Betrachtet man den aufgebauten Spielplan von „Tzolk’in – Der Maya-Kalender“ kommt man schon ins Staunen. In der Mitte befindet sich ein großes Zahnrad, das den Maya-Kalender abbildet. Drum herum docken fünf kleine Zahnräder an den einzelnen Zähnen des Hauptrades an. Die kleinen Räder stellen widerum einige der bekanntesten Maya-Stätten dar: Palenque, Uxmal, Tikal, Yaxchilan und Chichen Itza. Dieses System aus Zahnrädern bildet die Besonderheit im Brettspiel Tzolk’in, findet über diesen spannenden Mechanismus doch beinahe das gesamte Spielgeschehen statt.

Tzolkin Spielplanauszug: Zahnrad von Palenque
Tzolkin Spielplanauszug: Zahnrad von Palenque
Tzolkin Spielplanauszug: Zahnrad von Chichen Itza

Die Aktionen der Spieler werden über die fünf kleinen Zahnräder gesteuert, an deren Rand sich Symbole zu den einzelnen Optionen befinden. Hier kommen die Arbeiter der Spieler zum Einsatz. Der Ablauf ist hier denkbar simpel. Entweder man platziert Arbeiter auf freien Feldern der kleinen Tzolkin-Räder oder man nimmt diese wieder herunter und kassiert dafür eine entsprechende Belohnung (Nahrung, Rohstoffe, Kristallschädel).

Nach jeder Spielrunde werden die kleinen Zahnräder nun, angetrieben durch das Hauptzahnrad, um einen Schritt weitergedreht. Je länger dabei ein Arbeiter auf einem Zahnrad sitzt, desto mächtiger wird die Aktion, welche die Figur letztlich ausführen darf.

Hat sich das große Tzolk’in-Rad genau einmal um die eigene Achse gedreht, endet das Spiel. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Infos zum Spiel

Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Spielautor: Daniele Tascini, Simone Luciani
Erscheinungsjahr: 2012

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 120 Minuten

Infos zum Spiel

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Spielzubehör von Tzolkin – Der Maya Kalender

Spielzubehör von Tzolkin - der Maya Kalender
  • Ein großer Spielplan
  • 6 Zahnräder unterschiedlicher Größen
  • 24 Arbeiter (je 6 in gelb, rot, blau und grün)
  • 28 runde Marker (je 7 in gelb, rot, blau und grün)
  • 4 Wertungsmarker (je einer in gelb, rot, blau und grün)
  • 65 Rohstoffmarker (Holz, Stein und Gold)
  • 11 Kristallschädel
  • 65 Maismarker
  • 28 Ernteplättchen
  • 21 Plättchen für die Startvermögen
  • 12 Monumente
  • 32 Gebäude
  • 4 Spielertafeln
  • 1 Startspielermarker

Ausführliche Spielregeln zu Tzolkin

Spielvorbereitungen

Auch wenn das Spiel über jede Menge Zubehör verfügt, ist der Aufbau schnell bewerkstelligt.

  1. Der Spielplan wird aus den vier Einzelteilen so zusammengesetzt, dass die kleinen Zahnräder alle über das Hauptrad miteinander verbunden sind.
  2. Im Dschungel (Palenque) werden Holz- und Mais-Ernteplättchen ausgelegt.
  3. Die Maismarker werden als Vorrat auf das große Zahnrad gelegt.
  4. Die Rohstoffe werden zwischen Yaxchilan und den Tempeln nach Art sortiert und abgelegt.
  5. Von den insgesamt 12 Monumenten werden 6 auf die entsprechenden Markierungen des Spielplans gelegt.
  6. Von den Insgesamt 32 Gebäuden werden 6 Gebäude der ersten Generation auf die entsprechenden Markierungen des Spielplans gelegt.
  7. Jeder Spieler erhält eine Spielertafel, 3 Arbeiter, vier Startvermögensplättchen (hiervon darf er zwei aussuchen und behalten).
  8. Jeder Spieler legt seinen Wertungsmarker auf das Feld “0″ und seine Spielmarker auf die Startfelder in den Tempeln sowie den einzelnen Forschungsbereichen.
  9. Der Startspielermarker geht an den Startspieler.

Spielablauf von Tzolkin

Die Mehrheit der Spielrunden bei Tzolkin bestehen aus zwei Phasen. In der ersten Phase führen alle Spieler ihre Aktionen aus. Anschließend wird in der zweiten Phase der Kalender (das große Zahnrad) um einen Tag vorgestellt.

