In dem kleinen, kompakten Strategiespiel Winziges Weltall begeben sich die Spieler mit ihren Raumschiffen auf die Reise zu neuen Planeten, um auf denen entweder Ressourcen zu gewinnen oder Kolonien zu errichten. Triebfeder der Mission ist die voranschreitende Überbevölkerung der eigenen Galaxie und die Hoffnung, auf fernen Planeten neuen Wohnraum zu erschaffen. Allerdings sind auch andere Imperien auf dieselbe Idee gekommen und so entfacht in Winziges Weltall ein Wettstreit um die begehrtesten Planeten und die Vorherrschaft im Kosmos.

Bei Spielbeginn verfügt jeder Spieler über eine individuelle Galaxiekarte, auf der alle Fortschritte und Ressourcen des eigenen Imperiums angezeigt werden und von der aus die Raumschiffe ihre Missionen starten. Alle Aktionen im Spiel werden durch Würfel aktiviert. Über die sechs unterschiedlichen Würfelsymbole werden Raumschiffe bewegt, Planeten kolonisiert, Ressourcen abgebaut und Sonderfähigkeiten von errichteten Kolonien genutzt.

Die gewonnen Ressourcen können zum Ausbau des eigenen Imperiums eingesetzt werden. Dadurch erhalten die Spieler im Spielverlauf mehr Würfel und bis zu zwei weitere Raumschiffe. Je fortgeschrittener das Imperium ist, um so mehr Aktionsmöglichkeiten bieten sich den Spielern in ihrem Spielzug.

Eroberte und kolonisierte Planeten bringen den Spielern zusätzliche Sonderfähigkeiten, die zwar auch erst über einen Würfel aktiviert werden müssen, aber unendlich sind und dem Spieler zum Teil große Vorteile verschaffen können.

Punkte erhalten die Spieler für die Weiterentwicklung ihres Imperiums über fünf Ausbaustufen, für die Besiedelung neuer Planeten und für die Erfüllung eines geheimen Auftrags, der erst bei der Schlusswertung aufgedeckt wird. Wer in Summe die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt die Partie.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Schwerkraft Verlag
Spielautor: Scott Almes
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 1 – 5 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Winziges Weltall

Spielzubehör von Winziges Weltall.
  • 1 Kontrolltafel
  • 5 Galaxiekarten (1 pro Spieler)
  • 5 Kulturmarker (1 pro Spieler)
  • 5 Energiemarker (1 pro Spieler)
  • 5 Imperiumsmarker (1 pro Spieler)
  • 7 Aktionswürfel
  • 12 Geheimaufträge
  • 20 Raumschiffe (4 pro Spieler)
  • 40 Planetenkarten

Ausführliche Spielregeln zu Winziges Weltall

Spielvorbereitungen

Die Kontrolltafel und die Aktionswürfel werden in die Mitte des Tisches gelegt.

Spielaufbau des blauen Spielers.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich dazu passend eine Galaxiekarte und vier Raumschiffe sowie je einen Energie-, Imperiums- und Kulturmarker. Die Galaxiekarte legt er vor sich ab. Zwei seiner Raumschiffe stellt er in die Mitte der Karte, die anderen beiden auf die gekennzeichneten Felder der Schiffsleiste. Den Imperiumsmarker legt er auf das erste Feld der Imperiumsleiste, den Kulturmarker auf das Feld eins und den Energiemarker auf das Feld zwei der Ressourcenleiste.

Die Geheimaufträge werden verdeckt gemischt. An jeden Spieler werden zwei Karten ausgeteilt, die sie sich anschauen dürfen. Eine der beiden Karten legt jeder Spieler unter seine Galaxiekarte, die andere Karte kommt aus dem Spiel.

Die allgemeine Auslage.
Die allgemeine Auslage bei drei Spielern.

Die Planetenkarten werden verdeckt gemischt und als allgemeiner Nachziehstapel neben die Kontrolltafel gelegt. Zwei Karten mehr als Spieler teilnehmen werden sofort aufgedeckt und in die Tischmitte gelegt. Bei drei Spielern also fünf Planetenkarten. Wichtig: Im Spiel zu fünft werden nicht sieben sondern nur sechs Planetenkarten aufgedeckt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, mit den eigenen Raumschiffen neue Planeten zu kolonisieren und das eigene Imperium weiterzuentwickeln.

