Mit Tumult Royal präsentieren Klaus und Benjamin Teuber ihr erstes gemeinsames Spiel bei Kosmos. Thematisch wagen sie sich hierbei an ein schweres Kaliber, nämlich die Ausbeutung des Volkes durch den hohen Adel. Glücklicherweise wurde das Thema spielerisch leicht umgesetzt und auch humorvoll illustriert.

Im Brettspiel Tumult Royal dürfen sich die Spieler dann in der Rolle nobler Aristokraten dem Bau von Statuen widmen, auf denen natürlich ihr eigenes Abbild zu sehen ist. Für den Bau werden natürlich Waren benötigt. In Tumult Royal sind das Brot, Marmor und Werkzeuge. Und diese Waren sind nur im begrenztem Maße vorhanden. Da bleibt den adligen Spielern eigentlich nur eine Option: sie müssen die wertvollen Güter dem Volk wegnehmen. Allerdings nur so viele, dass das Volk nicht aufbegehrt und es zu unerwünschten Tumulten kommt. Denn bleibt für das Volk zu wenig übrig, werden die gierigsten Adeligen zur Rechenschaft gezogen.

Im Spiel funktioniert das dann so: Die vom Volk gewünschte Warenmenge pro Sorte wird per Drehscheibe ermittelt. Anschließend gibt der aktuelle König das Startzeichen und alle Spieler dürfen verdeckt ausliegende Warenplättchen ansehen und entweder zu sich in die Burg holen oder eben liegen lassen. Für ihren Warenraub stehen den Spieler nur wenige Sekunden Zeit zur Verfügung. Danach wird geprüft, ob noch ausreichend Waren jeder Sorte für das Volk übrig gelassen wurden. Sollte hier etwas fehlen, kommt es zu Tumulten und der gierigste Spieler verliert nicht nur kostbare Waren sondern wird zudem noch von einigen seiner wertvollen Gefolgsleute verlassen. Mit den verbliebenen Waren können die Spieler dann nacheinander Statuen im Land errichten.

Zum Abschluss jeder Spielrunde wird über die verbliebenen Gefolgsleute ermittelt, welcher Spieler ab sofort König, Herzog, Fürst oder nur Graf ist. Der König darf sich mit einer weiteren Statue in der Königschronik verewigen. Das Spielende kann dann auf verschiedene Weisen eintreten, frühestens jedoch nach Ablauf der sechsten Spielrunde. In allen Fällen gewinnt der Spieler, der die meisten Statuen errichten konnte.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Kosmos
Spielautor: Klaus und Benjamin Teuber
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Tumult Royal

Spielzubehör von Tumult Royal.
Spielzubehör von Tumult Royal.
  • 100 Statuen (25 pro Spieler)
  • 39 Materialienplättchen
  • 37 Gefolgsleute-Plättchen
  • 10 Landschaftsfelder
  • 6 Rahmenteile
  • 4 Spielertableaus
  • 4 Adelskarten
  • 4 Gnadenkarten
  • 1 Tumultscheibe mit Drehpfeil
  • 1 Sanduhr

Ausführliche Spielregeln zu Tumult Royal

Spielvorbereitungen

Das Spielzubehör des gelben Spielers.
Das Spielzubehör des gelben Spielers.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich dazu passend das Spielertableau und alle Statuen. Das Schloss legt er vor sich ab. Die Statuen stellt er in die Aussparungen am unteren Rand des Tableaus. Je nach Spielerzahl erhalten die Spieler mehrere Gefolgsleute-Plättchen (4/15, 3/20, 2/30) sowie eine Gnadenkarte, die sie mit der aufgedeckten Seite „Keine Gnade des Volkes“ vor sich ablegen.

Die Adelsplättchen werden vom ältesten Spieler gemischt und gestapelt. Dann nimmt dieser sich die oberste Karte und legt sie in sein Schloss. Die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn und nehmen sich ebenfalls die jeweils oberste Karte und legen diese in ihr Schloss. Im Spiel zu dritt wird ohne das Plättchen mit dem vierten Rang gespielt, im Spiel zu zweit kommen die Ränge drei und vier aus dem Spiel.

Spielfeld bei vier Spielern.

Der Spielplan wird zusammengebaut und an den Rand des Spieltisches gelegt. Bei voller Spielerzahl werden alle Rahmenteile verwendet. Die Landschaftsfelder werden gemischt, vier davon werden offen in die Mitte gelegt. Jeweils zwei weitere Landschaftsfelder werden verdeckt daneben platziert. Bei drei Spielern werden zwei Rahmenteile und zwei Landschaftsfelder weniger benutzt. Im Spiel zu weit wird das Spielfeld und die Anzahl an Landschaften halbiert. Die Tumult-Royal-Drehscheibe und die Gefolgsleute-Plättchen werden neben dem Spielfeld bereitgelegt.

