Bereits 2014 erschien das kleine aber feine Würfelspiel Deep Sea Adventure und belegte ein Jahr später auf der Game Market in Japan den ersten Platz. Jetzt erscheint das Spiel in seiner vierten Auflage mit übersetztem Titel – Tiefseeabenteuer – auch als deutschsprachige Version.

In Tiefseeabenteuer schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines Tauchers. Mittels zweier Würfel muss die eigene Spielfigur über einen Pfad aus Entdeckerplättchen in die Tiefen des Meeres bewegt werden. Jedes Entdeckerplättchen kann dabei als Schatz eingesammelt werden. Je tiefer man taucht, umso wertvoller werden die Schätze. Allerdings kann man sich mit jedem eingesammelten Schatz auch langsamer bewegen und verbraucht auch mehr Sauerstoff.

Die Sauerstoffanzeige wird mit einem kleinen Marker auf dem U-Boot abgebildet. Der verfügbare Sauerstoff gilt gleichermaßen für alle Spieler. Ist ein Spieler also besonders gierig bei seiner Schatzsuche, sind die Tauchabenteuer der anderen Spieler mit betroffen. Letztendlich muss jeder Spieler aber für sich sehen, dass er mit seinen Schätzen das U-Boot wieder erreicht, bevor der Sauerstoff aufgebraucht ist.

Zurück im U-Boot dürfen die Spieler ihre eingesammelten Schätze erstmals betrachten und auf ihren Punktestapel legen. Wer es nicht zurück geschafft hat, verliert alle in dieser Spielrunde eingesammelten Schätze. Dann beginnt die neue Runde. Gespielt wird über insgesamt drei Runden. Wer am Ende der dritten Runde die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Oink Games
Spielautor: Jun und Goro Sasaki
Erscheinungsjahr: 2016 (2014 als Deep Sea Adventure)

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Tiefseeabenteuer

Spielzubehör von Tiefseeabenteuer.
  • 1 kleines U-Boot-Tableau
  • 1 Sauerstoffmarker
  • 2 Holzwürfel mit Ziffern von 1-3
  • 6 Abenteurer aus Holz
  • 16 leere Plättchen
  • 32 Entdeckerplättchen

Ausführliche Spielregeln zu Tiefseeabenteuer

Spielvorbereitungen

Der Spielaufbau, hier mit zwei Spielern.
Der Spielaufbau, hier mit zwei Spielern.

Das U-Boot-Plättchen wird in die Tischmitte gelegt. Der rote Sauerstoffanzeiger wird auf das Feld mit der Ziffer 25 platziert – zu Spielbeginn sind die Sauerstoffvorräte also voll aufgefüllt.

Die Entdeckerplättchen werden nach Typ sortiert. Die 16 leeren Plättchen werden als allgemeiner Vorrat beiseite gelegt. Die 1er bis 4er Plättchen werden numerisch aufsteigend nacheinander unter dem Boot angelegt, so dass eine lange Linie aus Plättchen entsteht.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Spielerfarbe und nimmt sich den dazu passenden Taucher. Dieser wird in das U-Boot gestellt. Die beiden Holzwürfel werden bereit gehalten.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, nach drei Spielrunden die wertvollsten Schätze aus den Tiefen des Meeres geborgen und zum U-Boot gebracht zu haben.

Das Spiel beginnt der Spieler, der zuletzt im Meer geschwommen ist. Die anderen Spieler folgen dann nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er in seinem Spielzug immer die folgenden Schritte durchlaufen: Sauerstoff verringern, Tauchrichtung ansagen, Würfel und seinen Taucher bewegen und optional den Meeresgrund erforschen. Eine Spielrunde endet, wenn alle Taucher wieder in dem U-Boot ankommen oder der Sauerstoff aufgebraucht ist. Nach drei Spielrunden endet das Spiel und die Schlusswertung erfolgt.

