Im Kartenspiel Splendor schlüpfen die Spieler in die Rollen wohlhabender Händler der Renaissance. Mit ihrem Vermögen erwerben sie Minen, lassen Arbeiter Rohdiamanten freilegen und beauftragen Kunsthandwerker, die daraus kostbare Juwelen fertigen. Das alles mit dem Ziel, den eigenen Reichtum zu vermehren und das Ansehen bei den Adligen zu steigern.

Gespielt wird Splendor über mehrere Runden. Pro Spielzug kann ein Spieler entweder Edelsteine (Chips) aus dem allgemeinen Vorrat aufnehmen oder aber eine der ausliegenden Entwicklungskarten kaufen. Jede gekaufte Entwicklungskarte wird in der eigenen Auslage des Spielers platziert und bringt dem Spieler auf der einen Seite gewisse Vorteile (Boni) für den weiteren Spielverlauf, auf der anderen Seite erhält der Spieler so auch wichtige Prestigepunkte, ohne die das Spiel nicht gewonnen werden kann. Je mehr Entwicklungskarten ein Spieler besitzt, um so wahrscheinlicher wird auch der Besuch eines Adlichen, der weitere Prestigepunkte einbringt.

Die letzte Spielrunde beginnt, sobald der erste Spieler 15 oder mehr Prestigepunkte sammeln konnte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt am Ende das Spiel.


Spielverlag: Space Cowboys
Spielautor: Marc André
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Splendor

  • 10 Adligen-Kärtchen
  • 40 Entwicklungskarten der Stufe 1
  • 30 Entwicklungskarten der Stufe 2
  • 20 Entwicklungskarten der Stufe 3
  • 7 Smaragd-Chips
  • 7 Saphir-Chips
  • 7 Rubin-Chips
  • 7 Diamant-Chips
  • 7 Onyx-Chips
  • 5 Joker-Chips

Ausführliche Spielregeln zu Splendor

Spielvorbereitungen

Das gesamte Zubehör wird nach Art und Zugehörigkeit sortiert. Alle Entwicklungskarten werden nach ihren Stufen 1, 2 und 3 getrennt und separat durchgemischt.

  1. Die drei Stapel der Entwicklungskarten werden der Stufe nach aufsteigend verdeckt in die Tischmitte gelegt.
  2. Von jedem Stapel werden die obersten vier Karten aufgedeckt und in einer Reihe daneben gelegt.
  3. Die Adligen-Kärtchen werden verdeckt gemischt. Anschließend wird eines der Kärtchen mehr aufgedeckt, als Spieler am Spiel teilnehmen. Die restlichen Kärtchen kommen aus dem Spiel.
  4. Alle Edelstein- und Jokerchips werden als allgemeiner Vorrat auf den Tisch gelegt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, das eigene Vermögen zu vermehren und damit Entwicklungskarten zu erwerben. Diese bringen den Spielern Prestigepunkte und Boni für das weitere Handeln.

Der jüngste Spieler darf beginnen. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er in seinem Spielzug eine von vier möglichen Aktionen ausführen.

  1. Drei Edelstein-Chips unterschiedlicher Farbe nehmen
  2. Zwei Edelstein-Chips derselben Farbe nehmen (nur, wenn noch mindestens vier davon im Vorrat liegen)
  3. Einen Joker-Chip nehmen und 1 Entwicklungskarte reservieren (=auf die Hand nehmen)
  4. Eine Entwicklungskarte kaufen (aus der Hand oder der Auslage)

Am Ende seines Spielzuges muss jeder Spieler noch überprüfen, ob er Besuch von einem Adligen erhält. Ist dies der Fall, kann er das entsprechende Adligen-Kärtchen zu sich in die Auslage holen.

Aktion: Edelstein-Chips aufnehmen

Im Splendor gibt es fünf Arten von Edelsteinen: Smaragde, Saphire, Rubine, Diamanten und Onyxe. Die Edelstein-Chips dienen als Zahlungsmittel, mit dem die Spieler Entwicklungskarten erwerben können.