Bei Spielbeginn muss ein Startspieler beliebig ausgelost werden. Die anderen Spieler folgen dann nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er in seinem Spielzug mit allen ihm zur Verfügung stehenden Würfeln werfen und anschließend den Würfelsymbolen entsprechend Aktionen ausführen. Auch ein mehrmaliges Nachwürfeln ist erlaubt – das erste Mal kostenlos, danach gegen Abgabe von Energie. Aktiviert ein Spieler einen der Würfel, führt er die Aktion vollständig aus. Alle Mitspieler dürfen gegen Abgabe von Kulturpunkten dieselbe Aktion durchführen.

Am Ende jedes Spielzuges wird überprüft, ob ein Spieler bereits einundzwanzig Punkte erreicht hat. Ist dies der Fall, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt und dann die Schlusswertung inkl. den Punkte des Geheimauftrages vorgenommen.

Würfeln und Aktionen aktivieren bzw. kopieren

Die Position des Imperiumsmarkers auf der eigenen Galaxiekarte bestimmt, wie viele Aktionswürfel der Spieler in seinem Spielzug verwenden darf. Bei Spielbeginn sind das vier Würfel.

Würfeln und erneut würfeln: Der Spieler wirft mit allen verfügbaren Würfeln. Sollte ihm das Würfelergebnis aller oder nur einzelner Würfel nicht gefallen, darf er einmalig beliebig viele Würfel seines ersten Wurfes kostenlos ein zweites Mal werfen. Möchte er anschließend bestimmte Würfel nochmals werfen, kostet ihn das ab sofort immer einen Energiepunkt auf seiner Ressourcenleiste für den gesamten Wurf. Alternativ kann er auch zwei beliebige, inaktive Würfel in den Umwandler der Kontrolltafel legen und einen dritten Würfel auf die gewünschte Position drehen.

Die Kontrolltafel in Winziges Weltall.
Die Kontrolltafel in Winziges Weltall.

Würfel aktivieren: Zu jedem Zeitpunkt seines Spielzuges darf ein Spieler Würfel in beliebiger Reihenfolge aktivieren. Hierzu nimmt er den entsprechenden Würfel und legt ihn links beginnend auf das Schaltpult der Kontrolltafel. Anschließend führt er die Aktion des Würfels aus (siehe weiter unten). Ein einmal aktivierter Würfel darf nicht erneut gewürfelt werden. Umgekehrt ist es aber erlaubt, Aktionen von noch nicht aktivierten Würfeln verfallen zu lassen.

Aktionen kopieren: Immer wenn ein Spieler einen Würfel aktiviert und auf das Schaltpult legt, können alle anderen Spieler dieselbe Aktion ausführen – dafür müssen sie aber einen Kulturpunkt auf ihrer Ressourcenleiste abgeben. Nutzen mehrere Spieler diese Option, wird nacheinander im Uhrzeigersinn verfahren. Die Aktion jedes aktivierten Würfels kann pro Spieler nur einmal kopiert werden.

Die einzelnen Würfelsymbole und Aktionen

Mit den sechs Würfelsymbolen lassen sich im Wesentlichen vier unterschiedliche Aktionen ausführen: Raumschiffe bewegen (1), Ressourcen erhalten (2), Kolonien bauen (3) und Kolonien nutzen (4).

Die sechs Würfelsymbole des Spiels.
Die sechs Würfelsymbole des Spiels.

Aktion Raumschiff bewegen

Raumschiffe können von der eigenen Galaxiekarte zu anderen Planeten bewegt werden. Pro Raumschiff muss der Spieler einen entsprechenden Würfel auf dem Schaltpult aktivieren.

Ressourcen erhalten oder eine Kolonie errichten?
Ressourcen erhalten oder eine Kolonie errichten?

Auf der  Oberfläche des Planeten landen: Der Spieler stellt sein Raumschiff aufrecht auf den Planeten. Ab sofort kann er hier mit weiteren, passenden Würfeln (je nach Beschaffenheit des Planeten) Energie- oder Kultur-Ressourcen auf gewinnen.

Den Planeten im Orbit umkreisen: Der Spieler legt sein Raumschiff auf das Startfeld der halbrunden Kolonieleiste. Mit weiteren, passenden Würfeln (Wirtschaft oder Diplomatie) kann er sein Raumschiff auf der Leiste weiterziehen und den Aufbau einer Kolonie vorantreiben.

Wichtig: Raumschiffe eines Spielers können nicht von der Oberfläche eines Planeten auf dessen Kolonieleiste bewegt werden. Es dürfen sich mehrere Raumschiffe unterschiedlicher Spieler auf derselben Planetenkarte befinden. Ein Wettstreit um die Kolonisierung ist erwünscht.

