Beim Familienspiel Pictures dreht sich – wie der Name des Spiels schon andeutet – alles um das Thema Bilder. Oder besser gesagt, um das Erkennen von Mustern in selbstgebastelten Gebilden, die genau einem bestimmten Bild zugeordnet werden können. Der Spielspaß entsteht hier hauptsächlich durch das interessante Spielmaterial, das den Spielern in Pictures zur Verfügung steht.

Das Spielprinzip ist dabei sehr einfach. In der Tischmitte liegen 16 Fotokarten in einem 4×4 Felder großen Raster aus. Jedem Spieler wird genau eines dieser Bilder geheim zugelost. Das geschieht durch das Ziehen von Auswahl-Plättchen aus einem Stoffbeutel, auf denen jeweils ein Buchstabe und eine Zahl steht, beispielsweise A3. Mit dieser Koordinate kann so jeder Spieler sein geheimes Bild im Raster ermitteln. Darauf können sich dann ganze Landschaften, Gebäude, Tiere, einzelne Gegenstände und auch Menschen befinden. Die Bildauswahl ist mit knapp 100 Fotos recht groß.

Sobald jeder Spieler sein Motiv kennt, muss er dieses mit einem der 5 Material-Sets so gut wie möglich nachstellen. Sein Ziel ist, dass die anderen Spieler sein Gebilde dem richtigen Foto im Raster zuordnen können. Denn für jeden richtigen Tipp bekommt er jeweils einen Punkt.

Die 5 Material-Sets in Pictures haben es dann in sich. So müssen die Spieler ganze Fotos mit bunten Markern, Symbolkarten, Schürsenkeln, Bauklötzen sowie Stöcken und Steinen nachstellen. Einige Beispiele hierzu findet ihr weiter unten. Damit es bei Pictures auch fair zugeht, wird eine Partie genau über fünf Runden gespielt. So muss jeder Spieler je ein Foto mit jedem Material-Set abbilden.

Sind alle Spieler fertig, erfolgt die Tipp-Runde. Jeder Spieler versucht nun, die „Kunstwerke“ der Mitspieler genau einem Foto im Raster zuzuordnen. Die Tipps werden erstmal geheim auf einem Block notiert. Sind auch hiermit alle fertig, wird reihum gewertet. Jeder Spieler erhält einen Punkt für jeden richtigen Tipp, den er selbst abgegeben hat. Jeweils einen weiteren Punkt erhalten die Spieler für jeden Mitspieler-Tipp, bei dem sein eigenes „Kunstwerk“ dem richtigen Foto zugeordnet wurde.

Nach 5 Runden endet die Partie. Jeder Spieler sollte jetzt 5 Fotos mit 5 unterschiedlichen Materialien nachgestellt haben. Die Spieler addieren ihre gesammelten Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkte gewinnt die Partie. Bei Gleichstand gibt es mehrere Gewinner.

Infos zum Spiel

Spielverlag: PD Verlag
Spielautor: Daniela & Christian Stöhr
Erscheinungsjahr: 2019

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 3 – 5 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör zu Pictures

Spielzubehör von Pictures.
Spielzubehör von Pictures.
  • 91 Fotokarten
  • 48 Fotoauswahl-Plättchen
  • 4 Zahlen-Plättchen
  • 4 Buchstaben-Plättchen
  • 4 Pictures-Embleme
  • 1 Stoffbeutel
  • 1 Notizblock
  • 1 Material-Set 1: 24 Würfelmarker und 1 Bilderrahmen
  • 1 Material-Set 2: 6 Bauklötze
  • 1 Material-Set 3: 4 Stücke und 4 Steine
  • 1 Material-Set 4: 19 Symbolkarten
  • 1 Material-Set 5: 1 langer und 1 kurzer Schnürsenkel

Überblick und Spielregeln zu Pictures

Spielvorbereitungen

Spielaufbau von Pictures. Das 4x4 Felder-Raster.
Spielaufbau von Pictures. Das 4×4 Felder-Raster.

