Würfelspiele erfreuen sich wieder großer Beliebtheit, was man an den Erfolgen von Las Vegas, Noch mal, Qwixx oder Twenty One beobachten kann. Mit „Ganz schön Clever“ betritt nun der nächste Würfelspiel-Kandidat die Spielbühne – und schafft dabei direkt den Sprung zum Anwärter auf den beliebten Preis zum Kennerspiel des Jahres 2018.

Ganz schön clever wird mit sechs Farbwürfeln gespielt. Jede Würfelfarbe ist genau einem Aktionsbereich auf dem Spielblock zugeordnet. Hier müssen die Spieler über mehrere Spielrunden ihre Zahlen in vorbelegten Kästchen durchstreichen, Zahlenfolgen eintragen und Felder mit „größer/gleich als…“ ausfüllen. Ein weißer Würfel fungiert dabei als Joker.

Ist ein Spieler an der Reihe, darf er bis zu dreimal würfeln. Nach jedem Wurf muss er einen Würfel auswählen und auf seinen Spielblock legen. Alle Würfel mit niedrigeren Zahlen werden für die Mitspieler auf die Spielbox gelegt, auf der ein silbernes Tablett abgebildet ist. Hat der aktove Spieler drei Würfel gewählt, muss er diese in den entsprechenden Aktionsbereichen seines Spielblocks eintragen. Alle übrigen Spieler dürfen sich einen beliebigen Würfel vom Silbertablett auswählen und ebenfalls auf ihrem Spielblock eintragen.

Je nach Fortschritt in den einzelnen Bereichen des Spielblocks können regelmäßig Zusatzaktionen freigespielt werden, mit denen sich beispielsweise auch ohne Würfel weitere Zahlen eintragen oder Kästchen abstreichen lassen. Wer hier clever plant, kann die eine oder andere Kettenreaktion erzeugen und richtig viele Punkte sammeln. Natürlich gibt es auch Boni, die dem Spieler einen Neuwurf oder eine zusätzliche Würfelwertung erlauben. Aber auch diese müssen erst freigespielt werden.

Am Ende der letzten Runde werden die Punkte aller Aktionsbereiche ermittelt und addiert. Wer insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte gewinnt auch die Partie.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Schmidt
Spielautor: Wolfgang Warsch
Erscheinungsjahr: 2018

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 1 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Ganz schön clever

Spielzubehör von Ganz schön clever.
Spielzubehör von Ganz schön clever.
  • 1 Spielplan, in der Box integriert: das silbere Tablett
  • 4 schwarze Stifte
  • 6 Würfel aus Holz
  • 1 Spielblock

Spielregeln zu Ganz schön clever

Spielvorbereitungen

Jeder Spieler erhält ein Blatt vom Spielblock und einen Stift. Die leere Spielbox mit dem Aufdruck „silbernes Tablett“ wird in die Tischmitte gestellt. Ein Startspieler wird ermittelt, dieser erhält die sechs Würfel. Das Spiel kann beginnen.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, die Würfelergebnisse geschickt auf den verschiedenen Feldern des Spielblocks einzutragen und so die meisten Punkte zu sammeln.

Gespielt wird über mehrere Runden. Zu Beginn jeder Runde tragen alle Spieler den Rundenanzeiger und -bonus ein. Eine Runde endet, sobald jeder Spieler einmal aktiver Spieler gewesen. Als aktiver Spieler übernimmt man die Kontrolle über die Würfel und erzeugt für sich und die anderen Spieler ein Würfelergebnis, aus dem Würfelwerte auf den Spielblöcken eingetragen werden können.

Rundenanzeiger und Boni zu Rundenbeginn

Je nach Spielerzahl werden unterschiedlich viele Runden gespielt. Bei 4/3/2/1 Spielern sind das 4/5/6/6 Spielrunden.

Die aktuelle Runde wird immer vermerkt.
Die aktuelle Runde wird immer vermerkt.

Zu Beginn jeder Runde müssen die Spieler zunächst ein Kreuz in dem nächsten freien Kästchen des Rundenanzeigers machen. Dadurch aktivieren sie immer einen Bonus, den sie zu einem beliebigen Zeitpunkt des Spiels in Anspruch nehmen können.

Die Sonderaktionen müssen erst freigespielt werden.
Die Sonderaktionen müssen erst freigespielt werden.

Der Rundenbonus wird auf dem Feld unter dem Rundenanzeiger eingetragen. Aktiviert ein Spieler einen Bonus, umkreist er den weißen Kreis mit seinem Stift. Nutzt der Spieler später den aktivierten Bonus, streicht er den selbst gezeichneten Kreis einfach wieder durch.

Es gibt zwei Arten von Boni, die so eingetragen werden. Das obere Symbol (3 kreisförmige Pfeile) bedeutet, dass der Spieler als aktiver Spieler erneut würfeln darf, um sein Wurfergebnis zu verbessern. Das untere Symbol (+1) bedeutet, dass der Spieler (aktiv oder passiv) einen zusätzlichen Würfel werten darf.

Würfel sichern und Würfel aufs Tablett legen

Der jeweils aktive Spieler startet seinen Spielzug immer mit allen sechs Würfeln. Er darf bis zu dreimal würfeln, muss aber nach jedem Wurf einen Würfel auswählen und alle niedrigeren Würfel auf das Silbertablett legen.

Der erste Wurf. Der Spieler entscheidet sich für die gelbe 2.
Der erste Wurf. Der Spieler entscheidet sich für die gelbe 2.

Ein Beispiel: Der Spieler würfelt im ersten Wurf mit allen sechs Würfeln. Anschließend entscheidet er sich für die gelbe Zwei und legt den Würfel auf das erste Würfelfeld seines Spielblocks.

Unter den anderen Würfeln befindet sich nur einer mit einer niedrigeren Zahl – die orangene Eins. Der Spieler legt diesen Würfel auf das silberne Tablett.

Nach drei Würfen stehen die Ergebnisse fest.
Nach drei Würfen stehen die Ergebnisse fest.

Mit den verbliebenen Würfeln wiederholt der Spieler die Aktion ein zweites Mal. Er entscheidet sich für die grüne Vier und muss den lila Würfel mit der Ziffer Drei auf das Tablett legen.

Da noch immer zwei Würfel übrig sind, darf der Spieler ein drittes Mal werfen. Dieses Mal nimmt er sich den weißen Würfel mit der Drei und legt die übrigen Würfel auf das silberne Tablett. Der aktive Spieler muss nun mit jedem seiner bis zu drei gewählten Würfel eine Aktion auf dem Spielblock ausführen (siehe weiter unten).

Die Würfel für die passiven Spieler.
Die Würfel für die passiven Spieler.

Alle anderen Spieler dürfen sich einen Würfel vom silbernen Tablett auswählen und mit diesem ebenfalls eine Aktion auf ihrem Spielblock ausführen.

Die Würfel werden dabei von den passiven Spielern nicht vom silbernen Tablett weggenommen. Es ist also möglich, dass sich mehrere passive Spieler für denselben Würfel entscheiden.

Nachdem alle Spieler ihre Aktionen eingetragen haben, beginnt der im Uhrzeigersinn nachfolgende Spieler seinen Spielzug wieder mit allen sechs Würfeln. War jeder Spieler einmal aktiver Spieler, ist die Spielrunde zuende. Die neue Runde beginnt dann wieder mit dem Ankreuzen der Runde auf dem Rundenanzeiger.

Die Farbwürfel und ihre Aktionsbereiche

Jeder Farbwürfel kann nur in einem Bereich des Spielblocks eingesetzt werden. Der entsprechende Bereich ist dabei mit derselben Farbe gekennzeichnet. Eine Ausnahme bildet der weiße Würfel. Dieser fungiert als Joker und kann in allen Bereichen eingesetzt werden.

Im gelfen Aktionsfeld werden Zahlen angekreuzt.
Im gelfen Aktionsfeld werden Zahlen angekreuzt.

Der gelbe Würfel gehört zum gelben Aktionsbereich. Dazu gehören 16 Zahlenfelder, von denen 4 diagonale Felder bereits zu Beginn angekreuzt sind. Auf den übrigen zwölf Feldern sind die Ziffern 1 – 6 jeweils zweimal eingetragen.

Nutzt ein Spieler den gelben Würfel in seiner Aktion, darf er eine der beiden Zahlen im gelben Raster, die der Würfelzahl entsprechen, ankreuzen.

Wird dabei eine horizontale Reihe vervollständigt, erhält der Spieler einen Bonus, den er in der Regel sofort einsetzen muss. Vollständige vertikale Reihen bringen dagegen Siegpunkte bei der Schlusswertung. Maximal 60 Punkte sind hier möglich.

Im blauen Aktionsfeld werden Zahlen angekreuzt.
Im blauen Aktionsfeld werden Zahlen angekreuzt.

Der blaue Würfel gehört zum blauen Aktionsbereich. Auch hier sind bereits 11 Zahlen in Kästchen abgebildet, die der Spieler ankreuzen/durchstreichen muss. Dabei wird immer die Summe aus dem ausgewählten blauen Würfel und dem weißen Würfel (auch wenn dieser auf dem Silbertablett liegt) eingetragen. Hier im Beispielbild also 3+1=4.

Wird dabei eine horizontale oder vertikale Reihe vervollständigt, erhält der Spieler einen Bonus, den er in der Regel sofort einsetzen muss. Jedes angekreuzte Zahlenfeld bringt dem Spieler Siegpunkte bei der Schlusswertung. Je mehr Zahlen angekreuzt wurden, um so mehr Punkte erhält der Spieler. Maximal 56 Punkte sind hier möglich.

Der grüne Würfel gehört zum grünen Aktionsbereich. Hier sind 11 Felder abgebildet, in denen jeweils die Bedingungen für das Ankreuzen abgebildet sind. Die Würfelzahl muss dabei immer gößer oder gleich dem Wert sein, die in dem Kästchen steht.

Der grüne Aktionsbereich mit seinen 11 Feldern.
Der grüne Aktionsbereich mit seinen 11 Feldern.

Die Bedingungen der 11 Felder müssen nacheinander von links nach rechts erfüllt werden. Durch das Ankreuzen der Felder 4, 6, 7, 9 und 10 wird jeweils ein Bonus aktiviert, den der Spieler in der Regel sofort einsetzen muss. Bei der Schlusswertung erhält der Spieler so viele Siegpunkte, wir über dem letzten Kreuz angezeigt werden. Maximal 66 Punkte kann man hier holen.

Der orangene Würfel gehört zum orangenen Aktionsbereich. Auch hier sind 11 Felder abgebildet, die aber nicht angekreuzt, sondern mit Zahlen ausgefüllt werden sollen.

Der orangene Aktionsbereich und seine 11 Felder.
Der orangene Aktionsbereich und seine 11 Felder.

Die 11 leeren Felder müssen nacheinander von links nach rechts ausgefüllt werden. Der Spieler darf hier immer den Wert des genutzten Würfels als Zahl eintragen. Auf den Feldern 3, 5, 6, 8 und 10 wird jeweils ein Bonus aktiviert. Die Felder 4, 7, 9 und 11 sind Multiplikatoren. Der aktuelle Würfelwert wird hier verdoppelt beziehungsweise in Feld 11 verdreifacht. Bei der Schlusswertung wird die Summe aus allen eingetragenen Zahlen in Siegpunkte umgewandelt.

Der lila Würfel gehört zum lilanen Aktionsbereich. Wieder sind 11 Felder abgebildet, die ebenfalls nicht angekreuzt, sondern mit Zahlen ausgefüllt werden sollen.

Der lilane Aktionsbereich und seine 11 Felder.
Der lilane Aktionsbereich und seine 11 Felder.

Die 11 leeren Felder müssen nacheinander von links nach rechts ausgefüllt werden. Der Spieler darf hier immer den Wert des genutzten Würfels als Zahl eintragen. Allerdings muss der jeweils nachfolgende Wert höher sein, als der zuvor eingetragene Wert. Erst wenn in einem Feld eine 6 eingetragen wurde, darf der Spieler im nachfolgenden Feld wieder eine niedrigere Zahl eintragen. Ab dem dritten Feld werden Boni aktiviert. Bei der Schlusswertung wird die Summe aus allen eingetragenen Zahlen in Siegpunkte umgewandelt.

