Spätestens seit dem sehr erfolgreichen Start der EXIT-Reihe von Kosmos liegen Escape-Room-, Krimi- und Detektivspiele voll im Trend. Mit Mystery House erscheint nun ein weiterer Kandidat. Das Besondere hierbei ist, dass die Spieler mit Mystery House quasi ihren eigenen Escape Room in der Größe einer Spielbox auf den Tisch bekommen. Die Spielbox selbst stellt dabei das mysteriöse Haus dar, dessen Innenleben es zu erkunden gilt. Dabei muss natürlich die eine oder andere knifflige Aufgabe gelöst werden. Und das alles kooperativ und gegen die Zeit.

Das Haus, also die Spielbox, besteht aus drei Teilen. Einem Boden, einem speziellen Plastik-Inlay und einem Deckel. Auf dem Deckel befindet sich ein 5×5 Felder großes, quadratisches Raster. Zwischen den einzelnen Quadraten befinden sich schmale Schlitze. Hier werden beidseitig bedruckte Ortskarten eingeschoben, auf denen die Hinweise und Rätsel des Spiels abgebildet sind. Am Boden gestützt werden diese Ortskarten dabei durch das Inlay. Die vier Seiten der Spielbox beziehungsweise des Mystery Houses verfügen über je 5 Öffnungen, durch die man in das Haus hineinschauen kann. Je nachdem, ob da eine Ortskarte steckt oder nicht, kann man tiefer in das Haus reinschauen oder muss erst das Rätsel der Ortskarte lösen, die einem gerade die Sicht in das Innere blockiert.

Die Seitenansicht der vorbereiteten Spielbox.
Die Seitenansicht der vorbereiteten Spielbox.

 

Die Spielbox stellt somit das eigentliche Spielsystem dar und bleibt bei jeder Partie erhalten. Die Ortskarten dagegen beinhalten das eigentliche Abenteuer, das es zu bewältigen gilt. Diese können im Grunde einmal durchgespielt werden. Hat man alles erkundet, braucht man ein neues Set. Im Grundspiel enthalten sind bereits zwei Abenteuer mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad: Der Herr des Labyrinths und Familienportrait.

Unterstützt wird das Mystery House Spiel von einer App, die für iOS und Android-Geräte kostenlos heruntergeladen werden kann. Das Spiel wird über die App gestartet. Hier wird auch die Spielzeit festgehalten. Sobald die Uhr tickt, können die Spieler gleichzeitig die verschiedenen Orte des Hauses erkunden und sich beraten.

Jede Ortskarte verfügt über Koordinaten, die man in der App eintragen kann, um so mehr über den jeweiligen Ort und sein Geheimnis herauszufinden. Dadurch erhaltend die Spieler nicht nur neue Hinweise sondern auch nützliche Gegenstände, die sie sich aus dem Stapel Objektkarten raussuchen dürfen. Jeder Gegenstand trägt einzeln oder in Kombination mit anderen Gegenständen zur Lösung eines der Rätsel bei.

Konnte eine Aufgabe korrekt gelöst werden, dürfen die Spieler eine oder sogar mehrere Ortskarten aus dem Haus herausziehen. Dabei wird der Blick auf benachbarte Karten und vor allem ins Innere des Mystery Houses weiter frei. Karte für Karte kommt man so der Lösung des Abenteuers näher. Und sollte man einmal nicht weiterkommen, kann man sich von der App ganz allgemein oder konkret auf eine Ortskarte bezogen helfen lassen.

Nach 60 Minuten endet die reguläre Spielzeit. Haben es die Spieler bis dahin nicht geschafft, kann trotzdem weitergespielt werden. Die zusätzlich benötigte Zeit wird von der App festgehalten, die Uhr läuft also weiter. Am Ende wird die Leistung der Spieler in Form von 1-5 Sternen ebenfalls über die App bewertet. Faktoren sind hier die benötigte Zeit sowie die Anzahl der Hilfestellungen, die im Spielverlauf von den Spielern beansprucht worden sind.

Hinweis: Alle Bilder und auch unsere Bewertung zum Spiel basiert auf der englischsprachigen Mystery House Ausgabe von Cranio Creations. Die deutsche Version von Schmidt-Spiele konnten wir bisher noch nicht testen.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Cranio Creations, Schmidt Spiele
Spielautor: Antonio Tinto
Erscheinungsjahr: 2019

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 1 – 5 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten / pro Abenteuer

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Spielzubehör des Grundspiels Mystery House

Spielzubehör von Mystery House (Grundspiel)
Spielzubehör von Mystery House (Grundspiel)

Im Grundspiel enthalten ist das eigentliche Mystery House, also die dreiteilige Spielbox bestehend aus dem Boden, einem Inlay und dem Deckel. Weiter sind die beiden Abenteuer „Familienportrait“ und „Der Herr des Labyrinths“ inklusive. Jedes Abenteuer besteht jeweils aus unterschiedlichen Objekt- und Ortskarten.

