Werde Teil des Ermittlungsteams und durchkämme in Chronicals of Crime zahlreiche Schauplätze Londons auf der Suche nach Hinweisen und Verdächtigen. Im Grundspiel enthalten sind bereits fünf Szenarien/Fälle mit jeweils unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Für einen leichteren Start in die erste Partie wird zudem ein kleines Tutorial bereitgestellt, mit dem man in wenigen Minuten den Spielablauf vermittelt bekommt.

Gespielt wird Chronicals of Crime sowohl analog als auch digital. Auf dem analogen Spielbrett werden die Schauplätze, Hinweise und Personen in Form von Spielkarten gesammelt und abgelegt. So behält man immer den Überblick über die eigenen Ermittlungsfortschritte. In der digitalen App zum Spiel erhalten die Spieler dann Informationen zu bereits bekannten Personen. Weiter können sie dort ihre forensischen Kontakte um Unterstützung bitten und auch eine Besichtigung des Tatorts vornehmen. Jeder Tatort kann über die App betreten und rundum besichtigt werden. Wer das Zusatzmodul „VR-Brille“ besitzt, kann dies auch in 3D tun. Alle am Tatort gefundenen Hinweise können anschließend in Form von Hinweiskarten aufgenommen und bei den weiteren Ermittlungen benutzt werden.

Verknüpft werden die analoge und digitale Welt über QR-Codes. Dieses befinden sich auf jeder Karte des Spiels. Scannt ein Spieler beispielsweise den QR-Code eines Ortes ein, gehen die Ermittler zu diesem Ort. Scannen die Spieler dagegen den QR-Code einer Person an diesem Ort ein, können sie mit der Person sprechen und sie zu anderen Personen und vor allem auch Hinweisen und Gegenständen befragen. So entdeckt man immer neue Orte und lernt auch neue Personen kennen, die man im weiteren Spielverlauf ebenfalls aufsuchen kann.

Eine große Unterstützung sind dann auch die vier forensischen Experten im Spiel, die man jederzeit und von jedem Ort aus kontaktieren kann. Darunter ein Arzt, der sich um die Autopsie kümmert und wichtige Hinweise zu Verletzungen und Medikamenten geben kann. Die Wissenschaftlerin, die wertvolle Beweise wie Fingerabdrücke auf gefundenen Hinweisen sichert und auch gerne mal an die anderen Kollegen verweist. Der Hacker, der euch Zugang zu geschützten Datenträgern verschafft und auch mal mit GPS-Daten zu georteten Mobiltelefonen aushilft. Und zuletzt der Kriminologe, der zu nahezu jedem Verdächtigen Persönlichkeitsprofile bereithält und den Spielern so bei der Einschätzung der Absichten von bestimmten Personen helfen kann.

Während den Ermittlungen müssen die Spieler auch die Zeit im Auge behalten. Je nach Szenario/Fall haben sie 1 bis 3 Ermittlungstage zur Verfügung, bevor sie ihren Abschlussbericht einreichen müssen. Jeder Ortswechsel kostet sie dabei 20 Minuten ihrer virtuellen Spielzeit. Jede gescannte Karte – egal ob von einer Person oder einem Hinweis – kostet sie weitere 5 Minuten.

Ist die Spielzeit einmal abgelaufen, müssen die Spieler ihren Ermittlungsbericht abgeben. Das geschieht erneut, indem sie zu jeder gestellten Frage eine zugehörige Antwort scannen – beispielsweise die hoffentlich richtige Personenkarte, wenn sie nach dem Täter gefragt werden. Wurden alle Fragen beantwortet, erfolgt eine Leistungsbeurteilung. Bewertet wird die benötigte Spielzeit, die gegebenen Antworten und eventuell auch auch verdecktes Spielziel. Am Ende erhält man einen Punktwert – und vor allem auch eine vollständige Auflösung des Falls.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Corax Games
Spielautor: David Cicurel
Erscheinungsjahr: 2018

Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 1 – 4 Spieler
Spielzeit: 90 Minuten / Szenario

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Spielzubehör zu Chronicals of Crime

Spielzubehör zu Chronicals of Crime.
Spielzubehör zu Chronicals of Crime.
  • 1 Spielplan
  • 55 Charakterkarten
  • 37 Hinweiskarten
  • 15 Sondereigenschaftskarten
  • 17 Ortstafeln (darunter 1 Ortstafel für den Startort Scotland Yard)
  • 4 forensische Kontakte

Chronicals of Crime App: Weiter wird die kostenlose App zum Spiel für Android und iOS-Geräte angeboten. In der App gibt es auch weitere Szenarien (kostenpflichtig), die sich mit dem Zubehör des Grundspiels spielen lassen.