Alle Spieler dürfen in der Reihenfolge ihrer Ränge (erst 4, 3, 2, 1) eine Statue auf ein freies Wiesenfeld ihrer Wahl stellen. Hierzu nehmen sie die Statue oberhalb der Ziffer eins in ihrem Schloss.

Die Waren-Plättchen werden verdeckt ausgelegt.
Die Waren-Plättchen werden verdeckt ausgelegt.

Die Waren-Plättchen werden in der Tischmitte verdeckt ausgebreitet. Darunter befinden sich unterschiedlich viele Symbole einer Warensorte: Brot, Mamor oder Werkzeuge. Bei vier Spielen kommen alle Waren zum Einsatz. Im Spiel zu dritt werden die schwarz umrandeten Waren-Plättchen aus dem Spiel genommen. Im Spiel zu zweit wird nur mit den weiß umrandeten Waren-Plättchen gespielt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Spielrunden verteilt die meisten Statuen im Land zu errichten.

Das Spiel beginnt der Spieler mit dem höchsten Rang – also die Königin bzw. der König. Dieser erhält die Sanduhr und die Tumult-Drehscheibe und legt beides vor sich ab. Eine Spielrunde verläuft dann über folgende sieben Phasen: Bedürfnisse des Volkes erkunden (1), Steuer-Raubphase (2), eventuell Tumulte ausführen (3), Statuen aufstellen (4), Ränge neu verteilen (5), neuen König krönen (6) und eventuell die Gnade des Volkes erhalten (7).

Nach jeder Spielrunde wird überprüft, ob die Bedingungen für das Spielende erfüllt sind (siehe weiter unten). Falls nicht, wird eine weitere Spielrunde vorbereitet. Andernfalls wird der Sieger von Tumult Royal ermittelt.

Des Volkes Stimmung ermitteln

Gewünschte Warenmenge bestimmen.
Gewünschte Warenmenge bestimmen.

Zu Beginn jeder Spielrunde wird zunächst die Stimmung des Volkes ausgelotet. Hierzu dreht der aktuelle König bzw. die Königin an der Tumultscheibe. Der Wert, auf den der Drehpfeil zeigt, bestimmt nun die Anzahl der Waren, die nach der Steuer-Raubphase noch von jeder der drei Warensorten für das Volk vorhanden sein müssen.

Beispiel: Zeigt der Pfeil auf eine drei, werden in der laufenden Spielrunde je drei Einheiten Brot, Mamor und Werkzeug vom Volk benötigt. Für jede unvollständige Warensorte kann ansonsten ein Tumult entstehen.

Sollte der Pfeil einmal genau zwischen zwei Werten stehen bleiben, so gilt für die laufende Spielrunde die niedrigere Anzahl an Waren.

Die Steuer-Raubphase

Zum Errichten neuer Statuen benötigen die Spieler je nach Landschaftsfeld unterschiedliche Waren. Auf einem Gebirgsfeld werden beispielsweise ein Brot, ein Mamor und zwei Werkzeuge benötigt. Vor der Raubphase sollten sich also alle Spieler schnell einen Überblick verschaffen, welche Waren sie tatsächlich „rauben“ müssen.

Bevor die Raubphase beginnen kann, entfernt jeder Spieler drei beliebige, verdeckte Warenplättchen aus der offenen Auslage und legt diese ebenfalls verdeckt neben die Landschaftsfelder. Alle verbliebenen Warenplättchen werden anschließend so in der Tischmitte verteilt, dass sie von allen Spielern gut erreicht werden können.

Sobald die Zeit läuft - Warenplättchen rauben.
Sobald die Zeit läuft – Warenplättchen rauben.

Sobald alle Spieler bereit sind dreht der König bzw. die Königin die Sanduhr um. Jetzt dürfen alle Spieler gleichzeitig immer ein Warenplättchen anschauen und entweder zu sich in das Schloss legen oder für die anderen Spieler gut erreichbar wieder in der Tischmitte ablegen. Dabei darf jeder Spieler nur eine Hand benutzen und auch immer nur ein Plättchen nach dem anderen auf- und wieder zudecken. Eine im Schloss abgelegte Ware darf nicht wieder zurück in die Tischmitte gelegt.

