Jetzt wird die beliebte Agentensuche von Vlaada Chvátil kooperativ. Denn mit Codenames Duett erhält das Spiel des Jahres 2016 – Codenames – einen kooperativen Ableger. Ob zu zweit oder wie beim Original in zwei Teams suchen die Spieler hier gemeinsam nach den richtigen Codenamen ihrer Agenten.

Die Spieler (oder Teams) sitzen sich idealerweise gegenüber. Zu Spielbeginn werden 25 Wortkarten in einem 5×5 Felder umfassenden Spielfeld ausgelegt. Daneben wird eine doppelseitige Codekarte so platziert, dass jeder Spieler jeweils nur eine der beiden Seiten sehen kann. Auf der Codekarte befinden sich nämlich auf beide Seiten verteilt die Positionen aller 15 Agenten, mit denen die Spieler Kontakt aufnehmen müssen. Jeder Spieler kennt dabei jeweils nur die Position einiger der gesuchten Agenten.

Der Rest funktioniert dann ähnlich wie beim Original. Ein Spieler gibt einen Hinweis, in dem er seinem Mitspieler ein Wort und eine Zahl nennt. Das Wort bildet dabei den Oberbegriff für die verschiedenen Wortkarten, hinter denen sich die gesuchten Agenten befinden. Die Zahl nennt die Anzahl an Agenten, die der Mitspieler anhand des Wortes finden soll. Der Mitspieler tippt nun die Karten an, hinter denen er die Agenten vermutet. Ist der Tipp richtig, wird eine grüne Agentenkarte darauf abgelegt und der Spieler darf fortfahren. Ist der Tipp aber falsch, endet der Spielzug des Spielers. Je nach Wortkarte wird nun entweder ein Zeitmarker oder die Attentäterkarte darauf abgelegt. Im Falle des Attentäters endet das Spiel sofort und beide Spieler haben verloren.

Der wohl größte Unterschied von Codenames Duett gegenüber seinen Vorgängern bilden dann die Zeitmarker. Diese legen fest, wie viele Spielzüge beide Spieler haben, um alle Agenten aufzuspüren. Wird bei der Suche ein Passant angetippt, wird der zeitmarker mit der Passantenseite nach oben auf der Wortkarte abgelegt. Immerhin kann sich ja für den anderen Spieler darunter immer noch ein Agent verbergen. Beendet ein Spieler seine Runde dagegen erfolgreich, nimmt er sich den Zeitmarker und legt ihn mit der grünen Seite nach oben vor sich ab.

So oder so endet das Spiel immer spätestens dann, wenn der Attentäter aufgedeckt wird, alle Agenten gefunden oder eben alle Zeitmarker aufgebraucht worden sind. Für besonders ehrgeizige Ermittler beinhaltet Codenames Duett noch einen Missionsblock, auf dem sie sich über mehrere Missionen und Schwierigkeitsgrade über die Weltkarte bewegen können.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Czech Games Edition
Spielautor: Vlaada Chvátil und Scot Eaton
Erscheinungsjahr: 2017

Altersempfehlung: ab 11 Jahren
Spielerzahl: ab 2 Spieler
Spielzeit: 15 Minuten

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Spielzubehör von Codenames Duett

Spielzubehör von Codenames Duett.
  • 200 doppelseitige Wortkarten
  • 100 doppelseitige Duett-Codekarten
  • 15 grüne Agentkarten
  • 9 graue Zeitmarker
  • 2 blaue Zeitmarker
  • 1 Attentäterkarte
  • 1 Standfuß
  • 1 Missionsblock

Spielregeln zu Codenames Pictures

Spielvorbereitungen

Im Spiel zu zweit sollten die beiden Spieler direkt gegenüber sitzen. Bei mehreren Spielern empfiehlt es sich, zwei gleich große Teams zu bilden, die sich ebenfalls gegenüber sitzen. In beiden Fällen wird gemeinsam gespielt, nicht gegeneinander.

Spielaufbau von Codenames Duett.
Spielaufbau von Codenames Duett.

Alle Wortkarten werden gut durchgemischt. 25 davon werden in einem 5×5 Raster ausgelegt.

Die Codekarten werden bei Bedarf gemischt. Anschließend zieht ihr eine Codekarte und schiebt sie in den Standfuß. Platziert die Codekarte so auf dem Tisch, dass beide Spieler jeweils nur eine Seite davon sehen können.

Die Zeit-, Agenten- und Attentätermarker werden gut erreichbar neben dem Spielfeld abgelegt. (Hinweis: Im Einstiegsspiel braucht ihr nur die neun grauen Zeitmarker. Die zwei blauen Zeitmarker könnt ihr in der Spielbox lassen. Diese werden erst später benötigt.)

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, vor Ablauf der Zeit gemeinsam alle Codenamen der Agenten zu finden und dabei dem Attentäter nicht in die Falle zu tappen.

