Das japanische Wort Takenoko bedeutet soviel wie Bambussprosse und um genau diese geht es auch im gleichnamigen Brettspiel von Antoine Bauza. Als Höflinge des japanischen Kaisers übernehmen die Spieler die Pflege des Bambusgartens. Dort müssen neue Beete angelegt und ausreichend Bewässerungskanäle errichtet werden, um drei verschiedene Bambussorten heranzuzüchten. Im Bambusgarten haust aber auch ein gefrässiger Riesenpanda – ein Friedensgeschenk des Kaisers von China – und der macht den Gärtnern das Leben so richtig schwer.

Zu Spielbeginn liegt nur ein Gartenteichfeld in der Mitte des Tisches. Auf diesem Feld befinden sich der Riesenpanda und die Gärtnerfigur. Mit ihren Aktionen können die Spieler nun abwechselnd Beete verdeckt nachziehen und in der Gartenanlage auslegen. Grenzt das Feld an den Gartenteich oder verfügt es über ein eigene Wassversorgung, so wächst dort direkt nach dem Auslegen ein erster Bambushalm. Unbewässerte Beete müssen dagegen über einen Bewässerungskanal angeschlossen werden, vorher kann dort nichts gedeihen.

Während die gemeinsame Gartenlandschaft so durch die Aktionen aller Spieler immer weiter wächst, kann man die verschiedenen Bambushalme durch den Einsatz des Gärtners höher wachsen lassen oder aber mit dem Riesenpanda abfressen. Beides sind weitere Aktionen, die den Spielern in ihrem Spielzug zur Verfügung stehen.

Damit nicht nur gebaut, gezüchtet und gefressen wird, sondern auch ein paar Siegpunkte dabei herumkommen, müssen alle Spieler eigene, verdeckte Aufgaben erfüllen: Beete in besonderer Anordnung anlegen, Bambushalme in entsprechender Größe heranzüchten oder eben bestimmte Bambussorten fressen. All das bringt Siegpunkte ein.

Je nach Spielerzahl endet das Spiel, sobald der erste Spieler eine bestimmte Anzhahl an Aufträgen erfüllt hat. Das ist dann auch der Gewinner von Takenoko.


Spielverlag: Pegasus
Spielautor: Antoine Bauza
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Takenoko

  • 28 Beete
  • 36 grüne Bambusstücke
  • 30 gelbe Bambusstücke
  • 24 rosa Bambusstücke
  • 20 Bewässerungskanäle
  • 9 Verbesserungsplättchen
  • 46 Aufgabenkarten
  • 4 Spielertafeln
  • 8 Aktionssteine
  • 1 Wetterwürfel
  • 1 Pandafigur
  • 1 Gärtnerfigur

Ausführliche Spielregeln zu Takenoko

Spielvorbereitungen

  1. Das Gartenteichfeld wird in die Mitte des Tisches gelegt. Der Gärtner und die Pandafigur werden darauf platziert.
  2. Alle restlichen Beete-Plättchen werden verdeckt gemischt und als allgemeiner Nachziehstapel bereit gelegt.
  3. Die Bewässerungskanäle und Verbesserungsplättchen werden als allgemeiner Vorrat neben den Nachziehstapel gelegt.
  4. Die Kaiserkarte (grüne Rückseite) wird beiseite gelegt. Alle übrigen Karten werden nach Art sortiert (Beet, Gärtner, Panda) und in drei getrennt gemischten Stapeln bereit gelegt.
  5. Jeder Spieler nimmt sich eine Spielertafel, zwei Aktionssteine und eine Karte jeder Sorte.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, sich mit seinen Gehilfen gut organisiert durch die zahlreichen Orte des Basarviertels zu bewegen, Handel zu treiben und sein eigenes Vermögen zu vergößern. Den eigenen Reichtum sollen die Spieler dann durch erworbene Rubine zur Schau stellen. Wer davon zuerst fünf besitzt, gewinnt das Spiel Istanbul.

Der größte Spieler ist Startspieler. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er in seinem Spielzug zunächst die Wetterbedingungen überprüfen und anschließend verschiedene Aktionen ausführen. Dabei kann es passieren, dass ein Spieler Aufgabenkarten erfüllen kann.

1. Die Wetterbedingungen überprüfen

Das Wetter wird in Takenoko mit dem Wetterwürfel ermittelt. Mögliche Ergebnisse sind Sonne, Regen, Wind, Gewitter, Wolken und ein Fragezeichen, das als Joker genutzt wird. Je nach Wetterlage stehen dem Spieler in seiner Spielrunde verschiedene Aktionen und Privilegien zu.

Sonne

Bei sonnigem Wetter erhält der aktive Spieler eine zusätzliche Aktion. Diese muss sich jedoch von seinen beiden, regulären Aktionen unterscheiden.

Regen

Der Spieler darf einem bewässterten Beet ein Bambusstück, mit Gartenpflege sogar zwei Bambusstücke hinzufügen.

