Unser Bericht zu Pandemic Legacy Season 2 umfasst nur Bilder und Informationen zum Spiel, die man nach dem Öffnen der Schachtel und dem Lesen der Anleitung noch vor der ersten Partie erhält. Über fortgeschrittene Ereignisse im Spiel wird hier nichts verraten. Wer das Spiel alleine „entdecken“ möchte, sollte aber an dieser Stelle nicht weiterlesen.

Genau 71 Jahre sind vergangen. Die Welt von einst ist Geschichte und die Suche nach einem Heilmittel geht weiter. Pandemic Legacy Season 2 knüpft direkt an seinen Vorgänger an und erzählt die erlebte Geschichte konsequent weiter. Die meisten Städte der Welt waren untergegangen oder aus der Erinnerung der Menschen verschwunden. Einige Überlebende der Seuche wohnen seit Generationen auf den Meeren, auf schwimmenden Inseln, die sie Zufluchten nennen. Von hier aus versorgten sie die wenigen bekannten Städte mit Nahrung und Medikamenten.

Doch die Vorräte gingen zuneige. Die Anführer der Zufluchten brachen zu einem Treffen auf, um den aktuellen Notstand zu besprechen, aber kehrten von ihrer Reise nicht mehr zurück. Neue Anführer wurden bestimmt – die Spieler – um die Versorgungslinien zu den Städten aufrecht zu halten und nach einer Rettung für die Welt und Informationen zu den Geschehnissen zu suchen. An dieser Stelle beginnt nun das Spiel.

Wir wollen nicht zu viel verraten, darum sei nur soviel gesagt: Pandemic Legacy Season 2 greift das grundsätzliche Spielprinzip von Pandemie auf – macht hier aber bei Weitem nicht halt und stellt einige Dinge gänzlich auf den Kopf. Beispielsweise werden primär keine Seuchenwürfel aus Städten entfernt, sondern vielmehr Versorgungswürfel hineingelegt. Das Autorenteam hat sich hier wieder viele neue Dinge überlegt. Man kann sich also wieder auf ein spannendes, dynamisches und kooperatives Spiel freuen, das sich mit nahezu jeder Partie weiterentwickelt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Spiel gewonnen werden konnte oder verloren ging. So oder so wirken sich die Ereignisse jedes Spiels auf den Spielplan und die beteiligten Charaktere aus. Städte werden wieder aufblühen oder ganz zerfallen, Charaktere erhalten neue Fähigkeiten, aber auch Narben und können im schlimmsten Fall auch sterben.

Über den Legacy-Stapel und das versiegelte Spielzubehör werden zudem regelmäßig neue Aufgaben und Spielregeln eingeführt. Die eigentliche Geschichte des Spiels wird ebenfalls über die Legacy-Karten vorangetrieben. Hier dürfen sich die Spieler auf die eine oder andere überraschende Wendung freuen. Und spannend ist es auch, versprochen!

Ein paar Worte noch zum zeitlichen Rahmen. Gespielt wird über ein Jahr, von Januar bis Dezember. Dem voran geht noch ein Prolog, der aber keine Auswirkungen auf das Spiel(-feld) hat. Gewinnen die Spieler die erste Partie eines Monats, geht es mit dem Erzählstrang direkt im nächsten Monat weiter. Geht die erste Partie eines Monats verloren, wird dieser genau einmal wiederholt. Verlieren die Spieler erneut, geht es trotzdem im nächsten Monat weiter. Die gesamte Geschichte und somit das Spiel lässt sich also mit mindestens 12 Partien (wenn man immer gewinnt) und maximal 24 Partien (wenn man immer verliert) absolvieren.

Am Ende erwartet die Spieler noch eine Bewertung ihrer gesamten Spielleistung. Hier entscheidet sich, ob sie einmal mehr das Unheil abwenden und den versprengten Rest der Menschheit retten konnten. Und sie erfahren auch, aber nein, lasst euch überraschen!

