Nein. Bei Hol’s der Geier handelt es sich um kein neues Spiel. Seit über 30 Jahren wird das beliebte Kartenspiel von Alex Randolph immer wieder gerne neu aufgelegt. So geschehen nun bei Amigo. Am Spielablauf hat sich dabei nichts geändert. Hol’s der Geier bleibt sich hier seit Generationen treu. Doch bezüglich Kartengröße und Gestaltung hat sich hier einiges getan. Hol’s der Geier wird mit seiner Neuauflage kompakter und bunter.

Gespielt wird eine Partie über genau 15 Runden. Dabei wird in jeder Runde um eine Punktekarte gespielt. Auf dieser sind entweder Plus- oder Minuspunkte abgebildet. Die Pluspunkte will natürlich jeder Spieler haben, während die Minuspunkte eher vermieden werden. Dumm nur, wenn man dan die richtige Karte zum falschen Zeitpunkt legt.

Genau 15 Handkarten bekommt jeder Spieler zu Beginn auf die Hand. Jede Karte verfügt über einen Wert zwischen 1 und 15. Und jeden dieser Werte darf ein Spieler pro Partie genau einmal einsetzen.

Ein Runde läuft dann so ab. Eine Punktekarte wird aufgedeckt. Jetzt sehen die Spieler, ob es in dieser Runde Pluspunkte zu gewinnen oder Minuspunkte zu vermeiden gibt. Jeder Spieler wählt nun genau eine Karte aus seiner Hand aus und legt sie verdeckt vor sich ab. Haben das alle gemacht, werden die Karten umgedreht und der „Gewinner“ der Runde ermittelt.

Bei Karten mit Pluspunkten gewinnt jeweils der Spieler, der die Karte mit dem höchsten Wert ausgelegt hat. Bei Minuspunkten erhält der Spieler die Punktekarte, der die niedrigste Handkarte ausgelegt hat. Soweit kein Problem. Haben aber zwei oder mehr Spieler Karten mit dem gleichen Wert ausgelegt, werden ihre Karten in der Runde nicht berücksichtigt. Es gewinnt dann jeweils der Spieler, der die Karte mit dem alleinigen höchsten bzw. niedrigsten Wert ausgespielt hatte. Die gewonnenen Punktekarten legt jeder Spieler offen vor sich ab.

Nach 15 Runden endet das Spiel. Jeder Spieler zählt seine Punkte zusammen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie. Dich gibt es auch hier wieder einen Gleichstand, gewinnt der Spieler mit den alleinigen meisten Punkten.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Amigo
Spielautor: Alex Randolph
Erscheinungsjahr: 2018

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 20 Minuten

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Spielzubehör von Hol’s der Geier

Die Spielkarten von Hol's der Geier (Neuauflage 2018)
Die Spielkarten von Hol’s der Geier (Neuauflage 2018)

75 Spielkarten in 5 Sets/Farben. Jedes Set besteht aus je einer Karte mit den Werten 1 – 15.

15 Punktekarten auf denen entweder Pluspunkte oder aber ein Geier und somit Minuspunkte abgebildet sind.

Spielregeln zu Hol’s der Geier

Spielvorbereitungen

Die Spielvorbereitungen gehen schnell.
Die Spielvorbereitungen gehen schnell.

Die Spielerkarten werden nach Farben sortiert und gestapelt. Jeder Stapel besteht am Ende aus 15 Karten gleicher Farbe mit den Werten von 1 – 15.

Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt alle Spielkarten des Sets verdeckt auf die Hand.

Die Punktekarten werden gemischt und als verdeckter Stapel in die Tischmitte gelegt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Runden verteilt die eigenen Spielkarten geschickt auszuspielen, so dass man möglichst viele Erdmännchen (also Pluspunkte) und so wenig Geier (also Minuspunkte) wie möglich sammelt.

Das Spiel wird über 15 Runden gespielt, also bis alle Spieler ihre Handkarten eingesetzt haben. Jede Runde besteht dann aus drei schnellen Phasen. Zunächst wird eine Punktekarte aufgedeckt (1), dann legt jeder Spieler genau eine Karte verdeckt vor sich ab (2), zuletzt werden die Karten aufgedeckt und der Gewinner der Runde ermittelt (3).

1. Eine Punktekarte aufdecken – Erdmännchen oder Geier?

Ein beliebiger Spieler deckt die oberste Karte des Stapels mit den Punktekarten auf. Dabei gibt sich entweder ein Erdmännchen oder ein Geier zu erkennen. Folge Plus- oder Minuswerte können dabei zum Vorschein kommen.

Die Plus- und Minuspunkte in Hol's der Geier.
Die Plus- und Minuspunkte in Hol’s der Geier.

Die Erdmännchen bedeuten Pluspunkte mit den Werten +1 bis +10. Um diese zu gewinnen, muss ein Spieler die Spielkarte mit dem alleinigen höchsten Wert auslegen.

Die Geier bringen dem Spieler dagegen Minuspunkte von -1 bis -5 Punkte ein. Um am Ende der Runde nicht die Minuspunkte zu erhalten, darf man keinesfalls die Karte mit dem alleinigen niedrigsten Wert auswählen.

2. Spielerkarten auswählen und verdeckt ablegen

Nachdem klar ist, ob in der Runde um einen Geier oder ein Erdmännchen gespielt wird, wählt jeder Spieler genau eine seiner Handkarten aus und legt sie zunächst verdeckt vor sich ab. Die folgenden Karten hat jeder Spieler zu Spielbeginn auf der Hand.

2. Spielerkarte aus allen Karten auswählen uns verdeckt ablegen.
2. Spielerkarte aus allen Karten auswählen uns verdeckt ablegen.

Tipp: In der ersten Runde haben alle Spieler noch dieselben Kartenwerte auf der Hand. Das Glück spielt hier ordentlich mit. Mit jeder weiteren Runde reduziert sich jedoch die Kartenauswahl. Wer hier ein wenig aufpasst, welche Karten die Mitspieler bereits abgelegt haben, kann sein Glück in den letzten Spielzügen ein wenig erzwingen.

3. Karten aufdecken und Gewinner ermitteln

Alle Spieler decken ihre Karte auf. Jetzt wird überprüft, wer die Pluskarte nehmen darf beziehungsweise wer die Minuskarte nehmen muss.

Eine Punktekarte wird aufgedeckt - dabei kann ein Erdmännchen oder ein Geier zum Vorschein kommen.
Eine Punktekarte wird aufgedeckt – dabei kann ein Erdmännchen oder ein Geier zum Vorschein kommen.

Liegt ein Erdmännchen in der Tischmitte, dann gewinnt der Spieler, der die Karte mit dem höchsten Wert ausgelegt hat. Haben zwei Spieler denselben höchsten Wert gelegt, werden ihre Karten ignoriert. Der Spieler mit dem alleinigen nächsthöheren Wert gewinnt.

Liegt ein Geier in der Tischmitte, dann erhält der Spieler die Minuspunkte, der die Karte mit dem niedrigsten Wert ausgelegt hat. Haben zwei Spieler denselben niedrigsten Wert gelegt, werden ihre Karten nicht berücksichtigt und der Spieler mit dem alleinigen niedrigsten Wert muss die Minuspunkte aufnehmen.

Sollten einmal nur Gleichstände ausliegen, dann gewinnt kein Spieler die Runde. Die Punktekarte bleibt in der Tischmitte liegen. Es wird normal weitergespielt, nur dass in der Folgerunde dann um zwei Punktekarten gespielt wird.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spiel endet nach genau 15 Runden. Jetzt zählen alle Spieler ihre Plus- und Minuspunkte zusammen. Der Spieler mit den insgesamt meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Sollte auch hier Gleichstand herrschen, wird der Gewinn nicht geteilt. Stattdessen gewinnt der Spieler mit den alleinigen meisten Punkten. Auch wenn das Minuspunkte sind.

Fazit zum Kartenspiel Hol’s der Geier

Hol’s der Geier weiß seit Jahrzehnten zu begeistern. So auch in dieser Auflage von Amigo, bei der zum Glück nicht in das Spielkonzept eingegriffen wurde. Die Spielregeln und der Ablauf sind identisch mit den früheren Ausgaben. Bedeutet, das Spiel ist schnell erklärt, schnell verstanden und vor allem bei neuen Runden auch immer schnell aufgebaut. In Anbetracht der kurzen Spieldauer ist eigentlich immer Zeit für eine Runde Hol’s der Geier.

Wirklich geändert hat sich in der neuen Auflage zunächst einmal die Größe der Karten und der Spielbox (vor allem gegenüber den Veröffentlichungen von Ravensburger / F.X. Schmid). Das Kartenspiel passt nun in die für Amigo bekannte Spielbox und ist somit um einiges kompakter. Die Qualität der Karten ist dabei sehr gut.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Illustrationen der Neuauflage. Aus dem alten Thema „Mäuse und Geier“ wird nun das Thema „Erdmännchen und Geier“. Auch fallen die neuen Karten deutlich bunter und moderner aus. Besonders schön ist, dass jede Punktekarte – egal ob Erdmännchen oder Geier – eine eigene Illustration bekommen hat. Auch wurde die Altersempfehlung von ursprünglich ab 10 Jahren auf nun ab 8 Jahren herabgesetzt.

Der Neuanstrich tut dem Spiel ungemein gut. Wie bereits erwähnt, hat sich am Spielprinzip nichts geändert. Der Spaß steigt mit steigender Anzahl der Spieler. Mindestens zu dritt sollte man schon sein, idealerweise sollte man Hol’s der Geier in Vollbesetzung spielen, da hier die eigentliche Spielmechanik gut greift und relativ häufig doppelte Karten abgelegt und somit bei der Bewertung ignoriert werden. Da kann man sich dann so richtig ärgern oder eben auch freuen.

Während Erwachsene vielleicht mehr taktieren, gewinnt mitunter trotzdem mal das Kind – und sei es durch pures Glück. Spaß genug für jedes Alter und auch im Spiel zwischen mehreren Generationen steckt in dem Spiel auch nach über 30 Jahren noch drin. Wer gerne kurzweilige Kartenspiele wie beispielsweise 6 nimmt! mag, der kann hier eigentlich nichts verkehrt machen. Hol’s der Geier – einfach immer wieder gut!

– Herzlichen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
80 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
90 %
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