Die Lemminge sind los und sprinten um die Wette. „Wer springt zuerst?“ ist das Motto dieses unterhaltsamen Wettrennens aus dem Hause Amigo. Alle Lemminge starten gleichzeitig und müssen rund um den Abgrund zahlreiche Hindernisse überwinden, bevor sie am Gipfel angekommen, den ersehnten Sprung ins kühlende Wasser wagen können.

Jeder Spieler übernimmt die Verantwortung für zwei Lemminge und muss diese durch Ablegen von Geländekarten schnellstmöglich an Hindernissen und anderen Lemmingen vorbei zum Gipfel bringen. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er entweder eine Handkarte eines von fünf Geländetypen ausspielen und einen seiner Lemminge bewegen oder er kann seine Kartenhand mit neuen Karten vom Nachziehstapel auffüllen.

Was die Sache etwas komplizierter macht, ist die Art und Weise, wie die Spieler Bewegungspunkte für ihre Lemminge erhalten. Mit dem ausgespielten Kartentyp bestimmt ein Spieler nämlich auch, auf welchem Geländetyp sein Lemming seine Bewegung beenden muss (Achtung! Wiese ist immer erlaubt). Zudem entscheidet die Ziffer auf der Karte, ob der Spieler nur um diesen Wert weiterziehen darf oder ob er sogar alle ausliegenden Geländekarten derselben Art addieren darf. Hier gilt es, die richtige Karte zum richtigen Zeitpunkt auszuspielen und ebenso, im rechten Moment die Kartenhand auszufüllen.

Bonusplättchen gibt es auch noch. Mit diesen darf man den Geländetyp eines Feldes auf dem Spielplan verändern und so sich selbst einen Vorteil verschaffen oder aber den gegnerischen Lemmingen ein weiteres Hindernis in den Weg legen. Und wenn einem ein anderer Lemming mal wieder den Weg versperrt, dann darf man diesen sogar unsanft beiseite befördern.

Gewinner ist, wer als erstes beide Lemminge zum Gipfel bringen konnte.

Das alles macht Lemminge zu einem sehr schönen und vor allem unterhaltsamen Brett- und Ärgerspiel für die ganze Familie.


Spielverlag: Amigo
Spielautor: Sebastian Bleasdale
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Lemminge

  • 1 Spielplan
  • 10 Lemminge (je 2 pro Spieler)
  • 5 Lemminkarten
  • 55 Geländekarten
  • 21 Bonusplättchen
  • eine Spielanleitung

Ausführliche Spielregeln zum Brettspiel Lemminge

Spielvorbereitungen

  1. Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt, so dass alle Spieler die Felder gut erreichen können.
  2. Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich die dazu passende Lemmingkarte und die beiden Lemminge. Die Karte legt jeder Spieler vor sich ab. Die Lemminge werden auf das Startfeld des Spielplans gestellt.
  3. Die Bonusplättchen werden nach Geländeart sortiert und neben dem Spielplan bereitgelegt.
  4. Pro Geländetyp wird eine Geländekarte mit dem Wert 2 neben den Spielplan gelegt.
  5. Alle übrigen Geländekarten werden gut gemischt. Anschließend erhält jeder Spieler eine bestimmte Anzahl an Karten verdeckt auf die Hand.

Spielablauf

Der Startspieler beginnt. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er entweder einen Lemming bewegen oder seine Kartenhand auffüllen.

Um einen Lemming zu bewegen, muss ein Spieler eine Karte aus der Hand ausspielen und so Bewegungspunkte sammeln. Beim Weiterziehen der Lemminge muss beachtet werden, dass

  • jede Bewegung auf einem Wiesenfeld oder einem Feld des Geländetyps beendet werden muss, dessen Geländekarte der Spieler zuvor abgelegt hat.
  • gegnerische Lemminge, die den Weg versperren, ebenfalls in Zugrichtung weitergeschoben werden dürfen. Dies kostet pro Feld und pro gegnerischen Lemming jeweils einen weiteren Bewegungspunkt,

Die Geländearten und Bonusplättchen

Auf dem Weg zum Gipfel müssen die Lemminge sich durch verschiedene Geländearten bewegen. Die Wiesenfelder können dabei jederzeit betreten werden – unabhängig davon, welche Geländekarte ausgespielt wurde.

Weitere Geländetypen sind: Wald, Sumpf, Wüste, Gebirge und Wasser. Für jeden dieser Geländetypen gibt es Geländekarten und Bonusplättchen. Mit den Geländekarten darf man sich auf solchen Feldern bewegen. Mit den Bonusplättchen darf man dagegen andere Geländetypen transformieren. Ein Bonusplättchen darf überall auf dem Plan abgelegt werden.

Die Startformation – Das Rennen beginnt

Zu Spielbeginn stehen alle Lemminge an der Startlinie. Die Position vor der Startlinie sagt jedoch nichts über das Sechseck aus, über das ein Lemming ins Rennen gebracht werden muss. Auch ein ganz links stehender Lemming kann über das rechte Feld das Spiel betreten.

Zu Spielbeginn liegt von jeder Geländeart eine Karte mit dem Wert 2 aus. Um die eigenen Lemminge bewegen zu können, müssen die Spieler hier nun Karten ablegen und so Bewegungspunkte sammeln. Dabei kann es zu zwei unterschiedlichen Fällen kommen.