Aktion Ressourcen erhalten

Energie- und Kulturpunkte werden im Spiel benötigt, um das eigene Imperium weiter zu entwickeln. Fünf Ausbaustufen sind möglich, die insgesamt zwanzig Punkte kosten.

Energie- und Kulturpunkte erhalten.
Energie- und Kulturpunkte erhalten.

Energie und Kultur erhalten: Hat ein Spieler Raumschiffe auf der Oberfläche von Planeten stehen, so kann er von diesen Planeten Ressourcen erhalten. Jeder Planet kann nur eine Ressource erwirtschaften – entweder Energie oder Kultur. Aktiviert der Spieler Würfel mit entsprechendem Symbol, kann er den zugehörigen Marker auf seiner Galaxiekarte pro Würfel um ein Feld vorsetzen. Mehr als sieben Energie- und Kulturpunkte kann ein Spieler aber niemals besitzen.

Aktion Kolonie aufbauen

Kolonien zu errichten kostet einen Spieler mehrere Würfel und meistens auch mehr als einen Spielzug. Der Vorteil ist dafür enorm: Denn kolonisierte Planeten bringen Siegpunkte und verfügen über eine Sonderfähigkeit, die der Spieler mit einem Würfelsymbol aktivieren kann.

Kolonien werden über Wirtschaft oder Diplomatie aufgebaut.
Kolonien werden über Wirtschaft oder Diplomatie aufgebaut.

Jeder Planet verfügt über eine Kolonieleiste, an deren Ende eines von zwei möglichen Symbole abgebildet ist – Wirtschaft oder Diplomatie. Hat ein Spieler ein Raumschiff auf der Kolonieleiste eines Planeten liegen, kann er das Raumschiff für jeden aktivierten Würfel des benötigten Symbols um ein Feld weiterziehen. Erreicht das Raumschiff das Ende der Leiste, gilt der Planet als kolonisiert. Der Spieler darf nun die Karte zu sich nehmen und so unter seiner Galaxiekarte legen, dass die Sonderfähigkeit und die Punkte des Planeten zu erkennen sind.

Aktion Kolonie nutzen

Je mehr Kolonien ein Spieler errichtet, umso mehr Punkte erhält er und umso mehr Sonderaktionen stehen ihm zur Verfügung.

Sonderaktionen durch Kolonien.
Sonderaktionen durch Kolonien.

Um die Fähigkeit einer Kolonie in Anspruch zu nehmen, muss ein Würfel mit entsprechendem Symbol aktiviert werden. Anschließend darf der Spieler eine Sonderaktion einer seiner Kolonien ausführen. Eine Aktion kann mehrfach genutzt werden, sofern der Spieler dafür jedes Mal einen Würfel aktivieren kann.

Die eigene Galaxiekarte jedes Spielers dient natürlich auch als Kolonie und verfügt über die wichtigste Fähigkeit: Das Imperium weiter zu entwickeln! Aber auch Aktionen der anderen Kolonien können sich sehen lassen. Beispielsweise kann man Würfel ein drittes Mal kostenfrei werfen oder man kann direkt eine beliebige Würfelaktion ausführen. Ein paar Fähigkeiten zum Mitspielerärgern befinden sich auch darunter. Idealerweise suchen sich die Spieler ihre Planeten nicht nur nach Punkten sondern auch nach deren Fähigkeiten aus.

Die Geheimaufträge der Spieler

Die Geheimaufträge in Winziges Weltall.
Die Geheimaufträge in Winziges Weltall.

Es gibt zwölf unterschiedliche, geheime Auftragskarten im Spiel. Sechs davon können allerdings erst ab drei Spielern eingesetzt werden. Über seinen Geheimauftrag gelangt jeder Spieler an zusätzliche Siegpunkte, die bei der Schlusswertung so manches knappe Ergebnis noch einmal auf den Kopf stellen können. Man sollte seinen Auftrag also nicht aus den Augen verlieren, auch wenn dieser „nur“ zwei bis drei zusätzliche Punkte einbringt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende einer Partie Winziges Weltreich wird eingeleitet, sobald der erste Spieler am Ende seines Spielzuges 21 oder mehr Punkte aufweisen kann. Die laufende Spielrunde wird jetzt noch zu Ende gespielt, so dass alle Spieler gleich oft an der Reihe waren. Jetzt decken alle Spieler ihre Geheimaufträge auf und zählen diese zusätzlichen Punkte zu ihrer bisherigen Punktzahl. Wer am Ende die meisten Siegpunkte besitzt, gewinnt auch das Spiel.

