Züge und Gesellschaftsspiele waren schon immer eine gute Kombination, so auch im neuen Kartenspiel Game of Trains von Abacusspiele. Hier müssen die Spieler ihren eigenen Zug beziehungsweise die Waggon umsortieren. Wer dabei am Schnellsten ist, gewinnt die Partie. Und so wird gespielt.

Jeder Spieler hat vor sich eine Lokomotive und sieben Waggons ausliegen. Das ist sein Zug. Auf den Waggonkarten stehen Zahlen. Bei Spielbeginn werden diese in numerisch absteigender Reihenfolge an der Zugmaschine angelegt. Diese Reihenfolge gilt es nun umzukehren, so dass der Waggon mit der niedrigsten Zahl neben der Lokomotive liegt und der Waggon mit der höchsten Zahl am Ende des Zuges hängt.

Für die Umsortierung stehen den Spielern zwei Optionen zur Verfügung. Sie können in ihrem Spielzug entweder eine verdeckte Karte von Nachziehstapel aufnehmen und gegen eine beliebige Waggonkarte ihres Zuges austauschen oder eine Sonderaktionen von offen ausliegenden Waggonkarten nutzen. Dadurch lassen sich Waggons der eigenen Reihe vertauschen, herausnehmen und auch gegen Sonderaktionen der Mitspieler schützen.

Wer so als erster Spieler seinen vollständigen Zug in eine numerische aufsteigende Reihenfolge bringen kann, gewinnt Game of Trains.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Abacusspiele
Autorengruppe: Trehgrannik
Erscheinungsjahr: 2016

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 15 Minuten

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Spielzubehör zu Game of Trains

Spielkarten von Game of Trains.
Spielkarten von Game of Trains.
  • 4 Karten mit Lokomotiven
  • 84 Karten mit unterschiedliche Waggons

Spielregeln zu Game of Trains

Spielvorbereitungen

Die Waggonkarten werden gut gemischt und als allgemeiner, verdeckter Nachziehstapel in die Tischmitte gelegt.

Jeder Spieler erhält eine Lokomotivkarte, die er vor sich ablegt, sowie sieben verdeckt gezogene Waggons vom Nachziehstapel. Die Waggons werden nach Zahlen sortiert numerisch absteigend an die Lokomotivkarte angelegt. Die höchste Zahl liegt also rechts neben der Lokomotive und die niedrigste Zahl als letzter Waggon am Ende des Zuges.

So könnte der Startzug aussehen.
So könnte der Startzug aussehen.
Die offene Auslage mit Aktionskarten wird gebildet.
Die offene Auslage mit Aktionskarten wird gebildet.

Die offene Kartenauslage wird neben dem Nachziehstapel gebildet. Hierzu zieht der jüngste Spieler (=Startspieler) eine Karte vom Nachziehstapel, ersetzt damit eine beliebige Karte aus seiner Wagenreihe und legt diese offen in die Tischmitte. Der zweite Spieler nimmt zwei Karten vom Nachziehstapel, ersetzt ebenfalls eine Karte seiner Wagenreihe, die er offen in die Tischmitte legt und wirft die überschüssige Karte von der Hand ab – auf den Ablagestapel. Der dritte Spieler zieht drei Karten, ersetzt eine aus seiner Wagenreihe, legt diese offen aus und wirft zwei Karten aus der Hand ab. Der vierte Spieler nimmt vier Karten auf, ersetzt eine aus der Wagenreihe die in die Tischmitte gelegt wird und wirft die übrigen drei Karten ab.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, als erster Spieler die eigenen Waggonkarten in numerisch aufsteigender Reihenfolge sortiert zu haben.

Das Spiel beginnt der jüngste Spieler am Tisch. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, kann er in seinem Spielzug eine von zwei möglichen Aktionen ausführen. Er kann eine Karte vom Nachziehstapel aufnehmen (1) oder eine beliebige Aktion einer offen ausliegenden Karten ausführen (2).

Nach jeder Spielzug überprüft der Spieler, ob er die Siegbedingung erfüllt hat. Solange das nicht geschieht, wird reihum immer weitergespielt.

Aktion 1 – Waggonkarte nachziehen und einsetzen

Der Spieler zieht die oberste Karte vom Nachziehstapel. Damit muss er nun eine beliebige Karte aus seiner Wagenreihe ersetzen. Er legt die neue Karte an die entsprechende Stelle seines Zuges und legt die ausgetauschte Waggonkarte in die offene Auslage.

Die offene Auslage und der Nachziehstapel.
Die offene Auslage und der Nachziehstapel.

Wichtig: Durch diese Aktion gelangen immer wieder neue Aktionen in die offene Auslage. Sollte der Fall eintreten, dass einmal zwei Waggons mit derselben Aktion dort liegen, werden diese beide sofort entfernt. Es können also niemals zwei gleiche Aktionen in der offenen Auslage liegen.

Aktion 2 – Aktionen ausliegender Karten nutzen

Anstatt eine neue Karte aufzunehmen, kann ein Spieler auch die Aktion einer der Karten aus der offenen Auslage nutzen. Die genutzte Karte wird anschließend auf den Ablagestapel gelegt. Die folgenden acht unterschiedlichen Aktionen befinden sich im Spiel.

Vier Aktionsmöglichkeiten in Game of Trains.
Vier Aktionsmöglichkeiten in Game of Trains.

Reine Bewegungs- und Tauschaktionen: (Bild von links nach rechts) Waggon um zwei Plätze nach links bewegen, Waggon um zwei Plätze nach rechts bewegen, zwei benachbarte Waggons tauschen, zwei direkt mit einem dritten Waggon verbundene Waggons tauschen.

Weitere Aktionen in Game of Trains.
Weitere Aktionen in Game of Trains.

Abkoppel- und Schutzaktionen: Alle Spieler entfernen den linken, mittleren oder rechten Waggon ihrer Reihe (erste drei Karten im Bild, je nach Position des Kreuzes). Die eigene Wagenkarte kommt in die offene Auslage. Der leere Platz wird durch eine Karte vom Nachziehstapel aufgefüllt. Wer das Schloss nimmt, kann einen seiner Waggons dauerhaft vor der „Entfernen-Aktion“ schützen. Das Schloss wird hinter die entsprechende Wagenkarte der eigenen Reihe gelegt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Game of Trains endet sofort, sobald ein Spieler seine Waggon so umsortieren konnte, dass diese numerisch aufsteigend an der Lokomotive angeordnet sind. Das ist dann auch der Gewinner des Spiels.

Fazit zum Kartenspiel Game of Trains

Mit Game of Trains landet ein eher gemütliches Kartenspiel auf unserem Tisch, was aber keinesfalls negativ gemeint sein soll. Jeder Spielzug besteht immer nur aus einer einzelnen Aktion. Durch die drei Sonderaktionen „Abkoppeln“ kommt ein wenig Interaktion in das Spiel, da hier alle Spieler gleichermaßen betroffen sein können. In der Regel ist aber jeder Spieler mit seinem eigenen Zug beschäftigt.

Das Spielzubehör ist insgesamt von guter, handelsüblicher Qualität. Die Spielkarten sind von der Farbgebung her – subjektiv betrachtet – etwas eintönig. Dafür hat man sich bezüglich der Anzahl unterschiedlicher Waggons auf den Karten sehr viel Mühe gegeben. Jeder Waggon sieht anders aus! Erstaunlicherweise gibt es dagegen nur eine Abbildung für die Lokomotive, bedeutet, alle Spieler bekommen eine Karte mit derselben Zugmaschine. Die Symbole für die Sonderaktionen sind leicht verständlich, ein erneutes Nachlesen ist nach der ersten Erklärung eigentlich nicht mehr notwendig.

Der Faktor Glück spielt bei Game of Trains insbesondere beim Nachziehen neuer Karten spürbar mit. Mit etwas Pech beim Nachziehen kann so auch ein großer Vorsprung verloren gehen. Bei einer Partie hatte ein Spieler bereits sehr früh fast alles fertig sortiert. Nur die mittlere Waggonkarte fehlte noch und für diese wäre jeder Zahlenwert zwischen 30 und 60 möglich gewesen. Doch auch nach der sechsten verdeckt nachgezogenen Karte konnte der Speiler seinen Zug nicht vollenden. Parallel haben die anderen Spieler aufholen können. Am Ende ging das Spiel für den lange sicher geglaubten Gewinner sogar noch verloren. Das mag ein Extrembeispiel sein, soll aber aufzeigen, welch großen Einfluss das Glück hier auf den Spielverlauf und den Ausgang nehmen kann. Umgekehrt zeigt es aber auch, dass gute Startkarten nicht immer auch zum schnellen Gewinn des Spiels führen müssen.

Wer gemütliche Karten-, Lege- und Sortierspiele mag, der wird mit Game of Trains sehr schnell glücklich werden. Mit einer überschaubaren Spielzeit von maximal 15 – 20 Minuten bietet sich das Spiel auch als angenehmer und stressfreier Pausenfüller an. Wer Züge und Zugspiele mag, landet hier sowieso einen Volltreffer.

– Herzlichen Dank an Abacusspiele für das Rezensionsexemplar –