Infos zum Spiel

Spielverlag: Z-Man Games
Spielautor: Matt Leacock und Rob Daviau
Erscheinungsjahr: 2017

Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten / Spiel

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Spielzubehör zu Pandemic Legacy Season 2

Spielzubehör von Pandemic Legacy Season 2.
Spielzubehör von Pandemic Legacy Season 2.
  • 1 Spielplan
  • 1 Infektionsmarker
  • 1 Vorfallmarker
  • 3 Fortschrittsmarker
  • 4 Spielfiguren
  • 6 Dossiers und 2 Stickerbögen
  • 2 Prologkarten
  • 4 Hilfsarbeiterkarten
  • 8 Übersichtskarten
  • 10 Charakterkarten
  • 27 Infektionskarten
  • 53 Spielerkarten (inklusive Stadt-, Ereignis- und Epidemiekarten)
  • 82 Pandemic-Legacy Karten
  • 9 Versorgungszentren
  • 8 Seuchenwürfel
  • 36 Versorgungswürfel
  • 1 Spielkalender (in der Spielregel)

Weiteres Spielzubehör kommt über die 8 enthaltenen, versiegelten Pakete zu festgelegten Zeitpunkten ins Spiel.

Spielregeln und Überblick zu Pandemic Legacy

Spielvorbereitungen

Die erste Partie von Pandemic Legacy Season 2 beinhaltet noch kein klassisches Kampagnenspiel. Vielmehr werden die Spieler über ein eigenständiges Prolog-Szenario in die veränderten Spielabläufe eingeführt. Auch erfahrene Pandemie-Spieler sollten sich hier die Zeit für den Prolog nehmen, da sich Season 2 doch ganz anders spielt, als sein Vorgänger oder das Pandemie-Basisspiel.

In späteren Partien kommen dann, ähnlich wie in Legacy Season 1, regelmäßig neue Spielelemente und Regel-Erweiterungen hinzu, auf die wir jetzt noch nicht eingehen wollen. Das neue Zubehör und die Ergänzungsregeln werden wieder in überschaubaren Portionen eingeführt. Mittels Aufkleber werden die neuen Regeln direkt in die Spielanleitung geklebt, damit man nichts vergisst. Und auch neue Karten und Spielplanelemente kommen hinzu.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, den Prolog und alle 12 Monate der Legacy-Geschichte zu durchlaufen und dabei möglichst alle erforderlichen Aufgaben erfolgreich zu lösen.

Der Spielablauf entspricht dabei im Wesentlichen den Abläufen aus Pandemie oder Pandemic Legacy Season 1: Jeder Spieler übernimmt einen selbst erstellten Charakter, der zu Beginn über eine besondere Fähigkeit verfügt. Beispielsweise kann er/sie leichter Stadtkarten mit den Mitspielern tauschen, Versorgungszentren errichten oder andere Spielfiguren bewegen und so deren Reisezeit verkürzen.

In einem Spielzug durchläuft jeder Spieler immer vier Phasen: eine Gefährdungsphase (1), in der ein Spieler überprüft, ob sein Charakter an seinem Ort einer Gefahr ausgesetzt wird. Ist dies der Fall, kann dieser eine Narbe erleiden oder sogar sterben. Dann folgt die Aktionsphase (2), in der er mit seinem Charakter bis zu 4 Aktionen auf dem Spielplan durchführen kann. In der Nachziehphase (3) werden neue Spielerkarten nachgezogen und offen in die eigene Auslage gelegt. Hierbei kann es auch zu Epidemien kommen, bei der immer eine neue Stadt in Mitleidenschaft gezogen wird. Zuletzt folgt die Infektionsphase (4), von der ebenfalls Städte auf der Landkarte betroffen sind.

Um eine Partie zu gewinnen, müssen alle für den jeweiligen Monat vorgegebenen Aufgaben erfüllt werden, beispielsweise alle notwendigen Versorgungszentren errichtet werden. In den meisten Monaten müssen die Spieler bis zu drei Aufgaben erfüllen, um den Monat erfolgreich abzuschließen. Ein Partie geht verloren, wenn beispielsweise die maximale Anzahl an Vorfällen (ehemals Ausbrüchen) erfolgt ist oder der Stapel an Spielerkarten aufgebraucht ist.