Winziges Weltall als Solospiel

Die Schurkengalaxie für das Solospiel.
Die Schurkengalaxie für das Solospiel.

Auf der Rückseiten aller Galaxiekarten befindet sich eine Schurkengalaxie. Mit dieser lässt sich Winziges Weltall auch alleine spielen. Der Spieler tritt dann mit seiner eigenen Galaxie gegen die unzivilisierten Schurken an – übernimmt für diese natürlich auch die Durchführung der Aktionen. Kleiner Unterschied zum Spiel mit „echten“ Gegnern: Jeder Würfel muss einzeln geworfen und die angezeigte Aktion direkt durchgeführt werden. Zudem kann die Schurkengalaxie keine Kolonien nutzen, sondern greift stattdessen das Imperium des Spielers an. Dieser kann sich aber gegen Abgabe von Energie und Kultur gegen die Ausführung von Würfelsymbolen wehren. Die Siegbedingungen bleiben für den Spieler gleich, die Schurkengalaxie gewinnt dagegen auch, wenn der Imeriumsmarker den Totenkopf erreicht, also die fünfte Ausbaustufe.

Fazit zum Strategiespiel Winziges Weltall

Ebenso wie sein Vorgänger – Winzige Weltreiche – ist auch Winziges Weltall höchstens von der Spielbox her winzig. Alles andere an dem Spiel bietet den Spielern ausreichend Entfaltungsmöglichkeiten im Spielverlauf und insgesamt ein spannendes Spielerlebnis. Durch die äußerst angenehme Spielzeit bleibt an einem Spieleabend auch immer Zeit für eine zweite und dritte Partie.

Das Spielzubehör gefällt uns insgesamt sehr gut. Die Raumschiffe sind hübsch anzusehen, die Würfel haben ein angenehmes Gewicht und sind von sehr hoher Qualität. Allein die Aufdrucke auf den Markern des gelben Spielers sind etwas schwer zu erkennen. Da die einzelnen Marker aber alle unterschiedliche Formen aufweisen, fällt das im Spielverlauf nicht weiter auf. Die verschiedenen Tableaus sind sehr gut durchdacht, alle Marker und Spielkarten finden hier ihren Platz. So entsteht keine Unordnung auf dem Spieltisch. Bei sehr viel Licht fällt dann doch noch ein kleiner Schatten: Die Erläuterungen der Planeten-Aktionen wurden leider in die Innenseite der Spielbox gedruckt. Zumindest bei unserer Ausgabe war der Druck nicht mittig, so dass der Anfangsbuchstabe jeder neuen Textzeile nur zur Hälfte zu sehen war. Man kann die Erläuterungen auch so lesen, eine farbige Seite in der Spielregel oder ein zusätzliches Beiblatt hätte uns an dieser Stelle aber besser gefallen.

Die Spielrunden gestalten sich – je nach Besetzung und Spielweise – sehr unterschiedlich. Bereits zu zweit funktioniert Winziges Weltall sehr gut. Durch die reduzierte Anzahl an Planetenkarten kommt man sich gelegentlich sogar in die Quere. Vom Spielgefühl her macht hier aber jeder noch mehr oder weniger sein eigenes Ding. Ab drei Spielern kommt schon mehr Wettbewerb in das Spielgeschehen und auch die Kulturpunkte nehmen spürbar an Bedeutung zu (zur Erinnerung: damit kann man auch Aktionen aktivierter Würfel der anderen Spieler mit nutzen). Insbesondere bei besonders begehrten Planeten entsteht hier ein sehr angenehmer Konkurrenzdruck. In voller Besetzung wird Winziges Weltall dann zu dem Wettlauf im All-Spiel, das wir uns erhofft hatten. Zwar steigen hier die Wartezeiten zwischen den eigenen Spielzügen an. Wer aber regelmäßig Gebrauch von seinen Kulturpunkten macht und Aktionen der anderen Spieler für sich nutzt, ist eigentlich permanent am Spielen.

Im Gegensatz zu Winzige Weltreiche spielt das (Würfel-)glück bei Winziges Weltall immer mit. Zwar lassen sich Würfelaugen umwandeln oder gegen Abgabe von Energie erneut werfen, aber das kostet entweder Aktionen (da weniger Würfel einsetzbar) oder eben kostbare Ressourcen. Wer hier strategisch vorgeht uns seine Raumschiffe gut verteilt, kann nach einigen Runden aber mit nahezu jedem Würfelergebnis etwas sinnvolles anfangen.

– Herzlichen Dank an den Schwerkraft Verlag für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
80 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
80 %
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