Beim Brettspiel Ozeane handelt es sich um ein eigenständiges Spiel aus der beliebten Evolution-Reihe. Wie es der Name des Spiels bereits andeutet, betreten die Spieler dieses Mal einen riesigen und geheimnisvollen Unterwasserkosmos, in dem sie ihre eigenen Spezies erschaffen und um neue Fähigkeiten weiterentwickeln. Ziel dabei ist es, die eigenen Spezies in einem sich stetig veränderten Ökosystem so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Denn jede überstandene Spielrunde bringt pro Spezies wertvolle Siegpunkte, die in Ozeane sehr treffend Populationspunkte genannt werden und in der Gestalt von hübschen Fischmarkern daherkommen.

Das eigentliche Spielgeschehen findet in drei unterschiedlichen Bereichen statt: dem Riff, den Ozeantiefen und der jeweiligen Auslage der Spieler. Das Riff bildet die primäre Nahrungsquelle der Tiere, denn hier begeben sie sich auf Futtersuche. Zu Beginn liegen dort bereits zahlreiche Fische, deren Anzahl mit jeder Futteraktion aber abnimmt. Deshalb gibt es noch den Ozean, der aus drei Zonen besteht, in denen ebenfalls viele Fische liegen. Aus dem Ozean kann man mit einer Aktion neue Fische und damit Nahrung in das Riff verschieben – im Spiel heißt diese Aktion Migration. Zudem werden über zwei der drei Zonen des Ozeans auch Effekte aktiviert. Ist eine Kammer vollständig geleert, tritt der Effekt in Kraft. Beispielsweise kommt es dann zu einem Krankheitsausbruch oder einer Populationsexplosion. Welcher Effekt einsetzt, entscheidet die Szenariokarte, die beim Spielaufbau in die Ozeanzone gelegt wurde.

Zuletzt hat jeder Spieler eine eigene Auslage, in der er seine Spezies entwickelt. Um eine neue Spezies zu erschaffen, nimmt sich der Spieler ein Spezies-Tableau und legt es vor sich ab. Dann legt er eine seiner Handkarten neben das Tableau, um die neue Spezies zu erschaffen. In weiteren Spielzügen kann er bis zu zwei weitere Karten an diese Spezies anlegen, um deren Fähigkeiten zu entwickeln. Beispielsweise kann eine eher friedliche Spezies um die Eigenschaft „Schwarm“ erweitert werden, was dazu führt, dass sie nicht mehr angegriffen werden kann. Oder eine eher aggressive Spezies kann um die Fähigkeit „Tentakel“ erweitert werden, damit sie sich nicht nur einmal sondern gleich zweimal pro Spielzug auf die Jagd nach Nahrung begeben kann. Ein Spieler kann beliebig viele Spezies erschaffen und entwickeln, aber nur eine davon pro Spielzug auf die Nahrungssuche oder Jagd schicken. Jede neue Spezies wird dabei immer durch ein eigenes Spezies-Tableau markiert, neben dem bis zu drei Fähigkeiten ausgelegt werden können.

Abwechslung ins Spiel bringen dann die unterschiedlichen Spielkarten, die in Oberflächen- und Tiefenkarten unterschieden werden. Der Satz Oberflächenkarten besteht aus 120 Karten, die wiederum 12 unterschiedliche Fähigkeiten beinhalten. Jede Basisfähigkeit befindet sich somit 10 Mal im Spiel. Ergänzt werden diese durch die 89 Tiefenkarten, von denen jede Karte individuell gestaltet wurde und auch einzigartige Fähigkeiten besitzt. Im Gegensatz zu den Oberflächenkarten muss der Spieler für die Aktivierung einer Tiefenkarten aber bezahlen. Auch die unterschiedlichen Szenarien, von denen sich immer zwei im Spiel befinden, bringen Abwechslung in jede neue Partie. Da die Szenarien bereits zu Beginn offen ausliegen, kann man seine Spezies direkt auf die Ereignisse vorbereiten – sofern man die passenden Karten auf der Hand hat.

Eine Partie Ozeane verläuft über mehrere Runden. In seinem Spielzug kann ein Spieler immer genau eine Karte aus seiner Hand spielen und damit eine Spezies zu erschaffen/entwickeln oder um Fische aus dem Ozean ins Riff zu migrieren. Anschließend darf er genau eine seiner Spezies nach Futter suchen lassen, sei es friedlich im Riff oder aggressiv durch die Jagd auf die Spezies der Mitspieler. Zudem werden jetzt auch Zusatzfähigkeiten der Spezies aktiviert, durch die beispielsweise Futter von benachbarten Spezies schmarotzt werden können. So oder so, in dieser Spielphase werden im Wesentlichen Populationsmarker umverteilt. Nach dem Fressen altert jede noch lebende Spezies. Bedeutet, der Spieler nimmt sich von jeder eigenen Spezies einen Populationsmarker – also Siegpunkt – und legt ihn hinter seinen Sichtschirm. Zuletzt zieht der Spieler neue Karten auf die Hand nach und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Es wird im Grunde so lange gespielt, bis alle drei Ozeankammern leer sind. Sobald die erste Ozeanzone geleert wurde, kommt es zunächst noch zur Kambrischen Explosion. Dadurch wird das Spiel beschleunigt, da ab diesem Zeitpunkt pro Spielzug immer zwei Karten ausgespielt werden müssen und beim Altern jede Spezies zwei Populationsmarker abgeben muss. Aber nach der Kambrischen Explosion dürfen zudem auch auch die Tiefenkarten für die Erschaffung oder Entwicklung eigener Spezies genutzt werden, was den Spielern zum Ende des Spiels hin nochmal deutlich mehr Möglichkeiten zur Hand gibt. Sobald auch die letzten Fische aus den drei Ozeanzonen migriert wurden, wird das Spielende eingeleitet. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Populationsmarkern, also gesammelten Fischen.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Schwerkraft-Verlag
Spielautoren: Nick Bentley, Brian O’Neill, Ben Goldman, Dominic Crapuchettes
Erscheinungsjahr: 2019

Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler
Spielzeit: 60-90 Minuten

Spielzubehör zum Brettspiel Ozeane

Spielzubehör zum Spiel Ozeane.
Spielzubehör zum Spiel Ozeane.
  • 1 Riff (zusammengesteckte Box)
  • 1 Ozean (zusammengesteckte Box)
  • 120 Oberflächenkarten
  • 89 Tiefenkarten
  • 1 Karte Karmbrische Explosion
  • 200 Populationsmarker (Fische)
  • 25 Szenariokarten
  • 24 Spezies-Tableaus
  • 4 Sichtschirme
  • 4 Bonusmarker
  • Erweiterung für den 5 + 6 Spieler

Luxus-Edition: Diese beinhaltet zusätzlich Fische aus Acryl, 6 bedruckte Stoffbeutel und 220 bedruckte Kartenhüllen.

Überblick und Spielablauf zu Ozeane

Spielvorbereitungen

Das Riff und der Ozean mit den 3 Zonen werden nebeneinander in die Tischmitte gelegt.

Spielaufbau von Ozeane.
Spielaufbau von Ozeane.

Die Karte „Kambrische Explosion“ wird in die ersten Kammer des Ozeans gelegt. Die Szenarien werden gemischt. Zwei Karten werden verdeckt gezogen und auf die erste und zweite Kammer des Ozeans gelegt.

60 Fische + 20 weitere Fische pro Spieler werden grob in vier Haufen getrennt und je ein Haufen in das Riff und die drei Ozeankammern gelegt. Ein Reservebeutel mit 60 weiteren Fischen und die Spezies-Tableaus werden neben dem Spielfeld bereitgelegt.

Die Oberflächenkarten werden gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt. Die oberste Karte wird sofort aufgedeckt. Der dort abgebildete Migrationswert (unten links) gibt an, wie viele Fische nun wieder aus dem Riff und der ersten Ozeankammer entfernt und in die dritte Kammer des Ozeans verschoben werden. Die Tiefenkarten werden gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt. Die obersten zwei Karten werden sofort aufgedeckt und bilden die allgemeine Auslage.

