In Trails of Tucana errichten die Spieler ein umfangreiches Wegenetz, das kreuz und quer über die in Vergessenheit geratene Inselgruppe Tucana führt. Dabei verbinden sie zahlreiche Dörfer und Sehenswürdigkeiten der Insel miteinander. Je effizienter ein Spieler dabei vorgeht, um so mehr Punkte erhält er dafür.

Grundsätzlich lässt sich Trails of Tucana auf zwei Inselplänen spielen. Der etwas kleineren „Isla Petit“ und der großen „Isla Grande“. Am Spielprinzip ändert das nichts. Alle Spieler starten in beiden Fällen mit demselben Inselplan. Nur die Positionen der Dörfer sind auf jedem Inselplan unterschiedliche, da dieses zu Spielbeginn erst von jedem Spieler von Hand eingetragen werden. Ansonsten startet jeder Spieler unter denselben Vorraussetzungen.

Ein Oberhaupt wird noch bestimmt. Dieses deckt nacheinander immer zwei Geländekarten auf, auf denen jeweils einer von vier unterschiedlichen Geländearten abgebildet ist. Auf Tucana befinden sich Wüsten, Seen, Berge und Wälder. Die beiden Geländearten sagt das Oberhaupt kurz an. Dann müssen alle Spieler zwei benachbarte Felder auf ihrer eigenen Insel miteinander verbinden, deren Geländeart mit denen der aufgedeckten Karten übereinstimmt. Hat das jeder Spieler gemacht, werden die nächsten beiden Karten aufgedeckt und die nächsten beiden Felder auf der Insel verbunden. Dabei muss die vorherige Linie übrigens nicht fortgesetzt werden.

Verbindet ein Spieler dabei zwei passende Dörfer mit einer ununterbrochenen Linie, erhält er dafür Punkte. War er dabei der erste Spieler, dem das gelungen ist, erhält er zudem Bonuspunkte. Weiter gibt es auch Punkte für Wege, die von einem Dorf zu einer Sehenswürdigkeit auf Tucana führen. Und wer das mit einer Sehenswürdigkeit gleich zweimal schafft, darf obendrein noch einen Extraweg einzeichnen. Hierbei ergeben sich manchmal schöne Kettenreaktionen.

Nach einem kompletten Durchlauf der Geländekarten erfolgt eine Zwischenwertung, bei der nur die Sehenswürdigkeiten berücksichtigt werden. Nach dem zweiten Durchlauf der Karten erfolgt bei Isla Petit die Schlusswertung. Auf Isla Grande wird vor der Schlusswertung noch eine dritte Runde gespielt. In beiden Varianten gewinnt am Ende der Spieler mit den insgesamt meisten Punkten.

Infos zum Spiel

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Spielzubehör von Trails of Tucana

Spielzubehör von Trails of Tucana.
Spielzubehör von Trails of Tucana.
  • 1 doppelseitiger Block (100 Blätter / 200 Spiele)
  • 27 Geländekarten
  • 13 Aufbaukarten
  • 10 blaue Bonuskarten
  • 5 rote Bonuskarten
  • 8 kleine Stifte

Überblick & Spielregeln zu Trails of Tucana

Spielvorbereitungen

Die Spieler müssen sich zunächst entscheiden, ob die eher auf der kleinen Insel „Isla Petit“ oder doch lieber auf der großen Insel „Isla Grande“ spielen wollen. Anschließend erhält jeder Spieler einen Inselplan und legt ihn mit der passenden Seite vor sich ab. Alle erhalten einen Stift.

Die Aufbaukarte legt die Position der Dörfer auf dem Inselplan fest.

Die Aufbaukarte legt die Position der Dörfer auf dem Inselplan fest.

Ein Oberhaupt wird festgelegt (auf beliebige Weise). Das Oberhaupt mischt alle Aufbaukarten und deckt die oberste Karte auf. Dann liest das Oberhaupt im Uhrzeigersinn die Buchstaben darauf vor – beim roten Buchstaben beginnend. Die Spieler schreiben die Buchstaben in die leeren Felder ihrer Dörfer. Der erste Spieler beginnt mit dem ersten Buchstaben bei Dorf 1, der zweite Spieler bei Dorf 2 und so weiter. So hat am Ende jeder Spieler 10 Buchstaben in 10 unterschiedlichen Dörfern notiert – die Inselpläne aller Spieler sollten nun unterschiedlich sein. Alle anderen Aufbaukarten kommen jetzt aus dem Spiel.

Das Oberhaupt mischt alle Gebäudekarten und legt sie als verdeckten Nachziehstapel bereit. Ebenfalls werden die blauen Bonuskarten offen ausgelegt. Im Spiel bis 4 Personen nur die Bonuskarten mit den Kennziffern #1. Bei mehr Spielern werden alle Bonuskarten ausgelegt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Spielrunden verteilt ein sinnvolles Wegenetz zwischen Dörfern und Sehenswürdigkeiten zu erschaffen und so die meisten Siegpunkte zu sammeln.

