Im Tempospiel Crazy Time von Alex et sa Guitare (Kosmos) dreht sich alles um die verrinnende Zeit – und die spielt regelrecht verrückt. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, müssen alle Spieler gut aufpassen. Anderfalls kann es passieren, dass sie Strafkarten aufnehmen müsse. Und darum geht es in Crazy Time.

Jeder Spieler hat einen eigenen Nachziehstapel mit Zeitkarten verdeckt vor sich liegen. Der Startspieler sagt die Zeit „1 Uhr“ an und deckt die oberste Karte von seinem Nachziehstapel auf. Der jeweils nachfolgende Spieler muss immer eine Stunde zu der zuletzt angesagten Zeit addieren, also 2 Uhr, 3 Uhr und so weiter und anschließend seine Zeitkarte aufdecken. Beim Ansagen der Zeit müssen immer alle aktiven Zeitregeln beachten werden.

Bei Spielbeginn sind zunächst zwei Zeitregeln aktiv: die Zeitmaschine und die Synchronisation. Bei der Zeitmaschine kehrt sich die Zeit um, es wird also jeweils eine Stunde subtrahiert. Die Synchronisation löst dagegen eine Aktion aus, bei der alle Spieler eine freie Hand schnellstmöglich auf die Stoppkarte in der Tischmitte klatschen müssen. Der langsamste Spieler kassiert Strafkarten, die Minuspunkte darstellen. Gleiches gilt, wenn ein Spieler eine aktive Zeitregel ignoriert oder einen Fehler macht. Dann wird auch kassiert.

Nach jedem Durchgang wird das Spiel um eine weitere Zeitregel erweitert und somit immer komplizierter. Wer es dennoch schafft, alle seine Zeitkarten aufzudecken, gewinnt Crazy Time.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Kosmos
Spielautor: Alex et sa Guitare
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 4 – 7 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Crazy Time

Spielzubehör von Crazy Time
  • 63 Zeitkarten
  • 24 Ausrufezeichen-Karten
  • 20 Fragezeichen-Karten
  • 1 Stoppkarte

Ausführliche Spielregeln zu Crazy Time

Spielvorbereitungen

Spielaufbau für vier Spieler

Die Stoppkarte wird für alle Spieler gleichermaßen gut erreichbar in die Tischmitte gelegt.

Die Fragezeichen- und Ausrufezeichenkarten werden getrennt gemischt und als zwei separate Nachziehstapel bereitgelegt. Optional können die Karten für Fortgeschrittene vorab aussortiert werden.

Die Zeitkarten werden gut gemischt und gleichmäßig an die Spieler verteilt. Jeder Spieler legt seine Karten als Stapel ungesehen verdeckt vor sich ab. Wichtig! Je nach Anzahl der Mitspieler variiert die ausgeteilte Kartenzahl: 4 Spieler/15 Karten, 5 Spieler/12 Karten, 6 Spieler/10 Karten und bei 7 Spieler/9 Karten.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, den eigenen Zeitkartenstapel über mehrere Runden abzubauen und bei Spielende über die wenigsten Minuspunkte zu verfügen (Einsteigerspiel) beziehungsweise als erster Spieler keine Zeitkarten mehr zu besitzen.

Gespielt wird Crazy Time über mehrere Runden. Eine Spielrunde endet jeweils, wenn ein Spieler am Ende seines Spielzuges keine Zeitkarten mehr verdeckt vor sich ausliegen hat.

Der pünktlichste Spieler beginnt, die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er zuerst eine Uhrzeit ansagen und anschließend eine Zeitkarte aufdecken. Dabei kann es zu weiteren Aktionen kommen. Beim Ansagen der Zeit und der nachfolgenden Aktion müssen immer alle aktiven Zeitregeln beachtet werden – anderfalls kassiert der Spieler zusätzliche Zeitkarten, was letzendlich Minuspunkte sind.

1. Die korrekte Uhrzeit ansagen

Die erste Spielrunde und auch jede anschließende neue Runde beginnt immer mit der Ansage 1 Uhr. Die nachfolgenden Spieler setzen diese Reihe im Stundenschritt fort, also 2 Uhr, 3 Uhr, 4 Uhr usw. Nach der Ansage 12 Uhr geht es dann wieder bei 1 Uhr los. Beeinflusst werden kann diese Ansage durch die ausgespielten Zeitkarten.

2. Zeitkarten aufdecken und Zeitregeln befolgen

Eine Zeitkarte aufdecken.

Zeitkarte aufdecken: Hat ein Spieler die Zeit korrekt angesagt, deckt er nun die oberste Zeitkarte seines Nachziehstapels auf und legt sie auf seinen eigenen Ablagestapel. Dabei können drei Fälle eintreten: Die abgebildete Zeit auf der Karte ist nicht identisch mit der angesagten Uhrzeit. In diesem Fall ist der nächste Spieler an der Reihe. Dieser muss die Zeitfolge bei seiner Ansage fortsetzen. Alternativ kann die Zeitregel „Synchronisation“ oder die Zeitregel „Zeitmaschine“ in Kraft treten.

Die Zeitmaschine
Die Zeitmaschine

Die Zeitmaschine:  Deckt ein Spieler nach seiner Zeitansage die Zeitmaschine auf, so kehrt sich die Zeit um. Darauf muss der nachfolgende Spieler nun achten, da ab seinem Spielzug die Zeot rückwärts läuft. Beispiel: Ein Spieler macht die Ansage 5 Uhr und deckt die Zeitmaschine auf, auf der 6 Uhr zu lesen ist (siehe Bild). Die Ansage des nächsten Spielers muss nun 4 Uhr lauten und nicht 6 Uhr.

