Im Mai 2014 wurde Waggle Dance als Kickstarter-Projekt ins Leben gerufen und konnte sich über so viel Unterstützung erfreuen, dass das Spiel inklusive aller geplanten Mini-Erweiterungen in Produktion gehen konnte. Verantwortlich für Waggle Dance zeichnet sich Grublin Games Publishing, die bereits im Vorjahr mit dem Strategiespiel Cornish Smuggler auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Aber zurück zu Waggle Dance! In Waggle Dance übernimmt jeder Spieler die Rolle einer Aufseherbiene über einen Bienenstock und muss sämtliche Aufgaben der emsigen Arbeiterbienen organisieren. Denn der eigene Biennestaat muss gehegt, gepflegt und vergrößert werden und letztendlich natürlich viel Honig produzieren.

Jeder Spieler startet hier mit einem drei Waben umfassenden Bienenstock uns sechs Würfeln. Jeder Würfel stellt dabei eine Arbeiterbienen dar, die durch geschicktes Platzieren auf den ausliegenden Aktionskarten verschiedene Aufgaben erfüllen kann. Das beinhaltet den Ausbau des Bienenstocks um weitere Waben, das Legen von Eiern, aus denen neue Arbeiterbienen schlüpfen (die Spieler erhalten dann weitere Würfel) und natürlich das Sammeln von Nektar, aus dem dann der wertvolle Honig produziert wird.

Insbesondere beim Sammeln des Nektars können die Spieler dann risikofreudig zocken, da die Würfel auf sechs verschiedenen Blütenfeldern platziert werden und dann per Mehrheitsentscheid die Nektarmarker verteilt werden. Hier lohnt es sich, nicht immer nur einen Blick auf die eigenen Aktionen zu haben, sondern auch auf die verfügbaren Würfelaugen der Mitspieler zu achten.

Um nicht allein vom Würfelglück abhängig zu sein, können die Spieler auch Aktionskarten ziehen und sich damit sowohl beim Setzen der Würfel als auch beim Auswerten der Aktionen kleine Vorteile verschaffen. Ein paar Ärgerkarten für die Mitspieler sind auch dabei, damit nicht alles zu friedlich zugeht.

So sieht man in Waggle Dance über mehrere Spielrunden seinen eigenen Bienenstock wachsen, gewinnt neue Arbeiterbienen hinzu und produziert so viel Honig, bis der erste Spieler die benötigte Menge zum Spielsieg erreicht hat.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Grublin Games
Spielautor: Mike Nudd
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

Infos zum Spiel

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Spielzubehör von Waggle Dance

Spielzubehör von Waggle Dance
  • 1 Tag/Nachtkarte
  • 1 großer Würfel „Freiwillige Biene“
  • 12 weiße, runde Eiermarker
  • 12 Aktionskarten
  • 41 Karten der Bienenkönigin
  • 48 beidseitig bedruckte Wabenplättchen
  • 72 Bienenwürfel (in vier Farben)
  • 90 Nektarmarker (in sechs Farben

Ausführliche Spielregeln zu Waggle Dance

Spielvorbereitungen

Spielplanaufbau
Spielplanaufbau

Die Aktionskarten werden der Reihe nach in die Tischmitte gelegt (auf der Rückseite der Karten sind die Buchstaben A – H eingezeichnet.)

Alle Nektarsteine werden farblich sortiert und zu der entsprechenden Blütenkarte gelegt.

Die Bienenköniginnenkarten werden verdeckt gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt.

Alle Würfel, Eier und Wabenplättchen werden getrennt als allgemeiner Vorrat an den Rand des Spieltisches gelegt.

Spielerzubehör
Spielerzubehör

Jeder Spieler erhält sechs gleichfarbige Würfel – seine Bienchen –  und drei Wabenplättchen. Die Wabenplättchen legt jeder Spieler mit der gelben Seite nach unten vor sich ab. Der Startspieler erhält die Tag/Nacht-Karte. Diese legt er mit der Sonnenseite nach oben vor sich ab.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, den eigenen Bienenstock so schnell wie möglich zu vergrößern, um so als erster Spieler die zu Spielbeginn vereinbarte Anzahl an Honigwaben produzieren zu können.

Eine Partie Waggle Dance wird über mehrere Runden gespielt. Jede Runde besteht dabei aus einer Tag- und einer Nachtphase. Der Startspieler hat die Tag/Nacht-Karte offen und mit der Sonnenseite nach oben vor sich ausliegen.

