Mit Silver Amulett erscheint ein weiteres Werwölfe-Spiel von Ted Alspach bei Ravensburger. Nur dieses Mal übernehmen die Spieler nicht selbst geheime Rollen, die im Spielverlauf erst enthüllt werden müssen. Vielmehr hat in Silver Amulett jeder Spieler ein eigenes Dorf in Form von Spielkarten vor sich ausliegen, aus dem so viele Werwölfe wie möglich vertrieben werden sollen. Nur liegen die Karten des eigenen Dorfes verdeckt vor jedem Spieler. Es gilt also, die unterschiedlichen Dorfbewohner unter den verdeckten Karten zu erkunden. Wer befindet sich wo? Welche Fähigkeiten haben meine Dorfbewohner? Und wer lockt die meisten Werwölfe an? Je mehr ein Spieler über das eigene Dorf in Erfahrung bringt, umso schneller wird er die Werwölfe wieder los.

Insgesamt befinden sich 13 unterschiedliche Dorfbewohner mit individuellen Sonderfähigkeiten im Spiel. Jeder von ihnen zieht unterschiedlich viele Werwölfe an. Dorfbewohner mit niedrigen Werten bedeuten wenige Werwölfe, Bewohner mit hohen Zahlen dagegen viele Werwölfe. Die Werte variieren in Silver Amulett zwischen null und dreizehn Werwölfen. Mit den Fähigkeiten der Dorfbewohner lassen sich Karten tauschen, aufdecken, bewachen und natürlich kann man damit auch die Mitspieler ein wenig ärgern. Vor allem, wenn man ihnen weitere unbekannte Bewohner in ihr Dorf bringt und mit ihnen neue Werwölfe.

Der Spielablauf ist bei Silver Amulett sehr schlank. Zu Beginn des Spiels werden alle Karten gemischt und verdeckt in die Tischmitte gelegt. Die oberste Karte wird aufgedeckt und bildet so die erste Karte des Ablagestapels. Jeder Spieler zieht fünf Karten vom Nachziehstapel, die er ungesehen in einer Reihe verdeckt vor sich auslegt. Das ist sein Dorf. Zwei seiner Dorfkarten darf sich jeder Spieler anschließend geheim anschauen. Die übrigen Karten bleiben vorerst unbekannt.

In seinem Spielzug kann der Spieler immer eine verdeckte Karte vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen und sich in Ruhe anschauen. Anschließend kann er diese Karte entweder abwerfen, um die Sonderfähigkeit des Dorfbewohners zu nutzen oder er kann die Karte gegen eine Karte aus seinem Dorf austauschen. In diesem Fall legt er die neue Karte verdeckt in sein Dorf und wirft eine andere Karte seines Dorfes offen auf den Ablagestapel. Alternativ kann er auch die oberste Karte des Ablagestapels aufnehmen und gegen eine beliebige Karte seines Dorfes tauschen. In diesem Fall legt er die neue Karte offen in sein Dorf.

Wer auf diese Weise hohe gegen niedrige oder unbekannte gegen offene Karten tauscht, lernt Schritt für Schritt sein Dorf kennen und wird auch automatisch Werwölfe los. Besser ist es aber, wenn man Karten nicht nur 1 zu 1 tauscht, sondern mehrere Karten gegen eine Karte tauscht. Dazu muss man lediglich mehrere Dorfbewohner mit gleichem Wert (Anzahl Werwölfe) im Dorf offen oder verdeckt ausliegen haben. Tauscht man nun eine Karte von Nachzieh- oder Ablagestapel, so kann man einen Wert ansagen. Anschließend deckt man alle Karten mit diesem Wert auf und tauscht sie gegen die eine Karte. Auf diese Weise verringert sich auch die Zahl der Karten im eigenen Dorf.

