Was für eine Geschichte hat das beliebte Kartenspiel SET schon hinter sich. 1991 wurde es erstmal von Set Enterprises veröffentlicht und wechselte anschließend mehrfach den Verlag – von F.X. Schmid über Ravensburger bis hin zu Amigo, wo es seit 2013 verlegt wird. Dort erscheint nun auch das Würfelspiel Set3, in dem sich wesentliche Elemente des Klassikers wiederfinden.

Anstelle von Spielkarten wird in Set3 natürlich gewürfelt. Auf den Würfeln finden sich aber die vertrauten Symbole wieder und müssen auch in der Würfelspielvariante zu 3er Sets – bestehend aus jeweils identischen oder unterschiedlichen Farben, Formen oder Zahlen – zusammengesetzt werden.

Jeder Spieler verfügt zu Beginn seiner Runde immer über fünf Würfel. Bis zu drei davon darf er auf dem Spielplan an bereits ausliegende Sets anlegen. Dabei muss jeder neu abgelegte Würfel am Ende des Spielzuges immer Teil eines neu gebildeteten Sets sein. Für jedes neue Set gibt es dann Punkte, die von dem Spieler notiert werden müssen.

Auf dem Spielplan befinden sich zudem – ähnlich wie bei Scrabble – so genannte Bonusfelder mit den Werten 2,3 und 5. Gelingt es einem Spieler hier einen Würfel abzulegen, erhält er den entsprechendne Wert in Punkten sofort gutgeschrieben.

Zuletzt gibt es auch noch Joker-Würfel, die für eine beliebige Farben-Formen- und Zahlenkombination eingesetzt werden können. Joker können dabei nicht nur einmal auf dem Plan ausgelegt sondern mit dem richtigen Würfel auch wieder aufgenommen werden.

Eine Partie Set3 endet, sobald der erste Spieler seinen letzten Würfel abgelegt hat. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinn das Spiel.


Spielverlag: Amigo
Spielautor: Marsha J. Falco
Erscheinungsjahr: 2014

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör zum Würfelspiel Set3

  • 1 kleiner Spielplan
  • 1 schwarzer Leinensack
  • 42 Set-Würfel

Ausführliche Spielregeln zu Set3

Spielvorbereitungen

Aufbau: Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt. Alle Würfel kommen in den Leinensack. Anschließend zieht jeder Spieler verdeckt fünf Würfel und legt diese vor sich ab.

Vor der ersten Runde: Der Startspieler muss ermittelt werden. Hierzu versuchen alle Spieler mit den gezogenen Würfeln ein Set bestehend aus 3 Würfeln zu finden. Wem das gelingt, der ruft laut und deutlich Set und legt seine 3 Würfel auf die schwarzen Felder in der Mitte des Spielplans. Der Spieler wird somit zum Startspieler, das Spiel beginnt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, durch das Anlegen eigener Würfel neue Sets zu bilden und so Punkte zu kassieren.

Der Startspieler hat sein erstes Set bestehend aus 3 Würfeln bereits abgelegt. Jetzt geht es nacheinander im Uhrzeigersinn weiter. Ist ein Spieler an der Reihe, darf er von seinen insgesamt fünf Würfeln bis zu drei Würfel auf dem Spielplan ablegen. Dabei muss jeder gelegte Würfel am Ende des Spielzuges Teil eines Sets sein. Weiter muss in jedem neu gebildeten Set mindestens ein Würfel enthalten sein, der bereits vor dem Spielzug auf dem Spielplan gelegen hat. Kann oder möchte ein Spieler keinen Würfel anlegen, so darf er passen. Haben in einer Runde alle Spieler gepasst wird neu gewürfelt.

Sobald jeder Spieler einmal an der Reihe war, ziehen alle wieder auf fünf Würfel nach. Jeder neue Würfel muss sofort gewürfelt werden. Alle oder nur einige der „alten“ Würfel dürfen vor Beginn der neuen Runde ebenfalls neu gewürfelt werden.

Was ist ein Set und was nicht?

Ein Set besteht zunächst immer aus 3 waagerecht oder senkrecht aneinander liegenden Würfeln. Diese müssen in ihrer Eigenschaft (Farbe, Form oder Zahl) entweder identisch oder unterschiedlich sein. Hierzu drei Beispiele:

Gültiges Set nach ZahlenSet nach Zahlen: Alle Würfel zeigen 3 unterschiedliche Zahlen sowie die gleiche Form und die gleiche Farbe. Die Würfel bilden somit ein gültiges Set.