Ansage und abgebildete Zeit stimmen überein.
Ansage und abgebildete Zeit stimmen überein.

Die Synchronisation:  Stimmt die angesagte Uhrzeit mit der Zeit auf der aufgedeckten Zeitkarte überein, erfolgt die Synchronisation. Das bedeutet, dass nun alle Spieler so schnell wie möglich mit einer freien Hand auf die Stoppkarte in der Tischmitte klatschen müssen. Der langsamte Spieler muss kassieren, also Karten aufnehmen.

Der Zeitriss: Glaubt ein Spieler, dass sein aktiver Mitspieler eine der ausliegenden Zeitregeln nicht befolgt oder falsch angewendet hat, dann kann er Zeitriss rufen. Liegt der Spieler mit der Vermutung richtig, muss der aktive Spieler Karten kassieren. Andernfalls gehen die Strafkarten an den Spieler, der den Zeitriss ausgerufen hatte.

Der Kurzschluss: Sobald beim Aufdecken einer Zeitkarte mehr als eine aktive Zeitregel eintritt, kommt es zum Kurzschluss. In diesem Fall geht es ganz normal mit dem nächsten Spieler weiter, nur dass dieser bei seiner ersten Aktion die Uhrzeit so ansagen muss, als hätte es keinen Kurzschluss gegeben. Andernfalls tritt wieder ein Zeitriss ein und der Spieler muss kassieren.

Tick, Tack, Tick, Tack: Dauert der Spielzug eines Spieler mal zu lange, können die anderen Spieler durch langsames Ausrufen von Tick, Tack, Tick, Tack etwas Druck aufbauen. Sollte der Spieler beim zweiten Tack noch immer keine Aktion ausgeführt haben, kommt es ebenfalls zum Zeitriss und der Spieler muss kassieren.

Karten kassieren in Crazy Time

Bei jedem Zeitfehler eines Spielers muss dieser Karten kassieren. Dass kann eine falsche Ansage sein, ein zu spätes Klatschen bei der Synchronisation, ein Zeitriss oder ein Kurzschluss.

Muss ein Spieler kassieren, dann nimmt er sämtliche Zeitkarten aller Ablagestapel der Mitspieler auf, mischt diese verdeckt gut durch, zieht die obersten fünf Karten und legt sie unter seinen eigenen Nachziehstapel. Er nimmt also fünf Minuspunkte auf und benötigt nun länger, um seinen Nachziehstapel abzuarbeiten.

Nach jeder Runde neue Zeitregeln integrieren

Ein Set aus zwei Karten ergibt eine neue Regel.
Ein Set aus zwei Karten ergibt eine neue Regel.

Der Gewinner einer Spielrunde darf vorbereitend für die Folgerunde eine neue Zeitregel einführen.

Hierzu deckt er die oberste Fragezeichen. und Ausrufezeichenkarte auf und legt sie gut sichtbar für alle nebeneinander. Die Fragezeichenkarte legt fest, wann die neue Regel greift, beispielsweise um 2 Uhr. Auf der Ausrufezeichenkarte steht die neue Zeitregel, beispielsweise „der Spieler setzt aus“.

Die Grundregeln „Zeitmaschine“ und „Synchronisation“ bleiben bis zum Spielende weiter aktiv. Gleiches gilt für jede neu aufgedeckte Zeitregel. So wird Crazy Time mit jeder weiteren Spielrunde ein Stück verrückter.

Spielende und Gewinner des Spiels

Die Einsteiger-Variante von Crazy Time endet nach drei Spielrunden. Wer jetzt die wenigsten Minuspunkte (=gleich Zeitkarten) besitzt, gewinnt das Spiel.

Das normale Spiel endet nach vier Spielrunden. Wer die letzte Spielrunde gewinnt, ist auch Sieger des Spiels.

Fazit zum Kartenspiel Crazy Time

Der Name ist hier Programm. Crazy Time ist ein wirklich verücktes Kartenspiel rund um das Thema Zeit. Die Illustrationen auf den Karten sind recht hübsch und passend zum Thema gewählt. Die Spielkarten selbst sind stabil und liegen gut in der Hand.

Die Spielregeln können kürzer kaum sein und bieten durch die zahlreichen Regelergänzungen (Fragezeichen + Ausrufezeichenkarte) für ausreichend Abwechslung über mehrere Partien.

Im Spiel sind dann Tempo und Konzentration gefragt. Hier verliert man gerne mal den Überblick über die aktuell gültigen Zeitregeln und das nicht nur als aktiver Spieler. Wer nicht aufpasst, riskiert Strafkarten. Die Interaktion zwischen den einzelnen Spielern ist schon allein durch das Spielkonzept gegeben. Schließlich muss man nicht nur eigene Fehler vermeiden, sondern auch die Aktionen der Mitspieler kontrollieren.

Alles in allem ist Crazy Time ein unterhaltsames Spiel, das insbesondere bei größeren Teilnehmerrunden recht gut funktioniert. Wer noch ein schnelles, kurzweiliges, chaotisches Spiel für zwischendurch sucht, kann durchaus mal einen Blick auf Crazy Time wagen. Auch Freunde von Tempospielen wie beispielsweise 5 Minutes oder Tabu sollten hier recht gut aufgehoben sein. Für alle anderen gilt, besser erst einmal Probespielen.

– Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
80 %
Langzeitspaß
60 %
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