Ein einzelner Durchgang endet, sobald der Nachziehstapel aufgebraucht ist oder beide Dorfbewohner mit dem Wert 0 offen in beliebigen Dörfern ausliegen. Ein einzelner Spieler kann auch das Ende einleiten, in dem er zur Abrechnung aufruft. Hier darf er aber nur noch maximal vier Dorfkarten vor sich liegen haben. In allen drei Fällen decken die Spieler ihre Dorfkarten auf und zählen die Werwölfe in ihrem Dorf. Der Spieler mit den wenigsten Werwölfen gewinnt die Partie und erhält das silberne Amulett. Mit diesem kann er im nächsten Durchgang eine seiner Karten vor den Aktionen der Mitspieler beschützen. Die anderen Spieler notieren sich die Zahl ihrer Werwölfe. Dann wird der nächste Durchgang vorbereitet.

Eine vollständige Partie Silver Amulett läuft über vier Durchgänge. Nach jedem Durchgang werden die jeweils gesammelte Werwölfe pro Spieler notiert. Das silberne Amulett wird immer an den Sieger des Durchgangs weitergegeben. Am Ende des vierten Durchgangs gewinnt der Spieler, der über alle Runden verteilt insgesamt die wenigsten Werwölfe in seinem Dorf hatte.

Infos zum Spiel

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Spielzubehör zu SILVER Amulett

Die Spielkarten von Silver Amulett.

Die Spielkarten von Silver Amulett.

  • Je 4 Charakterkarten mit den Werten 0 – 12
  • 2 Charakterkarten mit dem Wert 13
  • 8 doppelseitge Übersichtskarten
  • 1 Silber-Amulett

Überblick und Spielregeln zu SILVER Amulett

Spielvorbereitungen

Der Silver Amulett Spielaufbau für 4 Spieler.

Der Silver Amulett Spielaufbau für 4 Spieler.

Alle Karten werden gut gemischt und als allgemeiner Nachziehstapel in die Tischmitte gelegt. Die oberste Karte wird aufgedeckt und somit die erste Karte des Ablagestapels. Das Silver Amulett wird daneben gelegt.

Das eigene Dorf wird errichtet. Hierzu zieht jeder Spieler 5 Karten vom Nachziehstapel und legt sie in einer Reihe verdeckt vor sich ab.

Jeder Spieler nimmt sich 2 Übersichtskarten und legt sie vor sich ab. Hier sind auf der einen Seite die Spielregeln und auf der anderen Seite die Kartenaktionen nochmal kurz zusammengefasst.

Bevor es richtig losgeht, schaut sich jeder Spieler geheim zwei der eigenen verdeckten Dorfkarten an und merkt sich die Charaktere. Danach legt er sie wieder verdeckt an dieselbe Position seiner Auslage.

Zwei Karten darf sich jeder Spieler zu Beginn geheim anschauen.

Zwei Karten darf sich jeder Spieler zu Beginn geheim anschauen.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, die Werwölfe im eigenen Dorf zu vertreiben beziehungsweise am Ende jeder Runde die wenigsten Werwölfe in der eigenen Dorfauslage zu haben und sich so das silberne Amulett zu sichern.

Das Spiel beginnt der jüngste Spieler. Die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn. Ist ein Spieler an der Reihe, so muss er entweder eine verdeckte Karte vom Nachziehstapel oder die oberste Karte vom Ablagestapel aufnehmen. Diese Karte kann er dann gegen Karten in seinem Dorf tauschen oder wieder abwerfen und ihre Spezialaktion nutzen. Alternativ zu diesem Spielzug darf der Spieler auch die Abrechnung ausrufen und damit das Spielende einleiten.

Karten aufnehmen, tauschen und Aktionen nutzen

Jede Spielrunde beginnt immer mit dem Aufnehmen einer neuer Charakterkarte. Entweder wird diese vom Nachziehstapel oder eben vom Ablagestapel gezogen. Auf jeder Karte steht oben links die Zahl der Werwölfe, die von diesem Charakter ins Dorf gelockt werden. Unten steht dagegen die Sonderfähigkeit des Charakters, die der Spieler eventuell nutzen kann. Manche Aktionen

Eine neue Karte vom Nachziehstapel nehmen

Verdeckt oder offen nachziehen.

Verdeckt oder offen nachziehen.

Der Spieler nimmt die neue Karte zunächst verdeckt auf die Hand und schaut sich den Charakter an.

