffliger entpuppte, als es anfangs gewirkt hat. Für einen Dauerbrenner wird es zumindest bei Vielspielern wohl nicht reichen. Dafür bietet Schmuggler insgesamt zu wenig Spieltiefe und Abwechslung. Aber gerade weil es irgendwie anders ist, sich durch den Spielaufbau und das Material so deutlich von anderen Spielen abhebt, wird es wohl immer mal wieder gerne auf den Tisch kommen.

– Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar –