Stichling

77
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Vor kurzem konnten wir euch von Ralf zur Linde das Würfelspiel Blöder Sack vorstellen. Hier folgt nun sein neuester Streich: das Stichspiel Stichling. Darin müssen die Spieler mit einem Satz Handkarten nicht nur einen sondern gleich vier Stiche bedienen – und zwar gleichzeitig. Doch um gewonnene oder verlorene Stiche geht es in Stichling eigentlich gar nicht, sondern allein um die richtige Anzahl an Stichen! denn nur wer hier gut aufpasst, erntet am Ende jedes Durchgangs die maximale Anzahl an Punkten.

Gespielt wird insgesamt über drei Durchgänge. Für jeden Durchgang stehen den Spielern jeweils drei unterschiedlich hohe Siegpunkte-Kärtchen zur Verfügung, die sie in beliebiger Reihenfolge verdeckt vor sich auslegen müssen. Anschließend beginnt das Stechen. Gewinnt ein Spieler im Spielverlauf einen Stich, darf er sein erstes Siegpunkte-Kärtchen umdrehen. Gewinnt er seinen zweiten Stich, wird das Kärtchen rechts daneben aufgedeckt, das erste aber wieder zugedeckt. So geht es mit jedem weiteren gewonnen Stich weiter. Ist das Ende der Kartenreihe erreicht, get es wieder vorne los. Es ist also immer nur ein Punkte-Kärtchen aktiv. Um ordentlich Punkte zu sammeln, muss man zu Beginn jedes Durchgangs die richtige Anzahl eigener Stiche gut abschätzen können und das höchste Siegpunkte-Kärtchen an die passende Stelle in der Reihe legen. Im Spielverlauf gilt es dann, möglichst nicht zu viele oder zu wenige Stiche zu gewinnen, damit am Ende das Kärtchen mit den meisten Siegpunkten aufgedeckt ist. Das ist nicht nur knifflig, sondern auch ziemlich spannend, da einem die Mitspieler auch schnell mal einen ungewollten Stich aufhalsen können.

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Spielzubehör von Stichling

Spielzubehör von Stichling
Spielzubehör von Stichling
  • 60 Spielkarten in 4 Farben (mit den Werten 1 – 15)
  • 20 Stichanzeiger in 5 Farben (4 pro Spieler)
  • 45 Siegpunkte-Kärtchen in 5 Farben (9 pro Spieler)

Ausführliche Spielregeln zu Stichling

Spielvorbereitungen

Zubehör eines Spielers.
Zubehör eines Spielers.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich dazu passend die vier Stichanzeiger und die neun Siegpunkte-Kärtchen.

Bei fünf Spielern werden alle 60 Spielkarten zu einem Stapel zusammengelegt und verdeckt gemischt.

Bei weniger als fünf Spielern werden bestimmte Kartenwerte zuvor aussortiert: 4 Spieler spielen ohne die Werte 13 – 15, 3 Spieler spielen ohne die Werte 10 – 15, 2 Spieler spielen ohne die Werte 7 – 15. Die nicht genutzten Spielkarten können zurück in die Schachtel gelegt werden. Diese kommen auch im weiteren Verlauf nicht mehr ins Spiel.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, durch gezieltes Ansagen von Stichen und geschicktes Bedienen von vier ausliegenden Stichen die meisten Siegpunkte zu sammeln.

Gespielt wird über drei Durchgänge: Vor jedem Durchgang werden die Spielkarten verdeckt gemischt und gleichmäßig an alle Spieler verteilt. Diese nehmen die Karten auf die Hand und können anschließend entscheiden, in welcher Reihenfolge sie ihre drei Siegpunkte-Kärtchen des jeweiligen Durchgangs auslegen möchten. Dann beginnt das eigentliche Stichspiel. Hier können die Spieler nacheinander ihre Karten ausspielen. Sobald jeder Spieler alle seine Karten abgelegt hat, wird das jeweils aktive Siegpunkte-Kärtchen beiseite gelegt und der nächste Durchgang wird gestartet.

Spielkarten sichten und Siegpunkte auslegen

Kartenhand sichten.
Kartenhand sichten.