Das Spiel beginnt der Spieler, der zu Beginn die meisten Wortkarten mit einem Oberbegriff zusammenfassen kann. Da kooperativ gespielt wird, kann der Startspieler auch anders bestimmt werden. Gespielt wird anschließend immer abwechselnd.

Ist ein Spieler an der Reihe, muss er genau ein Wort und eine Zahl nennen, mit dem er Hinweise zu den Positionen der gesuchten Agenten und deren Anzahl gibt. Der gegenüber sitzende Spieler muss nun versuchen, durch den erhaltenen Hinweis die richtigen Wortkarten zu ermitteln – idealerweise so viele, wie der Hinweisgeber genannt hatte.

Im Einstiegsspiel bleiben den Spielern dafür neun Spielzüge, um alle 15 Agenten zu finden. Andernfalls verlieren sie das Spiel.

Der Geheimdienstchef weiß nicht mehr alles

Kannte der Geheimdienstchef in Codenames noch alle Positionen und Codenamen seiner Agenten, so verteilt sich dieses Wissen in Codenames Duett auf die Köpfe der beiden Spieler – beziehungsweise auf die beiden Seiten der Codekarten.

Eine Seite der Codekarte zeigt nur 9 der 15 Agenten.
Eine Seite der Codekarte zeigt nur 9 der 15 Agenten.

Jede Seite einer Codekarte zeigt nur einen Teil der Wahrheit. Da jeder Spieler nur eine Seite der Codekarte sieht, kennt er auch nur einige Positionen der gesuchten Agenten. Um genau zu sein: auf jeder Seite der Duett-Codekarten werden nur neun Positionen von Agenten verraten. Drei Agenten davon werden beiden Spielern mit identischer Position im 5×5 Raster angezeigt. Sechs Agenten pro Seite kennt nur der Spieler, der die entsprechende Seite der Codekarte sieht. Insgesamt müssen 15 Agenten gefunden werden.

Der jeweilige Geheimdienstchef (Hinweisgeber) muss es schaffen, mit einem einzigen Begriff und einer Zahl Hinweise zu möglichst vielen Wortkarten zu geben, an deren Position sich eigene Agenten befinden.

Einen Hinweis geben.
Einen Hinweis geben.

Hierzu ein Beispiel: Der Hinweisgeber schaut sich die Wortkarten an. Er weiß, dass sich einige seiner Agenten unter den Begriffen Mantel, Schleuder oder Aida befinden. Aber er bekommt die Begriffe nicht unter einen Hut. Etwas beschämt gibt er den eindeutigen Hinweis: Kleidungsstück: 1. Damit gibt er seinem Mitspieler Auskunft zu der Positionen von genau einem Agenten. Der Ermittler ist nun an der Reihe.

In der Rolle des Ermittlers

Als Ermittler muss man mit den wenigen Informationen leben, die man vom Hinweisgeber erhalten hat. Es darf natürlich auch Hinweisen aus vorherigen Spielrunden nachgegangen werden. Selbst auf gut Glück tippen ist erlaubt, wenn auch sehr risikoreich.

Der Ermittler gibt einen Tipp ab.
Der Ermittler gibt einen Tipp ab.

Am Ende seiner Überlegungen muss der ermittelnde Spieler auf mindestens eine Wortkarte der Auslage tippen. Durch das Berühren der Karte wird der Kontakt zu der Person hergestellt, die sich darunter verbirgt. Vorgabe aus dem obigen Beispiel war Kleidungsstück: 1. Der Spieler nimmt zielstrebig Kontakt zu dem Agenten auf, der unter der Wortkarte „Mantel“ operiert.

Der richtige Agent wurde kontaktiert.
Der richtige Agent wurde kontaktiert.

Stimmt der Tipp – stellt der Spieler also Kontakt zu einem eigenen Agenten her – wird die Wortkarte vom Hinweisgeber mit einer grünen Agentenkarte überdeckt.

Nach jeder Kontaktaufnahme darf ein Spieler selbst entscheiden, ob er einen weiteren Tipp abgeben möchte oder ob er den Spielzug lieber beendet.

Wichtig: Ein Spieler darf beliebig viele Tipps abgeben, so lange der jeweils vorherige Tipp richtig gewesen ist.

Passanten oder den Attentäter kontaktieren.
Passanten oder den Attentäter kontaktieren.

Natürlich kann ein Tipp auch falsch sein. Tippt ein Spieler auf den Attentäter, endet das Spiel sofort. Beide Spieler verlieren in diesem Fall das Spiel.

Versteckt sich unter einer Wortkarte dagegen ein Passant, wird ein Zeitmarker darauf abgelegt und der Spielzug des Spielers endet (siehe Wortkarte: Clown).

Der Zeitfaktor in Codenames Duett

Immer am Ende eines Spielzuges muss sich der Spieler eine der noch verfügbaren Zeitmarken aus dem allgemeinen Vorrat nehmen.

Der Zeitmarker wird umgedreht.
Der Zeitmarker wird umgedreht.