Wichtig: Zum Spielen von Mystery House wird zwingend die gleichnamige App benötigt, die man kostenfrei herunterladen kann.

Überblick und Spielregeln zu Mystery House

Spielvorbereitungen

Entscheidet euch für eines der verfügbaren Abenteuer: „Familienportrait“ oder „Der Herr des Labyrinths„. Berücksichtigt dabei auch den Schwierigkeitsgrad des Abenteuers. Dieser wird auf der Rückseite der Schachtel angegeben.

Die Ortskarten werden an den passenden Stellen in das Haus gesteckt.
Die Ortskarten werden an den passenden Stellen in das Haus gesteckt.

Nehmt die Ortskarten aus der Schachtel und steckt jede Karte an der vorgegebenen Stelle in die Spielbox. Jede Ortskarte verfügt über eine einzigartige Kombination aus einem Buchstaben und einer Zahl. Beides zusammen ergibt die Position der Ortskarte auf dem 5×5 Felder großen Raster des Daches.

Nehmt alle Objektkarten aus der Schachtel und legt sie verdeckt neben die Spielbox. Die Objektkarte mit der Nummer 1 sollte dabei oben liegen.

Ladet die Mystery House App herunter. Im Startbildschirm müsst ihr noch das entsprechende Abenteuer auswählen, bevor euch ein kurzer Text langsam in die Geschichte einführt. Mit dem Klick auf Start startet automatisch das Spiel und der 60-Minuten-Timer.

Spielablauf

Ziel jedes Abenteuers ist es, alle Rätsel im vorgegebenen Zeitfenster zu lösen.

Das Spiel wird über die App gestartet.
Das Spiel wird über die App gestartet.

Das Spiel beginnt mit dem gemeinsamen Lesen der Hintergrundgeschichte, die bereits in der Mystery House App angezeigt wird (um nicht zu viel zu spoilern, haben wir den Text im Bild unkenntlich gemacht).

Anschließend tippt einer der Spieler auf das Startsymbol und die Uhr beginnt zu ticken. Jetzt bleibt den Spielern genau eine Stunde Zeit, um gemeinsam alle Rätsel des Hauses zu lösen.

Spielablauf und Spielleiter: Es gibt keine konkreten Spielzüge. Alle Spieler erkunden gleichzeitig die unterschiedlichen Ortskarten, die aktuell sichtbar sind. Jeder Spieler kümmert sich dabei idealerweise um den Sichtbereich vor dem er sitzt. Natürlich darf das Mystery House auch gedreht, angehoben und in Schräglage gebracht werden, wenn das den Spielern nützt. Schaut euch einfach alles an und sprecht darüber.

Ein Spieler sollte immer die Rolle des Leiters übernehmen und die App bedienen. Sollte also eine Ortskarte mit der App genauer untersucht werden, dann übernimmt das dieser Spieler. Alle 10 Minuten fordert euch die App auf, die Rolle des Spielleiters an den nächsten Spieler abzutreten. So kommt jeder mal an die Reihe.

Orte erkunden, Gegenstände & Codes nutzen

Auf nahezu jeder Ortskarte sind Gegenstände abgebildet oder verschlüsselte Hinweise zu finden. Um einen Ort genauer zu untersuchen, werden dessen Koordinaten in der App eingetippt. Zuerst der Buchstabe, danach die konkrete Kartennummer. Zuletzt gilt es, den Gegenstand anzutippen, über den man mehr erfahren möchte. Wichtig! Mehrere Antworten können richtig sein.

Jeder Ort kann in der App ausgewählt und erkundet werden.
Jeder Ort kann in der App ausgewählt und erkundet werden.

In den meisten Fällen erhalten die Spieler mehr oder weniger wichtige Hinweise zu ihrem aktuellen Ort. Entweder erscheint der Hinweis als Text in der App oder die Spieler dürfen sich eine der Objektkarten nehmen und ansehen.

Die Objektkarten in Mystery House.
Die Objektkarten in Mystery House.

Objektkarten: Auf diesen sind meistens Gegenstände abgebildet, die zur Lösung eines Rätsels benötigt werden. Manchmal benötigt man auch mehrere Objektkarten, um ein Rätsel vollständig auflösen zu können.