Neue Elemente in Pandemic Legacy Season 2

Neben einigen Parallelen zu Pandemie beinhaltet Pandemic Legacy Season 2 auch zahlreiche neue Spielelemente , die es zu entdecken gilt. So wird über einen Spielzeitraum von einem Jahr gespielt. Die erste Partie spielt im Januar, das Spiel endet im Dezember.

Der Jahreskalender. Der Prolog und die ersten 4 Monate wurden bereits gespielt.
Der Jahreskalender. Der Prolog und die ersten 4 Monate wurden bereits gespielt.

Gewinnen die Spieler gleich die erste Januar-Partie, geht es direkt mit dem Februar weiter. Verlieren sie dagegen die erste Januar-Partie, dürfen sie diese noch genau einmal wiederholen. Sollten sie wieder verlieren, geht es anschließend im Februar weiter.

Für einen vollständigen Durchlauf müssen also mindestens 12, allerdings auch höchstens 24 Partien gespielt werden. Jeder Monat stellt die Spieler dabei vor unterschiedliche Aufgaben, die es zu meistern gilt.

Der neue Legacy Stapel und der Prolog.
Der neue Legacy Stapel und der Prolog.

Der Legacy-Stapel ist das Herzstück des Spiels. Hier wird zunächst einmal die spannende Rahmenhandlung des Legacy-Spiels vorangetrieben. Der Stapel enthält neben der Geschichte aber auch neue Aufgabenkarten und diverse Boni, die man für erfolgreich absolvierte Partien erhalten kann. Über den Legacy-Stapel erhalten die Spieler auch Informationen darüber, wann sie welches zusätzliche Spielzubehör öffnen dürfen oder zerstören sollen.

Hinter den Dossiers verbergen sich viele neuen Informationen und Regelerweiterungen.
Hinter den Dossiers verbergen sich viele neuen Informationen und Regelerweiterungen.

Dossiers und Sticker: Die zwei großen Stickerbögen sind bereits zu Spielbeginn vollständig sichtbar und beinhalten zahlreiche Aufkleber zum Erstellen der Charaktere und zum Festhalten von „Spielfortschritten“. Die Sticker werden im Spielverlauf auf den Spielplan, die Charakterkarten und auch in die Spielanleitung geklebt. Über die nummerierten Dossiers kommen ebenfalls neue Elemente ins Spiel. Über die Legacy-Karten erhalten die Spieler die Informationen, wann welche Dossiernummer geöffnet werden darf.

Spielfortschritte und Zubehör gelangen über die Pakete ins Spiel.
Spielfortschritte und Zubehör gelangen über die Pakete ins Spiel.

Die Pakete: Hierin verbirgt sich natürlich auch weiteres Spielzubehör, dass ebenfalls über die Legacy-Karten oder durch Erfolge auf dem Spielplan zu festgelegten Zeitpunkten ins Spiel gelangt. Man kann auch sagen: jedes Mal, wenn eine Paket geöffnet werden darf, macht die Legacy-Geschichte einen großen Schritt nach vorne. Neue Informationen gelangen in die Hände der Spieler und neues Spielmaterial darf gesichtet und teilweise sofort eingesetzt werden. Mal ganz abgesehen von der Spannung, die vor dem Öffnen einer der acht Schachteln entsteht.

Aus ehemals Städten werden Zufluchten auf offener See.
Aus ehemals Städten werden Zufluchten auf offener See.

Von ehemals blühenden Städten zu Zufluchten: Die Spieler beginnen das Spiel in sogenannten Zufluchten. Das sind schwimmende Inseln, denen die Spieler auch eigene Namen geben dürfen. Von den Zufluchten aus gibt es Seeverbindungen zu den wenigen bekannten Städten, die der Seuche bisher stand gehalten haben. Die Zufluchten sind auch die Heimatort der neu zu schaffenden Charaktere.