Hat der Spieler keinen Tippfehler gemacht, nimmt er sich den Zeitmarker, dreht ihn auf die grüne Seite und legt ihn vor sich ab. Damit endet sein Spielzug.

Wurde auf einen Passanten getippt, wird ein Zeitmarker auf die entsprechende Wortkarte gelegt. Achtet immer darauf, dass der Pfeil des Zeitmarkers auf den Spieler zeigt, der gerade getippt hat. Es ist nämlich durchaus möglich, dass sich unter derselben Wortkarte für den anderen Spieler doch noch ein Agent versteckt (zur Erinnerung: beide Spieler sehen unterschiedliche Seiten der Codekarte. Was für den einen Spieler nur ein Passant ist, kann auf der andern Seite der Codekarte ein Agent oder auch der Attentäter sein).

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Codenames Duett endet, sobald die Spieler gemeinsam alle 15 Agenten gefunden haben. Das Spiel endet allerdings auch, wenn ein Spieler auf den Attentäter tippt oder alle Zeitmarker aufgebraucht sind. In diesen Fällen verlieren die Spieler.

Variante: Das Spiel mit der Missionsübersicht

Codenames Duett beinhaltet auch einen Missionsblock, auf dem unterschiedliche Städte und zwei Zahlen pro Stadt abgebildet sind. Weiter sind die Städte mit Linien verbunden.

Wer das Einstiegsspiel erfolgreich absolviert hat, also alle Agenten mit maximal 9 Zeitmarkern finden konnte, hat automatisch seine erste Mission „Prag“ erfolgreich gelöst. Haken dran.

Codenames Duett Missionsblock.
Codenames Duett Missionsblock.

Von hier aus geht es entweder nach Moskau (8-8), Berlin (11-2) oder Kairo (9-5) weiter. Die erste Zahl unter der Stadt bestimmt die Anzahl an Zeitmarkern, die für die Mission zur Verfügung stehen. Die zweite Zahl legt fest, wie viele Fehler maximal gemacht werden dürfen, also wie oft versehentlich Passanten angetippt werden können. Die Berliner Mission läuft folglich über bis zu 11 Spielzügen. Hierfür werden die zwei zusätzlichen, blauen Zeitmarker genommen. Die Mission erlaubt dafür aber nur 2 falsche Tipps.

Nach jeder erfolgreichen Mission können die Spieler einer der Linien zur nächsten Stadt folgen, bis der gesamte Missionsblock erfolgreich beendet werden konnte.

Fazit zum Spiel Codenames Duett

Mit Codenames Duett erschafft der Autor dieses Mal einen kooperativen Ableger seines erfolgreichen Spiels Codenames. Das Spielzubehör ist hier von der Qualität her identisch mit dem Zubehör von Codenames (Grundspiel, Pictures oder auch Undercover). Auch inhaltlich haben die Spiele in etwa gleich viel zu bieten. Anstelle der Sanduhr, die als nettes Gimmick in Codenames noch enthalten war, treten hier dann die Zeitmarker, die zumindest dem gesamten Spielablauf einen zeitlichen Rahmen geben.

Wer Codenames oder Codenames Pictures bereits gespielt hat, wird sich in den Spielregeln zu Codenames Duett schnell zurecht finden. Die Regeln weichen aber dennoch ein wenig von denen des Grundspiels ab. Insbesondere die neuen Codekarten und die Regeln bezüglich der Zeitmarker sollte man sich aufmerksam durchlesen. Der Rest bleibt weitestgehend identisch.

Anstatt nun gegen ein gegnerisches Team zu spielen, wird mehr oder weniger gegen die Zeit gespielt. Denn sind die Zeitmarker (und damit die maximale Anzahl an Spielzügen) aufgebraucht, endet das Spiel. Entgegen unserer Erwartungen funktioniert das insgesamt wirklich sehr gut. Es ist quasi unmöglich zu gewinnen, wenn man immer nur risikofrei Oberbegriffe für 1-2 Wortkarten sagt. In den meisten Fällen wird die Zeit zum Aufspüren aller Agenten so nicht reichen. Umgekehrt kann man sich, je nach Mission, aber auch mal einen schwächeren Spielzug leisten, ohne gleich den Spielsieg zu gefährden. Und auch die mitgelieferten Wortkarten stellen die Spieler vor die eine oder andere schwere Kopfnuss.

Zu leicht/schwer ist Codenames Duett auf jeden Fall nicht. Aber durchaus herausfordernd. Im Spiel zu zweit funktioniert Codenames Duett auf jeden Fall gut. In größeren Runden würden wir weiter zum original Codenames greifen, anstatt in kooperativen Teams die Duett-Version zu spielen. So oder so macht man bei einem Kauf, in Anbetracht des geringen Anschaffungspreise von unter 20 Euro, definitiv nichts verkehrt. Ein tolles Spiel.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
90 %
Spielzubehör
85 %
Langzeitspaß
80 %
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