An insgesamt vier Tagen findet eine Ernte statt, zu der alle eigenen Arbeiter mit Nahrung verpflegt werden müssen. Diese dritte Phase muss ausgeführt werden, bevor der Kalender vorgestellt wird. Die vollständige Ablauf einer solchen Ernterunde ist also: Die Spieler führen ihre Aktionen aus, die Arbeiter werden mit ausreichend Nahrung versorgt, das große Zahnrad wird um einen Tag vorgedreht.

Die Spielzüge und Aktionen der Spieler

Der Startspieler eröffnet die Spielrunde, die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Pro Spielrunde dürfen die Spieler eine beliebige Anzahl ihrer Arbeiter

  • entweder auf den gewünschten Feldern der kleinen Zahnräder platzieren (hierbei können Kosten entstehen)
  • oder von den Zahnrädern zurücknehmen und die Aktionen ausführen.

An Einsatzmöglichkeiten für die Arbeiter mangelt es bei Tzolkin gewiss nicht. Insgesamt 38 Felder können auf den fünf kleinen Zahnrädern durch Arbeiter besetzt werden. Zu Spielbeginn stehen jedem Spieler nur drei Arbeiter zur Verfügung, folglich steht jeder Spieler vor einem echten Luxusproblem. Die 38 Aktionsfelder rund um Palenque, Uxmal, Tikal, Yaxchilan und Chichen Itza lassen sich in vier Kategorien einteilen, in die die Spieler investieren können und auch sollten.

Güter

Für so ziemlich alles benötigt man in Tzolkin Güter. Allen voran der Mais, den man oftmals für das Setzen der Arbeiter auf einem der Zahnräder benötigt und natürlich zur Verpflegung der gesamten Mannschaft zu den Erntezeiten. Wer seine Mais-Vorräte nicht im Auge behält und regelmäßig aufstockt,der wird es im Spiel sehr schwer haben.

Darüber hinaus kann man durch entsprechende Aktionen auch Rohstoffe wie Holz, Stein und Gold gewinnen, die man allesamt für das Errichten von Gebäudne und Monumenten benötigt.

Zuletzt gibt es auch noch Kristallschädel. Diese werden benötigt, um besondere Aktionen auf dem Zahnrad in Chichen Itza zu aktivieren.

Technologien

Wer forscht und neue Technologien entwickelt, der kann sich sehr brauchbare Vorteile im Spiel verschaffen. Geforscht werden kann in den folgenden Bereichen.

  • Landwirtschaft (gibt mehr Mais)
  • Rohstoffgewinnung (mehr Rohstoffe)
  • Architektur (gibt Mais & Siegpunkte)
  • Theologie (beschleunigt den Aufstieg im Tempel)

Hierbei kann man pro Technologie-Baum auch verschiedene Level erreichen und so mit jedem weiteren Ausbau stärker von seinem individuellen Fortschritt profitieren.

Gebäude & Monumente

Ähnlich wie bei Technologien verschaffen einem Gebäude oder Monumente weitere Vorteile im Spiel. Um ein Gebäude oder Monument zu errichten, benötigt man Rohstoffe.

Gebäude Level 1
Gebäude Level 2
Monumente

Für den gesamten Spielverlauf liegen von Beginn an sechs Monumente aus. Diese können von den Spielern errichtet werden. Sollte ein Spieler ein Monument bauen, so wird der Vorrat nicht mehr aufgestockt. Hier gilt also, wer zuerst kommt…

Schön ist, dass eine Vielzahl an Monumenten im Spiel enthalten sind. So kommt immer wieder Abwechslung in die einzelnen Partien.

Etwas anders verhält es sich bei den Gebäuden. Diese werden nach jedem Spielzug wieder auf sechs Gebäude aufgestockt. Des Weiteren gibt es im Spiel zwei Generationen an Gebäuden. Zu Spielbeginn liegen sechs Gebäude der ersten Generation auf dem Spielplan aus. Nach der zweiten Erntezeit werden alle Gebäude des Typs 1 gegen sechs neue Gebäude der zweiten Generation ausgetauscht.