Überblick und Spielablauf zu Chronicals of Crime

Spielvorbereitungen

Der Spielaufbau ist für alle Szenarien identisch.

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt. Alle Personenkarten und Sondergegenstände werden verdeckt daneben gelegt. Die Hinweiskarten und Ortstafeln werden offen bereitgelegt. Der Startort „Scotland Yard“ wird offen ans Ende des Spielplans gelegt. Alle forensischen Kontakte werden ebenfalls offen neben den Spielplan gelegt. Mehr nicht!

Vor dem ersten Spiel muss die Chronicals of Crime App heruntergeladen und gestartet werden. Entscheidet euch für eines der insgesamt 5 Szenarien und startet das Spiel.

Die ersten drei Bilder zeigen die Schritte für die Auswahl des Szenarios, das letzte Bild unsere Schlusswertung.
Screenshots aus der App: Die ersten 3 Bilder zeigen die Schritte zur Auswahl eines Szenarios. Das vierte und letzte Bild unsere Schlusswertung des Falls „Der Fluch der Pharaonen“.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, in einem vorgegebenen Zeitrahmen möglichst viele Antworten auf offene Fragen zu finden. Meist sind das Frage nach dem Täter, seinem Motiv und den Gehilfen.

Das Spiel beginnt nach dem Starten des Falls in der App immer mit einer ersten (Einsatz-)Besprechung. Hier erfahren die Spieler, worum es in dem Fall geht. In der Regel werden dabei sofort weitere Orte und Personen um den Spielplan herum ausgelegt.

Nach der Besprechung beginnt die Uhr zu ticken – die Ermittlungen starten. Jetzt können die Spieler entdeckte Orte erkunden, Tatorte nach Hinweisen untersuchen, Verdächtige verhören oder mit anderen Personen sprechen und natürlich alle Ermittlungsfortschritte von den forensischen Experten überprüfen lassen.

Wichtig: Sämtliche Aktionen in Chronicals of Crime finden in der App statt. Es werden also immer die QR-Codes auf dem analogen Spielzubehör eingescannt um so Informationen digital über die App zu erhalten!

Orte erkunden und Personen kontaktieren

Jeder Fall startet an einem bestimmten Ort und mit nur wenigen Personen, die man zu der Tat befragen kann. Je mehr Gespräche man führt, umso mehr Schauplätze und Personen werden dabei genannt und somit freigespielt. Bedeutet, die genannten Orte und Personen können besucht werden.

Auf der Ortstafel Docklands befinden sich 3 Personen, die befragt werden können.
Auf der Ortstafel Docklands befinden sich 3 Personen, die befragt werden können.

Um an einen Ort zu reisen, müssen die Spieler nur den QR-Code der entsprechenden Ortstafel scannen. Um einen Ort zu wechseln, scannen sie einfach den QR-Code einer anderen Ortstafel ein. Aber Achtung: jeder Ortswechsel im Spiel kostet euch 20 Minuten eurer virtuellen Spielzeit.

Um mit Personen zu sprechen, müsst ihr euch am gleichen Ort wie die Person befinden. Scannt dort einfach den QR-Code der Personenkarte und beginnt das Gespräch. Wenn ihr dann nach dem Gesprächsstart dieselbe Personenkarte erneut scannt, erzählt euch die Person etwas über sich. Scannt ihr nach dem Gesprächsstart dagegen eine andere Personenkarte oder einen Hinweis, erzählt euch die Person alles über die entsprechende andere Person oder den Hinweis. Dabei muss sie aber nicht bei der Wahrheit bleiben. Manche Personen erzählen euch weniger, als sie eigentlich wissen. Mit den richtigen Hinweiskarten oder zu einem anderen Zeitpunkt (abhängig vom Ermittlungsfortschritt) kann man ihnen aber noch weitere Informationen oder sogar ein Geständnis entlocken. Achtet auch hier auf die Zeit. Jede gescannte Personen- oder Hinweiskarte kostet euch 5 Minuten eurer virtuellen Spielzeit.

Tatorte untersuchen und Hinweise sammeln

Wurde ein bestimmter Ort zum Schauplatz eines Verbrechens, erscheint in der App eine zusätzliche Aktion „Tatort untersuchen“, sobald ihr den Ort erreicht.

Screenshot eines Tatorts in Chronicals of Crime.
Screenshot eines Tatorts in Chronicals of Crime.