Weiter erhält jeder Spieler einen Sichtschirm und 6 Karten vom Oberflächenstapel auf die Hand. Zuletzt werden die Bonusmarker verteilt. Der 1/2/3/4 Spieler erhält jeweils den Bonusmarker zu 7/6/4/0 Punkten.

Die Startausrüstung der Spieler.
Die Startausrüstung der Spieler.

Hinweis zur Luxus-Variante: Hier können die Spieler statt dem Sichtschirm auch einen der Stoffbeutel nehmen. Zudem können statt der Fischplättchen auch die Acrylfische benutzt werden.

Spielablauf – So wird Ozeane gespielt

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Spielrunden verteilt eigene Spezies zu erschaffen und um Fähigkeiten weiterzuentwickeln, die ihr Überleben im Ozean sichern. Jede noch lebende Spezies bringt am Ende jedes Spielzuges wertvolle Siegpunkt ein.

Spielablauf: Das Spiel beginnt der Spieler, der am längsten die Luft anhalten kann. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so durchläuft er in seinem Spielzug immer vier Phasen: Zuerst spielt er eine Karte aus der Hand aus (1) und kann damit eine Spezies erschaffen/entwickeln oder Fische ins Riff migrieren. Danach darf er eine seiner Spezies fressen lassen (2), entweder durch Futtersuche oder Jagd. Nach dem Fressen lässt er alle eigenen noch lebenden Spezies altern (3), was ihm Siegpunkte bringt. Zuletzt zieht er neue Karten vom Oberflächen- oder Tiefenkartenstapel nach (4).

Die verschiedenen Karten in Ozeane

Eine Partie Ozeane setzt sich immer aus zwei Teilen zusammen. Den Zeitraum vor der Kambrischen Explosion, in der nur mit den Oberflächenkarten gespielt werden kann. Und die Zeit nach der Kambrischen Explosion, in der die Spieler auch die Tiefenkarten einsetzen dürfen.

Die 120 Oberflächenkarten beinhalten insgesamt 12 unterschiedliche Eigenschaften, von denen sich jede 10 Mal im Kartensatz befindet. Karten mit identischen Eigenschaften unterscheiden sich nur durch die Migrationszahl in der unteren linken Ecke, mit der Fische zwischen zwei Ozeanzonen bewegt werden können (wird weiter unten genauer erklärt). Ansonsten verfügt jede Karte über einen Eigenschaftsnamen, einen Kartentext und gegebenenfalls auch über Werte zur Futtersuche (grün), Jagd (rot), Zuwachs (balu) oder ihrer Verteidigung (braun).

Die 12 Oberflächenkarten aus Ozeane.
Alle 12 Eigenschaften aus dem Satz an Oberflächenkarten des Spiels Ozeane.

Die 89 Tiefenkarten sind dagegen alle individuell. Sie verfügen über ein eigenes Bild, einen eigenen Namen und vor allem über eine wirklich einzigartige Eigenschaft. Die Symbole auf den Tiefenkarten sind identisch mit denen der Oberflächenkarten. Im Gegensatz zu den Oberflächenkarten ist das Auslegen einer Tiefenkarte aber mit Kosten verbunden. Möchte ein Spieler eine Tiefenkarte nutzen, muss er bereits erhaltene Punkte wieder abgeben. Wie teuer eine Karte ist, erkennt man an der Migrationszahl unten links.

Die Tiefenkarten aus dem Spiel Ozeane.
4 Beispiele aus dem Satz Tiefenkarten des Spiels Ozeane.

Phase 1: Karten ausspielen – Spezies erschaffen, entwickeln oder migrieren

In der ersten Phase des Spielzuges muss der Spieler immer eine Karte aus seiner Hand ausspielen. Damit kann er entweder eine Spezies erschaffen/entwickeln oder Fische migrieren.

Zwei Beispiele für den Start einer neuen Spezies.
Zwei Beispiele für den Start einer neuen Spezies.