Tempel

Auf dem Spielplan befinden sich drei unterschielich große Tempel, deren Stufen die Spieler im Spielverlauf erklimmen können. Hierfür gibt es ordentlich Siegpunkte und auch Rohstoffe. Um Aufzusteigen muss man entweder das Aktionsfeld 1 in Uxmal, das Aktionsfeld 5 in Tikal nutzen oder aber Kristallschädel sammeln und nach Chichen Itza gehen.

Übrigens, man kann die Götter in Tzolkin auch verärgern, beispielweise durch einen erschöpften Mais-Vorrat oder durch Brandrodung in Palenque. In solch einem Fall muss man eine Stufe auf einem Tempel wieder herabschreiten.

Der Kalender wird bewegt

Haben alle Spieler ihre Aktionen durchgeführt, so wird das Tzolkin-Getriebe angeworfen und gegen den Uhrzeigersinn um einen Tag nach vorne gestellt. Dadurch verändert sich automatisch das zugehörige Aktionsfeld für alle Arbeiter auf den kleinen Zahnrädern, da diese sich ebenfalls jeweils um ein Aktionsfeld weiterdrehen.

Sollte durch dieses Voranschreiten der Zeit einer oder mehrer Arbeiter das höchste Feld auf einem Zahnrad erreichen, so “fallen diese herunter” und werden den zugrhörigen Spielern zurück gegeben.

Das Erntefest

Insgesamt vier Mal im Spiel kommt es zu einem Erntefest. Erkenntlich für die Spieler wird dies anhand entsprechender Markierungen auf dem großen Zahnrad. Zeigt einer der Markierungen auf den aktuellen Tag, so findet ein Erntefest statt. Das bedeutet:

  • alle Spieler müssen pro Arbeiter 2 Mais abgeben.
  • alle Spieler erhalten eine Belohnung von den Göttern. Wie dieses aussieht, hängt von der Position des jeweiligen Spielers in den Tempeln ab.

Spielende und Schlusswertung

Das Spiel endet direkt nach dem vierten Erntefest. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das große Zahrad genau einmal um die eigene Achse gedreht. Bevor der endgültige Sieger feststeht, werden noch die letzten Siegpunkte vergeben. Hierfür tauschen alle Spieler ihre verbliebenen Rohstoffe 1 zu 1 in Mais um. Für je vier Mais gibt es jeweils einen Siegpunkt. Für jeden nicht verwendetete Kristallschädel gibt es drei Siegpunkte. Zuletzt werden noch die Siegpunkte vergeben, die durch das Errichten von Monumenten anfallen.

Gewonnen hat am Ende der Spieler mit den meisten Siegpunkten. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der zum Ende noch die meisten Arbeiter auf den Zahnrädern im Einsatz hat.

Fazit zum Brettspiel Tzolkin – Der Maya Kalender

Zu Tzolkin kann man den Autoren Daniele Tascini und Simone Luciani nur gratulieren. Ein tolles Brettspiel. Der Spielplan ist ein echter Hingucker, bestehend aus stabilem Karton und sechs Plastik-Zahnrädern. Auch das weitere Zubehör ist entweder aus Holz oder stabilem Karton gefertigt worden, am Zubehör lässt sich also kaum Meckern. Lediglich der Punkt, dass es keine Einschübe für all die Gebäude, Monumente, Übersichtskarten, Spielfiguren, Rohstoffe und, und, und gibt, lässt ein wenig Unmut aufkommen. Das gesamte Spielzubehör fliegt nach Belieben in dem Spielekarton hin und her. Das Innenleben der Schachtel wird diesem Spiel bei weitem nicht gerecht.

Zum Spiel selber muss man sagen: Es macht Spaß. Ja, es macht wirklich Spaß die Arbeiter auf den Rädern zu platzieren, zu forschen, die Götter zu beschwören und die Gebäude zu errichten. Und vor allem macht es Spaß, alle paar Minuten dieses große Zahnrad auf dem Spielplan zu bewegen und mit ihm die anderen Räder in Bewegung zu setzen.

An strategischen Möglichkeiten mangelt es dem Spiel ebenfalls nicht. Die Spieler haben im wahrsten Sinne die Qual der Wahl, wann und vor allem wo sie ihre drei bis maximal sechs Arbeiter auf den insgesamt 38 Feldern platzieren sollen.

Tzolkin – ein durchweg gelungenes Brettspiel. Klare Empfehlung für alle, die Aufbau und Strategiespiele mögen.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
90 %
Spielzubehör
90 %
Langzeitspaß
85 %
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