Um einen Tatort zu untersuchen bleiben euch nur 40 Sekunden. Dabei könnte ihr euch den Ort vollständig anschauen – 360 Grad – indem ihr das Handy/Tablet entsprechend horizontal oder vertikal dreht. Nach Ablauf der Zeit könnt ihr den Tatort erneut untersuchen, was euch aber wieder etwas virtuelle Spielzeit kostet.

Nach der Tatortsichtung sucht alle Hinweiskarten aus dem Stapel raus, die ihr an dem Tatort finden konntet. Dabei dürft ihr ruhig großzügig sein. Hier im Beispiel wären das: Lebensmittel, Kisten und Pakete, Selbstgebautes, Entzündliche Gegenstände und noch ein bis zwei Karten mehr. Scannt alle Karten ein – so sammelt ihr die Hinweise. Jeder Hinweis, der richtig erkannt wird, kommt anschließend auf den Spielplan und hilft euch bei der Ermittlung.

Ein paar Hinweise konnten wir hier schon sammeln.
Ein paar Hinweise konnten wir hier schon sammeln.

Hilfe der forensischen Experten nutzen

Um aus Personen Verdächtige zu machen oder aus Hinweisen echte Beweise, müsst ihr gelegentlich die Experten befragen. Das geht von jedem Ort aus.

Drei der vier forensischen Kontakte im Spiel. Der Arzt ist nicht im Bild.
Drei der vier forensischen Kontakte im Spiel. Der Arzt ist nicht im Bild.

Um einen forensischen Kontakt um Hilfe zu bitte, müsst ihr auch hier einfach den QR-Code des Kontakts scannen.

Die Wissenschaftlerin kann sämtliche Hinweise nach Fingerabdrücken untersuchen oder feststellen, von wem eventuelle Blutspuren stammen.

Der Hacker schaut sich natürlich alle Handy, Laptops und sonstigen Hightech-Geräte an. Meistens stellt er gelöschte oder gesperrte Dateien wieder her und findet so wichtige Dokumente oder eine Kontakt- oder Liste der letzten Telefonate. Auch Videoaufnahmen oder GPS-Signale kann er euch manchmal liefern.

Der Kriminologe hilft euch bei der Einschätzung von Personen, in dem er Profile für euch erstellt. So kann mancher Unverdächtiger doch noch in den Mittelpunkt der Ermittlungen rücken.

Der Arzt ist die beste Anlaufstelle, wenn es um die Obduktion eines Opfers geht. Zu wissen wie oder wodurch ein Opfer gestorben ist, kann wichtige Hinweise für die Ergreifung des Täters liefern.

Der Faktor Zeit und was sonst noch so passieren kann

Je nach Szenario/Fall bleibt euch unterschiedlich viel Zeit, bis der Fall abgeschlossen sein muss. Bisher hatten wir nur Fälle, die einen Zeitrahmen zwischen 1 – 3 Ermittlungstagen umfassten. Behaltet auf jeden Fall immer die virtuelle Spielzeit im Blick und wechselt nur dann den Ort, wenn es wirklich sein muss.

Im Spiel kann es zudem immer wieder zu unverhofften Informationen kommen. Dass kann ein Anruf sein, der plötzlich auf dem Display erscheint. Oder ein fremde Person kontaktiert euch und möchte euch zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort treffen. Auch könnt ihr zurück in die Zentrale beordert werden, weil sich dort ein Tatverdächtiger gestellt hat. Auch diesen Hinweise nachzugehen, wird etwas von eurer Zeit beanspruchen, also plant das besser gleich mit ein.

Spielende – einen Fall auflösen

Ist die Zeit abgelaufen, ein besonderes Ereignis eingetreten oder haben die Spieler alle Antworten gefunden und den Fall vermeintlich aufgeklärt, dann wird das Spielende eingeleitet. In dem meisten Fällen geht es nun zurück zum Anfangsort, Scotland Yard, wo nun der Abschlussbericht erstellt wird. Bedeutet, den Spielern wird eine Reihe von Fragen gestellt. Zum Antworten müssen sie die jeweils passende Orts-, Objekt- oder Personenkarte scannen. Am Ende erfolgt dann eine Schlusswertung der Leistung der Spieler inklusive einer vollständigen Auflösung des Falls.

Die 5 Szenarien des Grundspiels

Tutorial: Ist schnell gespielt und erfüllt seinen Zweck. Man lernt hier recht schnell wie das Spiel funktioniert. Die Lösung des Falls ist dabei eher nebensächlich.