Neue Charaktere werden individuell erstellt.
Neue Charaktere werden individuell erstellt.

Die Charakterkarten: Zehn Charakterbögen liegen dem Spiel bei. Fünf davon werden bereits vor dem ersten Spiel erstellt. Das bedeutet, fünf Charaktere erhalten ein Passfoto und eine Sonderfähigkeit. Weiter dürfen die Spieler ihnen Namen und einen Geburtsort geben und auch das Alter des Charakters benennen. Einige Felder bleiben frei. Die meisten davon für künftige Fähigkeiten und Narben. Eins jedoch auch für den Sterbeort des Charakters.

Die Wendepunktkarten: Neu in Pandemic Legacy Season 2 sind die Wendepunktkarten. Auf diesen befinden sich Bedingungen und Rubbelfelder. Tritt bei Spielende eine der Bedingungen auf den Karten ein, beispielsweise ist es das vierte verlorene Spiel in Folge, dann darf das Feld freigerubbelt werden. Den Anweisungen dahinter müssen die Spieler dann folgen.

Erfahrungsbericht und Fazit zum Spiel

Der Einstieg in die erste Partie kostete uns überraschend mehr Zeit, als wir anfangs erwartet hätten. Dem Autoren-Duo ist es gelungen, uns (eigentlich alle Pandemic-Vielspieler) ordentlich zu überraschen, stellt Pandemic Legacy Season 2 das eigentliche Spielkonzept dann doch ein wenig auf den Kopf. Beispielsweise ist von der erwarteten Weltkarte oder irgendwelchen Seuchen kaum etwas zu sehen. Stattdessen starten wir mit nur wenigen Orten, die mit Waren versorgt werden müssen. Auch die eigenen Charaktere lassen sich individueller – will sagen, komplett eigenständig – erstellen. So begannen wir auch gleich mit dem Bekleben der ersten Sticker und dem Beschriften unserer Charaktere.

Ähnlich wie bei Season 1 wurden auch in der Fortsetzung die wesentlichen Legacy-Komponenten auf den ersten Seiten der Spielanleitung vorbildlich erläutert. Weiter startet man nicht direkt mit der Kampagne, sondern mit einem Prolog, dessen Spielausgang noch keine schlimmeren Konsequenzen für die Weltkarte oder die Spieler nach sich zieht. Hier wird das neue bzw. veränderte (Spiel-)Handwerk vermittelt. Es empfiehlt sich, hier so lange zu üben, bis man den Prolog gewinnen konnte. In der Kampagne wird es nämlich garantiert nicht leichter.

Vom Auspacken, Material sichten, Spielregeln bzw. Änderungen lesen und dem Spielstart vergingen circa 1-1,5 Stunden. Es fühlte sich gut an, so langsam wieder in die Pandemic-Welt einzutauchen. Nach dem gewonnenen Prolog ging es dann endlich richtig los.

Das erste Kampagnen-Spiel: Die erste Aufgabe erschien leicht und machbar. Verloren haben wir das erste Spiel trotzdem. Was war passiert? Zu Beginn der ersten Kampagne sind noch recht wenige Städte im Infektions-Kartenstapel. So wurden dieselben Städte in recht schneller Abfolge immer wieder und wieder infiziert. Bei den Spielvorbereitungen hatten wir uns leider (trotz Übung im Prolog) von unseren Pandemie-Erfahrungen leiten lassen und die Vorratswürfel schon zu Beginn nicht optimal verteilt. Zudem haben wir uns zu sicher gefühlt und den Fokus gleich zu Beginn nur auf das Erfüllen der Aufgabe gelegt. Die Vorfälle (ehemals Ausbrüche) häuften sich. Am Ende sind wir der Lage nicht mehr Herr geworden. Den Fehler haben wir zum Glück nur einmal gemacht.

Ähnlich wie bei Legacy Season 1 hatte unsere Spielweise Folgen für den Zustand der (Spiel-)Welt. Erste Sticker mussten auf den Spielplan geklebt werden. Die Folgepartie wurde mit zwei zusätzlichen Karten subventioniert und somit leichter. Am Ende durften wir zudem Punkte verteilen und damit Charaktere, Karten oder Spielplanelemente verbessern. Die Wiederholung des ersten Kampagnenmonats haben wir dann recht locker gewonnen.

Nach einigen Partien haderten wir immer noch ein wenig mit dem Spiel. Nach einigen gewonnenen Spielen kam es zu einer Serie von drei verlorenen Partien am Stück. Jedes dieser Spiel ging quasi kurz vor dem sicher geglaubten Sieg noch verloren – jeweils in der letzten Infektionsphase, bevor der nachfolgende Spieler die Partie hätte erfolgreich beenden können. Zugegeben, hier kam ein wenig Frust auf, der aber direkt in eine „Jetzt erst recht“-Motivation überging. Man kann es auch Trotz nennen 🙂 Trotz der verlorenen Spiele entwickelte sich die Geschichte des Spiels weiter, der Spielplan wurde um einige Sticker reicher und ja, es machte trotz der Niederlagen richtig viel Laune.

Wir haben uns da auch nochmal unseren Spielkalender aus Season 1 angesehen (hier nachzulesen). Und siehe da, ebenfalls drei aufeinander folgende Niederlagen in der ersten Spielhälfte. Das kann natürlich alles nur ein Zufall sein. Der Verdacht liegt aber nahe, dass es die Autoren genau darauf abgesehen haben, um ihre Geschichte in die richtigen Bahnen zu lenken.

Halbzeit: Wir hatten die Mitte des Jahres erreicht. Die Monate Mai und Juni wurden in kurzen Partien schnell gewonnen. Durch die Niederlagenserie davor hatten wir natürlich einige Subventionskarten mehr im Stapel (hier rationierte Ereignisse), die uns in der einen oder anderen Situation sehr gelegen kamen. Gefühlt hatten wir – trotz einiger neuer Ereignisse und Herausforderungen – das Spielgeschehen wieder gut im Griff. Da sich die Hauptaufgaben in den letzten Spielmonaten kaum verändert hatten, kam langsam auch ein Hauch von Routine auf. Trotzdem schafften wir es neben dem routiniert abgespulten „Tagesgeschäft“ aber nicht, alle bereits bekannten, möglichen Optionen im Spiel auszuführen. Für einige Suchen und Aufklärungen hatten wir schlichtweg keine Zeit. Und zu viel Risiko wollten wir auch nicht mehr eingehen.

Nach ungefähr 3/4 der Story konnten wir einige neue Aufgaben erfüllen, die Weltkarte und unsere Charaktere erweitern. Leider mussten wir hier auch die eine oder andere Narbe hinnehmen. Und neue Helfer schlossen sich unserem Team an. Die Geschichte schritt schnell voran und die zugespielten Informationen sowie die neuen Aufgaben ließen uns ein wenig spekulieren, worauf das Spielende wohl abzielen könnte. Das Spiel an sich blieb anspruchsvoll und fordernd, ohne dass wir nochmal an den Punkt des Unmöglichen getrieben worden sind. Unterm Strich wurde es aber immer spannender.

Das Ende: In den letzten Monaten kommt nun immer mehr Licht ins Dunkel. Die eine oder andere neue Information baute große Brücken zur Geschichte des Vorgängerspiels. Wir waren begeistert. Weiter kam die für lange Zeit aktive Hauptaufgabe unseres Teams endlich aus dem Spiel und wurde durch eine nicht weniger herausfordernde Aufgabe ersetzt. Damit wurde leider auch einer unserer wichtigsten Charaktere ein wenig überflüssig, beziehungsweise seiner Sonderfähigkeiten beraubt. Wir sind dem Charakter trotzdem treu geblieben. Zurecht, da er uns im finalen Monat Dezember noch einmal so richtig aus der Patsche helfen konnte. Zum Finale lässt sich sagen: Das war richtig anspruchsvoll. Zum Glück haben wir den Dezember gleich im ersten Anlauf gewonnen. Denn eine zweite Finalrunde hätten die Charaktere und einige Orte auf dem Spielplan mit Sicherheit nicht überlebt.