Tauschen: Jetzt kann er die Karte gegen eine oder mehrere identische Karten in seinem Dorf tauschen. In diesem Fall legt er die neue Karte verdeckt in sein Dorf und wirft die alte(n) Karte(n) offen auf den Ablagestapel, auch wenn diese vorher verdeckt gewesen sind. Die besondern Fähigkeiten der abgeworfenen Karte(n) darf der Spieler in diesem Fall nicht nutzen.

Sonderfähigkeit nutzen: Alternativ kann er die aufgenommene Karte auch gleich wieder abwerfen. Handelt es sich dabei um eine Sonderfähigkeit, die beim Abwerfen aktiviert wird, kann der Spieler diese nun nutzen.

Die oberste Karte vom Ablagestapel nehmen

Der Spieler nimmt die Karte und tauscht sie gegen eine oder mehrer identische Karten in seinem Dorf. Die neue Karte legt er offen in sein Dorf. Die alte(n) Karte(n) werden ebenfalls offen auf den Ablagestapel gelegt, auch wenn diese zuvor noch verdeckt gewesen sind. Die Sonderfähigkeiten der abgeworfenen Karten darf der Spieler in diesem Fall nicht nutzen.

Mehrere Karten gehen eine Karte tauschen. Wie geht das?

Kennt ein Spieler seine offenen oder verdeckten Dorfkarten und befinden sich darunter Karten mit demselben Wert, so kann er diese in einer Tauschaktion loswerden. Bedeutet, der Spieler nimmt sich wie oben beschrieben eine Karte vom Nachzieh- oder Ablagestapel. Dann kündigt er den Tausch an und sagt eine Zahl, beispielsweise „Ich tausche die neue Karte gegen meine 10er.“ Anschließend deckt er alle Karten in seinem Dorf auf, die den Wert 10 haben (sofern nicht schon alle offen vor ihm liegen).

Die Ansage stimmt: Jetzt darf der Spieler alle Karten mit dem angesagten Wert auf den Ablagestapel und die neue Karte in sein Dorf legen. Auf dieses Weise reduziert sich die Anzahl seiner Dorfkarten (und hoffentlich auch die Anzahl der Werwölfe).

Die Ansage stimmt nicht: In diesem Fall muss der Spieler alle Karten in seinem Dorf behalten und die eigentliche Tauschkarte zusätzlich in sein Dorf legen. In diesem Fall steigt die Anzahl der Dorfkarten (und die Anzahl der Werwölfe).

Eine Abrechnung ausrufen und das silberne Amulett

Anstatt eine Karte aufzunehmen kann ein Spieler zu Beginn seines Spielzuges auch eine Abrechnung ausrufen. Einzige Bedingung: er darf zu diesem Zeitpunkt höchsten vier Karten in seiner Dorfauslage haben. Nach dem Ausruf kommen alle anderen Spieler noch genau einmal an die Reihe. Dann erfolgt die Rundenwertung.

Das silberne Amulett als Belohnung: Wer eine erfolgreiche Abrechnung ausruft (also die Runde dann auch tatsächlich gewinnt!), darf sich in der Folgerunde das silberne Amulett nehmen. Dieses funktioniert dann ähnlich wie der Leibwächter. Legt der Spieler das silberne Amulett auf eine offene oder verdeckte Karte, ist dieses bis zum Ende der Runde geschützt. Bedeutet aber auch: der Spieler darf seine eigene Karte nicht mehr ansehen, umdrehen oder das Amulett versetzen.

Das silberne Amulett schützt einen Dorfbewohner.

Das silberne Amulett schützt einen Dorfbewohner.

Rundenwertung und Gewinner des Spiels

Eine Spielrunde endet sofort, wenn beide Dorfbewohner (Wert 0) offen in beliebigen Dörfern liegen oder der Nachziehstapel aufgebraucht ist. In diesem Fall decken alle Spieler ihre noch verdeckten Karten auf und zählen ihre Werwölfe. Jeder Werwolf bringt dem Spieler einen Minuspunkt. Notiert und die Minuspunkte und bereitet die nächste Runde vor.