Wind

Bei windigem Wetter darf der Spieler – entgegen der Standardregel – auch zweimal dieselbe Aktion nutzen. Er muss aber nicht.

Gewitter

Wenn es gewittert, darf der Spieler den Riesenpanda auf ein beliebiges Beet stellen. Dort frisst dieser ein Bambusstück, das der Spieler anschließend erhält.

Wolken

Ziehen Wolken auf, darf sich der Spieler ein Verbesserungsplättchen nehmen und auch sofort einsetzen. Ist keines mehr da, darf er die Vorteile eines anderen Wetters für sich nutzen.

Fragezeichen

Der Joker unter den Wetterbedingungen. Wird das Fragezeichen gewürfelt, darf der Spieler sich ein beliebiges Wetter aussuchen und dessen Vorteile nutzen.

2. Verschiedene Aktionen ausführen

Pro Spielzug darf jeder Spieler zwei unterschiedliche Aktionen ausführen (Ausnahme durch Wetter möglich). Jede genutzte Aktion wird dabei mit dem Aktionsstein auf der eigenen Spielertafel markiert. Zur Auswahl stehen dem Spieler die fünf Aktionen Beete, Bewässerung, Gärtner, Panda und Aufgabenkarte.

Die Aktion Beete

Insgesamt befinden sich drei verschiedene Beettypen im Spiel: gelb, grün und rosa. Jeder Typ existiert mit und ohne Verbesserungssymbolen. Auf jedem Beettyp kann jeweils nur ein Bambushalm der entsprechenden Farbe wachsen.

Wählt ein Spieler diese Aktion, so darf er sich die obersten drei Beete des verdeckten Nachziehstapels anschauen und eines davon auswählen. Die anderen beiden Beete kommen wieder unter den Nachziehstapel.

Das ausgewählte Beet muss der Spieler dann entweder direkt an das Gartenteichfeld anlegen oder aber angrenzend an zwei bereits ausgelegte Beete.

Die Aktion Bewässerung

Damit der Bambus auf einem Feld wachsen kann, muss das Feld bewässert werden. Beete, die direkt an das Gartenteichfeld angrenzen oder aber über ein Wasserspeicher-Symbol verfügen, werden ausreichend bewässert. Wird ein solches Beet ausgelegt, so kann dort sofort ein erster Bambushalm platziert werden. Für alle anderen Beete werden Bewässerungskanäle benötigt.

Wählt ein Spieler diese Aktion, so darf er sich einen blauen Bewässerungskanal aus dem allgemeinen Vorrat nehmen und entweder sofort anlegen oder aber auf das entsprechende Feld seines Spielertableaus legen. Auf dem Spielertableau befindlichen Bewässerungskanäle dürfen innerhalb des eigenen Spielzuges jederzeit benutzt werden.

Legt ein Spieler einen Bewässerungskanal aus, so muss dieser immer auf die Kante zwischen zwei Beete gelegt werden und direkt oder über weitere Kanäle mit dem Gartenteichfeld verbunden sein. Auf ein erstmals bewässertes Feld wird immer ein Bambushalm gelegt.

Die Aktion Gärtner

Der Gärtner hegt und pflegt den Bambusgarten und sorgt dafür, dass auf den zahlreichen Beeten der Bambus wächst. Doch auch der Gärtner ist in Takenoko auf eine vorhandene Bewässerung angewiesen. Ohne Wasser, kann auch er nichts ausrichten.

Wählt ein Spieler diese Aktion, so darf er den Gärtner in gerader Linie beliebig viele Felder und in beliebiger Richtung weiterziehen. Dabei muss der Gärtner aber von Beet zu Beet gehen – leere Felder darf er nicht überschreiten.

Auf dem Zielfeld des Gärtner und auf allen direkt angrenzenden Feldern derselben Farbe wächst jeweils ein Bambushalm (sofern das Feld bewässert ist!).

Die Aktion Panda

Der Riesenpanda bewirkt mehr oder weniger das Gegenteil des Gärtners und macht dessen Arbeit teilweise zunichte.

Wählt ein Spieler diese Aktion, so darf er den Panda in gerader Linie beliebig viele Felder und in beliebiger Richtung weiterziehen. Dabei muss der Panda von Beet zu Beet gehen – leere Felder darf er nicht überschreiten.

Auf dem Zielfeld frisst der Panda einen Bambushalm. Diesen darf sich der Spieler auf sein Spielertableau legen um im weiteren Spielverlauf damit Pand-Aufgaben zu erledigen.

Die Aktion Aufgabenkarten

Mit dem Erfüllen von Aufgaben verdienen die Spieler sich in Takenoko die Punkte. Insgesamt drei verschiedene Aufgabenkarten gibt es: Beete, Gärtner und Panda.

Auf den Aufgabenkarten „Beete“ sind immer drei oder vier farbige Beete in einer bestimmten Anordnung abgebildet. Diese muss im Bambusgarten nachgebaut werden.

