Im Brettspiel Sultaniya, das nach der gleichnamigen persischen Stadt benannt wurde, sind wieder die Baumeister unter den Spielern gefragt. Denn in Sultaniya steht einer der beeindruckendsten Rundkuppel-Dome der Welt. Da liegt es nahe, dass die Spieler im Brettspiel Sultaniya ebenfalls ein solche prächtiges Gebäude errichten dürfen.

Jeder Spieler schlüpft dabei in eine von insgesamt acht zur Auswahl stehenden Rollen – beispielsweise Ali Baba, Aladin, Sheherazade oder Ja’far. Jeder Charakter verfügt über einen individuellen Spielplan. Auf diesem sind bereits erste Gebäudeteile vorgegeben, sowie auch bestimmte Gebäudemerkmale, für die der Spieler am Ende des Spiels Punkte erhält. Zusätzlich werden allen Spielern zwei geheime Bauziele zugelost, für die es am Ende ebenfalls Punkte gibt.

Im Spielverlauf können die Spieler neue Gebäudeteile für verschiedene Stockwerke aufdecken und an ihrem eigenen Palast anbauen. Wer passt, erhält Saphire, mit denen er in einer der Folgerunden beispielsweise den Dienst eines Dschinns bezahlen kann, der die Arbeiten am eigenen Bauwerk unterstützt.

Bei Spielende sollten dann alle neuen Paläste aus Toren zur Wüste, hohen Mauern, Gemächern und goldenen Dächern bestehen, verziert durch unterschiedliche Türme, Kuppeln und Fenster und bewacht durch zahlreiche Wachleute. Wer beim Bau auf die Punktevorgaben seines Spielplans und seiner geheimen Ziele geachtet hat, sollte gute Chancen haben, die Partie Sultaniya als Gewinner zu beenden. Und auch bei einer Niederlage kann man sich an dem neu geschaffenen palast erfreuen, denn die Illustrationen in Sultaniya sind wirklich außergewöhnlich gut gelungen.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Bombyx
Spielautor: Charles Chevallier
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Sultaniya

Spielzubehör von Sultaniya
Spielzubehör von Sultaniya
  • 8 Charaktere, verteilt auf vier doppelseitigen Spieler-Tableaus
  • 4 modellierte Dschinn-Figuren
  • 4 Wertungsmarker
  • 1 Spielplan für die Wertung
  • 10 geheime Ziele-Plättchen
  • 93 doppelseitige Gebäude-Plättchen
  • 55 große Saphire aus Plastik

Ausführliche Spielregeln zu Sultaniya

Spielvorbereitungen

Startzubehör eines Spielers
Startzubehör eines Spielers

Jeder Spieler entscheiden sich für einen der acht Charaktere und legt das entsprechende Spieler-Tableau vor sich ab. Handelt es sich dabei um einen Charakter mit Startvermögen, nimmt sich der Spieler die angezeigte Anzahl an Saphiren und legt diese vor sich ab. Die zehn geheimen Ziele werden dann verdeckt gemischt. Jeder Spieler erhält zwei Ziele-Plättchen und legt jeweils eins davon verdeckt an die linke und rechte untere Ecke seines Tableaus.

Der Aufbau des Spielplans
Der Aufbau des Spielplans

Der Spielplan für die Wertung wird in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler legt seinen Wertungsmarker auf das Feld „0“. Jeweils ein Dschinn wird auf die vier Ecken des Plans verteilt. Die Saphire werden als allgemeiner Vorrat daneben gelegt.  Je nach Spielerzahl werden die benötigten Gebäude-Plättchen nach Art sortiert, getrennt gestapelt und in der folgenden Reihenfolge in vier Stapeln unter den Wertungsplan gelegt: Erdgeschoss (blau), erster Stock (rot), 2. Stock (grün) und die Dächer (mit Himmel). Zuletzt wird ein Startspieler zufällig ausgelost.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, den schönsten Palast von Sultaniya zu errichten und dabei möglichst punkteträchtige Gebäudeteile in dem eigenen Bauwerk zu integrieren. Für welche Gebäudebereiche in Spieler Punkte erhält, hängt von seinem Spielcharakter und seinen geheimen Zielen ab.

Bevorzugte Bauteile und geheime Ziele
Bevorzugte Bauteile und geheime Ziele

Ablauf einer Spielrunde: Der Startspieler beginnt. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er in seinem Spielzug zunächst bis zu drei Gebäudeteile desselben Stockwerkes aufdecken. Anschließend muss der Spieler ein beliebiges der ausliegenden Gebäude-Plättchen nehmen und in seinem eigenen Palast passend anbauen. Hierbei kann er gegen Bezahlung die Macht eines Dschinn nutzen. Kann oder möchte ein Spieler keinen Spielzug ausführen, darf er Passen und sich dafür zwei Saphire aus dem allgemeinen Vorrat nehmen.

Gebäudeteile aufdecken und anbauen

Bauteile aufdecken
Bauteile aufdecken

Gebäude-Plättchen aufdecken: Möchte ein Spieler seinen Palast erweitern, darf er immer nur aus Gebäudeteilen wählen, die vor einem Stapel liegen. Wenn dem Spieler die aktuelle Auslage an Gebäudeteilen nicht gefällt, dann darf er sich für einen der vier Stapel entscheiden und davor so viele neue Plättchen ablegen, bis maximal drei Gebäudeteile vor dem Stapel ausliegen. Nutzt der Spieler diese Aktion so muss er jetzt eine beliebiges Gebäude-Plättchen aufnehmen. Dabei kann es sich aber auch um ein Gebäudeteil eines anderen Stapels handeln. Wichtig! Es ist grundsätzlich möglich Gebäudeteile aufzunehmen, ohne dass man zuvor neue Plättchen aufgedeckt hat.

Bauteil nehmen und anbauen
Bauteil nehmen und anbauen

Gebäudeteile passend anbauen: Das aufgenommene Gebäudeteil muss nun an den bestehenden Palast passend angebaut werden. Jedes Gebäude-Plättchen ist doppelseitig bedruckt und kann so links- als auch rechtsseitig angebaut werden. Sind auf dem Gebäudeteil Saphire abgebildet, so erhält der Spieler die entsprechende Anzahl aus dem allgemeinen Vorrat.

Für den Bau gelten folgende Regeln: (1) Jedes Gebäudeteil muss versetzt auf ein bestehendes Plättchen gesetzt werden. (2) Die Illustrationen auf den angrenzenden Gebäudeteilen müssen zusammenpassen, was dazu führt, dass auch wirklich jedes Plättchen im richtigen Stockwerk untergebracht wird. (3) Kein Gebäudeteil darf die waagerechten Grenzen des Spieler-Tableaus überschreiten. Der Plan inklusive der dort abgelegten, geheimen Ziele-Plättchen markieren die maximale Breite des Palastes. (4) Zuletzt darf durch das Anbauen von Gebäudeteilen keine vollständig geschlossene, leere Fläche entstehen.

Passen und Saphire nehmen
Passen und Saphire nehmen

Passen und Saphire kassieren: Benötigt ein Spieler dringend Saphire oder möchte er das Risiko nicht eingehen, eventuell ein fast wertloses Bauteil in seinem Palast integrieren zu müssen, so darf er Passen. In diesem Fall nimmt er sich zwei Saphire aus dem allgemeinen Vorrat und legt diese gut sichbar vor sich ab. Sein Spielzug ist damit allerdings auch sofort beendet und der nächste Spieler kommt an die Reihe.

Die Dienste der Dschinns nutzen

Die Macht eines Dschinn nutzen
Die Macht eines Dschinn nutzen

Einen Dschinn anrufen: Verfügt ein Spieler über Saphire, so kann er in der Bauphase die Dienste eines Dschinn in Anspruch nehmen. Die dafür erforderlichen Saphire legt er in den allgemeinen Vorrat zurück.

Der blaue Dschinn gestattet es einem Spieler, gegen Bezahlung von 1 Saphir alle vor einem Stapel ausliegenden Bauteile wieder unter den Stapel zu schieben und drei neue Bauteile dieses Stapels aufzudecken. Anschließend darf der Spieler sich ein Bauteil nehmen.

Der rote Dschinn gestattet es einem Spieler, gegen Bezahlung von 2 Saphiren eines seiner bereits verbauten Palastteile an einen anderen, freien Bauplatz im Palast zu versetzen oder aber das Bauteil wieder zurück unter den entsprechenden Stapel zu schieben.

Der grüne Dschinn gestattet es einem Spieler, gegen Bezahlung von 2 Saphiren vor zwei Stapeln bis zu drei Bauteile aufzudecken und anschließend zwei Bauteile aufzunehmen und in seinem Palast zu verbauen.

Der gelbe Dschinn gestattet es einem Spieler, gegen Bezahlung von 3 Saphiren einen der Stapel komplett durchzuschauen und sich ein beliebiges Bauteil des Stapel zu nehmen. Dieses muss der Spieler dann aber sofort in seinem Palast anbauen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Der fertige Palast der Sheherazade.
Der fertige Palast der Sheherazade.

Sobald der erste Spieler sein fünftes Dachteil fertiggestellt hat, dürfen alle anderen Spieler noch genau einen Spielzug ausführen. Dann erfolgt die Schlusswertung. Die Spieler zählen ihre Siegpunkte vom Spielplan und ihren geheimen Zielen. Der Spieler mit den meisten Punkte gewinnt die Partie Sultaniya.

Fazit zum Brettspiel Sultaniya

Zu Sultaniya muss man zunächst einmal erwähnen, dass Xavier Collette hier wirklich ganz viel Liebe in die zahlreichen Illustrationen gesteckt hat. Die einzelnen Bauteile und individuellen Spielpläne sehen wirklich super aus! Und auch die farbigen, modellierten Dschinns und Saphire sind sehr hübsch anzusehen. Dass auch noch alles perfekt in den Karton passt, rundet das Gesamtbild in Punkto Spielzubbehör hier ab: Besser geht es eigentlich nicht mehr!

Möchte man aber unbedingt etwas am Zubehör beanstanden, dann vielleicht die fehlende Kurzübersicht über die Fähigkeiten der Dschinns und die Gesamtzahl an Gebäudeteilen. Hier hätten wir uns auf jeden Fall noch ein paar mehr gewünscht, schon allein, um den Wiederspielreiz zu erhöhen. Dieser ist zwar auch über die verschiedenen Siegpunktebedingungen der Spielpläne und der geheimen Ziele ausreichend vorhanden, aber noch mehr Vielfalt bei den Gebäudeteilen hätte dem Spiel gewiss nicht geschadet.

Als klassisches Legespiel konzipiert, verfügt auch Sultaniya über dieselben Vor- und Nachteile. Interaktion zwischen den Spielern findet eigentlich nur dann statt, wenn man einem Mitspieler mal ein wichtiges Gebäudeteil wegschnappt. Ansonsten baut jeder Spieler an seinem eigenen Palast und sammelt Siegpunkte. Durch die schönen Ilustrationen macht das allerdings wirklich sehr viel Spaß! Und da nicht alle Teile eines Stockwerkes beliebig aneinander passen, muss im Grunde sogar noch ein wenig gepuzzelt werden. Teilweise braucht man bis zu vier passende Bauteile, um einen punkteträchtigen Turm fertigzustellen.

Dank des übersichtlichen Regelwerks und der schlanken Spielregeln findet man auch nach längeren Spielpausen jederzeit schnell wieder Zugang zum Spiel.

Zum Üben bietet das Sultaniya übrigens auch eine Solovariante. Die ist zwar nicht sonderlich spannend, man kann sich dabei aber einen schönen Überblick über die einzelnen Gebäudeteile und deren Anlegemöglichkeiten verschaffen. Und wer mehr Interaktion und Konkurrenzdruck in das Spiel integrieren möchte, der sollte einfach gleich bei Spielbeginn die geheimen Ziele aufdecken. So spielen dann alle mit offenen Karten. Diese Variante würden wir euch auch aus einem ganz anderen Grund noch empfehlen: Die geheimen Ziele In Sultaniya sind vom Schwierigkeitsgrad her leider nicht gut ausbalanciert. Beispielsweise gibt zwei Ziele, bei denen das erste einen Siegpunkt pro Saphier einbringt, das zweite dagegen nur einen Siegpunkt für jeweils zwei Saphire ermöglicht. Bei Spielern auf ungefähr gleichem Niveau kann sowas am Ende spielentscheidend sein.

Wer grundsätzlich keine Bau- und Legespiele mag,  der wird auch mit Sultaniya nicht glücklich werden. Umgekehrt bietet Sultaniya aber allen Legespielfreunden ausreichend Möglichkeiten, sich mal wieder voll und ganz zu entfalten und den eigenen Traumpalast zu erbauen. Und das Zubehör ist wirklich ganz große Klasse!

– Herzlichen Dank an Bombyx und Asmodee für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
95 %
Langzeitspaß
80 %
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