Die Fotokarten werden verdeckt gemischt. Die obersten 16 Karten werden dann in einem 4×4 Felder großen Raster in die Tischmitte gelegt.

An die linke Seite der vier Zeilen werden die Buchstaben-Plättchen gelegt, an den Kopf der vier Spalten dagegen die Zahlen-Plättchen. Legt die Plättchen so aus, dass sich jede Fotokarte genau einer Koordinate zuordnen lässt (Bspw. C3).

Alle Foto-Auswahlplättchen kommen in den Stoffbeutel. Auch dieser wird neben das Spielfeld griffbereit abgelegt.

Jeder Spieler entscheidet sich für ein Material-Set und legt es vor sich ab. Bei weniger als 5 Spielern werden die übrigen Material-Sets rechts neben dem ältesten Spieler abgelegt. Diese werden in der nächsten Runde noch gebraucht. Weiter nimmt sich jeder Spieler einen Stift und einen Notizzettel, auf dem er die Namen aller Mitspieler einträgt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über 5 Runden verteilt die insgesamt meisten Punkte zu sammeln.

Die Foto-Auswahlplättchen
Die Foto-Auswahlplättchen

Ablauf einer Runde: Eine Partie Pictures wird über 5 Runden gespielt. In jeder Runde erhalten alle Spieler neues Baumaterial und ein neues Foto zugewiesen.

Zu Beginn einer Runde zieht jeder Spieler geheim ein Plättchen aus dem Stoffbeutel. Er schaut sich die Koordinate auf dem Plättchen an und legt es verdeckt vor sich ab.

Hinweis: Jede Koordinate ist übrigens mehrmals im Stoffbeutel. Es kann also passieren, dass mehrere Spieler dieselben Koordinaten innerhalb einer Runde bekommen. 

16 Fotos liegen aus, jedem Spieler wird eins davon zugelost.
16 Fotos liegen aus, jedem Spieler wird eins davon zugelost.

Bilder suchen und nachbauen: Dann sucht sich jeder Spieler das Bild raus, dessen Koordinate er aus dem Beutel gezogen hat. Bei B4 wäre dass beispielsweise das Bild mit den Weintrauben. Achtet dabei darauf, dass die Mitspieler nicht erkennen, auf welches Foto ihr starrt. Das soll weiterhin geheim bleiben.

Dann hat jeder Spieler etwas Zeit, um mit seinem Material-Set etwas zu bauen, das dem Motiv auf seinem Bild ähnlich ist. Beispiele hierzu findest du weiter unten.

Jeder Spieler kann hier alle oder nur einige Teile des Sets benutzen. Einschränkung gibt es nur bei den bunten Markern (müssen 9 sein) und den Symbolkarten (müssen 2-5 sein).

Tipps angeben: Sobald alle Spieler fertig sind, schauen sie sich die Gebilde ihrer Mitspieler an und tragen ihre Tipps auf dem Notizzettel ein. Sie müssen also raten, welcher Spieler welches Foto nachgestellt hat und die Koordinate dazu notieren.

Zuletzt wird aufgelöst: Für jeden richtig abgegebenen Tipp erhält ein Spieler einen Punkt. Für jeden korrekten erhaltenen Tipp eines Mitspielers erhält man einen weiteren Punkt. Dann wird die Folgerunde vorbereitet.

Die unterschiedlichen Material-Sets in Pictures

Beispiel mit Material-Set 1 aus Pictures.
Beispiel mit Material-Set 1 aus Pictures.

Der erster Spieler hat das Auswahl-Plättchen C1 und somit das Foto mit der roten Brücke zugewiesen bekommen.

Er hat das Material-Set 1 vor sich liegen. Das beinhaltet einen kleinen Bilderrahmen und viele bunte, quadratische Marker. Jede Farbe ist dabei aber nur dreimal vorhanden.