Die Sauerstoffanzeige verringern

Der Sauerstoffanzeiger wird bewegt.
Der Sauerstoffanzeiger wird bewegt.

Zu Beginn des Spiels sind die Sauerstofftanks des U-Boots voll aufgefüllt. Der rote Anzeiger steht auf dem Feld „25“. Dieser gilt für alle Spieler, alle benutzen also denselben Tank. Befindet sich der Taucher eines Spielers zu Beginn seines Spielzuges im Wasser und trägt er bereits mindestens einen Schatz bei sich (Schätze im U-Boot zählen nicht!), so verringert sich die Sauerstoffanzeige pro Entdeckerplättchen des Tauchers um einen Punkt. Taucher, die wieder im U-Boot angekommen sind, verbrauchen keinen Sauerstoff dieses Tanks mehr.

Die Tauchrichtung ansagen

Die Tauchrichtung wird benannt.
Die Tauchrichtung wird benannt.

Vor dem Würfeln muss ein Spieler immer erst seine Tauchrichtung laut ansagen und die Spielfigur in die entsprechende Richtung drehen beziehungsweise stehen lassen. Möchte ein Spieler nicht mehr tiefer abtauchen und entscheidet sich zur Umkehr, darf er sich in dieser Spielrunde nicht mehr umentscheiden. Er muss dann zum U-Boot zurück schwimmen.

Würfeln und den Taucher bewegen

Beide Würfelaugen werden addiert, dann der Taucher bewegt.
Beide Würfelaugen werden addiert, dann der Taucher bewegt.

Der Spieler würfelt mit beiden Würfeln. Anschließend setzt er seinen Taucher um die gewürfelte Anzahl an Feldern weiter. Jedes Entdeckerplättchen in Tauchrichtung entspricht dabei einem Feld. Ist ein Feld bereits von einem anderen Taucher besetzt, wird es nicht mitgezählt und übersprungen. Erreicht ein Taucher das Ende der Reihe, kann er nicht weiterziehen. Überzählige Würfelaugen verfallen.

Achtung! Die Schrittzahl verringert sich: Hat ein Taucher in einer Runde bereits Entdeckerplättchen eingesammelt und trägt er sie noch bei sich, dann muss er pro Entdeckerplättchen eine Augenzahl vom Würfelergebnis abziehen.

Schätze bergen (optional)

Der gelbe Taucher schnappt sich den 4er Schatz.
Der gelbe Taucher schnappt sich den 4er Schatz.

Wurde der Taucher zu einem Entdeckerplättchen bewegt, kann der Spieler entweder passen oder dieses Plättchen einsammeln. Im ersten Fall ist der nachfolgende Spieler an der Reihe. Birgt der Spieler aber den Schatz, dann nimmt er das Entdeckerplättchen verdeckt zu sich (er darf es noch nicht anschauen!) und legt ein leeres Plättchen an die Stelle.

Landet ein Taucher, beispielsweise beim Auftauchen, auf einem leeren Plättchen, dann darf er einen seiner bereits eingesammelten Entdeckerplättchen auch wieder ablegen. Das kann sinnvoll sein, wenn sich der Sauerstoff zu schnell verringert und der Spieler Gefahr läuft, es nicht mehr rechtzeitig zurück zum U-Boot zu schaffen.

Was passiert am Ende einer Runde?

Eine Spielrunde endet, wenn alle Taucher wieder zurück im U-Boot sind oder wenn der Sauerstoff aufgebraucht wurde.

Die minimale und maximale Ausbeute pro Plättchentyp.
Die minimale und maximale Ausbeute pro Plättchentyp.

Alle Taucher, die es rechtzeitig wieder ins Boot geschafft haben, dürfen nun ihre eingesammelten Plättchen umdrehen und zu ihren erbeuteten Schätzen legen.

Alle Taucher, die es nicht zurück ins Boot geschafft haben, verlieren ihre gesammelten Plättchen. Diese werden nun in Dreierstapeln an das Ende der Reihe gelegt.

