Bei einem Mandala handelt es sich zunächst einmal um ein geometrisches, meist quadratisches oder kreisrundes Schaubild, das sich auf den Mittelpunkt orientiert. Das Kartenspiel Mandala greift thematisch auf den rituellen Brauch von Mandalas (in Form von Sandbildern) zurück. Dabei wurden Schaubilder zunächst aus farbigem Sand gefertigt, um diese dann im Rahmen einer Zeremonie wieder zu zerstören. Der für das Mandala verwendete Sand wurde anschließend in einen Fluss geschüttet und somit wieder in den Kreislauf des Lebens zurückgeführt.

Der Spielplan des Kartenspiels versucht diesen Prozess aufzugreifen. So befinden sich in der Mitte zwei Zentren, die den jeweiligen Mittelpunkt eines Mandala darstellen. Hier werden zu Beginn jeweils zwei farbige Karten offen ausgelegt. Um diese Mittelpunkte herum befinden sich kreisförmige Ablagefelder, auf denen die Spieler im Spielverlauf andersfarbige Karten ablegen dürfen. Sind einmal alle sechs Farben des Spiels in einem Mandala vertreten, wird das Schaubild aufgelöst. Nach einem Mehrheitsprinzip werden die dort abgelegten Farbkarten unter den Spielern aufgeteilt. Diese legen die so gewonnenen Karten auf die dafür vorgesehenen Felder des Spielplans – in den Fluss. Jeder Spieler hat einen eigenen Fluss und sammelt dort seine Siegpunkte.

In einem Spielzug hat ein Spieler immer drei Aktionen zur Auswahl. Er kann entweder genau eine Farbkarte in das Zentrum eines der beiden Mandala legen oder beliebig viele Karten einer Farbe in das Feld davor. Liegt die Farbe dort bereits aus, muss er anlegen. Fehlt die Farbe noch, darf er sie auslegen. Legt er die Karten ins Zentrum, darf er anschließend bis zu drei Karten vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Alternativ darf ein Spieler auch immer beliebig viele Karten einer Farbe aus der Hand ablegen und gegen neue Karten vom Nachziehstapel tauschen.

Sobald ein Mandala fertig ist, überprüfen die Spieler, wer von beiden die meisten Karten außerhalb des Zentrums platziert hat. Derjenige darf dann zuerst eine der im Zentrum liegenden Farben wählen und sich alle dazugehörigen Farbkarten nehmen. Danach folgt der andere Spieler und nimmt sich ebenfalls alle Karten einer Farbe aus dem Zentrum. So geht es abwechselnd weiter, bis das Mandala-Zentrum leer ist. Die gewonnenen Karten legen die Spieler in ihren Fluss. Jede Farbe erhält hier ihr eigenes Flussfeld. Die übrigen Karten aus den Feldern kommen dagegen auf den Ablagestapel und somit aus dem Spiel.

Das Spiel endet, sobald der Nachziehstapel leer ist oder der erste Spieler alle sechs Farben in seinem Fluss auslegen konnte. Jetzt zählen die Spieler die Punkte für ihre gesammelten Karten. Der Spieler mit den meisten Punkte gewinnt.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Lookout Spiele
Spielautor: Trevor Benjamin, Brett J. Gilbert
Erscheinungsjahr: 2019

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör zu Mandala

Spielzubehör zu Mandala.
Spielzubehör zu Mandala.

Das Spielzubehör von Mandala umfasst bedrucktes und gut verarbeitetes Stofftuch, das den Spielplan darstellt.

2 Übersichtskarten mit der Beschreibung der einzelne Aktionen (1 pro Spieler).

110 Spielkarten mit bedruckten Mandalas in sechs unterschiedlichen Farben (18 Karten pro Farbe).

Ausführliche Spielregeln zu Mandala

Spielvorbereitungen

Der Spielaufbau geht schnell und ist sehr einfach.
Der Spielaufbau geht schnell und ist sehr einfach.

Der Spielplan – beziehungsweise das Spieltuch – wird für beide Spieler gut erreichbar in die Tischmitte gelegt.

Die Spielkarten werden gut gemischt und als verdeckter Nachziehstapel neben das Spieltuch gelegt. Je zwei Karten werden sofort aufgedeckt und in das Zentrum der beidem Mandala-Kreise auf dem Tuch gelegt.

Jeder Spieler zieht zwei Spielkarten vom Stapel und legt sie verdeckt in seinen Kelch (Feld recht unten in der Ecke). Weiter nimmt sich jeder Spieler eine Übersichtskarte und legt sie offen vor sich ab.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, die eigenen Spielkarten geschickt im Zentrum der Mandalas und in den Feldern davor abzulegen und so die und wertvollsten Karten zu sammeln.

Das Spiel beginnt der älteste Spieler. Danach geht es abwechseln weiter. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er in seinem Spielzug genau eine der folgenden Aktionen nutzen. Er kann Karten in das Zentrum legen (1), Karten in das Feld vor dem Zentrum legen (2) oder Karten abwerfen und nachziehen (3).