Hat ein Spieler eine Abrechnung ausgerufen, endet der Durchgang, nachdem alle anderen Spieler noch einmal an der Reihe waren. Auch jetzt werden alle noch verdeckten Karten aufgedeckt und die Werwölfe gezählt. Sollte der Spieler, der zur Abrechnung gerufen hat, die wenigstens Werwölfe haben, muss er sich keine Minuspunkte notieren. Andernsfalls erhält zusätzlich zu seinen Werwölfen noch 10 weitere Strafpunkt. Alle anderen Spieler notieren sich ebenfalls ihre Minuspunkte und bereiten die neue Runde vor.

Nach vier Runden endet das Spiel. Es gewinnt der Spieler mit den insgesamt wenigsten Minuspunkten.

Die einzelnen Charaktere in Silver Amulett

Insgesamt 14 unterschiedliche Charaktere befinden sich unter den Dorfbewohnern. Jeder einzelne lockt unterschiedlich viele Werwölfe an und verfügt auch über eine besondere Fähigkeit.

Der Dorfbewohner, Knappe und die Einfühlsame.

Der Dorfbewohner, Knappe und die Einfühlsame.

0 – Der Dorfbewohner: Dieser Charakter befindet sich 2x im Spiel und lockt keine Werwölfe an. Der Dorfbewohner hat keine besondere Funktion. Liegen allerdings beide Karten offen in beliebigen Dörfern, endet die Spielrunde sofort und die Wertung erfolgt.

1 – Der Knappe: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils einen Werwolf an. Für jeden Knappen, der offen in einem der Dörfer liegt, wird eine zusätzliche Karte offen neben den Nachziehstapel gelegt. Zu Beginn seines Spielzuges kann ein Spieler selbst entscheiden, ob er eine Karte aus der Knappen-Auslage anstatt vom Nachzieh- oder Ablagestapel nimmt. Am Ende wird die Knappen-Auslage immer wieder neu aufgefüllt.

2 – Die Einfühlsame: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils zwei Werwölfe an. Für jede Einfühlsame, die offen im eigenen Dorf ausliegt, darf sich der Spieler in seinem Spielzug eine seiner verdeckten Karten anschauen.

Der Leibwächter, Bengel und Enthüller.

Der Leibwächter, Bengel und Enthüller.

3 – Der Leibwächter: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils drei Werwölfe an. Jeder Leibwächter, der offen im eigenen Dorf liegt, schützt sich selbst und eine weitere Karte vor Aktionen der Mitspieler. Hierzu wird der Leibwächter auf die gewünschte Karte gelegt, die geschützt werden soll. Weiter darf der Spieler seine Leibwächter beliebig oft verschieben, also auf andere Karten legen.

4 – Der Bengel: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils vier Werwölfe an. Für jeden Bengel, der offen im eigenen Dorf liegt, darf der Spieler zu Beginn seines Spielzuges eine zusätzliche Karte vom Nachziehstapel aufnehmen. Von den aufgenommenen Karten sucht er sich dann eine aus, die anderen legt er wieder verdeckt auf den Nachziehstapel.

5 – Der Enthüller: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils fünf Werwölfe an. Wird der Enthüller aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler eine beliebige, noch verdeckte Karte in seinem eigenen Dorf umdrehen.

Der Aufklärer, die Betrachterin und die junge Seherin.

Der Aufklärer, die Betrachterin und die junge Seherin.

6 – Der Aufklärer: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils sechs Werwölfe an. Wird der Aufklärer aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler eine beliebige, noch verdeckte Karte aus einem beliebigen Dorf umdrehen (auch aus seinem Dorf!).

7 – Die Betrachterin: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils sieben Werwölfe an. Wird die Betrachterin aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler sich bis zu zwei noch verdeckte Karte in seinem eigenen Dorf kurz anschauen, aber nicht umdrehen. Die Karten werden anschließend wieder verdeckt ins Dorf gelegt.

8 – Die junge Seherin: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils acht Werwölfe an. Wird die junge Seherin aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler sich eine noch verdeckte Karte in einem Dorf eines Mitspielers anschauen, aber nicht umdrehen. Die Karten werden anschließend wieder verdeckt ins Dorf gelegt.

Die Seherin, der Meister und die Hexe.