Neun Marker muss er in dem Bilderrahmen einsetzen und das so, dass die anderen Spieler das richtige Foto erkennen können.


Beispiel mit Material-Set 2 aus Pictures.
Beispiel mit Material-Set 2 aus Pictures.

Der zweite Spieler hat das Auswahl-Plättchen D1 und somit das Foto mit dem schiefen Turm von Pisa und den anderen  historischen Gebäuden.

Er hat das Material-Set 2 vor sich liegen. Das beinhaltet sechs Bauklötze. Jeder Bauklotz ist dabei unterschiedlich hoch, dick und breit und natürlich auch individuell geformt.

Der Spieler darf alle oder nur einige der Klötze für sein Gebilde verwenden.


Beispiel mit Material-Set 3 aus Pictures.
Beispiel mit Material-Set 3 aus Pictures.

Der dritte Spieler hat das Auswahl-Plättchen B4 und somit das Foto mit dem Weinstock und den Trauben.

Er hat das Material-Set 3 vor sich liegen. Das beinhaltet vier Hölzer und vier Steine. Die Hölzer sind ungefähr gleich lang, aber unterschiedlich dick. Die Steine haben unterschiedliche Farben und Formen.

Der Spieler darf alle oder nur einige des Sets für sein Gebilde verwenden.


Beispiel mit Material-Set 4 aus Pictures.
Beispiel mit Material-Set 4 aus Pictures.

Der vierte Spieler hat das Auswahl-Plättchen D3 und somit das Foto mit der Fussgängerampel.

Er hat das Material-Set 4 vor sich liegen. Das beinhaltet 19 Symbolkarten. Auf jeder Karte befindet sich ein eigenes Motiv. Das können Smileys, Schlösser, Hemden, Vögel, Fahrzeuge uns so weiter sein.

Der Spieler muss mindestens 2 und höchstens 5 Symbolkarten auslegen, um Hinweise zu einem Foto zu geben.


Beispiel mit Material-Set 5 aus Pictures.
Beispiel mit Material-Set 5 aus Pictures.

Der fünfte Spieler hat das Auswahl-Plättchen A4 und somit das Foto mit dem Vogel auf dem Ast.

Er hat das Material-Set 5 vor sich liegen. Das beinhaltet einen kurzen und einen langen Schnürsenkel gleicher Farbe, nämlich schwarz.

Der Spieler darf nur einen oder beide Schnürsenkel für sein Gebilde verwenden und diese nach Belieben formen und verknoten.

Was passiert am Ende einer Runde?

Sobald alle Spieler ihre Punkte erhalten haben, wird die nächste Runde vorbereitet. Das bedeutet: alle benutzten Foto-Auswahlplättchen kommen aus dem Spiel. Jeder Spieler reicht sein vollständiges Material-Set an den linken Spieler weiter. Die 16 Fotos werden nicht ausgetauscht. Sie bleiben unverändert im Raster liegen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie endet nach 5 Runden, also sobald jeder Spieler mit jedem Material-Set ein Foto nachgestellt hat. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gibt es mehrere Gewinner.

Unsere Meinung zum Spiel Pictures

Pictures hatten wir bis zu seiner Nominierung zum Spiel des Jahres 2020 nicht so richtig auf dem Schirm. Das müssen wir ehrlich zugeben. Das lag vor allem am Cover, das uns mit seiner großen Weißfläche und den vielen Bildern doch sehr an Eye Know oder Knätsel von Kosmos erinnert hatte. Zum Glück haben wir Pictures jetzt doch noch auf den Tisch bekommen, denn das Spiel macht wirklich Spaß!