Beginnt ein neuer Tag, würfeln alle Spieler zunächst gleichzeitig mit allen ihren Bienchen genau einmal. Anschließend darf jeder Spieler, beginnend beim Startspieler und abwechselnd im Uhrzeigersinn, genau einen Würfel auf eine der ausliegenden, verfügbaren Aktionen legen. Das geht reihum so lange weiter, bis alle Spieler ihre Bienen-Würfel auf den Karten untergebracht haben. Der Startspieler dreht die Tag/Nacht-Karte jetzt auf die Mondseite.

In der Nacht werden alle Aktionskarten von oben nach unten ausgewertet. Jeder Spieler nimmt sich dabei das gewonnene Material und seine Bienen zurück in den eigenen Vorrat. Die Tag/Nacht-Karte wird an den linken Nachbarn weitergereicht und eine neue Runde beginnt.

Die einzelnen Aktionen in Waggle Dance

Alle Aktionen in Waggle Dance werden durch das Platzieren der Arbeiterbienen oder durch das Einschreiten der Bienenkönigin (=Bienenköniginnenkarte) ausgelöst. Manche der Aktionen sind limitiert und pro Würfelaugenzahl nur einmal pro Spielrunde nutzbar. Andere Aktion können widerum beliebig oft genutzt werden, sofern das Würfelergebnis stimmt.

Den eigenen Bienenstock vergrößern (Aktionskarte A)

Die Aktionskarte „Wabenplättchen nehmen“ steht in jeder Spielrunde pro Würfelziffer genau einmal zur Verfügung. Möchte ein Spieler die Aktion nutzen, legt er in der Sonnenphase eine seiner Arbeiterbienen mit passender Ziffer auf die entsprechende Würfelabbildung der Karte.

In der Nachtphase kann sich jeder Spieler pro abgelegtem Würfel ein neues Wabenplättchen aus dem allgemeinen Vorrat nehmen und direkt an den eigenen Bienenstock anbauen.

Anschließend holt sich jeder Spieler die eigenen Arbeiterbienen zurück in den eigenen Vorrat.

Neue Arbeiterbienen schlüpfen lassen (Aktionskarte B)

Die Aktionskarte „Schlüpfen“ kann von allen Spielern innerhalb einer Spielrunde beliebig oft genutzt werden. Die Aktion macht allerdings nur dann Sinn, wenn ein Spieler über ein oder mehrere Eier in seinem Bienenstock verfügt (siehe Aktion C). Möchte ein Spieler die Aktion nutzen, legt er über mehrere Runden verteilt jeweils zwei gleiche Würfelaugen auf einem Ei in seinem Bienenstock ab.

In der Nachtphase kann sich jeder Spieler pro abgelegtem Würfelpaar auf einem Ei im Bienenstock einen neuen Würfel (=zusätzliche Arbeiterbiene) aus dem allgemeinen Vorrat nehmen.

Jede so gewonnene Arbeiterbiene steht ab der nächsten Spielrunde und bis zum Ende des Spiels zu Verfügung.

Das Legen von neuen Eiern (Aktionkarte C)

Die Aktionskarte „Ei erhalten“ steht in jeder Spielrunde pro Würfelziffer genau einmal zur Verfügung. Möchte ein Spieler die Aktion nutzen, legt er einen seiner Würfel mit passender Ziffer auf die entsprechende Würfelabbildung der Karte.

In der Nachtphase kann sich der Spieler pro abgelegtem Würfel ein Ei aus dem allgemeinen Vorrat nehmen und direkt auf eine freie Wabe in seinem Bienenstock legen. Aus einem Ei kann entweder später eine neue Biene schlüpfen oder ein Nektarmarker beliebiger Farbe entstehen.

Arbeiterbienen zum Nektar sammeln schicken (Aktionskarte D)

Ohne Blütennektar kein Honig! Insgesamt sechs verschiedene Blüten unterschiedlicher Farbe können die Spieler mit ihren Arbeiterbienen anfliegen. Zur Honigproduktion werden dabei immer vier gleichfarbige Nektarmarker benötigt.

Die sechs Aktionskarten „Nektar erhalten“ können von allen Spielern beliebig oft genutzt werden. Möchte ein Spieler die Aktionen nutzen, muss er seine Würfel entsprechend der Augenzahl passend auf die Blütenfelder legen.

In der Nachtphase werden alle sechs Blütenfelder nacheinander ausgewertet. Für jede Karte wird geprüft, welcher Spieler die meisten Würfel darauf platziert hat.

  • Gibt es einen eindeutigen Gewinner, erhält dieser zwei Nektarmarker der entsprechenden Farbe. Ein einzelner Zweitplatzierter erhält immerhin noch einen Marker.
  • Teilen sich mehre Spieler den ersten Platz, erhält jeder Erstplatzierte nur einen Nektarmarker. Alle anderen gehen leer aus.
  • Gibt es genau einen Erstplatzierten und mehrere Zweitplatzierte, erhält nur der Erstplatzierte zwei Nektarmarker.

