Eines der wohl besten Würfelspiele aller Zeiten erhält einen neuen Anstrich. Die Rede ist von Sid Sacksons Can‘ Stop, das mit neu gestaltetem Spielplan und Cover in einer Neuauflage 2017 bei franjos erschienen ist. Das bewährte Spielprinzip bleibt dabei glücklicherweise unverändert.

Die Spieler müssen ihre Bergsteiger auf unterschiedlich langen Klettersteigen bis zum Gipfel führen. Wer zuerst drei der insgesamt 11 Gipfel erklimmen kann, gewinnt auch das Spiel.

Mittels Würfel werden die Bergsteiger bewegt. Die Kombination aus jeweils zwei Würfelaugen bestimmt den Weg, den der Bergsteiger gehen muss. Da immer vier Würfel geworfen werden, hat der Spieler mehrere Kombinationen zur Auswahl. Mit jedem Zug und jedem bereits erklommenen Gipfel steigt jedoch das Risiko. Denn kann nach einem Wurf kein eigener Bergsteiger mehr eingesetzt oder weitergezogen werden, geht der erreichte Spielfortschritt des Spielzuges verloren.

Je näher die Spieler mit ihren Bergsteigern gen Gipfel vorrücken, um so größer wird die Spannung und um so schwerer fällt es, nicht das Risiko zu suchen und nochmal und nochmal zu versuchen. Der Name ist dann Programm – Can’t Stop – man kann nicht aufhören.

Infos zum Spiel

Spielverlag: franjos
Spielautor: Sid Sackson
Erscheinungsjahr: 2017

Altersempfehlung: ab 7 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Can’t Stop

Can' Stop Spielzubehör.
Can' Stop Spielzubehör.
  • 1 doppelseitiger Spielplan
  • 3 große Bergsteigerfiguren
  • 4 Würfel
  • 10 gelbe Spielsteine
  • 10 blaue Spielsteine
  • 10 lila Spielsteine
  • 10 grüne Spielsteine

Ausführliche Spielregeln zu Can’t Stop

Spielvorbereitungen

Zubehör des Startspielers in Can't Stop.
Zubehör des Startspielers in Can’t Stop.

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt. Die Spieler können sich entscheiden, ob sie mit der Tag- oder Nachtseite spielen möchten.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich dazu passend die 10 Spielsteine.

Ein Startspieler wird ermittelt. Dieser erhält zusätzlich die vier Würfel und die drei Bergsteigerfiguren.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, als erster Spieler drei seiner Bergsteiger vom Tal zu den Bergzelten zu bewegen.

Der Startspieler beginnt. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er mindestens einmal würfeln und seine Bergsteiger auf den nummerierten Wegen weiterziehen. Er darf seinen Spielzug so lange fortsetzen, bis er freiwillig aufhört oder nach einem Wurf keinen seiner Bergsteiger mehr bewegen kann.

Würfeln und Bergsteiger bewegen

Der Spieler muss mit allen vier Würfeln mindestens einmal werfen. Jeweils zwei Würfelaugen werden anschließend addiert – so wird der entsprechende Pfad ermittelt, auf dem der Spieler einen Bergsteiger weiterziehen darf.

Der Bergsteiger wird auf Pfad 10 weitergezogen.
Der Bergsteiger wird auf Pfad 10 weitergezogen.

Ein Beispiel: Der Startspieler wirft in seinem ersten Wurf vier Fünfer. Ein relativ seltenes Ergebnis. Der Spieler kann damit nur eine einzige Kombination aus zwei Würfeln bilden, nämlich 5+5. Somit muss er seinen ersten Bergsteiger auf den Kletterpfad mit der 10 setzen. Jeder Bergsteiger beginnt dabei auf dem Talfeld, auf dem das Zelt zu sehen ist. Anschließend darf er erneut würfeln.