Sobald die Sanduhr durchgelaufen ist, dürfen keine Warenplättchen mehr geraubt werden. Was bei Ablauf der Zeit nicht im eigenen Schloss liegt, darf auch nicht mehr genommen werden.

Kommt es zum Tumult?

Die Wünsche des Volkes wurden zu Beginn der Spielrunde ausgelotet. Im Anschluss an die Steuer-Raubphase werde jetzt alle in der Tischmitte verbliebenen Warenplättchen (ohne die Waren, die neben die Landschaftsfelder gelegt wurden) aufgedeckt. Sind von jeder Warensorte ausreichend Waren vorhanden, ist das Volk zufrieden und es kommt nicht zu Unruhen. Die Spieler können jetzt ihre Statuen errichten.

Ein Mamor fehlt - es kommt zum Tumult.
Ein Mamor fehlt – es kommt zum Tumult.

Fehlen Waren, kommt es zum Tumult. Da drei Warensorten vom Volk benötigt werden, kann es auch zu drei Tumulten kommen. Diese können einen einzelnen oder verschiedene Spieler treffen.

Für jede Warensorte, von der zu wenig Waren für das Volk übrig geblieben sind, wird überprüft, welcher der Adligen der gierigste gewesen ist – also wer von dieser Warensorte die meisten Waren zu sich ins Schloss hat bringen lassen. Dieser Spieler muss drei seiner Gefolgsleute zurück in den allgemeinen Vorrat legen. Zusätzlich darf er von dieser Warensorte nur das eine Warenplättchen mit den wenigsten Waren behalten. Die restlichen Waren dieser Sorte muss er an das Volk zurückgeben.

Statuen im Land aufstellen

Die Statuen werden nach Rängen der Spieler absteigend aufgestellt, beginnend beim König bzw. der Königin. Ist ein Spieler an der Reihe, darf er Statuen auf genau einem der Felder errichten, die senkrecht oder waagerecht zu einem seiner bereits bebauten Landschaftfelder angrenzen. Anschließend kommt der nächste Spieler an die Reihe. Haben einige Spieler nach dem ersten Durchlauf noch Waren übrig, dürfen sie in gleicher Reihenfolge auf einem weiteren Landschaftsfeld errichten.

Jede Statue kostet Ressourcen.
Jede Statue kostet Ressourcen.

Für den Bau auf einem Landschaftsfeld muss der jeweilige Spieler Waren abgeben. Für den Bau einer Statue auf einer unbewohnten Wiese sind das ein Brot und ein Mamor. Der Bau dreier Statuen auf einem bewohnten Schlossfeld kostet dagegen zwei Mamor und drei Werkzeuge.

Gegen Bezahlung der doppelten Waren darf ein Spieler auch auf einem beliebigen, freien Landschaftsfeld bauen, das nicht an eines seiner bereits bebauten Felder angrenzt.

Die Waren auf einem Plättchen dürfen nicht für den Bau von Statuen auf mehreren Landschaftsfeldern aufgeteilt werden. Es müssen also nach jedem Bau immer alle benutzten Warenplättchen abgegeben werden. Für jede zuviel bezahlte Ware erhält der Spieler dann einen Gefolgsmann aus dem allgemeinen Vorrat. Absichtlich zuviel Waren bezahlen abgeben ist allerdings nicht gestattet. Kann ein Spieler passend zahlen, darf er keine zusätzlichen Plättchen einsetzen um an mehr Gefolgsleute zu gelangen.

Kann ein Spieler in einer Spielrunde mal keine Statue errichten, so erhält er als Trost zwei Gefolgsleute aus dem allgemeinen Vorrat.

Die Ränge werden neu verteilt

Die Zahl der verbliebenen Gefolgsleute bestimmt den Rang.
Die Zahl der verbliebenen Gefolgsleute bestimmt den Rang.

Im Anschluss an den Bau der Statuen zählen alle Spieler ihre verbliebenen Gefolgsleute. Der Spieler mit den meisten Gefolgsleuten erhält sofort die Königskarte. Der Spieler mit den zweitmeisten Gefolgsleuten wird Herzog, dann folgen der Fürst und zuletzt der Graf. Sollten Spieler einmal über gleich viele Gefolgsleute verfügen, so erhält immer der Spieler die höhere Karte, der in der aktuellen Runde auch den höheren Rang bekleidet hatte.