Zur Lösung muss man den Gegenstand entweder ganz schlicht an einem anderen Ort abliefern oder diesen mit beliebig vielen anderen Gegenständen erst kombinieren. Beispielsweise um ein Wort oder einen Code zu ermitteln. Dieser muss dann ebenfalls an einem bestimmten Ort eingesetzt werden. In beiden Fällen öffnet man den Ort wieder in der App durch Eingabe der Koordination und tippt dann entweder auf das „Gegenstand benutzen“ oder „Code eingeben“ Symbol. Ist die Lösung richtig, öffnen sich verschlossene Türen, Schränke und Truhen. Vor allem aber wird die Sicht auf neue Ortskarten frei, da man nach einem Rätsel meistens gelöste Ortskarten aus dem Raster ziehen darf.

Was, wenn es mal nicht weitergeht?

Wenn ihr keine Hinweise mehr findet, hilft euch die App.
Wenn ihr keine Hinweise mehr findet, hilft euch die App.

Wenn ihr keine Idee mehr haben solltet, wo ihr noch suchen könnt und was es mit bestimmten Orten oder Gegenständen auf sich hat, dann bietet die App zwei Möglichkeiten.

An der oberen rechten Ecke könnt ihr das Hilfe-Symbol anklicken. Hier erhaltet ihr einen Hinweis zu der Ortskarte, deren Rätsel ihr als nächstes lösen solltet.

Alternativ könnt ihr wie oben beschrieben eine bestimmte Ortskarte in der App auswählen (nur den Buchstaben und die Zahl) und dort weiter unten auf die Lupe tippen. Hier erhaltet ihr dann bis zu drei Hinweise zu diesem speziellen Ort und seinem Rätsel. Der dritte Hinweis ist in der Regel die Lösung.

Wichtig! Geht mit den Hinweisen behutsam um. Jeder genutzte Hinweis verschlechtert eure Gesamtwertung am Ende des Spiels. Und jeder falsch eingegebene Code oder falsch genutzte Gegenstand wird mit einer Verkürzung der Restspielzeit bestraft.

Spielende und Gewinner des Spiels

Jedes Abenteuer ist dann zu Ende, wenn das letzte Rätsel gelöst und die Anfangsaufgabe erfüllt werden konnte. Idealerweise geschieht das im vorgegebenen Zeitrahmen von 60 Minuten und mit so wenig beanspruchten Hinweisen in der App. Abschließend wird die Leistung der Spieler noch gewertet. 1 bis 5 Sterne können sie sich hier verdienen.

Chronologie aller Mystery House Abenteuer

In der Grundausstattung befinden sich bereits zwei Abenteuer. Sollten noch weitere erscheinen, stellen wir euch diese hier vor.

Mystery House Abenteuer: Der Herr des Labyrinths
Mystery House Abenteuer: Der Herr des Labyrinths

Der Herr des Labyrinths

Schwierigkeitsgrad: 3/5
Zubehör: 42 Ortskarten, 26 Objektkarten

Thema: Die Spieler betreten in diesem Abenteuer eine fantastische, verzauberte Welt voller Rätsel und begegnen dabei der einen oder anderen magischen Figur.

Ziel ist es, den Herrn des Labyrinths im Inneren des Mystery Houses zu finden und ihm etwas zu entreißen. Was genau, verraten wir hier nicht.

Mystery House Abenteuer: Familienportrait
Mystery House Abenteuer: Familienportrait

Familienportrait

Schwierigkeitsgrad: 4/5
Zubehör: 33 Ortskarten, 19 Objektkarten

Thema: Die Spieler betreten hier das Haus der Dupont-Familie, die über mehrere Generationen in diesem Haus gewohnt hat. Was geschah mit der Familie? Welches Geheimnis haben die Angehörigen mit ins Grab genommen. Es ist Zeit, dass das Haus sein Geheimnis offenbart. Aber gebt auf euch acht, denn ihr werdet beobachtet! Insbesondere in diesem Mystery House Abenteuer, in dem die Wände Augen haben.

Fazit zu Mystery House

Zum ersten Mal auf Mystery House aufmerksam geworden sind wir bereits in den Hallen der Spiel19 in Essen. Damals saßen hier Spieler über eine große Spielbox gebeugt und mit einer kleinen Taschenlampe in der Hand und leuchteten in das Innenleben der Box. Was uns direkt aufgefallen war: alle Spieler am Tisch waren vollkommen fokussiert und haben vom den Menschenmassen um sich herum vermutlich nichts mitbekommen. So wanderte Mystery House zunächst auch auf unseren Wunschzettel und nun etwas verspätet auf den Tisch.