Die leeren Plättchen werden wieder aus der Entdeckerplättchen-Reihe entfernt und alle Taucher wieder zurück ins U-Boot gestellt. Der Sauerstoffanzeiger wird wieder auf das Feld „25“ gesetzt. Der Spieler, der am Ende der Runde am weitesten vom U-Boot entfernt war, wird neuer Startspieler.

Spielende und Gewinner des Spiels

Nach drei Runden endet das Spiel. Wer jetzt insgesamt die wertvollsten Schätze einsammeln konnte, gewinnt die Partie.

Fazit zum Würfelspiel Tiefseeabenteuer

Zu Tiefseeabenteuer passt die Redewendung: Klein, aber oho. Der Karton umfasst gerade mal die Maße 11 x 6,5 x 3,5 Zentimeter, unterbietet damit selbst die kleine Spielbox von Winziges Weltall und ist zudem schmaler als ein Standard-Kartenspiel. Darin steckt aber ein Würfelspiel, das es in sich hat, je nach Spielertyp aber auch ein wenig Frust hervorbringen kann.

Zunächst einmal sieht Tiefseeabenteuer wesentlich einfacher aus, als es tatsächlich ist. Taucht man zu tief, schafft man es nicht mehr zurück zum U-Boot. Greift man sich zu viele Schätze, kommt man mit den beiden Würfeln kaum noch voran und schafft es ebenfalls nicht rechtzeitig zurück. Und spielt man vermeintlich mit Bedacht, reißen einen manchmal die gierigen Mitspieler in den Abgrund, da man sich den Sauerstoff ja mit allen Mitspielern „teilen“ muss.

Um ehrlich zu sein: die ersten Partien hatte es bei uns kaum einer zurück zum Boot geschafft. Entweder hatte man kein Glück oder es kam auch noch Pech dazu. Teilweise machte sich in den Runden – insbesondere bei den Vielspielern – bereits das Gefühl der Machtlosigkeit breit. War man beispielsweise etwas tiefer abgetaucht und hatte sich dafür nur einen einzigen Schatz gesichert, konnte der Weg zurück trotzdem nicht geschafft werden, wenn zeitgleich ein anderer Spieler sich drei oder vier Schätze direkt unterhalb des U-Boots genommen hatte. Denn allein dieser Spieler verbrauchte für seinen eigentlich kurzen Rückweg den ganzen Sauerstoff – und schaffte es selbst nicht zurück, was immerhin ein kleiner Trost für die anderen Taucher war. Je mehr Spieler mitspielen, desto kürzer sollten die Wege werden, die man hinabtaucht. Im Spiel zu zweit lässt sich das dagegen noch teilweise kontrollieren. Doch wie beim realen Tauchen kann man hier nicht ohne Sinn und Verstand hinabtauchen. Quasi jeder Spielzug muss gut überlegt sein.

Allerdings spielt das Glück bei Tiefseeabenteuer auch noch überall mit. Wenn die zwei Würfel nur niedrige Zahlen anzeigen, kommt man nicht voran und muss vielleicht sogar Schätze wieder fallen lassen. Schnappt man sich Entdeckerplättchen und bringt diese irgendwie zurück ins Boot, kann es sich dabei um die weniger wertvollen handeln. Zwar sind die Plättchen von 1 – 4 gestaffelt und mit aufsteigenden Punkten versehen worden, aber das kleinste 3er-Plättchen bringt nur 8 Punkte, während das höchste 2er-Plättchen bereits 7 Punkte wert ist.

Wer Würfelspiele mag, hat mit dem hohen Glücksfaktor wahrscheinlich kein Problem. In diesem Fall bietet Tiefseeabenteuer erstaunlich viel Spielspaß, den man der kleinen Spielbox anfangs vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Als Reisespiel drängt sich das Spiel dagegen regelrecht auf, da es sehr klein und handlich und zudem irgendwie anders ist.

– Herzlichen Dank an Oink Games für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
70 %
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