Ein neuer König wird gekrönt

Der neue König muss zunächst fünf seiner Gefolgsleute zurück in den allgemeinen Vorrat legen. Anschließend darf er sich mit einer Statue in der Königschronik verewigen. Hierzu nimmt er die vorderste Statue aus seinem Schloss und platziert sie auf dem ersten freien Feld (von links nach rechts) der Chronik-Leiste. Zuletzt nimmt er sich die Tumultscheibe und die Sanduhr und legt sie vor sich ab.

Der neue König darf sich mit einer Statue in der Chronik verewigen.
Der neue König darf sich mit einer Statue in der Chronik verewigen.

Die Spieler, die in der dritten und fünften Runde König sind, müssen zusätzlich neue Landschaftsfelder aufdecken. Ab der sechsten Spielrunde darf der jeweilige König bzw. die Königin zwei Statuen in der Chronik aufstellen.

Die Gnade des Volkes erhalten

Vorder- und Rückseite der Gnade des Volkes Karte.
Vorder- und Rückseite der Gnade des Volkes Karte.

Der (oder die) Spieler mit den wenigsten Statuen im Land, dürfen ihre Karte „Gnade des Volkes“ auf die grüne Vorderseite drehen. Alle anderen Spieler müssen ihre Karte auf die rote Rückseite drehen.

Was bringt die Karte? Sollte es in der nächsten Spielrunde zu einem Tumult kommen, darf der Spieler, der die grüne Vorderseite offen vor sich liegen hat, bei der Ermittlung des gierigsten Adligen eine geraubte Ware pro Sorte abziehen.

Am Ende einer Spielrunde…

Wurden alle Aktionen durchgeführt, gelangen die beiseite gelegten Warenplättchen wieder zurück in Spiel. Einfach in die Tischmitte legen und mit den anderen Plättchen verdeckt gut durchmischen. Dann geht es wieder mit Phase 1 – Volkes Stimmung ermitteln – los.

Spielende und Gewinner des Spiels

Nach dem Aufstellen der Statuen in der Königschronik wird jeweils geprüft, ob ein Spieler bereits alle Statuen verbaut hat oder ob die Differenz der verbauten Statuen des führenden und des letzten Spielers größer ist, als auf dem aktuellen Rundenfeld der Königschronik angezeigt wird. Spätestens mit dem besetzen der letzten beiden Felder in der Königschronik endet das Spiel.

Der Spieler mit den meisten gebauten Statuen gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der in der letzten Spielrunde den höchste Adeligen vor sich liegen hatte.

Fazit zum Brettspiel Tumult Royal

Fangen wir gleich mit dem Positiven an. Was uns besonders gut gefallen hat, da es leider nach wie vor nicht selbstverständlich ist: in Tumult Royal passt sich sowohl die Größe des Spielfeldes als auch das eingesetzte Material sehr flexibel an der Anzahl der teilnehmenden Spieler an. Ob nun zu zweit, zu dritt oder in voller Besetzung, das Spiel funktioniert bei jeder Spielerzahl gleichermaßen gut. Natürlich erhöht sich mit jedem weiteren Spieler die Spielzeit, allerdings ohne dass es zu spürbaren Wartezeiten kommt.

Das Spielzubehör von Tumult Royal ist insgesamt von guter Qualität und auch ansprechend illustriert. Allein die Einschübe in der Spielbox haben wir vermisst, dafür wurden ausreichend Tüten beigelegt. Nicht so schön wie eine ordentliche Box, aber besser als gar nichts.

Im Spiel kommt dann Vieles zusammen. Klassische Elemente aus dem Bereich Ressourcen-Management sorgen für einfache, strategische Vorüberlegungen, welche die Spieler jedoch nicht überfordern. Eine Drehscheibe bringt ein wenig Spannung in die Partie, ebenso das Aufdecken der verbliebenen Warenplättchen. Die Raubphase als gemeinsame Aktion aller Spieler sorgt dagegen für etwas Bewegung auf dem Spieltisch und bringt auch den berühmten Glücksfaktor ins Spiel. Bekomme ich die richtigen Plättchen? War ich oder ein anderer Spieler zu gierig? Reicht die Zeit für ein weiteres Warenplättchen aus? Durch das kurze Zeitfenster von rund 20 Sekunden bleibt den Spielern hierzu tatsächlich nicht viel Zeit. Hier kann es mitunter auch sehr hektisch werden. Und auch das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel bei der Rangfolge der Spieler und die Königschronik haben ihre Daseinsberechtigung. Ja, Tumult Royal macht Spaß und bringt eine lustig lockere Atmosphäre auf den Spieltisch.

– Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
88 %
Langzeitspaß
80 %
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