Das Spielzubehör ist recht überschaubar, da die meisten Informationen im Spiel über die App erfolgen. So befindet sich im Grundspiel eigentlich nur das Mystery House selbst, also ein aufklappbarer, zweiteiliger und sehr stabiler Korpus, in dem zahlreiche Schlitze für die Rätselkarten und Öffnungen enthalten sind. Weiter enthält das Grundspiel bereits zwei Szenarien: Familienportrait und Der Herr des Labyrinths. Jedes Szenario enthält einen Satz Objektkarten und eben die Rätsel- beziehungsweise Ortskarten, die im Spielverlauf erkundet werden. Kleine Taschenlampen hätte man dem Spiel ruhig beilegen können, denn eine gute Beleuchtung ist das A und O bei Mystery House. Auf der Spiel19 wurden hier noch kleine LED-Lampen zur Verfügung gestellt.

Die Spielregel ist sehr kurz gehalten. Im Wesentlichen schildert sie den Aufbau und die Aktionen, die die Spieler im Spiel und vor allem bei der Bedienung der App beachten müssen. Die Bedienung der App ist ebenfalls einfach und erfolgt intuitiv. Einem schnellen Start in die erste Partie steht so eigentlich nichts im Weg.

Unseren Start in das erste Abenteuer würde ich als gescheitert betrachten. Wir hatten uns für den Herrn des Labyrinths entschieden, da hier der Schwierigkeitsgrad laut Hersteller geringer ist. Wir haben die Regeln gelesen, die App installiert und alle Karten in die entsprechenden Schlitze gesteckt. Nach dem kurzen Einführungstext in das Abenteuer haben wir die ersten 10 Minuten allein damit verbracht, uns die Abbildungen der vordersten Karten des Hauses anzuschauen und zu jeder Karte Informationen über die App zu erfragen. Hin und wieder gab es hierbei eine Objektkarte und ein paar Hinweise. Das war schon interessant, aber leider kamen wir ab einem gewissen Punkt nicht weiter.

Leider hatten wir zwei Dinge nicht berücksichtigt. Erstens, dass man auch schräg hinter die vorderen Ortskarten schauen darf, also auch noch teilweise verborgene Hinweise einsammeln darf. Zweitens, dass es zu jeder Ortskarte auch mehr als nur einen Hinweis geben. So blieben uns einige Dinge verborgen, da wir die Ortskarte ja eigentlich schon erkundet und gedanklich abgehakt hatten. Ein fiktives Beispiel: Ist auf der Karte eine brennende Kerze auf einem Grab abgebildet, so kann dieser Ort mehrere Hinweise enthalten, nämlich zu Grab, Erde, Kerze, Docht oder Feuer – je nachdem, was für Begriffe die App euch anbietet. Auch mehrere Lösungen können richtig sein, da man zu Grab ein paar Hintergrundinformationen erhalten könnte und bei Kerze eventuell einen Gegenstand. Also probiert beim Spielen wirklich immer alles aus!

Ein kleiner Hinweis in der Spielregel dazu, dass beim Erforschen auch mehrere Antworten richtig sein können und zu unterschiedlichen Hinweise führen, hätte uns den Start in die erste Partie um einiges erleichtert. Ebenso, dass man auch hinter Karten schauen muss. Kann man auf beides selbstverständlich von allein drauf kommen, ist uns an diesem Abend aber erst nach einiger Zeit gelungen. Nach diesem Aha-Erlebnis haben wir das Spiel noch einmal zurückgesetzt und sind von vorne gestartet. Und plötzlich lief es. Schritt für Schritt konnten wir uns dem Inneren des Mystery House nähern und so dem Rätsel auf die Spur kommen. Und das hat dann auch wieder Spaß gemacht.

Unser erstes Abenteuer (Der Herr des Labyrinths) bestand dann weitestgehend darin, bestimmte Gegenstände an einem Ort einzusammeln und an einem anderen Ort zu benutzen. Weiter sollten wir einige Hinweise zu Zahlenreihen oder Wörtern zusammenführen, und diese an entsprechender Stelle in der App eingeben. So konnten wir eine Ortskarte nach der anderen aus dem Haus rausziehen und uns so immer weiter in die Mitte des Labyrinths vorarbeiten. Die Lösungen ließen sich weitestgehend logisch herleiten oder eben durch Beobachtungen im Haus einfach finden. Ganz ohne Hinweise aus der App haben wir es aber leider nicht geschafft. Am Ende blieben uns nur 1,5 von maximal 5 Sternen bei der Leistungsbewertung. Immerhin – Rätsel gelöst.