Das Highlight von Pictures ist natürlich sein tolles Material. Die Material-Sets machen neugierig und fühlen sich beim Spielen einfach gut an. Insbesondere die Steine und Hölzer sind toll. Doch auch bei den Fotokarten wurde viel richtig gemacht. Die ausgewählten Bilder sind so markant, dass man beim Nachstellen mit jedem Material-Set irgendwie etwas anfangen kann. Selbst wenn mehrere Sommerlandschaften im Raster ausliegen, so findet man immer ein markantes Alleinstellungsmerkmal, das es nur auf diesem Bild gibt. Schön ist auch, dass die Bilder matt sind und nicht glänzend. So reflektieren sie kaum unter der Tischleuchte und man kann alles recht gut erkennen.

Was dagegen etwas problematisch ist: auf manchen Foto-Karten sind wichtige Details von weitem nicht so gut erkennbar. Ist das eine rote Brücke oder fährt da ein roter Zug drüber? Ist das im Hintergrund ein wolkenfreier Himmel oder der Ozean? Hier müsste man sich über die Karte beugen oder diese in die Hand nehmen. Beides wäre natürlich sehr verräterisch. Deshalb sind wir dazu übergegangen, vor der ersten Runde gemeinsam alle Bilder genau anzuschauen.

Die Anzahl an Fotos ist mit 91 Karten grundsätzlich in Ordnung. Da die Bilder bei Pictures aber stark im Vordergrund stehen, hätten wir uns hier trotzdem noch mehr gewünscht. Wir hatten bereits nach 2 Abenden beziehungsweise 6 Partien alle Bilder einmal durch – ohne zu mischen! Natürlich ergeben sich hier für die nächsten Partien wahnsinnig viele Kombinationen aus je 16 Karten für das Raster. Um genau zu sein 91!/(91-16)=5.4496104e+30 mögliche Kombinationen. Man kann also durchaus einige Dutzend Partien spielen 🙂

Was bei unseren Spielen aufgefallen ist: Wurde ein Foto mit einem Material-Set einmal erfolgreich gelegt, wird das von den anderen Spielern sehr schnell kopiert. Beispielsweise steht die Symbolkarte Taube einmal für Himmel und Wolken, so wird sie auch von den anderen Spielern gerne so eingesetzt. Oder der Rettungsring als Reifen. Hier bildet sich auf das Spiel bezogen sehr schnelle eine Schwarm-Intelligenz heraus. Gerade bei selten wechselnden Spielrunden kommt gerade bei wiederholenden Bildern sehr bald Routine rein. So wurden unseren letzten Partien alle mit maximal 1-2 Punkten Unterschied gewonnen. Je öfter man zusammen spielt, umso knapper werden die Ergebnisse.

Vom Schwierigkeitsgrad her haben wir die Material-Sets sehr unterschiedlich wahrgenommen. Mit Abstand am leichtesten war der Bilderrahmen mit den bunten Pixelmarkern. Hier hat fast immer jeder volle Punktzahl erhalten. Am schwierigsten fanden alle das Spiel mit den Symbolkarten. Sowohl was das Auslegen der Karten anging, also auch das Tippen. Hier gingen oftmals Punkte verloren, die am Ende auch spielentscheidend waren. Entgegen unserer Erwartung hat das Nachstellen der Bilder mit den Schnürsenkeln prima geklappt. Und mit den Bauklötzen, Hölzern und Steinen wurde bei unseren Runden am liebsten gespielt.

Alles in allem hat uns Pictures sehr positiv überrascht. Die Regeln sind einfach und der Einstieg ins erste Spiel gelingt sehr schnell. Die Spieldauer pro Partie ist mit realistischen 30-40 Minuten angenehm kurz. Das Spiel kam bei den Erwachsenen und (Schul-)Kindern gleichermaßen gut an. Sollte es in den kommenden Wochen weiterhin so häufig auf den Tisch kommen (die Kinder fragen ständig danach!), dann brauchen wir bald neue Foto-Karten. Und neue Material-Sets wären irgendwann auch toll. Wie wäre es denn mal mit Muscheln, Kirschkernen oder Federn? So oder so, wir können Pictures wirklich guten Gewissens empfehlen. Top!