Auf den Aufgabenkarten „Gärtner“ sind immer farbige Bambushalme in unterschiedlicher Stückzahl abgebildet. Diese müssen im Bambusgarten angebaut werden.

Auf den Aufgabenkarten „Panda“ sind immer verschiedene Bambushalme in unterschiedlichen Farben abgebildet. Diese müssen im Bambusgarten gefressen werden.

Wählt ein Spieler diese Aktion, so darf er sich eine neue Aufgabenkarte von einem der drei verdeckten Nachziehstapel nehmen.

Jeder Spieler darf maximal fünf Karten auf der Hand halten. Ein Ablegen von Handkarten, ohne das diese erfüllt wurde, ist bei Takenoko nicht möglich.

3. Eventuell Aufgaben erfüllen

Das Erfüllen von Aufgaben zählt nicht als Aktion und kann im Laufe des eigenen Spielzuges jederzeit ausgeführt werden. Auch mehrere Aufgaben können innerhalb eines Spielzuges erledigt werden.

Zum Erfüllen einer Aufgabe deckt der Spieler die entsprechende Aufgabenkarte einfach auf. Sind alle Bedingungen erfüllt, kann der Spieler die Karte offen vor sich ablegen und die Siegpunkte kassieren.

Beispiel: Die Aufgabenkarte im Bild zeigt eine Anordnungen von farbigen Beeten im Bambusgarten. Diesselbe Anordnung findet sich auch im Garten wieder (gelbe und rosa Beete). Der Spieler darf die Karte aufdecken und erhält dafür die darauf abgebildeten 5 Punkte.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende wird eingeleitet, sobald der erste Spieler eine bestimmte Anzahl an Aufgabenkarte erfüllt hat. Diese ist bei Takenoko abhängig von der Spielerzahl:

  • 2 Spieler = 9 Aufgabenkarten
  • 3 Spieler = 8 Aufgabenkarten
  • 4 Spieler = 7 Aufgabenkarten

Erfüllt ein Spieler die entsprechende Anzahl an Aufgaben, darf seinen Spielzug noch vollständig ausführen und dabei auch noch weitere Aufgaben erfüllen. Zusätzlich erhält er die Kaiserkarte, die nochmals zwei Punkte wert ist. Alle anderen Spieler dürfen anschließend noch einen vollständigen Spielzug ausführen.

Am Ende zählen alle Spieler die Siegpunkte auf den erfüllten Aufgabenkarten (und der Kaiserkarte) zusammen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt Takenoko. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler mit den meisten Pandakarten.

Fazit zum Brettspiel Takenoko

Vom Auspacken bis zum ersten Spielzug bereitet Takenoko bereits viel Spaß. Der erste Blick auf das Spielzubehör offentbart zwei schöne, modellierte Spielfiguren – den Riesenpanda und den Gärtner. Die Bambushalme, Spielermarker, Wasserkanäle und der Würfel sind aus Holz, die Beete-Plättchen aus sehr stabilem Karton. Die farbliche Gestaltung ist natürlich Geschmackssache, uns hat sie sehr gut gefallen. Zudem passt „fast“ alles perfekt in die Spielschachtel rein. Einzig die Spielertableaus haben keinen maßgeschneiderten Platz erhalten.

Die Spielanleitung eröffnet die Geschichte zum Spiel mit einem liebevoll gestalteten Comic und führt dieselben Illustrationen auch in den eigentlichen Regelerläuterung weiter. Hier macht auch das Lesen der Spielregeln ausnahmsweise mal Spaß!

Das Spiel selbst überzeugt mit einem schlanken Spielmechanismus, leicht zu erlernenden Aktionen und einer geringen Einstiegshürde. Zumal man beim ersten Spiel auch komplett ohne Wetterwürfel spielen kann. Der eigentliche Spielplan entsteht immer erst im Spielverlauf, so dass man in jeder neuen Partie einen anders gestalteten Bambusgarten vorfindet. Das sorgt für Abwechslung. Interessant ist auch, dass alle Spieler am selben Garten rumwerkeln, dabei aber unterschiedliche Ziele verfolgen. Dabei kommt man sich gelegentlich in die Quere – zuviel Konfliktpotential steckt in Takenoko allerdings nicht drin. Auch die taktischen Komponenten sind sehr überschaubar. Also alles optimale Vorraussetzungen für Familien, Wenigspieler und Gelegenheitsspieler.

Durch das verdeckte Nachziehen von Beeten und Aufgabenkarten sowie dem Wetterwürfel fällt der Glücksfaktor in Takenoko relativ hoch aus – Vielspieler und Hobby-Strategen sollten daher vor dem Kauf (wenn möglich) vielleicht ein Probespiel machen.

Insgesamt hat uns Takenoko als Brettspiel für zwischendurch wirklich sehr viel Spaß gemacht. Das Spielthema ist unverbraucht, das Material in Umfang, Art und Gestaltung einzigartig und das Spiel selbst konfliktarm und trotzdem spannend.

– Herzlichen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar –