Im kooperativen Bauspiel Menara schlüpfen die Spieler in die Rolle von Forschern. Auf ihrer Tour durch die grüne Hölle von Menara stoßen sie auf die Überreste eines alten Bauwerks, das vor vielen Generationen einmal ein prachtvoller Tempel gewesen sein muss. Auf den Mauern der Ruine befinden sich seltsame Glyphen und auch die alten Baupläne des Tempels liegen plötzlich in den Händen der Forscher. Die wagen sich sofort an den Neuaufbau des Tempels. Doch jeder Baufehler wird sofort bestraft – als läge ein Fluch auf diesem Ort.

Gemeinsam machen sich die Spieler in Menara ans Werk. Eine Auslage an Etagenkarten gibt vor, wie hoch der Tempel mindestens werden muss. Ausgerüstet mit farbigen Säulen aus Holz und drei ausgliegenden Tempelböden geht es los. Auf jedem Boden sind mehrere, ebenfalls farbige Sockel markiert. Auf jeden Sockel muss die passende Säule gesetzt werden. Sind alle Sockel mit richtigen Säulen besetzt, wird ein neuer Tempelboden darauf abgelegt. So wächst und wächst der Tempel mit jeder Runde weiter nach oben.

Wann welche Säulen errichtet werden müssen/dürfen, entscheiden die alten Bauplankarten, die die Spieler vor immer neuer Herausforderungen stellen. Drei Stapel mit unterschiedlich schweren Bauplankarten stehen den Spielern zur Auswahl.

In seinem Spielzug deckt ein Spieler immer erst eine neue Bauplankarte auf. Kann er diese erfüllen, ist alles gut. Kann eine Bauplankarte mal nicht erfüllt werden, wird sie an die Reihe der Etagenkarten angelegt – und somit die benötigte Anzahl an Etagen für den Spielsieg erhöht. Jeder Baufehler verringert also die Wahrscheinlichkeit, dass die Spieler das Spiel am Ende noch gewinnen können.

Stürzt der Turm ein, geht die Partie verloren. Gehen den Spielern die Baupläne oder Tempelböden aus bevor der Tempel die richtige Höhe erreicht hat, geht die Partie verloren. Nur wenn der Tempel am Ende des Spiels die erforderliche Etagenanzahl erfüllt, ist der Fluch besiegt und die Partie ist gemeinsam gewonnen.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Zoch
Spielautor: Oliver Richtberg
Erscheinungsjahr: 2018

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 1 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

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Spielzubehör von Menara

Spielzubehör von Menara.
Spielzubehör von Menara.
  • 18 doppelseitige Tempelböden
  • 1 Basis-Camp
  • 5 Etagenkarten
  • 35 Bauplankarten
  • 30 gelbe Säulen
  • 20 rote Säulen
  • 12 schwarze Säulen
  • 8 weiße Säulen
  • 6 blaue Säulen
  • 1 Stoffbeutel

Ausführliche Spielregeln zu Menara

Spielvorbereitungen

Spielaufbau von Menara.
Spielaufbau von Menara.

Die Tempelböden werden beliebig gestapelt und in die Tischmitte gelegt. Die obersten 3 Böden werden daneben ausgelegt und zwar so, dass sie sich gegenseitig jeweils an zwei Punkten berühren. Das ist die Tempelbasis.

Die Etagenkarten werden in einer Reihe offen ausgelegt. Ihre Anzahl bestimmt den Schwierigkeitsgrad. 3 Karten für ein leichtes Spiel, 4 Karten für mittelschwer und 5 Karten für ein schweres Spiel.

Die Bauplankarten werden nach nach ihren Symbolen sortiert, getrennt gemischt und in drei Stapeln zu den Etagenkarten gelegt.

Die Säulen kommen in den Stoffbeutel.
Die Säulen kommen in den Stoffbeutel.

Das Basis-Camp wird für alle Spieler gut erreichbar in die Tiscmitte gestellt (vor dem ersten Spiel muss das noch zusammengebaut werden.)

Alle Säulen werden in den Stoffbeutel gelegt. Anschließend wird das Camp mit verdeckt gezogenen Säulen aus dem Stoffbeutel aufgefüllt. Zuletzt zieht jeder Spieler ebenfalls Säulen aus dem Stoffbeutel und legt sie in seinen eigenen Vorrat. Auch hier lässt sich über die Anzahl der Säulen der Schwierigkeitsgrad anpassen.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, gemeinsam den Tempel wieder aufzubauen. Hierzu müssen die Spieler möglichst alle Aufgaben der Bauplankarten fehlerfrei erfüllen, bis sie die erforderliche Anzahl an Etagen erreicht haben.

Das Spiel beginnt der Spieler, der zuletzt das oberste Stockwerk eines Gebäudes betreten hat. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so durchläuft er in seinem Spielzug vier Phasen: er darf eigene Säulen mit Säulen aus dem Basis-Camp tauschen (1), er muss eine Bauplankarte aufdecken (2), er muss die Aufgabe der Bauplankarte mit seinen eigenen Säulen erfüllen (3) und er muss neue Säulen aus dem Stoffbeutel nachziehen (4).