Um eine neue Spezies zu erschaffen, nimmt sich der Spieler ein Spezies-Tableau aus der Tischmitte und legt es vor sich ab. Anschließend entscheidet er sich für eine Karte/Fähigkeit auf seiner Hand und legt diese links neben die dunkelblaue Linie des Spezies-Tableaus. Damit ist die erste Phase seines Spielzugs beendet.

Beispiel „Schnelligkeit“:  Der Spieler entscheidet sich für die Eigenschaft „Schnelligkeit“ und erschafft damit seine erste Spezies. Als Besonderheit darf diese Spezies eine zusätzliche Fähigkeit erhalten, am Ende also aus vier statt drei Karten bestehen (Schwarzer Kasten). Die Spezies darf Futter suchen (grüner Kreis, Wert 2) und jagen (roter Kreis, Wert 2) und verfügt über eine kleine Verteidigung (brauner Kreis, Wert 2).

Beispiel „Spitzenprädator“: Der Spieler entscheidet sich für die Eigenschaft „Spitzenprädator“ und erschafft damit seine zweite Spezies. Die Spezies verfügt noch über keine zusätzlichen Besonderheiten. Sie darf auch nicht friedlich auf die Suche nach Futter gehen (grüner Kreis), dafür aber mehr jagen (roter Kreis, Wert 3). Die Verteidigung der Spezies ist aber noch schwach (brauner Kreis, Wert 2).

Die Spezies könnten so weiterentwickelt werden.
Die Spezies könnten so weiterentwickelt werden.

Um eine bestehende Spezies zu entwickeln, muss der Spieler in der ersten Phase seines Spielzuges nur eine Karte/Fähigkeit aus der Hand auswählen und auf eine seiner bereits erschaffenen Spezies ablegen. Und zwar so, dass die Fähigkeiten der ersten Karte noch sichtbar bleiben.

Beispiel „Schnelligkeit+Transparent“: Um seine erste Spezies vor den Angriffen der Mitspieler zu schützen, erweitert ist diese um die Fähigkeit Transparent. Ab sofort darf diese Spezies nicht mehr angegriffen werden, so lange sich noch Fische im Riff befinden. Auch darf der Spezies kein Fisch durch Schmarotzen abgenommen werden.

Beispiel „Spitzenprädator+Tentakel“: Da die Spezies keine Nahrung über die normale Futtersuche erhalten kann, erweitert der Spieler seinen Spitzenprädator um die Fähigkeit Tentakel. Ab sofort darf diese Spezies innerhalb eines Spielzugs nicht nur einmal sondern gleich zweimal nacheinander auf die Jagd gehen und so mehrere Fische angreifen und auch mehr Fische erbeuten.

Hinweis zu den Verboten: Identische Fähigkeiten (grüne, rote, braune Werte und Kartentexte) sind grundsätzlich kumulativ. Einzige Ausnahme sind Verbote. Schließt eine Karte beispielsweise die Fähigkeit zur Futtersuche aus (sie Beispiel Spitzenprädator), kann dieses Verbot nicht mehr durch eine neue Fähigkeit mit Futtersuche aufgehoben werden. Dasselbe gilt auch für die Jagd. Wer einmal nicht jagen konnte, kann diesen Mangel auch nicht durch neue Fähigkeit wieder aufheben.

Die Zahl unten links bestimmt die Zahl der Fische.
Die Zahl unten links bestimmt die Zahl der Fische.

Um das Riff wieder mit Fischen/Nahrung zu füllen, muss der Spieler eine beliebige Karte aus seiner Hand auf den Ablagestapel werfen. Auf jeder Karte ist in der unteren linken Ecke eine Zahl abgebildet. So viele Fische dürfen migriert werden.

Bei der Migration nimmt der Spieler die entsprechende Anzahl an Fischen alle aus genau einer Ozeanzone raus und legt sie vollständig in einer beliebige andere Zone des Ozeans oder ins Riff. Ein Verteilen der Fischmarker auf unterschiedliche Zonen ist nicht gestattet. Sollten die Anzahl an Fischen in einer Zone geringer als die Zahl auf der ausgespielten Karte sein, so verfallen die überschüssigen Fische.