Unser Spielergebnis: Insgesamt haben wir bis zum Spielsieg 18 Partien absolviert. Drei Partien gingen dabei – wie gesagt –  im letzten Spielzug eher unglücklich verloren. 6 Charaktere haben wir eingesetzt, einer davon musste sich in der letzten Partie für die Rettung der Welt opfern. Alle anderen Charaktere haben Narben davongetragen. Unsere finale Punktausbeute lag bei 759 (wer Pandemic Legacy Season 2 gespielt hat, sollte mit der Zahl was anfangen können). Wir waren damit zufrieden.

Muss man zuerst Pandemic Legacy Season 1 spielen? Nein, man kann auch direkt mit dem zweiten Legacy-Spiel starten. Die Einführungsgeschichte und alle Spielregeln werden auch hier vollständig erläutert. Aber: Pandemic Legacy ist als Trilogie angelegt. Der letzte Teil erscheint voraussichtlich 2019. Wer die gesamte Geschichte erleben möchte, sollte mit dem ersten Teil beginnen. Auch Season 1 ist grandios (siehe hier).

Kann man Pandemic Legacy Season 2 mehrmals spielen? Klares nein. Im Spielverlauf wird das Spielzubehör beschriftet, überklebt und manchmal auch zerstört. Man spielt also maximal 24 Partien (wenn man immer verliert) und mindestens 12 Partien (wenn man immer gewinnt). Ein zweiter Durchlauf mit dem gleichen Zubehör ist nicht möglich. Und vermutlich auch nicht sonderlich spannend, da die Geschichte bereits bekannt ist.

Hat es sich insgesamt gelohnt? Auf jeden Fall, und zwar jede einzelne Minute. Schon die erste Partie stellte das normale Pandemie-Spiel auf den Kopf, ohne dabei zu viel am eigentlichen Pandemie-Spielmechanismus zu verändern. Die Rahmenhandlung wurde über den Legacy-Stapel kontinuierlich weitererzählt, neue Regeln wurden in kleinen Portionen unauffällig in das Spiel integriert. Selbst verlorene Partien machten viel Spaß und weckten unseren Ehrgeiz.

Durch das Erhöhen/Senken der Rationierten Ereignisse (Subventionen) und das Verteilen von Belohnungen (auch bei Niederlagen!) passte sich der Schwierigkeitsgrad des Spiels vorbildlich an die Leistungen der Spieler an. Es war (fast) nie unmöglich zu gewinnen und auch selten zu einfach. Jeder Spielmonat war auf seine Art eine spannende und abwechslungsreiche Herausforderung.

Auch wirkte insbesondere jede verlorene Partie lange nach. So wurde auch Stunden später noch diskutiert, was man in der Wiederholungspartie besser machen könnte. Vielleicht Charaktere tauschen? Wurde gewonnen, so wurde oft bereits darüber philosophiert, wie die Geschichte wohl weitergeht. Die Neugier auf die nächsten Legacy-Karten war stets hoch.

Möchte man unbedingt etwas kritisieren, dann sind das die Rubbelfelder auf den Spielerkarten. Diese hinterlassen ordentlich Dreck auf dem Spieltisch und auf einigen Karten war der freigerubbelte Text nur schwer lesbar. Weiter gibt es eine zwingende Aufgabe, die uns über sehr viele Monate des Spiels unverändert begleitet hat. Hier wäre noch mehr Abwechslung wünschenswert. Ansonsten liefern die Autoren und alle Beteiligten ein nahezu perfektes Spiel ab. Gemessen an Season 1 wurde bei Pandemic Legacy Season 2 nochmal eine Schippe draufgelegt. Für uns das bisher beste Legacy-Spiel. Grandios!