Mit dem Kartenspiel „Sonne und Mond“ von Jacques Zeimet hat der Spielverlag „Drei Hasen in der Abendsonne“ ein besonders schönes Spiel in sein Programm aufgenommen.

Die Spielkarten überraschen mit einem untypischen Format und die Illustrationen sind so wundervoll gestaltet worden, dass beim Spielen regelrecht das Gefühl eines Sonnen- oder Mondaufgangs vermittelt wird.

Bei „Sonne und Mond“ müssen die Spieler (den Regeln einer klassischen Patience folgend) Kartenreihen bilden, die entweder den Sonnen- oder aber den Mondaufgang darstellen. Alle Spielkarten sind mit Ziffern von 1 – 29 versehen und dürfen nur numerisch passend angelegt werden. Gelingt es einem Spieler so mindestens fünf zusammenhängende Sonnen- oder Mondkarten vor sich abzulegen, kann er die Reihe abräumen und Punkte sammeln.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Natürlich wollen alle Mitspieler verhindern, dass man selbst seine Kartenreihe in Punkte umwandelt. Hierzu können sie die Sonnen- und Mondfinsterniskarten nutzen. Legt man eine solche Finsternis auf eine bereits ausgelegte Karte, so gilt die Reihe als unterbrochen.

Gespielt wird so lange, bis keine Karten mehr übrig sind. Gewinner ist am Ende der Spieler, der die meisten Punkte sammeln konnte.

Spielzubehör von Sonne und Mond

Die Spielkarten fallen besonders durch ihr ungewöhnliches Format auf und machen sofort Lust auf eine Partie Sonne und Mond.

In der Spielschachtel befinden sich:

  • 29 Sonnenkarten
  • 29 Mondkarten
  • 5 Karten „Sonnenfinsternis“
  • 5 Karten Mondfinsternis
  • eine Spielanleitung

Ausführliche Spielregeln von Sonne und Mond

Spielvorbereitungen

  1. Alle Spielkarten werden gut gemischt und als verdeckter Nachziehstapel in die Mitte des Tisches gelegt.
  2. Jeder Spieler zieht fünf Karten vom Nachziehstapel und nimmt diese auf die Hand.
  3. Der jüngste Spieler ist automatisch Startspieler.

Spielablauf

Der Startspieler beginnt. Anschließend folgen die anderen Spieler nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er entweder eine seiner Handkarten passend an eine der ausliegenden Kartenreihen anlegen oder aber seine eigene Kartenreihe abräumen und Punkte kassieren.

Beim Anlegen von Karten herrscht Zugzwang. Das bedeutet, der Spieler muss eine Karte irgendwo anlegen, notfalls auch an Reihen der Mitspieler. Des Weiteren kann in einer Spielrunde immer nur angelegt oder abgeräumt werden. Beides im gleichen Spielzug ist nicht gestattet.

Kann ein Spieler einmal keine seiner Handkarten in einer Sonnen- oder Mondreihe passend anlegen, so muss er seine Reihen zerstören und diese inklusive seiner restlichen Handkarten auf den Ablagestapel legen. Anschließend erhält er fünf neue Karten.

Sobald ein Spieler alle seine Karten irgendwo anlegen können, so darf er sich fünf neue Karten vom verdeckten Nachziehstapel nehmen. Ist dieser einmal aufgebraucht, dann wird der Ablagestapel gut gemischt und zum neuen Nachziehstapel.

Die Kartenreihen ausbauen

Jeder Spieler darf jeweils eine Sonnen- und eine Mondreihe vor sich aufbauen. Die Kartenreihen müssen von links nach rechts gesehen numerisch aufsteigend gebildet werden. Hierbei dürfen Lücken in den Zahlreihen entstehen. Angelegt werden kann sowohl immer am linken oder rechten Ende einer Reihe, niemals aber zwischen zwei bereits ausgelegten Karten.

Im Beispiel links (Mondaufgang) dürften links noch Karten kleiner als 11 angelegt werden. Am rechten Reihenende dagegen existiert mit der 29 nur noch eine Karte im Spiel, die dort angelegt werden könnte.

Kartenmotive mit Tieren

Auf manchen Karten sind Tiere abgebildet. Wird eine solche Karte ausgespielt, so muss der Spieler sofort noch eine weitere Karte auslegen. Sollte er keine Karten mehr auf der Hand haben, so darf er sich fünf neue Karten vom Nachziehstapel nehmen und muss anschließend erneut eine Karte auslegen.