Wählt ein Spieler die Aktion Chips nehmen, so darf er sich entweder drei unterschiedliche Edelsteine oder zwei identsiche Edelsteine nehmen. Zwei identsiche Edelsteine dürfen allerdings nur dann genommen werden, wenn anschließend noch mindestens zwei Edelsteine dieser Sorte im allgemeinen Vorrat liegen.

Am Ende seines Spielzuges darf ein Spieler nicht mehr als zehn Edelsteine besitzen (inkl. Joker). Überschüssige Chips muss er sofort abgeben.

Aktion: Entwicklungskarte reservieren und Joker nehmen

In der allgemeinen Kartenauslage liegen immer zwölf Entwicklungskarten – je vier pro Entwicklungsstufe. Auf jeder Karte sind die Kosten (unten links), die Prestigepunkte (oben links) und der Boni (oben rechts) abgebildet.

Wählt ein Spieler die Aktion „Karte reservieren“, so nimmt er die Entwicklungskarte seiner Wahl aus der Auslage auf die Hand. Der freigewordene Platz in der Auslage wird sofort mit einer neuen Karte vom Nachziehstapel gefüllt. Alternativ darf der Spieler auch – auf gut Glück – eine ungesehene Karte vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Jeder Spieler darf maximal drei Karten gleichzeitig auf der Hand reservieren.

Zusätzlich zu der Karte erhält der Spieler noch einen Jokerchip.

Aktion: Entwicklungskarte kaufen

Bei dieser Aktion kann der Spieler frei wählen, ob er eine Karte aus der Auslage kaufen möchte oder doch lieber eine seiner reservierten Karten aus der Hand. Grundsätzlich gilt, je höher die Entwicklungsstufe einer Karte, um so kostspieliger ist auch deren Erwerb.

Um eine Entwicklungskarte zu kaufen, muss der Spieler die auf der Karte angegebenen Kosten bezahlen. Die dafür erforderlichen Edelstein-Chips werden wieder in den allgemeinen Vorrat zurück gelegt.

Die gekaufte Karte wird in die eigene Auslage des Spielers gelegt. Pro Kartenfarbe (Boni rechts oben) wird eine Reihe gebildet, in der sich gleichfarbige Karten so überlappen, dass die Prestigepunkte und Boni der Karten für alle gut sichtbar sind. Den Boni der neuen Karte kann der Spieler in seinem darauffolgenden Spielzug sofort nutzen.

Boni und Adligenbesuche

Die meisten Entwicklungskarten verschaffen den Spielern Boni, die sie im weiteren Spielverlauf nutzen können. Ebenfalls ein Auge auf die Boni der einzelnen Spieler haben die Adligen, die erst dann in Erscheinung treten, wenn ein Spieler ausreichend Fortschritte gemacht hat.

Die auf den Entwicklungskarten angezeigten Boni sind nichts anderes, als permanent verfügbare Edelsteine. Jede Karte einer Farbe entspricht dabei einem Edelstein-Chip derselben Farbe.

Im Gegensatz zum Edelstein-Chip muss der Spieler seine Karten nach dem Erwerb einer neuen Entwicklungskarte aber nicht abgeben – diese bleiben dauerhaft in seiner Auslage liegen.

Am Ende seines Spielzuges muss der Spieler immer überprüfen, ob er über ausreichend Boni verfügt, damit ihn einer der ausliegenden Adligen besucht. Hierzu muss der Spieler so viele Boni der passenden Farbe gesammelt haben, wie aud dem Adligen-Kärtchen abgebildet sind.

Sollte es zu einem Adligen-Besuch kommen, darf der Spieler das entsprechende Kärtchen behalten – inkl. der Prestigepunkte.