Phase 2 : Eine Spezies fressen lassen – vom Suchen, Jagen und Schmarotzen

In der zweiten Phase des Spielzugs darf der Spieler genau eine seiner Spezies fressen lassen. Fressen bedeutet in diesem Fall Futter im Riff suchen oder bei anderen Spezies erbeuten. Vor der eigenen Fressphase werden eventuell noch Fähigkeiten anderer Karten abgehandelt. Und die Spieler sollten darauf achten, dass es nicht zu einer Überpopulation der Spezies kommt.

Nur eine Spezies darf Futter suchen bzw. jagen.
Nur eine Spezies darf Futter suchen bzw. jagen.

Beispiel zur Futtersuche: Seine erste Spezies (links im Bild) verfügt über keine Fischmarker mehr. Um sie vor dem Aussterben zu bewahren (siehe Phase 3: Altern), muss der Spieler sie in diesem Spielzug fressen lassen. Zumal seine zweite Spezies (rechts im Bild) noch über ausreichend Fische verfügt.

Noch vor der Futtersuche wird hier zunächst die Fähigkeit „Parasit“ aktiviert. Der Spieler schmarotzt zwei Fische von der rechts ausliegenden Spezies. Der Spieler nimmt sich also zwei Fische vom Spezies-Tableau und legt diese auf das Tableau seiner fressenden Spezies.

Anschließend sucht die Spezies Futter im Riff. Da sich dort noch ausreichend Fische befinden, nimmt sich der Spieler 2 Fische aus dem Riff (grüner Kreis mit Wert 2) und legt sie ebenfalls auf das Spezies-Tableau. Da sich am Ende noch Fische im Riff befinden, bleibt seine Spezies vor Angriffen weiterhin geschützt.

Überpopulation: Sollte eine Spezies nach dem Fressen so viele Fische besitzen, dass das letzte Feld auf dem Spezies-Tableau besetzt werden muss (das Feld mit der weißen Gräte), dann ist die Überpopulation erreicht. Diese Spezies verliert sofort 5 Fische, die wieder ins Riff oder eine der Ozeanzonen gelegt werden. Wohin genau darf der Spieler selbst entscheiden.

Phase 3: Spezies altern lassen und Punkte erhalten

Nach dem Fressen muss der Spieler alle eigenen Spezies altern lassen. Das bedeutet, er entfernt einen Fischmarker von jedem Spezies-Tableau und legt sie hinter seinen Sichtschirm. Verfügt ein Spezies zu diesem Zeitpunkt nicht mehr über ausreichend Fische, so stirb sie aus. In diesem Fall werden alle Fähigkeitskarten der Spezies abgeworfen und das Spezies-Tableau wieder in die Tischmitte gelegt.

Die Populationspunkte kommen hinter den Sichtschirm.
Die Populationspunkte kommen hinter den Sichtschirm.

Phase 4: Neue Karten aufnehmen

Am Ende seines Spielzugs füllt der Spieler seine Kartenhand wieder auf 6 Karten auf. Dabei kann er entweder

  • 1 Tiefenkarte aus der offenen Auslage nehmen (auch schon vor der Kambrischen Explosion)
  • 3 verdeckte Tiefenkarten ziehen und eine davon auswählen
  • beliebig viele Oberflächenkarten aus der Hand abwerfen und auf 6 Handkarten nachziehen

Nach dem Aufnehmen neuer Karten endet der Spielzug und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Szenarien und die Kambrische Explosion

Sobald die erste Ozeanzone leer ist, also alle Fische von dort aus in eine andere Zone migriert worden sind, erfolgt die Kambrische Explosion. Dabei handelt es sich um eine Zeit der Erdgeschichte, in der es zu einem starken Anstieg neuer Spezies kam. Ihre Auswirkung findet auch im Brettspiel Ozeane statt. Dann ab jetzt werden die gelernten Regeln leicht verändert.

Die Kambrische Explosion und Szenarien.
Die Kambrische Explosion und Szenarien.