Beispiele für einen vollständigen ersten Spielzug:

Beispiel 1: Nur die Kombination 5+5=10 ist möglich.
Beispiel 1: Nur die Kombination 5+5=10 ist möglich.
Beispiel 2: Die Kombination 2+2=4, 2+6=8 und 6+6=12 sind möglich.
Beispiel 2: Die Kombination 2+2=4, 2+6=8 und 6+6=12 sind möglich.
Beispiel 3: Die Kombination 1+2=3, 1+5=6 und 1+6=7, 2+5=7, 2+6=8 und 5+6=11 sind möglich.
Beispiel 3: Die Kombination 1+2=3, 1+5=6 und 1+6=7, 2+5=7, 2+6=8 und 5+6=11 sind möglich.
  1. Nach dem ersten Wurf bleibt dem Spieler nur die Kombination 5+5 und das einsetzen des Bergsteigers auf dem Kletterpfad 10.
  2. Beim zweiten Wurf entscheidet sich der Spieler für die Variante 2+6=8. Da diese doppelt geworfen wurde, darf er seinen Bergsteiger auch zwei Felder auf dem Kletterpfad 8 weiterziehen.
  3. Der dritte Wurf bietet ihm zahlreiche Möglichkeiten. Doch anstatt den Bergsteiger auf Pfad 8 erneut weiterzuziehen, entscheidet sich der Spieler für die Kombination 5+6 und setzt einen dritten Bergsteiger auf Kletterpfad 11 ein.

Nach drei Würfen könnte das Spielbrett dann so aussehen:

Drei Bergsteiger wurden bereits eingesetzt.
Drei Bergsteiger wurden bereits eingesetzt.

Ein neues Basislager errichten

Spieler gelb errichtet ein Basislager.
Spieler gelb errichtet ein Basislager.

In einem Spielzug mit allen drei Bergsteigern bis zum Gipfel vorzudringen ist relativ unwahrscheinlich. Wer seinen Spielfortschritt nicht riskieren möchte, der kann seinen Spielzug jederzeit freiwillig beenden. In diesem Fall wird unter jedem eigenen Bergsteiger ein Basislager errichtet. Der Spieler legt zur Markierung einen eigenen Spielermarker auf die Felder der jeweiligen Kletterpfade. In seinem nächsten Spielzug darf er vom neuen Basislager aus weiterziehen.

Was passiert, wenn ein Bergsteiger das Bergzelt erreicht?

Der Bergsteiger erreicht den Gipfel von Pfad 8 und errichtet ein Basislager.
Der Bergsteiger erreicht den Gipfel von Pfad 8 und errichtet ein Basislager.

Sobald ein Spieler mit einem Bergsteiger das letzte Feld eines Kletterpfades erreicht, darf er seinen Spielzug natürlich immer noch fortsetzen. Beendet er den Spielzug dagegen mit einem Bergsteiger „on top“, so errichtet er dort ebenfalls ein Basislager. Das hat zur Folge, dass alle Basislager dieses Kletterpfades abgebaut werden müssen. Die Marker gehen dann an die entsprechenden Spieler zurück. Kein Spieler darf fortan auf diesem Kletterpfad mehr Bergsteiger einsetzen. Der Pfad ist gesperrt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Can’t Stop endet, sobald der erste Spieler drei Bergsteiger bis an die Spitze von drei beliebigen Kletterpfaden führen konnte. Das ist dann auch der Gewinner des Spiels.

Fazit zum Brett- und Würfelspiel Can’t Stop

Das Würfelspiel Can’t Stop macht auch in der Neuauflage eine mehr als gute Figur. Das Spiel bleibt sich treu und überzeugt weiterhin mit einfachen Regeln und viel Spannung im Spielablauf.

Der doppelseitige Spielplan der Neuauflage ist gut gelungen. Erneut wurde es optisch näher an das Bergsteigerthema herangebracht. Auch wenn die Tag- und Nachtseite des Spielplans nur Änderungen optischer Natur mit sich bringen – und nicht etwa eine zweite Spielvariante – kommt die zusätzliche Auswahl gut an. Interessanterweise wurde je nach Spielgruppe mal die Tages- und mal die Nachtseite bevorzugt.

Die Spielregeln sind denkbar schnell erklärt und lassen sich auch Kindern leicht vermitteln. Bis zwölf zählen wird vorausgesetzt. Ab der ersten Schulklasse sollte das kein Problem mehr darstellen.

Can‘ Stop macht auch im Jahre 2017 seinem Namen alle Ehre. Es ist schwer aufzuhören. Wer auf Nummer sicher spielt, wird am Ende sehr wahrscheinlich das Nachsehen haben. Wer zuviel riskiert ebenfalls. Can’t Stop verspricht so Spannung pur – vom ersten bis zum letzten Wurf. Das Würfelspiel schafft es dabei hervorragend, sowohl Kindern als auch erwachsenen Spielern zu gefallen. Als Familienspiel sollte es eigentlich in keiner Sammlung fehlen.