Spielende und Gewinner des Spiels

Sobald der erste Spieler fünfzehn oder mehr Prestigepunkte gesammelt hat, wird die laufende Spielrunde noch zuende gespielt. Anschließend zählen alle Spieler ihre Prestigepunkte (Entwicklungskarten und Adlige!). Der Spieler mit den meisten Prestigepunkten ist der Gewinner des Spiels.

Fazit zum Spiel Splendor

Gerade zum Spiel des Jahres 2014 nominiert, darf sich das Spiel Splendor an unserer besonderen Aufmerksamkeit erfreuen. Als mögliches Spiel des Jahres 2014 muss Splendor nämlich eine Vielzahl an Kriterien erfüllen. Es muss innovativ sein, einen breiten Spielerkreis ansprechen, überschaubare Regeln aufweisen und gleichermaßen für Familien als auch Wenigspieler geeignet sein.

Die Spielanleitung zu Splendor fällt mit vier Seiten überraschend kurz aus, ist aber absolut ausreichend, um alle Spielelemente und den Spielablauf zu erläutern. Damit empfiehlt sich Splendor auch Spielern, die eher selten spielen und vor allem nach dem Auspacken sofort losspielen wollen – und natürlich Familienspielern.

Das Spielzubehör ist wirklich hervorragend. Die Adligen-Kärtchen sind aus stabilem Karton. Die Edelstein- und Jokerchips ähneln klassischen Pokerchips und haben ein angenehmes Gewicht. Zudem liegen sie sehr gut in der Hand. Die Entwicklungskarten wurden sehr schön gestaltet und mit verständlichen Symbolen ausgestattet. Zuletzt hat jedes einzelne Spielzubehör-Element einen maßgeschneiderten Platz im großen Spielekarton. In Punkto Zubehör und Verpackung wurde hier wirklich alles richtig gemacht!

Das Spielthema von Splendor hat seinen Reiz, nur wurde es leider unzureichend in den Spielablauf integriert. So sind auf den zahlreichen Entwicklungskarten zwar Minenarbeiter, Transportmittel und Kunsthandwerker abgebildet, nur müssen die Spieler keiner einzigen Herstellungskette Folge leisten. Die Arbeitsschritte – von der Gewinnung der Rohdiamanten bis zur Fertigung des wertvollen Edelsteins – finden spielerisch nicht statt, sondern werden nur durch die Illustrationen auf den Karten angedeutet. Die aktuellen Spielregeln erlauben den Spielern den Erwerb von Entwicklungskarten, ohne dass auf irgendwelche Herstellungsabläufe Rücksicht genommen werden muss. (Spätestens an dieser Stelle vergibt das Spiel seine Chance, auch bei Strategen und Vielspielern zu mehr als nur einem Absacker zu reifen.)

Durch die kurze Spieldauer, den schnellen Einstieg ins Spiel und den schlanken Spielmechanismus bringt Splendor eigentlich alles mit, was ein gutes Familienspiel benötigt – lediglich die Punkte Kommunikation und Interaktion sind hier noch zu bemängeln. Diese finden faktisch nicht statt. Das hätte man leicht lösen können, indem man beispielsweise den Tausch oder Abkauf von Entwicklungskarten zwischen den Spielern ermöglicht. So besteht das Spiel hauptsächlich aus den Aktionen Edelsteine aufnehmen, Entwicklungskarten (und mit ihnen Boni) kaufen und Prestigepunkte aufbauen. Natürlich muss man auch hier strategisch vorgehen. Denn nur mit geeigneten Entwicklungskarten lassen sich weitere Einkäufe vergünstigt tätigen. Zusätzlich muss man ein Auge darauf haben, dass man die passenden Boni sammelt um weitere Prestigepunkte durch den Besuch von Adligen zu erhalten. Und natürlich spielen auch noch andere Spieler mit, die einem ständig die benötigten Edelsteine abspenstig machen. Langweilig wird es also auf jeden Fall nicht.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
95 %
Langzeitspaß
80 %
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