Säulen mit dem Basis-Camp tauschen

Bei Spielbeginn wurde das Camp bereits mit sechs verdeckt gezogenen Säulen aufgefüllt.

Das Camp - der Tauschplatz für die Säulen.
Das Camp – der Tauschplatz für die Säulen.

In seinem Spielzug darf ein Spieler (bevor er die Bauplankarte zieht!) beliebig viele eigene Säulen gegen Säulen aus dem Camp tauschen.

Da die freien Bauplatze der Tempelböden bekannt sind, kann ein Spieler sich so die richtigen Säulenfarben sichern oder dem nachfolgenden Spieler vorrausschauend schon passende Säulen aus seinem Vorrat bereitsstellen, die er sich  dann zu Beginn seines eigenen Spielzuges im Camp holt.

Eine neue Bauplankarte aufdecken

Drei verschiedene Stapel an Bauplankarten stehen zur Auswahl. Jeder Stapel birgt seine eigenen Herausforderungen. Manche davon lassen sich insbesondere zu Beginn des Spiels noch gar nicht lösen.

Baupläne in drei Schwierigkeitsgraden stehen zur Auswahl.
Baupläne in drei Schwierigkeitsgraden stehen zur Auswahl.

Baupläne mit blauen Glyphen sind in der Regel leicht zu lösen, Baupläne mit gelben Glyphen schon etwas schwerer und die Pläne mit roten Glyphen richtig knifflig.

Der Spieler entscheidet sich für einen Schwierigkeitsgrad und deckt die oberste Bauplankarte des entsprechenden Stapels auf.

Beispiele (siehe Bild): bei der leichten Aufgabe links mit den zwei Säulen muss der Spieler zwei Säulen auf einem Tempelboden errichten. Bei der mittleren Aufgabe muss der Spieler soviele Säulen erreichten, dass alle Bauplätze eines Tempelbodens bebaut wurden. Die schwere Aufgabe rechts ist dagegen erst erfüllt, wenn der Spieler drei Säulen seiner Wahl von einer unteren Etage heraus nimmt und auf höheren Etage wieder verbaut.

Tipp: So lange die Spieler noch Säulen an der Tempelbasis errichten, sollten sie leichte Aufgaben wählen. Denn manche Aufgaben der gelben und roten Bauplankarten erfordern weitere Etagen, um erfüllt werden zu können.

Säulen errichten und Baupläne erfüllen

Ein Spieler darf grundsätzlich jeden bereits im Tempel verbauten Tempelboden benutzen, um seine Säulen zu errichten beziehungsweise, um seine Bauplanaufgabe zu erfüllen.

Jede Säule muss farblich passend errichtet werden.
Jede Säule muss farblich passend errichtet werden.

Hierzu nimmt der Spieler die Säulen aus seinem eigenen Vorrat (eventuell vorher noch im Camp tauschen) und platziert sie auf farblich passenden Sockeln des Tempelbodens.

Beispiel: Der Spieler hat eine gelbe Bauplankarte aufgedeckt und muss drei beliebige Säulen errichten. Er errichtet die gelbe, rote und weiße Säule auf dem untersten Tempelboden, der beim Spielaufbau bereits ausgelegt wurde. Alle drei Sockel des Bodens sind jetzt mit passenden Säulen besetzt.

Eine neue Etage wird eingezogen.
Eine neue Etage wird eingezogen.

Sobald alle Sockel eines Tempelbodens voll sind, muss eine neue Etage errichtet werden.

Der Spieler nimmt den obersten Tempelboden vom Nachziehstapel. Auf seiner gerade erfüllten Bauplankarte findet er helle oder dunkle Symbole. Diese zeigen an, ob der neue Tempelboden mit der hellen oder dunklen Seite nach oben auf die Säulen gelegt werden muss. Sind beide Symbole vorhanden, darf der Spieler sich für eine der beiden Seiten des Tempelbodens frei entscheiden.

Neue Säulen nachziehen

Am Ende seines Spielzuges zieht der Spieler immer so viele Säulen aus dem Stoffbeutel nach, wie er im Spielzug verbaut hat. Dann ist der nachfolgende Spieler an der Reihe.

Was passiert, wenn ein Bauplan nicht erfüllt werden kann?

Schwierige Situation. In diesem Fall wird die missglückte Bauplankarte an die Reihe der Etagenkarten angelegt. Der Bauauftrag der Spieler ändert sich somit, da nun eine weitere Etage für den Spielsieg erreicht werden muss. Zur Erinnerung: jede Etagenkarte steht für eine Etage, die bei Spielende errichtet worden sein muss. Mit jeder nicht erfüllten Bauplankarte muss der Tempel also eine Etage höher werden.

Wird ein Bauplanauftrag nicht erfüllt, darf der Spieler optional alle Säulen des Camps gegen neue Säulen aus dem Stoffbeutel austauschen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spiel endet, sobald ein Spieler am Ende seines Spielzuges nicht mehr ausreichend viele Säulen nachziehen kann oder wenn der letzte Tempelboden beziehungsweise die letzte Bauplankarte eingesetzt wurde.