Die Seherin, der Meister und die Hexe.

9 – Die Seherin: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils neun Werwölfe an. Wird die Seherin aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler sich eine noch verdeckte Karte in einem beliebigen Dorf anschauen, aber nicht umdrehen. Die Karten werden anschließend wieder verdeckt ins Dorf gelegt. Die Karte darf in diesem Fall auch zu seinem Dorf gehören.

10 – Der Meister: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils zehn Werwölfe an. Wird der Meister aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler sich eine beliebige Karte aus dem Ablagestapel aussuchen und gegen eine (oder auch mehrere) Karten seines Dorfes tauschen. Der Meister kommt anschließend auf den Ablagestapel und die eigenen, getauschten Karten dann obendrauf.

11 – Die Hexe: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils elf Werwölfe an. Wird die Hexe aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler sich die oberste Karte des Nachziehstapels anschauen und gegen eine beliebige Karte aus einem beliebigen Dorf tauschen (auch aus dem eigenen Dorf).

Der Räuber, die Doppelgängerin und die Übersichtskarten.

Der Räuber, die Doppelgängerin und die Übersichtskarten.

12 – Der Räuber: Dieser Charakter befindet sich 4x im Spiel und lockt jeweils zwölf Werwölfe an. Wird der Räuber aus der Hand abgeworfen, so darf der Spieler eine beliebige Karte eines Mitspielers (offen oder verdeckt) gegen eine Karte aus dem eigenen Dorf tauschen. Ist die neue Karte noch verdeckt, darf der Spieler sich diese kurz anschauen.

13 – Die Doppelgängerin: Dieser Charakter befindet sich 2x im Spiel und lockt jeweils dreizehn Werwölfe an. Im Spiel kann sie aber jeden beliebigen Wert annehmen. Tauscht ein Spieler also Karten aus dem eigenen Dorf, beispielsweise den Räuber, so kann er eine oder mehrere Doppelgängerin ebenfalls als Räuber ausgeben und so mehrere Karten auf einmal aus dem Dorf entfernen.

Die Übersichtskarten: Auf der Vorderseite befinden sich Informationen zum Spielablauf, auf der Rückseite dagegen zu den einzelnen Kartenaktionen.

Fazit zum Kartenspiel SILVER Amulett

Silver Amulett haben wir erstmal am Stand von Bézier Games auf der Spiel19 gespielt und waren schon damals begeistert. Zugegeben, wir brauchten 2-3 Durchgänge, bis wir den Dreh mit dem Karten erkunden und abwerfen raus hatten. Anfangs war es dann doch ziemlich verwirrend, wann man nun eine Karte offen oder verdeckt tauschen soll und wann man die Fähigkeiten eines Dorfbewohners nutzen kann. Hat man das aber einmal raus, läuft das Spiel gut durch.

Die Spielinhalte von Bézier Games und der hier vorgestellten Version von Ravensburger weichen leider voneinander ab. Die Anzahl an Karten und deren Funktionen sind zwar identisch. Aber die Spielbox von Bézier Games ist deutlich größer und beinhaltet vor allem ausreichend Platz und einen Sortiereinsatz für alle Karten des Grundspiels und der künftigen Erweiterungen. Neue Dorfbewohner kommen nämlich schon mit der Erweiterung Silver Bullet ins Spiel. Weiter ist das silberne Amulett in der englischsprachigen Version aus Metall und nicht aus Pappe. Insofern bietet die deutschsprachige Veröffentlichung von Ravensburger das weniger hochwertige Spielzubehör, ist dafür aber auch wesentlich günstiger zu haben. Das Spiel ist dasselbe und darauf kommt es am Ende auch an.

Die Spielkarten sind insgesamt wunderschön und ansprechend illustriert und von guter Qualität. Das silberne Amulett ist wie gesagt aus Pappe, aber dafür ungemein stabil. Berücksichtigt man den günstigeren Preis der Ravensburger-Version, ist das mehr als in Ordnung.