Beispiel 1: Spieler orange hat eine Arbeiterbiene auf das fünfte Blütenfeld gelegt. Kein anderer Spieler hat hier einen Würfel platziert, somit ist Spieler rot eindeutiger Gewinner. Er erhält zwei Nektarmarker und legt diese auf eine freie Wabe in seinem Bienenstock.

Beispiel 2: Spieler orange und gelb haben jeweils eine Arbeiterbiene auf das sechste Blütenfeld gelegt. Kein weitere Spieler hat hier einen Würfel platziert, somit herrscht Gleichtstand und beide Spieler erhalten nur einen Nektarmarker. Auch diese legen sie auf eine freie Wabe in ihrem Bienenstock.

Hinweis zum Ablegen der Nektarmarker: Die Spieler dürfen erst alle sechs Auswertungen abwarten und zwischenzeitlich gewonnene Nektarmarker vor sich ablegen. Vor dem Auswerten der nächsten Aktion (Aktion E) müssen aber alle gewonnenen Nektarmarker auf den eigenen Waben platziert werden. Sollten hierfür nicht ausreichend Waben pro Farbe zur Verfügung stehen, dürfen auch unterschiedliche Farben in einer Wabe „gelagert“ werden.

Nektar gewinnen oder umwandeln (Aktionskarte E)

Die Aktionskarte “Nektar gewinnen oder umwandeln” ist in jeder Spielrunde pro Würfelziffer genau einmal verfügbar. Möchte ein Spieler die Aktion nutzen, legt er einen Würfel mit passender Ziffer auf die entsprechende Würfelabbildung auf der Karte.

In der Nachtphase kann der Spieler pro eingesetztem Arbeiterbienchen entweder eines seiner Eier in einen beliebigen Nektarmarker eintauschen oder aber zwei seiner Nektarmarker in einen Nektarmarker beliebiger Farbe umwandeln.

Die so gewonnenen Nektarmarker können sofort auf den Waben im eigenen Bienenstock platziert und noch in derselben Nachtphase durch weitere Aktionen in Honig umgewandelt werden.

Honig produzieren und Nektar verschieben (Aktionskarte F)

Die Aktionskarte „Honig machen und Nektar verschieben“ kann von allen Spielern beliebig oft genutzt werden. Die Aktion macht allerdings nur dann Sinn, wenn ein Spieler über mindestens vier gleichfarbige Nektarmarker auf einer Wabe in seinem Bienenstock verfügt. Möchte ein Spieler die Aktion nutzen, legt er über mehrere Runden verteilt mindestens zwei gleiche Würfelaugen auf die vier Nektarmarker der entsprechenden Wabe.

In der Nachtphase kann der Spieler dann pro abgelegtem Würfelpaar vier gleichfarbige Nektarmarker auf einer Wabe in Honig verwandeln. Hierzu legt er die Marker wieder zurück in den allgemeinen Vorrat und dreht das entsprechende Wabenplättchen herum. Bei Bedarf kann der Spieler vor oder nach der Honigproduktion noch Marker zwischen zwei seiner Waben beliebig vertauschen.

Eine Karte der Bienenkönigin ziehen (Aktionskarte G)

Gelegentlich schaltet sich auch die Bienenkönigin in das Geschehen in ihrem Bienenstaat ein – und zwar in Form von besonderen Aktionskarten, welche die Spieler bis zum Ausspielen verdeckt auf der Hand halten. Manche der Aktionskarten können nur in der Tagphase, andere nur in der Nachtphase ausgespielt werden.

Bis zu sechs Aktionskarten der Bienenkönigin können in jeder Spielrunde vergeben werden. Pro Würfelziffer steht erneut genau eine Karte zur Verfügung. Möchte ein Spieler eine Karte der Bienenkönigin haben, legt er in der Tagphase einen Würfel mit passender Ziffer auf die entsprechende Würfelabbildung der Karte.

In der Nachtphase kann der Spieler dann pro abgelegtem Würfel eine Karte der Bienenkönigin vom verdeckten Nachziehstapel ziehen und auf die Hand nehmen. Ein Handkartenlimit gibt es nicht.

Beispiele für Aktionskarten der Nachtphase: Solche Karten sind erkennbar an dem Mondsymbol in der oberen rechten Ecke. Sie beeinflussen hauptsächlich die Ausführung einzelnen Aktionen. Beispielsweise kann der Spieler damit auch Honig produzieren, obwohl er nur drei gleichfarbige Nektarmarker auf einer Wabe besitzt. Oder er darf sich nicht nur eine Bienenköniginnenkarte nehmen, sondern die obersten drei anschauen und selbst entscheiden, welche er davon behalten möchte.