Die graue Eminenz (Schwierigkeitsgrad leicht – schwer): Das Szenario beinhaltet 3 eigenständige Fälle, die in einer schönen Rahmenhandlung eingebettet sind. Es empfiehlt sich, die Reihenfolge beizubehalten. Die drei Fälle waren unterschiedlich schwer zu meistern. Den dritten Fall haben wir tatsächlich zweimal gespielt, da die erste Partie verloren ging. An einer Stelle hatten wir die Spur verloren und sind deshalb nicht weitergekommen. Beim zweiten Durchlauf hatten wir es dann geschafft.

Der Fluch der Pharaonen (Schwierigkeitsgrad leicht): Nicht zwingend der leichteste Fall des Grundspiels, vor allem, da wir sehr viele Gespräche und teilweise auch Kreuzverhöre geführt haben, um der Lösung auf die Spur zu kommen. Hat aber sehr viel Spaß gemacht.

Keine Rose ohne Dornen (Schwierigkeitsgrad mittel): Diesen Fall haben wir tatsächlich verloren. Es kann am Thema (Stichwort Motivation) oder einfach nur an uns gelegen haben. Aber dieses Szenario wirkte auf uns sehr konstruiert und hat auch weniger Spaß gemacht.

Fazit zum Detektivspiel Chronicals of Crime

Wir lieben kooperative Spiele und vor allem auch Krimispiele. Insofern ist Chronicals of Crime wie für uns gemacht. Neben sehr vielen positiven Eindrücken gibt es aber auch einige Punkte, die uns nach mehreren Partien weniger gefallen haben. Aber fangen wir wie immer vorne an.

Das Spielzubehör des Grundspiels Chronicals of Crime ist gut. Die unterschiedlichen Personenkarten, Ortstafeln und die forensischen Kontakte sind ansprechend illustriert und passen prima ins Gesamtbild. Da kommt Stimmung auf. Die Objektkarten sind dagegen eher gewöhnlich beziehungsweise funktional: weiß mit schwarzem Text und einem QR-Code. Rein spielerisch macht das natürlich Sinn, da beispielsweise das Objekt „#11 Schmuck“ in einem Szenario ein Ohrring und in dem anderen eine goldene Armbanduhr darstellen könnte. Etwas mehr Farbe hätte den Karten trotzdem nicht geschadet.

Die Spielregel ist sehr kurz gehalten und nahezu überflüssig, da man bis auf den Spielaufbau eigentlich alles über die App steuert und lernt. Hier werden die Spieler auch über ein kurzes Tutorial in die grundlegende Spielmechanik eingeführt. Das Tutorial funktioniert gut und erfüllt vollends seinen Zweck. Man sollte hier nur keinen spektakulären Fall erwarten. Der Fokus liegt klar auf der Wissensvermittlung. Die analoge Spielanleitung gibt hier einen unterstützenden Überblick zu Personen, Hinweisen, Sondergegenständen und besonderen Ereignissen. Zumindest überfliegen kann man die wenigen Seiten. Es schadet nicht und gibt etwas Sicherheit vor dem ersten Spiel.

Das eigentliche Spiel ist dann fast schon ein Selbstläufer. Hat man sich für ein Szenario entschieden und den Fall gestartet, erhält man erste Kontaktpersonen und Hinweise. Von da aus geht es von einer Person oder einem Ort zum nächsten Schauplatz oder Kontakt. Das Spiel verläuft dabei keinesfalls linear. Die Spieler entscheiden, in welchen Reihenfolge sie Orte aufsuchen und Personen ansprechen. Besonders aufmerksam sollte man auch die tatorte absuchen. Hier lassen sich viele Objekte sicherstellen, die man anschließend von den Experten untersuchen lassen kann. Mit diesen neuen Erkenntnissen machen die Verhöre von verdächtigen Personen anschließend wieder Sinn.

Die forensischen Kontakte sind dann wie gesagt eine große Stütze im Spiel. Immer wieder liefern sie hilfreiche Informationen zu Beweismitteln und verweisen auch auf andere Kollegen, die eventuell auch weiterhelfen könnten. Hat beispielsweise die Wissenschaftlerin Fingerabdrücke gesichert, aber einen Gegenstand nicht öffnen können, verweist sie die Spieler direkt an den Hacker. Nicht unterschätzen sollte man auch die Leistung des Kriminologen, dessen psychologische Profile zu den Verdächtigen oft wichtige Hinweise enthält. Wer also mal in einer Sackgasse steckt, sollte sich einfach mal Profile von weniger verdächtigen Personen erstellen lassen. Vielleicht findet man so schnell eine neue Spur.