Nach jeder Aktien wird überprüft, ob ein Mandala fertiggestellt werden konnte. Ist das der Fall, wird das Mandala aufgelöst und die Karten nach dem Mehrheitsprinzip an die beiden Spieler verteilt, die die neuen Karten direkt in ihren Fluss (oder Kelch) geben.

Das Mandala und die goldene Regel des Spiels

Auf dem Spielplan befinden sich zwei identische Bereiche, in denen jeweils ein Mandala entstehen soll. Jeder Bereich hat drei Felder: ein Zentrum sowie zwei Ablagefeldern (1 pro Spieler).

Das Zentrum und die zwei Felder der Spieler.
Das Zentrum und die zwei Felder der Spieler.

Die goldene Regel besagt, dass jede der 6 Farben nur in genau einem der drei Bereiche des Mandala vorkommen darf. 

Es dürfen also keine Farben ins Zentrum gespielt werden, die bereits in einem der beiden Felder ausliegen. Umgekehrt dürfen keine Farben ins eigene Feld gelegt werden, die bereits im Zentrum oder im Feld des Gegenspielers ausliegen.

Es dürfen aber immer zusätzliche Karten einer Farbe in demselben Bereich gespielt werden, in dem sie Farbe bereits liegt.

Eine Karte ins Zentrum legen und nachziehen

Alle Karten im Zentrum eines Mandala werden unter den Spielern aufgeteilt, sobald das Mandala abgeschlossen ist.

Eine Karte ins Zentrum legen, bis zu drei Karten nachziehen.
Eine Karte ins Zentrum legen, bis zu drei Karten nachziehen.

Nutzt ein Spieler diese Aktion, so wählt er genau eine Karte aus seiner Hand und legt diese im Zentrum ab.

Liegt die gewählte Farbe bereits im Zentrum aus, so legt er die neue Karte dort an (wie hier im Bild die dritte rote Karte). Handelt es sich um eine neue Farbe, so legt er sie mit geringem Abstand neben die anderen Spielkarten des Zentrums.

Anschließend zieht der Spieler bis zu drei neue Karten vom allgemeinen Nachziehstapel auf die Hand. Dabei gilt ein Handkartenlimit von maximal 8 Karten.

Eine oder mehrere Karten ins Feld legen

Jeder Spieler darf nur Karten in Felder legen, die sich auf seiner Seite des Spielplans befinden. Das Zentrum des Mandala gilt hierbei als Grenze. Alle in einem Feld abgelegten Karten kommen nach der Auflösung des Mandala aus dem Spiel. Die Mehrheit der Karten in den Feldern entscheiden, welcher Spieler zuerst Farben aus dem Zentrum nehmen darf.

Mit den Farbkarten außerhalb des Zentrums Mehrheiten bilden.
Mit den Farbkarten außerhalb des Zentrums Mehrheiten bilden.

Nutzt ein Spieler diese Aktion, dann kann er beliebig viele Karten einer Farbe aus seiner Hand auswählen und in sein Mandala-Feld legen.

Liegt die gewählte Farbe bereits im Feld, so kann der Spieler beliebig viele Karten dieser Farbe dort anlegen. Handelt es sich um eine neue Farbe, so wird diese mit etwas Abstand zu den anderen Karten ausgelegt (wie hier die beiden lila und schwarzen Karten).

Im Anschluss an diese Aktion darf der Spieler keine Karten vom allgemeinen Nachziehstapel nachziehen.

Karten abwerfen und nachziehen

Ein Spieler hat immer die Möglichkeit, seine Kartenhand zu verbessern und ungewünschte Karten abzuwerfen. Nutzt ein Spieler diese Aktion, so wirft er beliebig viele Karten einer Farbe aus seiner Hand ab und zieht dieselbe Anzahl an Karten vom Nachziehstapel nach.

Ein fertiges Mandala auflösen

Sobald die sechste Farbe in einem Mandala-Bereich abgelegt wurde, ist es vollendet. Nun wird das Spiel kurz unterbrochen und das Mandala aufgelöst.

Das Mandala ist fertig und wird nun aufgelöst.
Das Mandala ist fertig und wird nun aufgelöst.

Jetzt vergleichen die Spieler die Anzahl ihrer Karten in den Feldern. Wer die Mehrheit hat, darf zuerst Farbkarten aus dem Zentrum nehmen.

Dabei zählen nur die reinen Karten, nicht die Zahl unterschiedlicher Farben. Hier im Beispiel hat der obere Spieler 2 gelbe und 2 schwarze Karten ausgelegt. Der untere Spieler hat mit 2 lila und 3 orangen Karten eine Karte mehr und damit die Mehrheit.

Wer die Mehrheit hat, darf sich für eine Farbe entscheiden und alle Karten dieser Farbe nehmen. Danach ist der Gegenspieler an der Reihe und nimmt sich ebenfalls alle Karten einer beliebigen Farbe aus dem Zentrum. So geht es abwechselnd weiter, bis keine Karten mehr im Zentrum ausliegen.

Farbkarten in den Fluss legen

Alle gewonnenen Farbkarten werden nun in den eigenen Fluss gelegt. Dabei wird jede neu gewonnene Farbe auf ein freies Flussfeld gelegt. Und zwar von linke nach rechts.

Jede Farbe bekommt ein eigenes Flussfeld.
Jede Farbe bekommt ein eigenes Flussfeld.

Der Spieler (aus dem obigen Beispiel) hat fünf rote Karten gewonnen. Aktuell hat er noch keine Karten in seinem Fluss liegen.

Das bedeutet, er muss nun eine der roten Karten offen auf das erste Feld des Flusses legen. Damit erhalten nun alle roten Farbkarten in seinem Spiel den Punktwert 1.

Die restlichen vier roten Karten legt der Spieler verdeckt in seinen Kelch (nicht im Bild, das Feld rechts neben dem Fluss). Sollte der Spieler im weiteren Spielverlauf eine neue Farbe gewinnen, so muss er diese auf auf das zweite Feld des Flusses legen. Alle Karten der neuen Farbe hätten dann schon den Punktwert 2. So geht es weiter, bis zum sechsten und letzten Flussfeld. Alle gewonnen Karten, deren Farbe bereits im Fluss ausliegt, kommen dann bis zur Schlusswertung in den Kelch. Am Ende des Spiels könnte der Fluss dann so aussehen:

Die Flussreihe und der Kelch am Ende des Spiels.
Die Flussreihe und der Kelch am Ende des Spiels.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spiel endet, sobald entweder der Nachziehstapel an Farbkarten leer ist oder einer der Spieler seine sechste Farbe im eigenen Flussfeld auslegen konnte. Jetzt decken alle Spieler ihre gesammelten Karten aus dem Kelch auf und ordnen sie den entsprechenden Flussfeldern zu.

Der untere Spieler zählt seine Punkte.
Der untere Spieler zählt seine Punkte.

Der Wert jeder Karte aus dem Kelch steht jeweils unter dem Flussfeld, das zur Farbe gehört.

Wichtig: Die Karte, die im Spielverlauf auf das Flussfeld gelegt wurde, wird bei der Wertung nicht mitgezählt.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Fazit zum 2 Personenspiel Mandala

Mit Mandala erscheint bei Lookout Spiele erneut ein absolutes Highlight unter den reinen Spielen für 2 Personen. Das gewählte Spielthema hebt das Ablege- und Sammelspiel auf ein höheres Niveau, ohne dabei völlig aufgesetzt zu wirken. Es macht einfach nur Spaß!

Das Spielzubehör ist dabei ebenfalls außergewöhnlich. Statt eines Spielplans hat man sich für ein bedrucktes Stofftuch entschieden. Das sieht zum einen sehr schön aus und ist zum anderen einfach mal eine nette Abwechslung auf dem Spieltisch. Die Spielkarten sind ebenfalls von guter Qualität und sehr ansprechend gestaltet. Zur Kür hätte nur noch eine entsprechende Einlage für die Spielbox gefehlt.

Die Spielvorbereitungen gehen schnell. Tuch ausbreiten, Karten mischen. Fertig. Das geht schnell und erhöht den Reiz enorm, sofort noch eine zweite und dritte Partie zu spielen zu wollen. Aufbau geht ja schnell. Und auch die Spielregeln sind mit drei möglichen Aktionen sehr überschaubar. Die Übersichtskarte braucht man da maximal in den ersten 2-3 Spielen. So ist Mandala auch jedem Neuling schnell erklärt.

Trotz der schlanken Spielregeln hat man als Spieler in fast jedem Spielzug die Qual der Wahl. Soll man lieber das Zentrum aufwerten und noch eine Karte dort ablegen? Oder sich doch lieber erstmal die Mehrheit eines Mandala sichern? Wäre möglich, aber dann sind diese Karten ja für den Rest des Spiels raus. Vielleicht reicht es ja auch so. Vielleicht sollte man dann doch lieber das zweite Mandala mit 1-Punktkarten füllen und diese dem Mitspieler zuschieben. Und sich selbst dann im nächsten Zug die wertvolleren Karten sichern. Aber was macht der Gegenspieler nur als Nächstes?

So oder so, es bleibt spannend. Und durch die kurzen Spielzüge ist man immer wieder sehr schnell an der Reihe und kann beziehungsweise muss auf den Spielzug des Mitspielers reagieren. Uns hat Mandala uneingeschränkt überzeugt. Bisher das wohl beste 2-Personenspiel seines Jahrgangs. Wer gerne und oft zu zweit spielt, sollte Mandala unbedingt ausprobieren.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
90 %
Spielzubehör
90 %
Langzeitspaß
85 %
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