Das zweite Abenteuer (Familienportrait), das vom Publisher als eigentlich schwerer eingestuft wurde, lief dann deutlich besser und erschien uns auch spürbar einfacher. Das mag daran liegen, dass wir das Spielsystem nun verinnerlicht hatten. Aber aus unserer Sicht waren die Rätsel einfacher uns auch schneller zu lösen. Wieder mussten wir Gegenstände an einem Ort einsammeln und an anderer Stelle nutzen. Auch waren wieder Codewörter und Zahlen im Spiel. Etwas knifflig war dieses Mal die Beobachtungsaufgabe. Hier haben wir viel Zeit benötigt, um alle Hinweise im Haus zu finden. Aber insgesamt war Familienportrait für uns das besser und auch einfacherer Abenteuer. Thematisch hatte uns dieses Szenario allerdings auch mehr in seinen Bann gezogen, was man auch bei der Schlusswertung erkennen kann. Einen Hinweis in Karte A4 haben wir benötigt. Knapp 12 Minuten Restzeit standen am Ende auf der Uhr, was uns dieses Mal 5 von maximal 5 Sternen eingebracht hat. Erneut – Rätsel gelöst.

Unterm Strich müssen wir feststellen: Das Konzept von Mystery House ist unbestreitbar innovativ, der Aufforderungscharakter des Zubehörs zu Beginn wahnsinnig hoch. Und natürlich macht es Spaß, die einzelnen Orte zu erkunden und deren Rätsel zu lösen – sofern man solche Spiele überhaupt mag. Auch ist toll, dass durch die unterschiedliche Gestaltung der Ortskarten beider Abenteuer jeweils eine völlig eigenständige Atmosphäre geschaffen wird. Trotzdem sind wir nicht vollständig überzeugt. Aber was konkret hat uns dann gestört?

Zunächst ist die angegebene Anzahl an Mitspielern unserer Meinung nach zu hoch. Die Spielbox hat vier Seiten, was soll da bitte schön ein fünfter Spieler machen? Weiter muss man die Spielbox gelegentlich auch anheben oder in eine Schräglage bringen. Das stört natürlich auch die anderen Spieler, die vielleicht selber gerade Hinweise suchen. Wir würden Mystery House nur noch maximal zu zweit spielen. Auch als Solospiel macht es sehr viel Spaß.

Weiter waren die Ortskarten zwar allesamt schön gestaltet. Nur leider glänzen sie auch. Das Licht der zwingend notwendigen Taschenlampen spiegelt sich auf der Oberfläche der Karten. Das ist recht nervig, da man wichtige Hinweise übersieht oder immer mit dem Lichtkegel verschiedene Winkel ausprobieren muss, bis man endlich die gesamte Ortskarte gut erkennen kann.

Etwas nervig ist auch, dass man für falsch eingegebene Codes oder falsch benutzte Objekte jedes Mal Spielzeit abgezogen bekommt. Wenn man bereits drei verschiedene eiserne Schlüssel gefunden hat, dann probiert man die natürlich auch an allen sichtbaren Schlössern aus. Dafür sollte man eigentlich nicht mit Zeitabzug bestraft werden.

Das wohl größte Manko an Mystery House ist am Ende aber der Preis. Da jedes Abenteuer nur einmal gespielt werden kann, liegt die Gesamtspielzeit für die Grundausstattung bei circa zwei Stunden. Dieses Detail fließt bei unserer Bewertung direkt in den Faktor Spielzubehör mit ein. Hier erwarten wir gemessen am Anschaffungspreis einfach etwas mehr. Verglichen mit beispielsweise Detective, an dem wir zumindest rund 15 Stunden Rätselspaß hatten, bietet Mystery House einfach deutlich weniger Unterhaltung (natürlich rein auf die Zeit bezogen). Selbst Chronicals of Crime oder Escape Room bieten bei ähnlichen Anschaffungskosten allein in der Grundausstattung mehr Unterhaltung (erneut, rein auf die Spielzeit bezogen!). Umgekehrt zahlt man auch für jeden Sherlock oder EXIT-Fall zwischen 8 – 12 Euro bei rund einer Stunde Spielvergnügen. Es bleibt also abzuwarten, in welchen Intervallen und zu welchem Preis neue Mystery House Abenteuer erscheinen. Immerhin wird das Spielzubehör in Mystery House beim Spielen nicht zerstört – so lassen sich die Abenteuer anschließend wieder verkaufen oder gegen andere Abenteuer tauschen. Insofern wird es Zeit, dass neue Abenteuer auf den Markt kommen. Wir sind gespannt!

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originaliltät / Idee
85 %
Spielzubehör
70 %
Langzeitspaß
80 %
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