Hat der Tempel jetzt die benötige Etagenanzahl erreicht, gewinnen die Spieler gemeinsam Menara. Sollten dabei einzelne Tempelböden eingestürzt sein, ohne den Tempel insgesamt zum Einsturz zu bringen, gewinnen die Spieler ebenfalls. Ist der Tempel aber zu niedrig oder zwischenzeitlich ganz eingestürzt, geht die Partie verloren.

Fazit zum kooperativen Brettspiel Menara

Der erste Blick auf Menara ließ uns zunächst an Villa Paletti denken, dem Spiel des Jahres 2002. Das Material bestand auch hier aus (Tempel-)Böden und vielen bunten, tragenden Säulen. Hier hören die Gemeinsamkeiten allerdings auch schon wieder auf. Bereits beim Einlesen in die Spielregel von Menara wurde uns schnell klar, dass wir ein gänzlich anderes Spiel vor uns liegen hatten.

Die Spielregel zu Menara startet erstmal mit der (mehr oder weniger wichtigen) Hintergrundgeschichte, führt die Spieler dann aber schnell in den Aufbau und die Regeln des Spiels ein. Die Symbole aller Bauplan-Karten werden schön erklärt und auch zahlreiche Beispiele und Tipps für die erste Partie sind in der Regel enthalten. Hier wurde sehr viel richtig gemacht. Der Einstieg in die erste Partie gelingt recht schnell.

Das Spielzubehör ist hochwertig und gefällt auf den ersten Blick. Alle Säulen sind aus Holz, die Tempelböden sehr stabil sowie bunt und die Spielkarten von handelsüblicher Qualität. Leider verlief der Zusammenbau des Basis-Camps nicht ganz ohne Probleme. Der Karton der Camp-Teile ist zwar erfreulich stabil, nur die die Einschnitte in den Plättchen sind so schmal, dass sich die Camp-Teile nur schwer ineinander schieben/drücken ließen. Hier sollte man sich Zeit nehmen, damit das Zubehör nicht schon vor dem ersten Spiel beschädigt wird. Des Weiteren ist der Stoffbeutel ein wenig zu klein. Zwar passen alle Säulen hinein, nur lassen sich die Säulen im Beutel gerade zu Beginn des Spiels kaum durchmischen. Zuletzt verfügt die Spielbox über keinerlei Trenner oder vorgefertigte Aussparungen. Das gesamte Spielzubehör fliegt also nach Belieben in der Schachtel herum.

Das Spiel selbst kam bei unseren Runden durchweg gut an. Die Regeln sind auch Wenigspielern schnell erklärt. Bauplankarte aufdecken, möglichst alle Anforderungen erfüllen ohne den Tempel zum Einsturz zu bringen und Säulen nachziehen. Da kooperativ gespielt wird, funktioniert Menara auch großartig in gemischten Spielgruppen und natürlich auch mit Kindern. Lange Wartezeiten gibt es zudem eigentlich keine, denn erstens gibt es immer etwas zu besprechen und zweitens macht es auch Spaß, den Mitspielern bei ihren Aktionen zuzuschauen. Abgesehen davon dauert auch jeder einzelne Spielzug weit weniger als eine Minute.

Das Glück spielt beim Aufdecken der Baupläne auch ein wenig mit. Zieht man beispielsweise gleich zu Beginn eine mittelschwere Karte, muss man eventuell Säulen in eine höhere Etage versetzen, obwohl diese noch gar nicht existiert. Das ist dann Pech und gehört zum Spielen dazu. Solch ein „Unglück“ lässt sich im Spielverlauf aber wieder egalisieren. Der Turm muss eben eine Etage höher werden – kein Problem. Ebenso kann man auch beim Nachziehen der Säulen so richtig Pech haben. Das lässt sich dann mit den Säulen im Basis-Camp ein wenig korrigieren, sofern alle Spieler ordentlich mit tauschen und das Camp mit guten Säulenfarben auffüllen. Für Interaktion ist also gesorgt.

Zuletzt spielt das Thema Geschicklichkeit noch eine große Rolle. Eine ruhige Hand und etwas Gespür beim Ausbalancieren der Tempelböden kann ebenfalls nicht schaden. Denn jeder Tempelboden ist individuell geformt und passt nicht immer optimal auf die aufgestellten Säulen. Hier heißt es dann, vorausschauend Bauen und nicht überhastet neue Etagen aufsetzen. Geduld ist in Menara eine Tugend.

Unter den kooperativen Brettspielen ist Menara eine wirklich sehr schöne Abwechslung. Wer Geschicklichkeitsspiele mag und auch gerne gemeinsam gegen das Brett spielt, der ist hier gut aufgehoben. Als Familienspiel ebenfalls eine Bereicherung für jeden Spieleschrank.

– Herzlichen Dank an Zoch für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
75 %
Spielzubehör
75 %
Langzeitspaß
90 %
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