Beispiele für Aktionskarten der Tagphase: Solche Karten sind erkennbar an dem Sonnensymbol in der oberen rechten Ecke. Sie beeinflussen hauptsächlich das Ablegen der eigenen Würfel oder die der Mitspieler. Beispielsweise kann der Spieler einen beliebigen Würfel auf eine Zahl seiner Wahl drehen oder aber für eine Spielrunde einen zusätzlichen, weißen Würfel nehmen und wie einen eigenen Würfel auf den Aktionskarten einsetzen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Waggle Dance endet, sobald der erste Spieler die vereinbarte Menge an Honigwaben erreicht hat.

Sollten mehrere Spieler in derselben Nachtphase die entsprechende Anzahl erreichen, gewinnt der Spieler mit den meisten verbliebenen Nektarmarkern. Herrscht hier gleichstand, gewinnt der Spieler mit den wenigsten Würfeln. Kommt es erneut zu einem Gleichstand, gibt es mehrere Waggle Dance Gewinner.

Fazit zum Würfelspiel Waggle Dance

Auf Waggle Dance aufmerksam geworden sind wir erst auf der Spiel14 in Essen. Zum Glück, denn das Spiel macht bisher in jeder Besetzung richtig viel Spaß. Für ein strategisches Würfelspiel ist es erstaunlich schnell erklärt, was vor allem daran liegt, dass die einzelnen Aktionsmöglichkeiten sehr gut aufeinander aufbauen.

Das Spielzubehör von Waggle Dance ist von guter Qualität. Die Arbeiterbienen werden in Form von klassischen 6er Würfeln dargestellt, wobei hier die Ziffer 1 durch eine Biene ersetzt wurde. Die Bienenköniginnen- und Aktionskarten sind ansprechend illustriert und die Symbole meist selbsterklärend. Vereinzelt mussten wir in den ersten Partien noch einmal die Spielregeln zu Rate ziehen, aber auch das Nachlesen verlief immer schnell und verursachte keine störenden Wartezeiten.

Das Spielthema wurde bei Waggle Dance wirklich hervorragend in den Spielablauf integriert. Die Würfel als emsige Arbeiterbienen schwirren umher, vergrößern ihren Bienenstock, legen Eier und sammeln Nektar. Soll aus dem Ei ein neues Bienchen schlüpfen oder aus dem Nektar Honig gemacht werden, legt man die eigenen Arbeiterbienen nicht auf die Aktionskarten, sondern direkt auf die Marker im eigenen Bienenstock. Das hat uns sehr gut gefallen, da die Arbeiterbienen quasi direkt im Bienenstock zu arbeiten scheinen. Auch dass ein Spieler durch das Schlüpfen neuer Bienen zusätzliche Würfel bekommt und die Waben durch die Honigproduktion auf ihre goldfarbene Seite gedreht werden verdeutlichen, wie liebevoll das Spielthema in die verschiedenen Mechanismen eingebunden wurde.

Ebenfalls gut gefallen hat uns die Kombination aus planbaren und risikoreichen Aktionen. So lassen sich die Einsätze der Arbeiterbienen auf den Aktionskarten zum Wabenbau, dem Eier legen, dem Schlüpfen und der Honigproduktion je nach Würfelergebnis recht gut organisieren. Dagegen müssen die Spieler beim Nektar sammeln Risikobereitschaft zeigen, teilweise richtig pokern und auch ein wenig auf Fortuna hoffen, damit das mit den benötigten Nektarmarkern klappt.

Des Weiteren mischt sich auch die Bienenkönigin gelegentlich ein (durch das Ausspielen von Aktionskarten) und reorganisiert eigene Arbeiterbienen oder optimiert die Prozesse im eigenen Bienenstaat. Hier lässt sich schnell mal zuviel Pech beim Würfeln wieder korrigieren und auch die eine oder andere Ärgerkarte ist im Stapel enthalten.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil an Waggle Dance ist die variable Spielzeit. Man kann vorab ein Spielziel bestimmen, also auf drei, fünf, sieben, neun oder noch mehr Honigwaben spielen. Dadurch sind sowohl schnelle als auch stundenlange Partien möglich.

Alles in allem fällt es fast schon schwer, bei Waggle Dance nicht vollständig im Spielthema zu versinken. Uns hat das Spiel richtig viel Spaß gemacht. Wer innovative, unterhaltsame Würfelspiele mag, der sollte hier definitiv einmal reinschauen.

– Herzlichen Dank an Grublin Games Publishing für das Rezensionsexemplar –