Zu Beginn jedes Durchgangs erhalten die Spieler neue Karten auf die Hand. Einen Nachziehstapel gibt es nicht. Die Spieler müssen die verschiedenen Stiche also mit diesen Karten bedienen. Da es jeden Wert nur einmal pro Farbe gibt, kann man sich die eigenen Chancen auf den einen oder anderen Stich schon ganz gut ausrechnen. Wer im Spiel zu fünft beispielsweise zwei Karten mit dem Wert 15 besitzt, wird sehr wahrscheinlich mindestens zwei Stiche machen.

Siegpunkte-Kärtchen platzieren
Siegpunkte-Kärtchen platzieren

Warum ist das Ausrechnen der eigenen Stichchancen so wichtig? Ganz einfach! Vor dem Ablegen der ersten Handkarte müssen die Spieler in jedem Durchgang drei Siegpunkte-Kärtchen in beliebiger Reihenfolge verdeckt vor sich ablegen. Für jeden der drei Durchgänge stehen Ihnen drei neue Siegpunkte-Kärtchen mit unterschiedlichen Werten zur Verfügung. Gewinnen die Spieler im Spielverlauf eines Durchgangs ihren ersten Stich, wird die Siegpunkte-Karte ganz links in der Reihe umgedreht. Jedes Mal, wenn sie einen weiteren Stich gewinnen, wird die bereits aufgedeckte Karte wieder umgedreht und die Karte rechts daneben aufgedeckt. Ist einmal das Ende der Reihe erreicht, geht es wieder vorne links los. Es ist also egal, wie viele Stiche ein Spieler tatsächlich gewinnt. Er kann nur mit einer einzigen Siegpunkte-Karte pro Durchgang Punkte sammeln.

Das Stichspiel in Stichling

Innerhalb eines Durchgangs wird mit bis zu vier Stiche gespielt. Legt ein Spieler eine Karte ab, so kann er damit entweder einen neuen Stich eröffnen oder einen bereits ausiegenden Stich bedienen.

Bis zu vier Stiche möglich
Bis zu vier Stiche möglich

Ist noch einer der vier Stichplätze frei, kann ein Spieler einfach einen neuen Stich eröffnen. In diesem Fall legt er eine seiner Handkarten in der Tischmitte ab und platziert seinen Stichanzeiger direkt daneben. Der neue Stichstapel gehört somit erst einmal dem Spieler.

Bezüglich der Farbe und dem Wert der abgelegten Karte darf der Spieler jede bleiebige Karte aus seiner Hand auswählen.

Beim Eröffnen eines neuen Stiches können auch bereits ausliegende Farben oder Werte in der Tischmitte erneut abgelegt werden. Es müssen also noch keine vorhanden Stiche bedient werden.

Stiche streitig machen
Stiche streitig machen

Möchte ein Spieler einen Stich bedienen, so muss die abgelegte Karte diesselbe Farbe aufweisen, wie die unterste Karte des Stichstapels. Nicht der Wert sondern die Farbe muss also bedient werden. Ist der Kartenwert der neuen Karte höher als die aktuell höchste Karte des Stichstapels, übernimmt der Spieler den Stich und legt seinen Stichanzeiger daneben.

Einzige Ausnahme beim Bedienen eines Stiches: Sollten bereits vier Stichstapel ausliegen und ein Spieler kann eine Farbe ablegen, die nicht identisch ist mit einer der Farben der vier Startkarten der Stichstapel, so darf er diese Karte auf einem beliebigen Stich abwerfen. (Im Bild gilt das beispielsweise für die blaue sechs). Einen Stich erobern kann man aber weiterhin nur, wenn man die richtige Farbe bedient und einen höheren Wert ablegt.

Siegpunkte-Kärtchen aufdecken.
Siegpunkte-Kärtchen aufdecken.

Einen Stich abschließen: Sobald die vierte Karte auf einen Stichstapel gelegt wird, ist dieser Stich komplett. Der Spieler, dessen Stichanzeiger jetzt neben dem Stichstapel liegt, gewinnt den Stich und darf ein Siegpunkte-Kärtchen aufdecken. Zur Erinnerung: Mit jedem neuen Stichgewinn wird immer die aktuell aufgedeckte Karte wieder umgedreht und die Siegpunkte-Karte rechts daneben neu aufgedeckt. Es liegt also immer nur eine Siegpunkte-Karte offen vor dem Spieler aus. Die Karten des gewonnen Stichs werden auf einen Ablagestapel gelegt. Auf dem frei werdenden Platz in der Tischmitte darf wieder ein neuer Stich eröffnet werden.