Möglich wären hier beispielsweise auch 3 Würfel mit derselben Zahl und jeweils unterschiedlicher oder identischer Form und Farbe gewesen.

Set aus 3 unterschiedlichen Formen.Set nach Formen: Alle drei Würfel zeigen unterschiedliche Formen sowie die gleiche Farbe und die gleiche Zahl. Auch hier liegt ein gültiges Set vor.

Möglich wären hier auch 3 Würfel mit identischem Symbol und jeweils unterschiedlicher oder identischer Zahl und Farbe gewesen.

Set3-Beispiel-Farben-SetSet nach Farben: Alle drei Würfel zeigen unterschiedliche Farben und sind identisch in Form und Zahl.Alle Bedingungen für ein Set sind erfüllt.

Möglich wären hier auch gleichfarbige Würfel und jeweils unterschiedlicher oder identischer Zahl und Formen gewesen.

Kein Set, da zwei Wüfel dieselbe Form haben.

KEIN Set! Alle drei Würfel sind lila und zeigen unterschiedliche Zahlen. Soweit so gut. Allerdings erfüllen die drei Würfel nicht die Bedingung der gleichen oder unterschiedlichen Form, da zwei Würfel derselben Form angehören.

Um ebenfalls als Set zu gelten, müsste der mittlere Würfel die Form der beiden äußeren annhemen oder einer der beiden äußeren Würfel müsste die dritte, fehlende Form annehmen.

Der Einsatz der Joker-Würfel

Einige Würfel zeigen Anstelle eines Symbols ein „Wild“ auf ihrer Würfelseite. Das ist der Joker, der für jede beliebige Form-Farbe-Zahl-Kombination auf dem Spielplan eingesetzt werden kann.

Set3-Joker-WuerfelJedes Mal, wenn ein Spieler einen Joker-Würfel auf dem Plan ablegt, muss er die entsprechende Farbe, Form und Zahl benennen, die der Joker haben soll. Besitzt ein anderer Spieler genau diesen Würfel in seinem Vorrat, darf er zu Beginn seines Spielzuges den Joker-Würfel vom Spielplan wieder aufnehmen und gegen den korrekten Würfel aus seinem Vorrat eintauschen. Den erhaltenen Joker-Würfel muss er jetzt sofort neu würfeln und anschließend zu seinem Vorrat hinzufügen. Erst dann beginnt sein regulärer Spelzug.

Wichtig bei der Wertung! Setzt ein Spieler einen Joker-Würfel ein, erhält er für das gebildete Set einen Punkt weniger. Der Joker-Würfel wird nicht als Punktwürfel gewertet. Aber wird derselbe Joker-Würfel im gleichen Spielzug durch das Anlegen weiterer Würfel erneut zur Bildung von Sets genutzt, erhält der Spieler jeweils die volle Punktzahl.

Beispiel für eine Spielrunde

Der erste Spielzug

Was passiert: Der Startspieler legt sein erstes Set in die Mitte des Spielplans.

Punkte: Pro Würfel erhält der Spieler einen Punkt = 3 Punkte.

Der zweite Spielzug

Was passiert: Der zweite Spieler legt rechts daneben nur einen neuen Würfel an. Dadurch entsteht ein weiteres Set.

Punkte: Für jeden Würfel des neuen Sets erhält der Spieler einen Punkt = 3 Punkte.

Der dritte Spielzug

Was passiert: Der dritte Spieler ergänzt zwei neuen Würfel, einmal oberhalb und einmal unterhalb der ersten Reihe. Auch hier entsteht ein neues Set.

Punkte: Für jeden Würfel des neuen Sets erhält der Spieler einen Punkt = 3 Punkte.

Der vierte Spielzug

Was passiert: Der letzte Spieler ergänzt zwei neue Würfel. Darunter ist ein Joker, der als dreifache, grüne Raute gelegt wird. Ein weiteres Set wird so erstellt.

Punkte: Für jeden Würfel des neuen Sets erhält der Spieler einen Punkt, der Joker wird dabei nicht gewertet = 2 Punkte.