Die Sonnen- und Mondfinsternis

Eine Sonnen- oder Mondfinsternis darf immer nur auf eine bereits ausliegende Karte gelegt werden. Dadurch kann man die gegnerischen Sonnen- und Mondaufgänge unterbrechen und verhindern, dass die Mitspieler mindestens fünf zusammenhängende Karten in einer Reihe aufbauen und Punkte sammeln können.

Liegt in einer Reihe eine Sonnen- oder Mondfinsternis, so darf darauf erneut eine Sonnen- bzw. Mondkarte gelegt werden. Diese muss numerisch aber an die entsprechende Stelle passen. In unserem Beispiel im Bild könnte der Spieler also eine Sonnenkarte mit dem Wert 11 bis 20 auf die Sonnenfinsternis legen, um diese zu neutralisieren.

Eine Kartenreihe abräumen

Hat ein Spieler mindestens fünf Karten einer Reihe vor sich ausliegen, die nicht durch eine Finsternis unterbrochen werden, darf er „abräumen“. Das bedeutet, er nimmt die entsprechenden Karten und bildet damit einen eigenen Stapel. Jede so gewonnene Sonnen- und Mondkarte ist bei Spielende einen Punkt wert. Finsterniskarten bringen dagegen keine Punkte ein.

Spielende und Gewinner des Spiels

Sobald ein Spieler keine Karten mehr nachziehen kann, wird das Spielende eingeleitet. Alle Spieler dürfen nun noch nacheinander im Uhrzeigersinn ihre Handkarten ablegen und Reihen abräumen, bis alle Karten ausgespielt worden sind.

Dann folgt die Schlusswertung. Die Spieler zählen nun ihre Punkte. Für jede gesammelte Sonnen- und Mondkarte erhalten die Spieler einen Punkt. Die Sonnen- und Mondfinsterniskarten werden nicht mitgezählt. Für jede Karte, die ein Spieler noch offen vor sich ausliegen hat, erhält er einen Minuspunkt.

Der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner von Sonne und Mond.

Team-Variante bei vier Spielern

Im Spiel zu viert bilden immer zwei Spieler ein Team. Jedes Team darf zusammen nur eine Sonnen- und eine Mondreihe aufbauen. Beginnt also der erste Spieler im Team mit einer Sonnenkarte, so muss der zweite Team-Spieler zwangsläufig eine Mondreihe vor sich auslegen.

Ansonsten gelten die üblichen Regeln. Am Ende des Spiels werden die gesammelten Punkte der Spieler eines Teams addiert. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt.

Fazit zum Kartenspiel Sonne und Mond

Ein Kartenspiel, das und wahrlich von der ersten Sekunde an begeistert hat. Die Spielkarten heben sind durch ihre Form von fast allen gängigen Kartenspielen ab. Dass sie zudem wunderschön illustriert wurden, macht die Sache rund. Das Zubehör zum Spiel ist wirklich tadellos.

Die Spielanleitung ist ausreichend bebildert und verständlich geschrieben. Die Regeln sind schnell gelesen und ebenso schnell verstanden. Man kann quasi sofort losspielen.

Hält man dann erstmals seine fünf Karten auf der Hand, beginnt bereits das Taktieren. Mit welcher Karte beginne ich meine Reihe? Spiele ich zuerst den Sonnenaufgang oder doch lieber erst den Mondaufgang? Dabei fällt auch immer ein Blick auf die Reihen der Mitspieler, da man durch die Zugzwangregel nicht versehentlich eigene Karten bei den Mitspielern loswerden möchte und diesen im schlimmsten Fall so noch zu Punkten verhilft.

Zum Glück gibt es da noch die Finsterniskarten, mit denen man die Mitspieler kurz vor dem Ziel ordentlich ärgern kann und die schönsten Sonnenaufgänge (oder Mond) zunichte macht. Hier kann es nicht schaden, wenn man die eigenen Kartenreihen so aufbaut, dass immer numerische Abstände zwischen den eigenen Karten bestehen. Denn nur so kann man eine Finsternis wieder neutralisieren und am Ende doch noch Punkten.

Alles in allem ist „Sonne und Mond“ ein wirklich außergewöhnliches und außergewöhnlich schönes Kartenspiel, dass bereits im Spiel zu zweit hervorragend funktioniert und in der Team-Variante zu viert ebenso viel Spaß bereitet.

Kurz & Knapp: Rundum gelungen. Eine Perle unter den Familien-Kartenspielen.