Am Ende des Durchgangs, wenn alle Spieler ihre Handkarten ausgelegt haben, legt jeder Spieler seine offen ausliegende Siegpunkte-Karte gut sichtbar vor sich ab. Unvollendete Stichstapel werden nicht mehr gewertet. Daneben ausliegende Stichanzeiger erhalten die Spieler zurück und der nächste Durchgang wird vorbereitet.

Spielende und Gewinner des Spiels

Punkte aus drei Durchgängen addieren
Punkte aus drei Durchgängen addieren

Nach insgesamt drei Durchgängen ist Schluss. Jeder Spieler sollte jetzt bis zu drei Siegpunkte-Kärtchen vor sich liegen haben. Jeweils eines mit einer, zwei und drei Reißzwecken. Jeder Spieler addiert seine Siegpunkte. Wer insgesamt die meisten davon gesammelt hat, gewinnt auch die Partie Stichling.

Fazit zum Kartenspiel Stichling

Stichspiele gibt es wirklich viele! Mit Stichling hat Ravensburger aber eine Variante ins Programm aufgenommen, die irgendwie anders ist. Stichling macht so richtig Spaß und kann je nach Besetzung wahnsinnig knifflig sein. Dadurch, dass man in allen drei Durchgängen natürlich das höchste Siegpunkte-Kärtchen anvisisert, muss man zunächst einmal Stiche sammeln. Ein Stich ist Pflicht, sonst steht man ganz ohne aufgedeckte Siegpunkte-Karte da. Hat man bereits das höchste Siegpunkte-Kärtchen aufgedeckt vor sich liegen, muss man auch mal bewusst Stiche abgeben, die man eigentlich auch hätte gewinnen können, damit das punkteträchtige Kärtchen nicht wieder verdeckt werden muss.

Die Spielanleitung ist – wie bei Ravensburger Kartenspielen oftmals üblich – gut strukturiert, schnell gelesen und mit zahlreichen Beispielen versehen. Der Einstieg in Stichling gelingt wirklich schnell. Eine Proberunde sollte man aber ruhig spielen. Spätestens nach ein- bis zwei Durchgängen hat man alle Spielregeln verinnerlicht.

Die Illustrationen auf den Spielkarten sind frech und gelungen. Allerdings wiederholen sich die Grafiken auf den jeweiligen Farbkarten mit gleichen Wert. Für das Spiel ist das vollkommen ausreichend. Noch mehr unterschiedliche Grafiken wären natürlich schön gewesen. Für das eigentliche Spiel wichtiger: Die Zahlen und Farben lassen sich auch bei abendlichem Dämmerlicht gut auseinander halten. Hier gibt es keine unnötigen Verwechslungen.

Zu zweit lässt sich Stichling auch ganz gut spielen. Wobei das Spielerlebnis hier ganz anders ist. Denn durch die Reduzierung der Handkarten bei zwei Spielern kommt noch eine zusätzliche taktische Komponente ins Spiel. Denn beiden Spieler kennen nicht nur die eigenen Handkarten, sondern automatisch auch die Karten des Gegenspielers. Das kann schon mal sehr spannend sein. Deutlich mehr Spaß macht Stichling aber ab drei Spielern.

Insgesamt ist Stichling ein wirklich gelungenes und spannendes Stichspiel, das auch nach zahlreichen Partien immer noch Spaß macht. Wer noch auf der Suche nach einem Stichspiel ist, das vor allem nicht nur Absacker-Qualitäten mitbringt, der sollte definitiv einen Blick auf Stichling werfen.

– Herzlichen Dank an Ravensburger für das Rezensionsexemplar –

Unsere Bewertung zu Stichling
Fazit
Stichling ist im positiven Sinne irgendwie anders, sehr unterhaltsam und dabei auch spannend. Ein wirklich tolles Stichspiel.
Originalität / Idee
78
Spielzubehör
82
Langzeitspaß
70
77
Gesamtergebnis
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