Spiele mit ungewöhnlichen Namen gab es schon immer und gehören einfach dazu. Man denke an die jüngsten Erfolgsgeschichten von Qwirkle, Dixit oder auch Qwixx. Jetzt reiht sich hier ein neues Brettspiel ein, das den Namen Weekeewachee trägt, das auf einem verkleinerten Schachbrett gespielt wird und das auch noch Elemente aus dem Handspiel Stein, Schere und Papier auf das Spielbrett überträgt. Für uns ausreichend Gründe, sich Weekeewachee mal genauer anzuschauen!

Weekeewachee – das Wort und nicht das Spiel – kommt zunächst einmal aus dem Seminole-Indianischen und hat tatsächlich eine Bedeutung, nämlich „sich windender Fluss“. Wirft man dann noch einen Blick auf eine Karte von Florida, stößt man auf den Weeki Wachee River.

Aber was hat das alles mit dem Spiel zu tun? Eine gute Frage, die wir dem Autor des Spiel, Boris Bedarf, auch gestellt haben. Seine Antwort: „Nach einer Kanu-Tour auf dem Weeki Wachee 2013 ging mir sein Name nicht mehr aus dem Kopf. Und da in meinen Adern tatsächlich Indianerblut fließt (Cherokee), musste ich das Spiel einfach so nennen. Auch wenn sich einige mit dem Wort erst noch anfreunden müssen.“

Doch damit allein ist der Name des Spiels noch nicht erklärt. Denn so wie der Weeki Wache sich in seinem Flussbett fortbewegt, so sollen auch die Spieler ihre Spielsteine in Weekeewachee über das Spielbrett bewegen. Das bedeutet: nicht unbedingt gegnerische Spielsteine schlagen, sondern vielmehr umfließen und konfliktfrei zum Ziel kommen.

Das Ziel in Weekeewachee ist es dann auch, einen Spielsteine bis zur Grundlinie des Gegenspielers zu bewegen. Mehr nicht. Was sich wirklich sehr einfach anhört, kann mitunter aber kniffelig werden. Denn das Spielbrett ist sehr klein und die Spielsteine können sich nicht nur schlagen sondern auch herrlich blockieren. Ein falscher beziehungsweise guter Spielzug entscheidet am Ende in den meisten Fällen über Sieg und Niederlage.

Infos zum Spiel

Spielautor: Boris Bedarf
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 Spieler
Spielzeit: 15 Minuten

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Weitere Informationen zum SpielZur Webseite des Autors

Spielzubehör von Weekeewachee

Spielzubehör und Aufbau von Weekeewachee.

Das Spiel liegt aktuell in verschiedenen Versionen vor. Dabei unterscheidet sich bisher nur das Material, nicht aber der Inhalt.

Enthalten sind immer ein kleiner Spielplan – bestehend aus 24 Spielfeldern – sowie jeweils zwei Spielsteine für Schere, Stein, Papier und Brunnen.

Spielregeln: So wird Weekeewachee gespielt

Spielvorbereitungen

Einfacher geht es nicht! Das Spielbrett wird zwischen die beiden Spieler gelegt. Jeder Spieler nimmt sich seine vier gleichfarbigen Spielsteine (Stein, Schere, Papier und Brunnen) und platziert diese in beliebiger Reihenfolge nebeneinander auf seiner Grundlinie. Schon kann es losgehen.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, als erster Spieler einen beliebigen, eigenen Spielstein auf die Grundlinie des Gegenspielers zu ziehen.

Die Spielsteine können beliebig gezogen werden.
Die Spielsteine können beliebig gezogen werden.

Die Spieler losen einen Startspieler aus. Ab der zweiten Partie beginnt jeweils der Verlierer der vorherigen Runde. Gespielt wird Weekeewachee immer abwechselnd.

Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er in seinem Spielzug einen seiner Spielsteine um genau ein Feld weiterziehen. Der Zug kann waagerecht, senkrecht oder diagonal erfolgen. Der Spielstein darf dabei sogar zurückgezogen werden – er bewegt sich also genauso wie der König beim klassischen Schachspiel.