Der fünfte Spielzug (erneut der Startspieler)

Was passiert: Der Startspieler hat zwei passende Würfel in seiner Auslage und legt sowohl unten links (Kurve, lila, eins) als auch oben links (Kurve, grün, zwei) jeweils einen Würfel an und bildet so drei neue Sets.

Punkte: Für jeden Würfel aller drei neuen Sets erhält der Spieler einen Punkt, der Joker wird nun gewertet = 9 Punkte.

Spielende und Gewinner des Spiels

Das Spielende wird eingeleitet, sobald keine neuen Würfel mehr nachgezogen werden können. Jetzt wird so lange weitergespielt, bis der erste Spieler seinen letzten Würfel auf dem Spielplan untergebracht hat. Wer zu diesem Zeitpunkt die meisten Punkte besitzt gewinnt auch das Spiel.

Fazit zum Würfelspiel Set3

Mit Set3 erscheint bei Amigo eine gelungene Würfelspieladaption des etablierten Kartenspiels Set. In Punkto Design hat man offentsichtlich nicht zu sehr von der beliebten Kartenspieloptik abweichen wollen – daher fällt dieses beim Würfelspiel ebenfalls schlicht aus.

Das Spielzubehör ist von ordentlicher Qualität. Die Würfel sind schön groß und liegen gut in der Hand. Der Spielplan ist aus stabilem Karton. Block und Stifte sind im Spiel leider nicht enthalten. Die Spielanleitung der uns vorliegenden Variante weist erstaunlicherweise einen groben Fehler auf, von dem man sich beim Einlesen in den Spielablauf nicht irritieren lassen sollte: die Abildung eines korrekten Zahlensets zeigt die Würfel 1, 3 und 3. Das ist natürlich falsch und muss 1, 2 und 3 lauten. Abgesehen davon enthält die Spielregel zahlreiche Beispiele und auch Spielvarianten.

Wer den Kartenspiel-Klassiker kennt und schätzt, der wird sich vielleicht Fragen: Brauche ich auch noch eine Würfelspielvariante zu Set? Die Antwort dazu ist ein klares „Jein“. Denn das Würfelspiel ist im Grunde ein völlig eigenständiges Spiel! Natürlich werden auch hier bestimmte Muster gesucht. Trotzdem sind die Unterschiede zum Kartenspiel größer, als es auf den ersten Blick scheint.

Im Kartenspiel liegen beispielsweise immer zwölf Karten aus. Alle Spieler müssen gleichzeitig versuchen, daraus so schnell wie möglich ein korrektes Set zu bilden. Wer dabei am schnellsten ist, der punktet. Zudem gibt es neben der Farbe, Form und Zahl noch die vierte Eigenschaft „Füllung“. Beim Würfelspiel Set3 gibt es dagegen „nur“ drei dieser Eigenschaften, dafür aber einen zusätzlichen Joker. Des Weiteren spielen zwar alle Spieler auf demselben Spielplan, jedoch mit dem jeweils eigenen Satz Würfeln, aus denen sie gültige Sets erstellen und auf dem Spielfeld platziert müssen. Der Spielplan befindet sich dabei von einem bis zum nächsten eigenen Spielzug im ständigen Wandel. Vorausplanen ist schwer bis unmöglich.

Allein dadurch, dass jeder Spieler mit dem eigenen Satz Würfeln spielt, kommt wirklich ein völlig neues Spielerlebnis zustande. Erstens spielt jeder Sieler mehr oder weniger für sich allein – dadurch wird Set3 gegenüber dem Kartenspiel sowohl taktischer als auch glücksabhängiger zugleich. Zweitens spielt die Geschwindigkeit überhaupt keine Rolle mehr – der zeitliche Druck, die (An-)Spannung und teilweise auch die Kommunikation zwischen den Spielern werden aus dem Spiel genommen. Dafür steigt der Grübelfaktor. Hier sollten sich die Spieler Grenzen setzen – sonst kann es bei voller Besetzung zu unschönen Wartezeiten kommen.

Zusammengefasst könnte man sagen: Beim Kartenspiel Set kommt es auf Konzentration, Beobachtungsgabe und Geschwindigkeit an, beim Würfelspiel Set3 stehen eher Kombinieren und Taktik im Vordergrund. Wer Logikspiele mag,  kann  bei Set3 eigentlich nicht viel verkehrt machen.

– Herzlichen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
80 %
Langzeitspaß
75 %
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