Die Spielregeln sind auch recht schlank. Es braucht vielleicht 2-3 Runden, bis man so richtig drin ist. Merkt euch bei den Tauschaktionen einfach: Zieht man eine Karte verdeckt vom Stapel oder Mitspieler, so kommt sie auch verdeckt ins eigene Dorf (auch wenn man sie sich anschauen durfte). Erhält man die Karte dagegen offen, legt man sie auch offen in die eigene Dorfreihe. Wenn ihr das berücksichtigt, dann sind die restlichen Regeln ein Kinderspiel.

Der Spielaufbau ist in einer Minute erledigt. Der Spielablauf läuft ebenfalls sehr zügig. Lange Wartezeiten gibt es bei dem Spiel nur selten. Im Grunde nimmt sich jeder Spieler immer nur eine Karte und tauscht diese oder führt eine Aktion aus. Da es dabei auch immer zu Interaktionen mit den Dörfern der Mitspieler kommen kann, ist eigentlich jeder Spielzug interessant. Zumal man im Spiel nicht nur auf das eigene Dorf achten, sondern sich auch wertvolle Karten in den Reihen der Mitspieler merken sollte. Schließlich kann man diese ja im eigenen Spielzug zu sich ins eigene Dorf locken – sofern man die richtige Dorfkarte auf der Hand hat.

Auch wenn man die Spielregeln verstanden hat, so entfaltet Silver Amulett sein Potential erst nach mehreren gespielten Partien. Die ersten Runden werden definitiv benötigt, um die einzelnen Dorfbewohner und ihre Sonderfähigkeiten kennenzulernen. Richtig interessant wird es eigentlich erst, wenn alle Spieler mehrere Partien absolviert haben und jeden Dorfbewohner ein paar Mal in der Hand beziehungsweise im eigenen Dorf hatten. Dann macht es richtig viel Spaß!

Silver Amulett ist für vier Spieler konzipiert, funktioniert aber auch mit weniger Spielern gut. In der maximalen Besetzung, also zu viert, muss man sich bei der Erkundung des eigenen Dorfes ranhalten. Der Nachziehstapel ist schnell leer und man hat für seine geplanten Aktionen gar nicht so viele Spielzüge zur Verfügung. Dafür verläuft eine Partie zu viert um so spannender. Man kann nie sicher sein, wer eine Abrechnung ausruft oder einem noch kurz vor Ende wertvolle Karten klaut. Dass ist im Spiel zu zweit zwar auch möglich, hier hat man das Geschehen aber (gefühlt) besser unter Kontrolle. Und theoretisch auch doppelt so viele Spielzüge, bis der Nachziehstapel aufgebraucht ist. Am Besten hat uns Silver bisher zu dritt gefallen. Hier läuft die Wartezeit zwischen den eigenen Spielzügen gegen null, der Spannungsbogen ist hoch und man bekommt ausreichend Karten in die Hand, um das eigene Dorf entsprechend umzubauen.

Wie bei jedem Spiel, bei dem verdeckt Karten gezogen werden, kann man natürlich auch hier viel Pech beim Nachziehen haben. Es kann also vorkommen, dass man mit der gerade verfügbaren Aktionen beziehungsweise dem Dorfbewohner nicht viel machen kann. Passiert! Ist nicht schlimm. Da vor der Schlusswertung mindestens vier Partien gespielt werden, gleicht sich ein wenig Pech beim Nachziehen über mehrere Spiele verteilt wieder aus. Aufpassen sollte man auch, dass eine Runde nicht zum Solitairspiel verkommt, also jeder sich nur um sein eigenes Dorf kümmert. Man muss sich schon ein wenig ärgern und den Mitspielern auch mal schlechte Karten ins Dorf legen. Das ist erwünscht und im Spielsystem so angelegt.

Uns macht Silver Amulett richtig viel Spaß. Wir haben jetzt schon einige Dutzend Partien absolviert und das Spiel auch schon in unterschiedlichen Runden immer im Gepäck dabei gehabt. Bisher kommt es überall gut an. Man muss einfach ein paar Runden spielen, um die Dorfbewohner und die Tauschregeln kennenzulernen. Danach macht es einfach nur noch Spaß und ist mit jeder neuen Runde Spannung pur bis zur Abrechnung.

Originalität / Idee
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Spielzubehör
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Langzeitspaß
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