Die unterschiedlichen Boni / Zusatzaktionen des Spiels

Jeder Aktionsbereich bietet den Spielern Zusatzaktionen und Boni. Damit können beispielsweise zusätzliche Kreuze (auch ohne Würfel) gemacht oder hohe Zahlen eingetragen werden. Um die Zusatzaktionen zu erhalten, müssen in den gelben und blauen Bereichen des Spielblocks alle horizontalen oder vertikalen Kästchen einer Reihe angekreuzt werden. Der entsprechende Bonus wird dann am Ende der Reihe angezeigt. Im grünen, orangen  und lila Bereich müssen die Felder mit den Boni erreicht werden, um diese zu erhalten.

Eine Besonderheit bildet hier noch der rote Fuchs. Dieser wird genauso wie alle anderen Boni freigeschaltet, kommt aber erst bei der Schlusswertung zum Einsatz.

Spielende und Gewinner des Spiels

Bei 4/3/2/1 Spielern endet das Spiel im Anschluss an die 4/5/6/6 Runde. Jetzt zählen die Spieler ihre Punkte für die fünf Aktionsbereiche zusammen und tragen diese auf der Rückseite des Spielblocks ein – und zwar jeden Bereich einzeln.

Jetzt kommen auch die roten Füchse endlich zum Einsatz. Hat ein Spieler einen oder mehrere rote Füchse freigegeschaltet, kann er sich pro Fuchs so viele Punkte zusätzlich eintragen, wie er mit seinem „schwächsten“ Bereich erreicht hat.

Der Spieler mit den insgesamt meisten Punkten gewinnt dann das Spiel.

Fazit zum Würfelspiel Ganz schön clever

Ganz schön clever ist ein wirklich tolles Würfelspiel. Die Spielregeln sind auf den ersten Blick komplexer als beispielsweise bei Qwixx, Knister oder Qwinto. Das liegt zum einen daran, dass das Regelwerk deutlich länger ausfällt, als bei den genannten Würfelspielen. Insbesondere bei der Erläuterung der Boni (beim Rundenstart, Ankreuzen und dann ist da ja auch noch der Fuchs) ist nach einfachem Lesen der Spielregel nicht unbedingt alles klar. Macht aber nichts. Ein Probespiel ist hier zu empfehlen. Meistens verschwinden die Fragezeichen über dem Kopf bereits nach 1-2 Spielrunden.

Der Spielblock wirkt zu Beginn ebenfalls recht überladen. An die vielen bunten Bereiche muss man sich erstmal gewöhnen. Nach 1-2 Spielen ist man aber drin und muss feststellen, dass auch der Spielblock wirklich prima aufgebaut ist: jedem Würfel seine Farbe, Boni immer abhängig vom Fortschritt eines Farbbereiches. Und spätestens mit der ersten Kettenreaktion beim Ankreuzen zündet das Spiel so richtig. Mit dem ersten Aha-Erlebnis packt die meisten dann auch das Spielfieber. Nach einer Partie Ganz schön clever ist selten Schluss. Meistens werden es mehrere Spiele hintereinander.

Ganz schön clever funktioniert sowohl als Solitair-Spiel als auch bei 2-4 Mitspielern sehr gut. Da die Rundenzahl sich nach den Mitspielern richtet, wird ein Spiel bei mehr Teilnehmern nicht unnötig in die Länge gezogen. Das wurde gut gelöst. Lange Wartezeiten gibt es selten, da man ja bei jedem Spielzug mitdenken muss – schließlich gilt es, immer einen Würfel auszuwählen und auf dem Spielblock einzutragen.

Unter den aktuell angesagten Würfelspielen reiht sich der Neuling hervorragend ein und legt in Sachen Komplexität eine kleine Schippe drauf. Klare Kaufempfehlung.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
100 %
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