Lemminge bewegen – Addieren oder neue Reihe bilden

Legt ein Spieler eine Karte an, deren Wert gleich oder niedriger ist, als der oberste Kartenwert der Geländereihe, dann darf der Spieler einen seiner Lemminge um so viele Felder weiterziehen, wie die Summe aller Karten dieser Reihe ergibt.

Ein Beispiel: Spieler gelb legt eine Geländekarte des Typs Wald mit dem Wert 1 ab. In der dazugehörigen Reihe hat die oberste Karte den Wert 2. Der Spieler darf somit seine Karte darauflegen und die Werte addieren. Einen seiner Lemminge kann er anschließemd um bis zu drei Felder weiterziehen.

Legt ein Spieler eine Karte an, deren Wert höher ist, als der oberste Kartenwert der Geländereihe, so werden alle vorherigen Karten entfernt und die ausgespielte Karte bildet die neue Startkarte der Reihe. Der Spieler erhält ein Bonussplättchen des Geländetyps und darf seinen Lemminge um so viele Felder weiterziehen, wie diese Karten anzeigt.

Ein Beispiel: Spieler rot legt eine Geländekarte des Typs Wald mit dem Wert 4 ab. In der dazugehörigen Reihe hat die oberste Karte den Wert 1. Der Spieler entfernt die beiden Karten mit den Werten 2 und 1 und legt seine Karten als erste Karte der Geländereihe ab. Das Bonusplättchen „Wald“ legt er sofort auf ein beliebiges Feld des Spielplans – in diesem Fall blockiert er den Weg von Spieler gelb. Mit den vier Bewegungspunkten zieht der Spieler dann auf das Waldfeld und übernimmt vorerst die Führung im Wettrennen.

Gegnerische Lemminge verschieben

Im Wettrennen um den Sprung vom Gipfel kommt es nicht selten vor, dass sich die Lemminge gegenseitig im Weg stehen – natürlich aus Versehen! Das muss man sich allerdings nicht gefallen lassen.

Stehen einem Spieler ein oder mehrere Lemminge im Weg, so darf er diese in Zugrichtung vor sich herschieben. Das kostete natürlich Bewegungspunkte – und zwar jeweils einen Punkt pro Lemming und pro Feld, um das dieser weitergeschoben wird.

Im Gegensatz zum eigenen Zielfeld muss das Feld, auf das der gegnersiche Lemming weitergeschoben wird, nicht mit der ausgespielten Geländekarte übereinstimmen. Man kann die anderen Spieler mit der Aktion „Lemminge schieben“ also auch sehr schön ärgern, besonders, wenn man diese am Wendepunkt auf dem Weg zum Gipfel nutzt.

Die Kartenhand auffüllen

Möchte oder kann ein Spieler keinen Lemming bewegen, so kann er seine Kartenhand auffüllen und so mehr Möglichkeiten für den nächsten Spielzug zu schaffen.

Bevor der Spieler neue Karten nachzieht, darf er noch beliebig viele Karten aus seiner Hand ablegen. Es ist auch erlaubt, alle Handkarten abzulegen. Anschließend zieht der Spieler so viele Karten vom verdeckten Nachziehstapel nach, bis er wieder sechs Karten auf der Hand hat.

Spielende und Sieger des Spiels

Das Spiel endet, sobald der erste Spieler seine beiden Lemminge über die Ziellinie am Gipfel bewegt hat. Das ist dann auch der Gewinner des Spiels.

Fazit zum Brettspiel Lemminge

Lemminge bringt ein unterhaltsames Wettrennen auf den Tisch, bei dem man sich von den kurzen und überschaubaren Spielregeln nicht täuschen lassen sollte – ohne die richtige Taktik hat man hier fast keine Chance.

Das Spielzubehör ist von guter Qualität. Die Illustrationen auf den Spielkarten sind hübsch anzusehen – auch wenn wir uns hier viel mehr unterschiedliche Bilder von den schrägen Lemmingen gewünscht hätten. Die Spielregeln sind angenehm kurz gehalten. Wer hier die aufgeführten Beispiele überliest, dem könnte sich im Spielverlauf jedoch die eine oder andere Frage stellen. Die Spielanleitung sollte also vor dem ersten Spiel vollständig gelesen werden – es sind übrigens nur vier Seiten. Das ist machbar!

Das Spiel selbst schafft durch seinen interessanten Kartenmechanismus den Sprung vom simplem Wettlauf-Spiel zu einem herausfordernden Familienspiel mit leichten, ersten taktischen Komponenten. Denn in jeder Spielrunde müssen die Spieler das Maximum an Bewegungspunkten herausholen, um am Ende als erster über die Ziellinie gehen zu können. Dabei muss man zur richtigen Zeit die Kartenhand nachfüllen, die passenden Handkarten ausspielen und gegebenenfalls auch mal den Gegenspielern ein unerwünschtes Bonusplättchen in den Weg legen. In Lemminge ist also alles eine Frage des Zeitpunkts.

Für Familien und Gelegenheitsspieler eine schöne Art, sich mal gegenseitig so richtig zu ärgern.

— Herzlichen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar! —

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
75 %
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