Das Spiel beginnt das Oberhaupt mit dem Aufdecken der ersten beiden Geländekarten. Diese zeigen jeweils einen von vier unterschiedlichen Geländetypen (Wüste, Wald, Wasser, Gebirge), die man auch auf dem Inselplan von Tucana wiederfindet.

Anschließend sind alle Spieler gleichzeitig an der Reihe. Sie müssen nun zwei auf der Insel benachbarte Felder mit einer kurzen Linie miteinander verbinden. Beide Felder müssen dabei exakt derselben Geländeart angehören, wie auf den gerade aufgedeckten Geländekarten angegeben ist.

Gebirge und Wasser werden miteinander verbunden.

Gebirge und Wasser werden miteinander verbunden.

Ein Beispiel: Zeigen die Geländekarten einen See und ein Gebirge, muss jeder Spieler sich für zwei beliebige, benachbarte Felder auf seiner Inseln entscheiden, auf denen eine Wasserfläche und ein Gebirge abgebildet sind.

Beide Felder verbindet der Spieler mit einem Strich, der jeweils vom Mittelpunkt des einen Feldes zum Mittelpunkt des anderen Feldes verläuft.

Die Linien müssen nicht fortlaufend gezogen werden.

Die Linien müssen nicht fortlaufend gezogen werden.

Hat das jeder Spieler gemacht, deckt das Oberhaupt die nächsten beiden Geländekarten auf und alle Spieler müssen wieder an einer beliebigen Stelle diese beiden Geländefelder miteinander verbinden. Hier im Bild wären das also zwei benachbarte Wüstenfelder.

Wichtig! Die zuvor gezeichnete Linie muss nicht fortgesetzt werden. Die zweite Strecke kann an einer beliebigen anderen Stelle der Insel gestartet werden, so wie auch hier im Bild gezeigt.

Sehenswürdigkeiten auf Tucana entdecken

Sobald ein Spieler eines seiner Dörfer mit einer Sehenswürdigkeit verbinden konnte, hat er diese Sehenswürdigkeit entdeckt. Bedeutet, er erhält dafür Punkte.

Der Spieler verbindet den Tempel mit seinem Dorf.

Der Spieler verbindet den Tempel mit seinem Dorf.

Ein Beispiel: Der Spieler verbindet das Wasser- und Wüstenfeld zwischen seinem Dorf D und dem schwarzen Tempel. Jetzt darf er er einen Kreis um das erste Punktfeld dieser Sehenswürdigkeit in der rechten Wertungsleiste machen.

Spannend wird es, wenn der Spieler eine beliebige Sehenswürdigkeit zweimal entdeckt. Dann erhält er dafür nicht nur noch mehr Punkte sondern er darf zusätzlich zwei beliebige benachbarte Felder miteinander verbinden – also ein geschenkter Strich.

Aber Achtung: zweimal entdecken bedeutet hier zwei unterschiedliche Felder mit der gleichen Sehenswürdigkeit erschließen und nicht dieselbe Sehenswürdigkeit von zwei Dörfern aus erreichen!

Zwei Dörfer auf Tucana miteinander verbinden

Sobald ein Spieler zwei Dörfer mit demselben Buchstaben verbindet, darf er sich die entsprechende blaue Bonuskarte nehmen und auch die Zusatzpunkte in der Wertungsleiste einkreisen.

Die Verbindung zwischen den beiden D-Dörfern steht.

Die Verbindung zwischen den beiden D-Dörfern steht.

Ein Beispiel: Hier im Bild wurden die beiden D-Dörfer mit einer ununterbrochenen Strecke verbunden. Da der Spieler der erste gewesen ist, der diese beiden Dörfer verbinden konnte, erhält er als einziger Spieler der Partie nun die Bonuskarte D-D, die bei Spielende 6 Punkte bringt. Weiter darf er sich die 11 Punkte auf der rechten Wertungsleiste einkreisen. Auch diese Punkte hat der Spieler sicher. Die erhalten aber auch alle anderen Spieler, die im weiteren Spielverlauf ebenfalls ihre D-Dörfer verbinden können.

Wie geht es weiter?

Das Oberhaupt deckt so lange zwei neue Geländekarten auf, bis der Stapel leer ist (eine Karte sollte übrig bleiben!). Dann erfolgt eine Zwischenwertung. Jeder Spieler erhält nun Punkte für alle entdeckten Sehenswürdigkeiten.

Dann werden alle Geländekarten vom Oberhaupt wieder gemischt und eine zweite Runde wird gespielt. Es werden also wieder so lange je zwei Geländekarten aufgedeckt und Linien auf den Inselplänen gezogen, bis der Stapel wieder leer ist. Jetzt erfolgt die Schlusswertung.

Spielende und Gewinner des Spiels

Tucana am Ende des Spiels.

Tucana am Ende des kurzen Spiels Isla Petit.

Eine Partie Trails of Tucana endet nach zwei (Isla Petit) beziehungsweise drei (Isla Grande) Durchgängen.

Jetzt wird die letzte Runde noch ordentlich gewertet. Die Spieler erhalten also nochmals Punkte für alle entdeckten Sehenswürdigkeiten. Auch Sehenswürdigkeiten aus der ersten Runde werden erneut gewertet.

Zuletzt werden alle Punkte für Sehenswürdigkeiten (orange), erfolgreich verbundene Dörfer (blau) und erhaltene Bonuskarten (beige) addiert. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt Trails of Tucana.

Fazit zu Trails of Tucana

Das kleine aber feine Spiel Trails of Tucana hätte es schon allein wegen seinem Covermotiv auf unseren Spieltisch geschafft. Das hat uns persönlich sofort angesprochen. Insofern verneigen wir uns an dieser Stelle vor dem Künstler. Chapeau!

Was nach dem Auspacken sofort positiv auffällt: beide Seiten des Spielblock sind bedruckt. Zudem auch gleich mit zwei unterschiedlichen Spielplänen. In der Schachtel stecken so 200 Partien, was für den Preis recht ordentlich ist. Von der Qualität her ist das Material insgesamt okay. Es ist auch grundsätzlich schön, dass für jeden der maximal 8 Spieler Bleistifte im Zubehör enthalten sind. Nur lässt sich so ein dünner grauer Bleistiftstrich auf dem Inselplan nur schwer erkennen. Wir sind da schnell auf andere Stifte umgestiegen.

Ebenfalls schön ist: auch wenn die Spielpläne der Spieler grundsätzlich gleich sind, so starten trotzdem alle mit einer unterschiedlichen Verteilung ihrer Dörfer. Dafür sind die Aufbaukarten verantwortlich. Ein netter Kniff, um das Abschreiben vom Spielnachbarn zu unterbinden und etwas Abwechslung in die Folgepartien zu bringen.

Die Spielregeln zum Spiel sind schnell gelesen und leicht zu verstehen. Zwei Karten aufdecken, Felder gleicher Geländeart verbinden, möglichst Dörfer und Sehenswürdigkeiten dabei verbinden. Der Einstieg in die erste Partie gelingt so recht zügig.

Aber nur weil die Spielregeln einfach sind, ist es das Spiel noch lange nicht. Gerade zu Beginn einer neuen Partie ist die Auswahl an möglichen Feldern meistens groß. Hier können auch mal unangenehme Wartezeiten entstehen, wenn ein Spieler zu lange überlegt. Im Spielsystem angelegt ist die Wartezeit aber nicht – hier spielen eigentlich immer alle gleichzeitig. Insofern muss man nur seine Mitspieler in den Griff bekommen, wenn die Wartezeit zu lang wird. Auf jeden Fall werden den Spielern in einem Durchgang viele Entscheidungen abverlangt. Der eine oder andere wird dabei auch hoffen, dass die fehlende Geländekombination noch kommt. Das Glück spiel also teilweise auch noch eine Rolle auf Tucana.

Neben den bisher positiven Dingen muss man leider auch sagen: Das grundsätzliche Spielprinzip von Trails of Tucana ist natürlich nicht neu. Wege bauen, Dörfer verbinden, Sehenswürdigkeiten entdecken und dabei Punkte sammeln. Das alles gab es in der einen oder anderen Form schon in anderen Spielen, beispielsweise in Träxx. Aber selten war das Verbinden von Feldern auf einem Block so hübsch wie in Trails of Tucana. Am Ende einer Partie schaut man schon etwas stolz auf sein Werk, auch wenn man verloren hat. Das gefällt uns dann doch wieder sehr gut. Auch ist das Spiel weder besonders kommunikativ noch interaktiv. Durch die Bonuskarten entsteht ein kleiner Wettbewerb unter den Spielern um die erste Verbindung zwischen zwei Dörfern. Davon abgesehen macht aber jeder sein Ding. Ob man Solo spielt oder zu acht ändert am reinen Spielgefühl recht wenig.

Zuletzt möchten wir aber noch eine Lanze für das gewählte Oberhaupt im Spiel brechen. Diesem fehlt es hier nämlich ein wenig an Anerkennung. Immerhin deckt dieser Spieler schön brav eine Geländekarte nach der anderen auf und macht seine Ansagen. Und das durchweg bis zum Ende des Spiels. Einen zusätzlichen Marker in Form einer Götzenstatue wäre da doch das mindeste gewesen, was man dem Oberhaupt hätte spendieren können 🙂

7.5 Testergebnis

Sehr schönes Familienspiel, das mit einfachen Regeln und einer angenehmen Spieldauer punktet und den Spielern trotzdem die eine oder andere knifflige Entscheidung abverlangt.

Originalität / Idee
7
Spielzubehör
7
Langzeitspaß
8.5
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