Konsequenzen aus der Kambrischen Explosion: Die Karte wird aus der Ozeanzone entfernt. Die Phase der Kambrischen Explosion hält bis zum Spielende an. Ab sofort müssen die Spieler in ihrem Spielzug immer zwei statt nur einer Karte ausspielen. Weiter muss jede Spezies beim Altern nun zwei Fische abgeben um nicht auszusterben. Zuletzt dürfen endlich die Tiefenkarten für die Erschaffung und/oder Entwicklung neuer Spezies eingesetzt werden.

Zusätzlich greifen nun auch die Szenarien, die unterhalb der ersten und zweiten Ozeanzone liegen. Sobald eine Zone leer ist, wird das darunter liegende Ereignis aktiviert. In unserem Beispiel ist die erste Ozeanzone leer, das erste Szenario ist aktiv. Ab sofort startet jede neue Spezies bereits mit zwei Fischen auf dem Spezies-Tableau. Sobald die zweite Ozeanzone leer ist, erhalten Spezies mit Zuwachsfähigkeit einen zusätzlichen Fisch.

Hinweis: Die beiden Szenarien werden zu Beginn jedes Spiels aus einem Satz unterschiedlicher Karten verdeckt gezogen. So werden in jedem Spiel unterschiedliche Ereignisse aktiviert. Im Gegensatz zu unserem Beispiel müssen das nicht immer nur positive Effekte sein.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende wird eingeleitet, sobald alle Ozeanzonen geleert wurden. Jetzt werden die 60 Reservefische in die dritte Ozeanzone gelegt und noch eine Runde weitergespielt. Anschließend erfolgt die Schlusswertung. Jeder Spieler erhält jeweils 1 Punkt pro Populationsmarker (=Fisch) hinter seinem Sichtschirm und auf den noch lebenden Spezies-Tableaus. Zu dieser Summe werden noch die Punkte des zu Beginn verteilten Bonusmarkers hinzugezählt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie.

Fazit zum Brettspiel Ozean

Man merkt dem Spiel Ozeane wirklich an jeder Stelle an, dass hier sehr viel Gehirnschmalz und vor allem Liebe zum Detail reingeflossen sind. Dass fängt schon beim Auspacken an. Sorgfältigst wurde das Material in die richtige Reihenfolge gebracht, so dass wirklich niemand die Hinweise auf das Einführungsspiel mit reduzierten Regeln übersehen kann. Der Aufbau des Riffs und der Ozeanbereiche wird auf einem separaten Blatt erläutert, als würde man eine Kommode aufbauen. Und auch das weitere Zubehör ist einfach wunderschön und bis ins kleinste Detail durchdacht. Beispielsweise hat die Ozeanplattform einen erhöhten Sockel für die Szenariokarten bekommen, damit man diese besser lesen und vor allem leichter greifen kann. Ebenso hat das erste Ozeanfeld am oberen Ende einen dünnen Schlitz, durch den man die Karte Kambrische Explosion nach ihrer Aktivierung leicht rausschieben kann. Dass das Riff, die einzelnen Fischmarker und die Spielkarten ebenfalls sehr hübsch illustriert wurden, wird hier fast zur Randnotiz. In Sachen Spielzubehör können wir maximal die wirklich sehr klein geratenen Sichtschirme bemängeln. Wie man dahinter seine gesammelten Popukationsmarker vor den Augen der Mitspieler verbergen soll, erschließt sich uns nicht so ganz. Aber alles andere fällt definitiv unter die Kategorie Luxusausstattung. Und wem das noch nicht ausreicht, der kann tatsächlich zur Luxus-Variante greifen. Dieses bietet hochwertig verarbeitete Stoffbeutel, die anstelle der Sichtschirme eingesetzt werden. Und obendrein noch Acrylfische, die statt der Pappmarker zum Einsatz kommen. Die Acryl-Fische hätte es unserer Meinung nach nicht gebraucht, da die Fische aus Pappe erstens sehr stabil sind und insgesamt durch die doppelseitige, bunte Gestaltung auch hübscher aussehen.