Auf jedem Feld des Spielplans kann immer nur ein Spielstein stehen. Zieht der Spieler seinen Spielstein auf ein vom Gegenspielers bereits besetztes Feld, so werden schwächere Steine geschlagen und kommen sofort aus dem Spiel.

Welcher Spielstein schlägt was?

Schere schlägt Papier, Papier schlägt Stein und Stein schlägt Schere. In diesen Kreislauf fügt sich noch der Brunnen ein, der nur vom Papier geschlagen werden kann. Schere und Stein falle dagegen in den Brunnen.

Schere schlägt Papier.
Schere schlägt Papier.
Papier schlägt Stein und Brunnen.
Stein schlägt Schere.
Stein schlägt Schere.
Brunnen schlägt Schere und Stein.

Spielsteine schlagen oder doch besser umgehen

Eine Partie Weekeewachee kann mit unterschiedlichen Taktiken gewonnen und natürlich auch verloren werden. Am einfachsten ist es natürlich, gegnerische Steine zu schlagen und sich den Weg frei zu räumen. Das funktioniert auch gut – nur ist das nicht unbedingt im Sinne des Spiels.

Viel eleganter ist es doch, die eigenen Spielsteine so zu verschieben, dass der Gegenspieler blockiert wird und man selber nahezu konfliktfrei zur Grundlinie durchmarschiert. Hierbei sind erlangen die Spielfiguren Papier und Brunnen eine besondere Bedeutung, da der Brunnen ohne das Papier nur schwer zu blockieren ist – außer mit dem eigenen Brunnen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine einzelne Partie Weekeewachee endet, sobald ein Spieler einen seiner Spielsteine an das andere Ende des Spielplans bewegt oder alle gegnerischen Spielsteine geschlagen hat. Das ist dann auch der Gewinner des Spiels.

Um ein endloses hin- und herschieben der Figuren zu vermeiden, gibt es eine zusätzliche Remis-Regel. Sobald ein Spieler zu Beginn eines Zuges zum dritten Mal die gleiche Formation mit den gleichen Zugmöglicheiten vorfindet, endet die Partie Weekeewachee unentschieden.

Fazit zum Brettspiel Weekeewachee

Weekeewachee verbindet Elemente aus einem der einfachsten Spiele der Welt mit dem vermutlich anspruchsvollsten Spiel, das jemals erfunden wurde. Die Rede ist natürlich von Stein, Schere, Papier auf der einen und Schach auf der anderen Seite.

Die Zahl der taktischen Möglichkeiten hält sich auf dem kleinen Spielfeld in Grenzen. Es kommt insgesamt nicht so sehr darauf an, die wohlüberlegtesten Spielzüge zu machen. Viel wichtiger ist es nämlich, nicht den einen entscheidenen Fehler zu machen, der das Gleichgewicht der Spielsteine durcheinander bringt. Verliert man beispielsweise den Brunnen oder das Papier, wird es schon schwerer. Und schlägt man Spielsteine diagonal, muss man aufpassen, dass man dem Gegenspieler nicht zu große Lücken in den eigenen Reihen anbietet. Denn die frei gewordenen Felder könnten dem Gegenspieler schon ausreichen, um mit einem beliebigen Spielstein einfach durchzuziehen.

Das schöne an Weekeewachee ist, dass es wirklich wahnsinnig schnell erklärt ist und eine Partie nur wenig Zeit in Anspruch nimmt. Selbst eine vollständige „Best of 5“-Turniervariante dauert nur ein paar Minuten. Zudem ist das Spielzubehör leicht und beansprucht kaum Platz in einer Tasche. Das macht Weekewachee zur perfekten Unterhaltung auf Reisen und für zwischendurch – an jedem Ort und zu jeder Zeit. Und auch als Geschenk bietet sich Weekeewachee an. Wer kleine, schnelle Spiele mag, der sollte definitiv mal eine paar Runden wagen.

– Herzlichen Dank an Boris Bedarf für das Rezensionsexemplar –