Die 5 Szenarien sind bezüglich Umfang und Thema dann sehr unterschiedlich. Der Hauptfall „Die graue Eminenz“, der ja allein schon 3 Szenarien umfasst, ist für uns dann auch der Beste gewesen. Das Thema ist ernst und geht unter die Haut, die drei Einzelfälle bauen sich schlüssig gut zu einem großen Finale auf. Der Nebenfall „Der Fluch der Pharaonen“ war sehr interessant, wobei wir hier weniger mitgefiebert haben. Der letzte Fall des Grundspiels „Keine Rose ohne Dornen“ hat uns ehrlich gesagt nicht gefallen. Das lag hauptsächlich am Thema (Models, Agenturen,…), war aber wohl auch der Tatsache geschuldet, dass wir quasi eine Woche jeden Abend nur Chronicals of Crime gespielt haben und das der letzte Fall des Grundspiels war.

Bevor man sich das Spiel zulegt, sollte man sich über eins im Klaren sein: Bei Chronicals of Crime wird sehr, sehr viel mit dem Handy oder Tablet gespielt. Ohne dieses Zubehör geht es nicht! Das eigentliche Spiel findet in der App statt. Dort schaut man sich die Tatorte an, verhört Personen und sammelt Beweise. Der Spielplan und die Orts- und Personenkarten sind hier angenehmes Beiwerk und erleichtern den Spielern maximal den Überblick über den Fall. Aus unserer Sicht ist die Mischung aus analoger und digitaler Spielwelt sehr gut gelungen – nur muss man solche Spiele auch mögen und offen für den Einsatz von digitalen Medien sein.

Was ebenfalls sehr gut funktioniert ist die Verknüpfung von QR Codes in der App. So kann man beispielsweise einen Verdächtigen nach einer Person befragen und zunächst die Antwort abwarten. Anschließend kann man dem Verdächtigen 1-2 Beweismittel zeigen, also im laufenden Gespräch die QR-Codes der Gegenstände scannen, und plötzlich erzählt der Verdächtige mehr oder gesteht sogar die Tat. Ebenso funktionieren manche Aktionen automatisch, nachdem ein Ermittlungsfortschritt eingetreten ist. Beispielsweise treten unerwartet Personen mit den Ermittlern in Kontakt. Das ist insgesamt schon sehr gut gemacht. Auf diese Weise kann man sich von unterschiedlichen Richtungen der Auflösung eines Falles widmen.

Was uns nach dem kompletten Durchspielen aller Szenarien weniger gefallen hat: es gibt 55 Personen im Spiel. Gefühlt haben wir trotzdem häufig wieder dieselben Gesichter in entscheidenden Rollen gesehen. Das ist auf der einen Seite verwirrend, wenn man die Fälle in kurzen Zeitabständen absolviert. Auf der anderen Seite hätte es einfach auch alternative Personenkarten gegeben, die man für die Fälle hätte nutzen können. Zumindest innerhalb der 5 Fälle des Grundspiels hätten wir uns hier mehr Abwechslung bei dem Charakteren gewünscht.

Weiter ist das Scannen von QR-Codes auf Dauer recht ermüdend. Wechselt man einen Ort oder Gesprächspartner, macht das Scannen noch Sinn. Aber spätestens bei den unzähligen Gegenständen und Hinweisen würden wir uns mehr Funktionen in der App wünschen. Beispielsweise könnten alle eingesammelten Objekte in der App gelistet werden, so dass man im Gespräch statt dem Scannen nur noch auf ein vorhandenes Objekt tippen muss. So wird das beispielsweise in Mystery House gelöst – auch hier hat man analoge Objektkarten, die nach dem Einsammeln in der App zum Antippen abgebildet werden.

Unterm Strich ist Chronicals of Crime wirklich tolles Spiel. Dass wir wirklich alle Fälle in kürzester Zeit durchgespielt haben, hat uns am Ende selbst erstaunt. Vor allem, da wir nur ungern Brettspiele mit digitalen Hilfsmitteln auf den Tisch holen. Aber hier war am Ende unsere Neugier auf die anderen Szenarien einfach stärker als unsere Vorliebe für rein analoge Unterhaltung. Insofern freuen wir uns schon auf den Zusatzfall aus dem VR-Modul, die beiden Erweiterungen Redview und Noir und die bereits angekündigte neue Millenium-Trilogie.