Der Einstieg in die erste Partie gelingt recht schnell. Auch hier merkt man, dass sehr viel Zeit in die Erstellung der Spielregeln geflossen ist. Die Regelheft führt die Spieler gut strukturiert und mit zahlreichen Bildern in die erste Partie. In einem separaten Übersichtsheft werden alle Oberflächenkarten und Symbole ausführlich erklärt und auch schon erste Regelkonflikte erläutert. Zum schnell nachlesen während der laufenden Partie ist das sehr hilfreich. Zuletzt gibt es diese Übersicht auch noch einmal in klein, damit jeder Spieler den Spielablauf und die einzelnen Symbole griffbereit vor sich auslegen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man den Einstiegshürde für die erste Partie noch niedriger hätte gestalten können.

Nach dem ersten Spiel sitzt der eigentliche Spielablauf sehr gut, das Spielprinzip und die Mechanik sind verstanden. Es wird also Zeit für eine richtige Runde mit allen Karten. Zumal in den insgesamt 120 Oberflächenkarten nur 12 unterschiedliche Aktionen enthalten sind (jede 10 Mal). Da kommt schnell Routine auf. Mit den Tiefenkarten wird es dann spürbar besser. Hiervon sind immerhin 89 Stück im Spiel – und jede mit eigener Grafik und Funktion. Bedauerlicherweise dürfen diese neuen Karten erst nach der Kambrischen Explosion ausgespielt werden. Dass ist sehr schade, da sich die ersten Spielzüge jeder neuen Partie so wie das Einführungsspiel anfühlen – abgesehen von den eventuell abweichenden Szenarien.

Trotz all den hervorragenden Ideen und dem zauberhaften Material kam bei uns bereits nach 4-5 Partien bereits Langeweile auf. Das hatte unterschiedliche Gründe. Zunächst bestehen die insgesamt 120 Oberflächenkarten nur aus 12 unterschiedlichen Eigenschaften. Jede davon ist somit 10 Mal im Spiel. Das bietet zwar immer noch recht viele Kombinationsmöglichkeiten, ist uns unterm Strich aber deutlich zu wenig. Schnell hat man hier eine eigene Strategie bezüglich der Entwicklung der eigenen Spezies raus, die man im Wesentlichen immer wieder einsetzen kann. Die Abläufe wiederholen sich schnell. Dasselbe gilt auch für die Verteidigungsstrategie der eigenen Spezies. Weiter gibt es zwar auch 89 Tiefenkarten, die nicht weniger schön und auch individuell sind. Nur leider kommen diese immer erst in der zweiten Spielhälfte (nach der Kambrischen Explosion) zum Einsatz. Bedeutet, man spielt in jeder neuen Partie erstmal zahlreiche Spielzüge mit nur 12 unterschiedlichen Karten. Hat man hier noch Pech beim Nachziehen der Karten, hält man davon auch noch einige doppelte Eigenschaften auf der Hand. Zudem sind die Tiefenkarten auch mit recht hohen Kosten verbunden, die mit bereits erzielten Siegpunkten bezahlt werden müssen. So eine Karte muss sich kur vor Spielende auch wirklich lohnen – ihre Kosten also garantiert wieder einspielen. Da ab der Kambrischen Explosion aber auch doppelt so viele Karten pro Spielzug ausgelegt werden, nimmt die Partie nun Fahrt auf und das Ende kommt schneller, also man das vielleicht möchte.

Für Kenner- und Vielspieler ist Ozeane unserer Meinung nach zu seicht. Die Tiefenkarten und unterschiedlichen Szenarien versprechen zwar Flexibilität, kommen aber viel zu spät in die Partie. Die Spielzeit, in der man immer wieder nur mit den 12 Eigenschaften der Oberflächenkarten spielen muss, ist uns unterm Strich zu lang. Dem Spiel fehlt es so deutlich an unterschiedlichen Oberflächenkarten und damit an Abwechslung – zumindest um für uns dauerhaft interessant zu bleiben. Dass ist schade, da hier ansonsten bezüglich Regelheft, Material und Optik wirklich alles richtig gemacht wurde. Wer dagegen nur gelegentlich spielt, dann aber gerne was Ordentliches auf dem Tisch liegen haben möchte, für den könnte Ozeane vielleicht genau das Richtige sein.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
80 %
Spielzubehör
95 %
Langzeitspaß
70 %
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